The World of BattleTech
Registrierung Kalender Mitgliederliste Teammitglieder Suche Häufig gestellte Fragen Zur Startseite

The World of BattleTech » Suche » Suchergebnis » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Zeige Beiträge 1 bis 20 von 1.188 Treffern Seiten (60): [1] 2 3 nächste » ... letzte »
Autor Beitrag
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Cattaneo

Antworten: 321
Hits: 38.603
18.09.2018 15:49 Forum: Kurzgeschichten


Ich freue mich natürlich über jeden Beitrag, und es ist sehr gut, dass gerade neue Charakter etwas mehr Platz und Tiefe bekommen.

Hm, ich hoffe, das nimmt mir keiner übel, aber ich würde sagen, an den Fragen Groß- und Kleinschreibung und Zeichensetzung etc. sollte künftig vielleicht noch etwas gefeilt werden. Es nimmt einer Geschichte etwas an Lesefreundlichkeit, wenn es da mitunter etwas drunter und drübergeht, weil es den "Konsumenten" leicht aus dem Lesefluß wirft.
Was mir geholfen hat (ist ja nicht so, dass ich da keine Fehler mache) ist der Umstand, dass ich eben selber sehr viel lese, denn das trainiert.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
05.09.2018 20:51 Forum: Kurzgeschichten


Nur keine Sorge, ICH würde mich nie an den Charakteren anderer vergreifen ohne ihnen das vorher anzukündigen, nicht mal psychisch.
Thema: Chevaliers
Cattaneo

Antworten: 8.092
Hits: 772.282
05.09.2018 07:58 Forum: Söldner


Hm, das ist eine schwierige Sache. Einerseits soll man die Geschichte nicht zu sehr auf Eis legen, andererseits wäre es ja auch nicht gut, wenn wir dir zu sehr "davongaloppieren", sprich wenn dein Text dann ZU sehr in der Vergangenheit spielt (sprich, falls ein deutlich späterer Chevaliers-Text kommt).

Ich muss mal sehen, was ich als nächstes Verfassen soll. Gibt es da irgendwelche Vorgaben? Erst was zu den Chevaiers abwarten oder weiter auf Sulafat?
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
04.09.2018 20:00 Forum: Kurzgeschichten


Ironheart: Hihi, das gibt mir einen perfekten Aufhänger zu einem Text, den ich demnächst verfassen will. Vielen Dank auch... großes Grinsen
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
24.08.2018 22:06 Forum: Kurzgeschichten


Fakt ist eher, dass Lilja versuchen wird, die Sache einzuschätzen. Falls man ihr mitteilt wie die Führungsschicht die Sache sieht (und die scheinen ja deine Ansicht teilweise zu teilen), wird sie sich sehr wohl einschalten - auch wenn sie persönlich eine andere Sicht auf die Dinge hat.
Aber sie wird versuchen, das auf keinen Fall als eine Sache "wir gegen die" erscheinen zu lassen. Mitunter kann sie einem Unterlegen (FALLS sie gewinnen sollte, das steht ja keineswegs fest) auch die Hand reichen, anstatt auf ihm rumzutrampeln. Nicht, weil sie nicht gerne trampeln würde, sondern weil sie denkt, dass das auf die anderen Peshten-Piloten besser wirkt...
Oder eine Niederlage mit Gleichmut und Respekt nehmen, anstatt wie meistens bockig und biestig zu reagieren.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
24.08.2018 19:36 Forum: Kurzgeschichten


Hm, ich wollte jetzt wirklich keine Gefühle verletzen oder eine Idee torpedieren.
Ich meine ja nur, falls Ace noch nicht verstanden hat, dass für Lilja die Mission und der Krieg an erster Stelle kommen, dann kennt er sie selbst nach so vielen Jahren und gemeinsamen Flügen immer noch nicht richtig (ich meine mich dunkel daran erinnern zu können, dass sie ihm etwas in der Art schon mal gesagt hat, und ihr Bruder hat was in der Art auch schon mal zu Ace gesagt...). Augenzwinkern
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
24.08.2018 05:08 Forum: Kurzgeschichten


Wie gesagt, das ist Situationsabhängig. Sie mag den T'rr jetzt schon nicht wegen seines unprofessionellen Verhaltens (in ihren Augen) - wie sie auch jeden TSN-Piloten nicht mögen würde, der sich so verhält. Aber ob sie in dem speziellen Fall interveniert ist Situationsabhängig. Sprich, die Ehre des Geschwaders kommt im Vergleich zum Gesamtbild an zweiter Stelle (das war aber bei ihr schon immer so).
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
23.08.2018 19:44 Forum: Kurzgeschichten


Die Lagrange-Punkte 1 und 2 im Sonnensystem liegen bei etwa 1,5 Mio km Entfernung zur Erde. Sprich, da liegt Tyr doch wohl näher dran mit seiner Schätzung, das wären nämlich etwa 4000 Sekunden-einheiten von 400 km/s, also mehr als eine Stunde...

Wobei natürlich das sicher auch von Faktoren wie der Masse des Planeten, der Sonne etc. abhängt (die müssen ja keineswegs eins zu ein der terranischen/solaren entsprechen...
Es könnten also auch 2 Mio Kilometer sein.

Den Text finde ich gut geschrieben, ich meine, es ist Ace's Sicht (und die teilt ja Safford nicht unbedingt), und ich denke, ich kann die Begründung gut nachvollziehen (auch wenn Lilja sie sicher nicht teilt).

Aber impliziert dein eigener Text nicht eine erhebliche Distanz und widerspricht damit deinen eigenen Behauptungen?
Ace diskutiert mit Miss Stacy das Gehampel des T'rr (was ja ein bisschen nach dem Ereigniss sein muss, Stacy ist gewiss nicht gleich losgerannt um mit Ace zu trinken). Und dann geht Ace in die Kommandozentrale (gleich im Anschluss) und erfährt dort brühwarm von Flyboys Abschuss? Und dann von ihrer Rettung? Das bedeutet, dass alles muss seine Zeit gedauert haben, denn die Rettung wurde natürlich gleich weitergemeldet, aber Ace erfährt es nicht in der Rückschau sondern als unmittelbar Beteiligter. Folglich muss ein beträchtlicher Zeitabstand zwischen dem Vorbeiflug des T'rr und dem Abschuss liegen...

Was Liljas Reaktion anginge...da hast du nur teilweise Recht. Klar kennt sie Stolz auf die Staffel und das Geschwader und die Flotte. Aber du vergisst, dass Eitelkeit nicht zu ihrer langen Liste von Untugenden zählen. Wenn ein Duell mit Ace' Niederlage die Zusammenarbeit mit den Peshten verbessert, ist ihr das lieber als ein Sieg, falls der die Zusammenarbeit weiter belasten würde. Hauptsache, man arbeitet besser gegen die Kaiserlichen zusammen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
23.08.2018 16:15 Forum: Kurzgeschichten


Ace: Wir sind nicht ein bisschen übergriffig wenn wir postulieren, WIR wüssten, was man auf der Columbia denkt/will? Ich meine, du magst ja bei Stafford Recht haben, aber bei der Kommandeurin des Trägers ist das schon eine andere Sache. Außerdem ist es grundsätzlich nicht wirklich entscheidend was wer auf der Columbia will, so lange das Oberkommando es anders möchte... nehme ich an.

Hm, Lilja wird das Ganze vermutlich für etwas übertrieben halten. Jetzt nicht die Idee, den Typen zurechtzustutzen, aber diese ganze Bedeutungschwangerheit schon. In ihren Augen ist der T'rr vor allem ein Egomane der seine persönliche Eitelkeit und Befindlichkeiten über das Wohl der Mission stellt (haargenau das, was sie auch über etliche TSN-Offiziere denkt) und sie würde über Ace und seinen Linguistik-Vortrag wohl nur müde lächeln. Soldaten reden eben eine Menge Stuss (und das gilt für T'rr wohl kaum weniger). Aus der Verwendung eines Akarii-Schlachtrufs so viel herzudeuten wäre in ihren Augen wohl doch etwas gewagt...
Thema: Chevaliers
Cattaneo

Antworten: 8.092
Hits: 772.282
16.08.2018 17:33 Forum: Söldner


Du hast doch wohl kaum eine Biographie für einige hundert Leute, oder? Und da ihr etliche Davions und Steiner habt, ist Abscheu auf Dracs eigentlich vorprogrammiert. Es gibt auf beiden Seite der Grenze eine Menge rassistische Vorurteile. Nennt man die Draconier nicht oft "Schlangen"? Das klingt ja jetzt so ganz danach als ob man bei den Davies und Steinern keine Vorurteile gegen sie hat... großes Grinsen

Mit abschwächen meinte ich sein Rüffel für die Polizei. Er hätte auch so etwas sagen können wie dass die Polizisten es nun mal nicht gewöhnt sind mit einer Horde bis an die Zähne bewaffneter Ausländer klarzukommen, die auf ihre Welt kommen ohne auch nur dem Kombinat direkt zu unterstehen - und dann auch noch nicht mal wissen, wie man sich benimmt... Augenzwinkern
Thema: Chevaliers
Cattaneo

Antworten: 8.092
Hits: 772.282
14.08.2018 05:45 Forum: Söldner


Ich hatte aber auch geschrieben, dass es auf deiner Seite genug Leute geben dürfte, die nicht so stabil sind oder einfach nur Dracs hassen. So verordnest du wieder mal fast alle Schuld bei den bösen anderen und fast keine bei den edlen Kriegern.
Und Tyr hat schon Recht, die Entschuldigung WAR etwas übertrieben...
Soll heißen, ich kann seine Anmerkung schon nachvollziehen.

Was die Regierungssysteme angeht, die FIS-Staaten (die großen) sind eher autoritäre Diktaturen in Familienbetrieb. Sie haben nicht annähernd so eine eugenische Komponente und auch wenn sie Krieg zum Machtausbau führen - er definiert nicht ihr ganzes Wesen, ist quasi ihr einziger Selbstzweck. Sie bringen mitnichten ihren Leuten bei, ohne mit der Wimper zu zucken ihre eigenen Geschwister umzubringen (Nicht mal die mitunter etwas paranoiden Liao oder die Kurita). Das Kastensystem der Clans ist die wohl undurchdringlichste Gesellschaftsstruktur, die es gibt. Vor allem - in der FIS gibt es unter den Zentralregierungen unendlich viele Variationen der lokalen Regierungen, was sich mit totalitärem Herrscheranspruch nicht ganz verträgt. So lange die grob auf Linie bleiben, können sie in ihrem Gebiet recht viel selber regeln.

Was Anatoli angeht - hat er in dem Text nicht auch anklingen lassen, dass er die Söldner zumeist nicht versteht und gute Gründe hat? Und für einen Söldner der einen seiner Untertanen misshandelt hat er gewiss wenig Verständnis, wohl aber für seine Polizei, denn den Schutz seiner Leute hat er ja als besonders wichtig betont. Du hättest es also durchaus auch etwas abschwächen können.
Thema: Chevaliers
Cattaneo

Antworten: 8.092
Hits: 772.282
13.08.2018 07:06 Forum: Söldner


Da hast du natürlich Recht. Aber ich bin ja schon einiges gewöhnt. Und wer sagt, dass er das nicht später richtiggestellt hat... großes Grinsen
Dass die Höllenhunde und Chevaliers schmierige Clan-Sklaven sind, bezahlte Mörder, die einem faschistoiden Besatzerregime dienen... das werden sie natürlich kaum mal selber eingestehen. Und dennoch ist es so.
Außerdem bin ich gegenüber zum Untergang Verurteilten mitunter etwas großzügiger...
Thema: Chevaliers
Cattaneo

Antworten: 8.092
Hits: 772.282
12.08.2018 21:36 Forum: Söldner


Ja, aber ihr habt doch in der Zeit sicher einiges an Neulingen aufgenommen. Und auch vorher dürfte es so gewesen sein, dass nicht alle Danton ergeben zu Füßen gelegen haben. Sind ja immerhin Soldaten. Und er ist/war Mechkrieger, und sie eher Infanteristen/Panzerfahrer...na, du weißt schon... Augenzwinkern
Thema: Chevaliers
Cattaneo

Antworten: 8.092
Hits: 772.282
12.08.2018 19:30 Forum: Söldner


Ohm, also groß auszusetzen habe ich jedenfalls nicht wirklich was (es geht ja auch nicht darum was die Dracs denken sondern nur was ihr glaubt, dass sie denken).

Aber ein paar kleine Details sind nicht ganz stimmig. Zum einen sprichst du zweimal von Numki am Anfang. Das stimmt bei der Welt der Shimatze, die Welt der Odaga heißt aber Darius (wo ihr jetzt seid).
Und zweitens denke ich, die Bar sollte ein gutes Stück weiter von eurem Quartier entfern sein und eher blue-collar als white-collar Publikum haben. Was nicht heißt, dass auch ein paaar Geschäftsleute da sein können, aber sonst doch eher Unterschicht.
Ihr seid ja in einem Lagerhaus- und Produktionsviertel untergebracht, und dazu in einer nicht sehr stark frequentierten Gegend. So hatte ich es zumindest beschrieben. Die Odaga wollen natürlich nicht, dass der Kollateralschaden ZU groß wird, falls sie euch DOCH anngreifen wollen (oder ihr sie angreift).

Aber glaubst du wirklich, dass mehr als vielleicht 50 Prozent der Höllenhunde so viel auf Danton geben? Eure Trennung ist ja schon eine ganze Weile her, und der Kontakt blieb ja eher sporadisch für die einfachen Dienstgrade, von den ganzen Neuzugängen mal zu schweigen...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
29.07.2018 18:09 Forum: Kurzgeschichten


Hm, ich dachte, die Columbia hat gar keine zwölf Staffeln, nicht mal näherungsweise. Sondern eigentlich nur neun:
* Schwarz (Nighthawk)
* Rot (dito)
* Grün (Falcon)
* Blau (dito)
* Gelb (Griphen)
* Gold (Thunderbolt)
* Silber (Thunderbolt)
* Bronze (Crusader und ein paar Rafale)
sowie Grau (?) (die Shuttles).

Sogar die großen Lexington-Träger (wir sind ein Pegasus, glaube ich) tragen zehn Staffeln (plus eine verstärkte elfte, die Shuttles).
Vielleicht sollte Clifford Davis sich also nicht so sehr den Kopf der Führung zerbrechen und lieber die Zusammensetzung seines Geschwaders büffeln... großes Grinsen
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
24.07.2018 19:05 Forum: Kurzgeschichten


Ich finde ja, wir sollten es jetzt nicht so hinstellen als ob die gesamte NIC-Abteilung nichts besseres hat als unseren Soziopathen vom Dienst zu piesacken.
Oder, wie es ein Orkoffizier ausdrückte: "Wisst ihr nicht, dass wir KRIEG haben?!"

Der NIC soll ja nicht irgendwelchen Geschichten die weit weg sind nachspüren, sondern hat hier an Bord genug zu tun. Wir operieren das erste Mal in einer so heiklen Umgebung wie dem Peshten-Gebiet, was ungezählte Möglichkeiten der Ausspionierung (gegen und von einem selbst ausgehend) bedeutet. Ich denke, das steht an erster Stelle.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
24.07.2018 18:01 Forum: Kurzgeschichten


Cunningham: Na ja, sie mochte ihn eben noch nie. großes Grinsen
Und ja, sie kann wirklich ziemlich mies und herzlos sein, vor allem zu denen, die sie nicht respektiert. Aber der NIC hat sich ja bereits auf ihn eingeschossen, also besser ihm zur Hand gehen, als im Wege zu stehen...

Ace: Nun ja, wie denn in Schwierigkeiten geraten? Du hast ja nichts verdächtiges gemacht (und wenn - wäre es dann nicht zu deinem Besten, wenn du Hilfe bekommst? Augenzwinkern ).
Und der NIC ist nicht wirklich mit dem Herzen bei der Sache (das habe ich ja betont). Also denke ich, das blaue Wunder muss im schlimmsten Fall mit einem Gespräch rechnen bei dem sie ihn fragen ob er Hirnscans mit sich machen lässt, so wie sie das bei Lilja erbeten haben. Und ob du niemanden von der Sache von der auch sie nichts wissen sollen (und können) erzählt hast... großes Grinsen Schwierig, so eine Frage zu stellen... verwirrt

Man könnte natürlich überlegen, ob anlässlich des Gesprächs eine sehr milde Form des "Weltraumschnupfens" auch bei Ace...

Eigentlich habe ich den Text schon vor zwei Wochen oder so an Ironheart geschickt, die Überraschung sollte sich also in Grenzen halten Freude
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
20.07.2018 09:30 Forum: Kurzgeschichten


Ich poste mal auch einen kleinen Text, freilich hat der nicht so viel Action...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

Antworten: 994
Hits: 64.230
16.07.2018 19:40 Forum: Kurzgeschichten


Also mir gefällt's...

Ich setze mal lieber einen Platzhalter für meinen nächsten Text.

Ach ja, eine Frage - da Kano ja ein halbes Dutzend Plaketten gekriegt hat, gehen die auch an Imp und Lilja oder ist das nur was für die Schwarzen? Ich meine, die beiden waren ja dabei, haben aber keine Bomben geschmissen...
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Cattaneo

Antworten: 112
Hits: 37.679
16.07.2018 19:37 Forum: Kurzgeschichten


Offene Fragen

TRS Columbia, Gamma Eridon-System

Eda Waskiewisz verabscheute Befehle wie diesen. Sie konnte damit leben, dass man ihr nicht genau erklärte, WARUM sie etwas zu tun hatte. Das war nun einmal das Schicksal niederer Dienstgrade - in den Streitkräften generell, und im NIC erst Recht. So sehr man den Nachrichtendienstlern beigebracht hatte, nicht leichtfertig zu vertrauen, so sehr mussten sie sich auf ihre Vorgesetzten verlassen können, und diese auf ihre Untergebenen. Und Eda war eine gute Offizierin. Man bekam den Rang eines First Lieutenant des NIC nicht hinterher geworfen, und auch nicht einen Posten an Bord eines Flottenträgers. Vor allem, wenn man nicht bereits vor Beginn der Ausbildung studierte Juristin war, Psychologin, versierte Sprachwissenschaftlerin oder dergleichen mehr - Akademiker hatten gewisse Startvorteile. Aber sie gehörte nicht zu diesen Senkrechtstartern. Sie hatte sich durch unermüdliche Arbeit hochgedient, und durch ihre Fähigkeiten, einen wachen Verstand und vielleicht auch etwas Glück Klippen umschifft, an denen manch andere gescheitert waren. Eine gesunde Portion Zynismus und Misstrauen waren freilich auch hilfreich gewesen. Ihre letzte Beförderung verdankte sie dem Umstand, dass ausgerechnet sie herausgefunden hatte, dass ein hoch dekorierter Kriegsheld Informationen weitergegeben hatte. Nicht an den Feind, er hatte einfach seine Verbindungen genutzt, um Transportunternehmen und Zulieferern bei Ausschreibungen von Regierungsverträgen zu "helfen". Die geflossene Bezahlung war über so viele Zwischenstationen verschleiert worden, dass selbst versierte Finanzprüfer zunächst nichts hatten entdecken können. Ihr Vorgesetzter hatte den Verdacht deshalb auch zunächst abgetan - und war über sein Fehlurteil gestolpert. Jetzt durfte er seinen Dienst in den besetzten Gebieten des Imperiums verrichten, auf einem Planeten, den die meisten Menschen nie im Leben auf einer Sternenkarte gefunden hätten. Eda aber war befördert worden, und kurz darauf auf die Columbia abkommandiert worden.

Doch gerade weil sie eine gute Nachrichtendienstlerin war, verabscheute sie ihre momentane Aufgabe. Da gab es nun weiß Gott wichtigeres. Sie verabscheute Aufträge, die so offensichtlich nach Blödsinn klangen - was daran liegen mochte, dass dieser anscheinend nicht vom NIC kam, sondern ein Gefallen für jemand anderen war. Wen, das wusste sie nicht, denn Ross war noch verschlossener gewesen als sonst - was einiges heißen wollte.

Sie hätte sich lieber mit ihrem Projekt Noname befasst - dieses Stück Piratendreck endgültig zu knacken. Seit sie das erste Mal seine Akte gelesen hatten, waren die Alarmsirenen in ihrem Kopf losgegangen. Das lag nicht daran, dass er menschlich gesehen ein Stück Dreck war, das war nur ein Aspekt dabei. Charakterschweine gab es viele, aber die waren zumeist nicht auch noch offenkundig kriminell. Sicher, sie verabscheute Kerle wie ihn ohnehin. Wenn sie Haare wie gesponnene Seide gehabt hätte, ein Gesicht wie ein Modell, die nötige Oberweite und was dergleichen mehr war, hätte er sicher nichts dagegen gehabt, wenn sie sich mit ihm befasst hatte. Aber sie war nun einmal mit einem unsymetrischen Gesicht, etlichen Pfunden zu viel und unansehnlich strähnigen braunen Haaren gesegnet. Sogar heutzutage gab es Kerle, die sich recht gut anmerken ließen, wie sehr sie Frauen eben auch nach ihrem Aussehen beurteilten, und Noname war ein Paradebeispiel für diese...nun, sie Neandertaler zu nennen, wäre vermutlich eine Beleidigung für die menschlichen Vorfahren gewesen. Aber nein, sie verabscheute ihn nicht in erster Linie deshalb, weil er ein gewaltbereites, psychisch instabiles, sexistisches Stück Dreck war.
Sondern weil sie sich sicher war, dass er auch heute noch kriminell und eine Gefahr war. Sie selbst glaubte natürlich nicht ALLES was sie ihm vorwarf, auch wenn es ihr ganz Recht war, dass ER das offenbar annahm - alte Verhörtaktik. Aber dass ihn und die Piraten während seiner ,Gefangenschaft' weit mehr verbunden hatte als er zugab, das war für sie sicher. Und sein Verhalten seit seiner Begnadigung nährte den Argwohn nur, dass dieses Kapitel keineswegs schon abgeschlossen war. Etwa, dass er sich ausgerechnet an Clifford Davis und dessen Schwester herangewanzt hatte - Kinder einer vergleichsweise wohlhabenden, aber doch etwas zwielichtigen Familie. Einer Familie, deren Geschäfte lukrative Regierungsaufträge umfassten, die aber dennoch gelegentlich in sehr trübem Wasser in der Peripherie fischten und mirakulöserweise sehr gut versichert gewesen waren, als sich der neue Black Buccaneer bei seinem ersten Überfall ausgerechnet eine IHRER Ladungen gekrallt hatte. Was es doch für Zufälle gab, nicht wahr? Nein, dieser Cartmell war in etwa so sauber wie ein Schlammbad.
Seine Akte voller Disziplinlosigkeiten und Regelverstöße ließen sie einmal mehr am Verstand der Verantwortlichen in den Streitkräften zweifeln. Er mochte ein passabler Pilot sein, aber von denen gab es viele, und 99,9 Prozent davon waren nicht annähernd so sozial gestörte, unsichere Kantonisten. Nein, das war eine Spur, die man besser verfolgte. Wenn es ihr gelang, Cartmells Arsch an die Wand zu nageln - woran er als Knastbruder gewohnt sein musste - war für sie vielleicht die nächste Beförderung oder zumindest ein lobender Eintrag in der Akte drin. Denn wenn es etwas gab, was sie fast so sehr liebte wie ihre Arbeit gut zu machen, dann die Belohnung dafür einzustreichen.
Aber nichts da, sie musste das und ihre ganze übrige Arbeit - Dinge, von denen Leben abhängen mochten, wie die Auswertung von imperialen Funksprüchen, die dekodiert worden waren - beiseite legen für diesen...Blödsinn.
Einmal mehr arbeitete sie mit Julia Gallaso von der psychologischen Abteilung zusammen. Obwohl ihr - und vermutlich auch dem Commander - nicht ganz klar war, WARUM sie eigentlich zusammenarbeiten mussten. Und das ,gegen' jemanden, der vermutlich mindestens ein so harter Brocken war, wie Noname. Wenn nicht sogar aus mehreren Gründen noch wesentlich schwerer zu bearbeiten.

Tatjana Michailowa Pawlitschenko alias Tanja, alias Lilja, alias eine Menge zumeist unschöner Spitznamen war in etwa so unzufrieden wie ihre beiden Gegenüber. Sie war, und sie wurde nicht müde das zu betonen, eine viel beschäftigte Frau. Ihre eigenen Leute am Leben zu erhalten und den Kaiserlichen selbiges abzukürzen oder zumindest zu vermiesen war ein Vollzeitjob. Die Einsätze der letzten Tage waren nicht nur für die Stallions ein ermüdendes Katz-und-Maus-Spiel gewesen. Weder die imperialen noch die terranischen Jäger bzw. die Peshten-Verbündeten konnten riskieren, tief in den Luftraum der anderen Seite vorzustoßen. Zu dicht war das Netz an hochentwickelten SAM-Batterien, das beide Seiten aufgebaut hatten. Die Peshten, die um die relative Schwäche ihrer Fliegerstreitkräfte wussten - gute Piloten auszubilden kostete viel Zeit, und man bekam sie nicht leicht auf dem Söldnermarkt - hatten entsprechende Anstrengungen unternommen, um diese Schwäche zu kompensieren. Und die kaiserlichen Truppen waren traditionell gut abgesichert - vor allem, weil ihre Armeen inzwischen gelernt hatten, mit feindlicher Luftüberlegenheit umzugehen. So konnte man auf beiden Seiten in erster Linie nur eigene begrenzte Angriffe unterstützen und hoffe, dass der Gegner sich aus der Deckung wagte. Glücklicherweise hatte sich Stafford den Argumenten, die Kali vorgebracht hatte, nicht verschlossen, und die Staffeln konnten zumeist in Arbeitsteilung operieren. Auf einem Flottenträger war weniger ,Hansdampf in allen Gassen' nötig als auf einem Majestic, und die Falcons wären in Bodenangriffen einfach verschwendet gewesen.

Die Grünen und Blauen hatten sich folglich mit dem Schutz der Columbia und Absicherung der Bodenangriffe anderer Schwadronen abgewechselt. Die Falcons hatten darüber hinaus mitunter auch Begleitschutz für bemannte oder unbemannte Luftaufklärer geflogen. Alles in allem war es eine wenig glorreiche und gefährliche, ermüdende Kriegsarbeit gewesen. Aber sie musste erledigt werden, und wenn es etwas gab, das man von Lilja sagen konnte, dann dass sie sich auch in schwierige Aufgaben reinknien konnte, um das beste daraus zu machen.
Nicht, dass ihre Staffel sonderlich hatte glänzen können. Die Grünen hatten in der ganzen Zeit gerade einmal zwei Erdkampfflieger vom Typ Cockroach abgeschossen, die bei den Akarii Kalleeh-ta hießen. Lilja hatte einen der Siege für sich reklamieren können. Im Gegenzug waren mehrere der Falcons beschädigt worden, und Hellcat hatte einen schweren Treffer kassiert, der ihn zur Notlandung zwang, glücklicherweise ziemlich weit auf eigenem Gebiet. Er kurierte im Moment noch einige Frakturen aus, die er sich bei dem unsanften Landemanöver zugezogen hatte - genau so wie sein Jäger noch in "Behandlung" war, um ihn wenn möglich wieder einsatzbereit zu machen. Kurz und gut, es gab mehr als genug zu tun.

So hatte sie die Bitte des NIC um ein Gespräch mit Widerwillen quittiert. Sie wollte freilich nicht auf direkte Konfrontation schalten. Liljas Beziehung zum NIC war...kompliziert. Selbstverständlich hatte sie über die Jahre immer wieder mit Mitgliedern des Flottennachrichtendienstes zu tun gehabt. Sie hatte als Typhoon- und Falcon-Pilotin mehr als einmal heikle Aufklärungsmissionen übernommen, und was sie dabei gesehen hatte, war manchmal auch für den Nachrichtendienst von Interesse. Etwa der Kontakt mit seltenen Schiffen und Kampffliegern des Imperiums, ein oder zweimal auch die Expertise zum feindlichen Flugverhalten, wenn Grund zur Annahme bestand, sie habe die Klingen mit einem feindlichen Ass oder Angehörigen eines besonders berüchtigten Geschwaders gekreuzt. Einzelne ihrer Missionen hatten von vorneherein eine NIC-Komponente gehabt, etwa Daten von anderen Aufklärungseinheiten bergen oder diese absichern. Und die Russin kultivierte nicht die von einigen Piloten gehegte Abneigung gegen die "Etappenhengste" des NIC. Immerhin hatte sie vor allem mit deren Personal an Bord der Columbia zu tun, und die gingen ein erhebliches Risiko ein - der Flottenträger war kein sicheres Refugium, eher eine gigantische Zielscheibe. Allerdings war ihr Verhältnis zum Nachrichtendienst etwas belastet worden, seitdem man sie im Sterntor-System eine Zeitlang inhaftiert hatte. Dennoch oder gerade deswegen war sie brav erschienen - in so weit man bei ihr von brav sprechen konnte. Beim Anblick von Commander Gallaso stellten sich allerdings sofort die Nackenhaare der Russin auf. Seitdem man sie zu Anfang des Krieges eine Weile lang in die Etappe versetzt hatte, war sie gegenüber Beurteilungen psychologischer Art misstrauisch. Außerdem war die ,Hirnstocherin' ranghöher, also konnte sie sich nicht auf ihre Position berufen, wenn ihr das Gespräch unangenehm wurde.

Da sie aber nun einmal war, wer sie war, ging die Russin vorsichtshalber gleich zum Angriff über, kaum, dass sie sich gesetzt hatte: "Ich nehme mal an, dass Sie mich nicht hergebeten haben, weil jemand glaubt, dass ICH wegen irgend welcher Verbindungen zu irgend welchen Piraten einer Flugtauglichkeitsprüfung zu unterziehen sei, so wie Joystick." Das brachte ihr schon mal zwei leicht genervte Blick ein, freilich von Seiten von First Lieutenant Waskiewisz mit einem leichten Lächeln verbunden. Den beiden Offizierinnen war klar, dass der Zwischenfall mit Cartmell vor der Piratenjagd die Runde gemacht hatte. An Bord blieb wenig geheim. Dass Noname eine Weile vom Flugbetrieb zurückgestellt gewesen war, ließ sich einfach nicht verbergen.
Aber Eda erkannte auch, dass Lilja ihr durch die Blume signalisieren wollte, dass sie nicht gerade zu dem - sehr kleinen - Fanklub des ehemaligen Sträflings gehörte. Weshalb sie den boshaften Spitznamen für ihn benutzte, der ihm nach seinem...Tandemflug...mit Clifford Davis von einigen übelmeinenden Kameraden verpasst worden war.

"Nichts dergleichen, Commander, und danke, dass Sie sich Zeit genommen haben. Wir wissen das angesichts Ihrer zahlreichen und wichtigen Aufgaben zu schätzen."
Eda glaubte für einen Moment, sie hätte etwas zu dick aufgetragen, aber Lilja schluckte den Köder - obwohl ihr schiefes Grinsen sagte, dass sie sehr wohl verstand, dass man ihr Honig ums Maul schmierte, damit sie kooperierte. Aber das hieß ja nicht, dass man sich den nicht schmecken lassen konnte, oder?
"Dies ist nur eine reine Routinebefragung, die mit einer Ihrer früheren Missionen zu tun hat, die der Geheimhaltung unterliegt."
Die Russin lachte sardonisch: "Da müssen Sie schon etwas genauer werden, das gilt nämlich für mehrere...und bei einigen davon soll ich mich nicht mal daran erinnern, das ich was darüber wusste."
Eda musste einen Fluch unterdrücken, denn die Staffelchefin hatte ironischerweise einen wunden Punkt getroffen. Man hatte ihr nicht mal genau gesagt, WARUM und zu welcher Sache die Pilotin speziell befragt werden sollte. Oder besser, man hatte ihr nur einen Fragekatalog geliefert und eine Begründung, die so sehr nach Vorwand stank, dass man es zehn Meilen gegen den Wind roch.
"Es geht um einige Nachforschungen, die Sie angestellt haben, namentlich zu...etwas exotischen Themen. Uralte Archäologie, Mythen und Legende und so weiter..."

Lilja hatte in den letzten Jahren eine Menge gelernt, und das meiste waren Dinge, auf die man im normalen Leben kaum stolz sein konnte. Sie hatte gelernt zu gehorchen und auch zu befehlen, zu töten und Schmerzen zu ertragen. Und sie hatte gelernt zu lügen - nicht zuletzt, um ihre dunklen Geheimnisse, und davon gab es einige, zu beschützen.
Genau diesem Praxistraining verdankte sie es, dass sie nicht spürbar zusammenzuckte. Das lag nicht einmal daran, dass der NIC über ihre kleinen Recherchen Bescheid wusste. Mit dem Eintritt in die Streitkräfte hatte sie ihr Recht auf Privatsphäre weitestgehend aufgegeben, zumindest so lange sie an Bord eines Kriegsschiffes war und einen an Bord befindlichen Computer benutzte. Sicher las der Nachrichtendienst nicht ALLES mit - aber er konnte. Und er durfte das auch, abgesehen von Dingen, die der ärztlichen und juristischen Schweigepflicht unterlagen. Die las er - wie man so munkelte - selbstverständlich auch...
Also wurde NATÜRLICH das überwacht was sie so trieb. Sie hatte nur nicht damit gerechnet, dass ihre Nachforschungen irgendjemanden interessieren würden, deshalb hatte sie mit dieser Frage nun gerade nicht hier und heute gerechnet, und musste folglich improvisieren. Sie fragte sich, ob sie Tremane oder einem der Kerle beim NIC, die ihm am Ende in die Suppe gespuckt hatten, diese Fragerunde verdankte. Im Grunde spielte es keine Rolle was zutraf, sie musste so oder so sehen, wie sie sich möglichst elegant aus der Affäre zog. Selbst in ihren Augen klang ihre Erklärung zunächst etwas lahm: "Ach, so, das...ist nur ein kleines Hobby. Ein Steckenpferd, ich kann ja nicht immer nur Dienstpläne durchkauen, oder mir selbst auf dem Bildschirm zusehen." Damit spielte sie auf die Filmserie zur Columbia an, in der ihr Widerpart eine kleine, aber markante Rolle spielte.
"Deshalb...braucht frau so etwas, um mal abzuschalten - ein Mädchen kann sich ja nicht nur besaufen oder durch das Schiff vögeln, so wie einige, die ich benennen..." Sie fasste sich: "Das bleibt aber unter uns...? Als kleines Kind habe ich immer davon geträumt, den Weltraum zu erforschen. Nicht einfach nur Raketen und Geschützfeuer zu transportieren und auszuliefern, RICHTIG zu forschen. Mal irgendwo die erste zu sein...nun, von meiner Neugier auf fremde Kulturen bin ich durch sechs Jahre Krieg zwar größtenteils geheilt worden, aber es gibt ja nicht nur Akarii. Wieso die Frage eigentlich? Das ist doch nichts Verbotenes oder so..."

,Gute Frage.' dachte Lieutenant Waskiewisz. Sie war sich auch nicht sicher, was daran interessant sein sollte. Es war ja nicht so, dass Lilja ihren Sold verspielte, exotische und abartige Sexualpraktiken ausprobierte oder der Akarii-Religion anhing. Dass man dabei mal hinschauen musste, hätte sie noch verstanden. Aber das hier...? Folglich spulte sie die Begründung ab, die Ross ihr geliefert hatte, ohne wirklich davon überzeugt oder interessiert zu sein: "Oh, wie gesagt nur eine Routinefrage. Sehen Sie, einige Angehörige der Streitkräfte - oder des TIS - haben in der Vergangenheit Mittel und Ressourcen für solche Hobbies verwendet, die eigentlich zweckgebunden waren. Haben sich etwas sehr da hineingesteigert...angebliche Artefakte gekauft...manche haben sogar eine regelrechte Verschwörungstheorie-Psychose entwickelt, Sie verstehen?"

Die Russin nickte, mit einem leicht boshaften Zug um die Mundwinkel: "Nur zu gut. Kann sogar sein, dass ich so jemanden schon mal über den Weg gelaufen bin. Aber ich denke, Sie können leicht feststellen, dass ich mitnichten jede freie Minute - geschweige denn einen Teil meiner Dienstzeit - mit meinen...Privatinteressen...verplempere. Vielleicht ein paar Stunden in der Woche, wenn es hoch kommt. Und nein, ich glaube auch nicht, dass die FRT-Präsidentin in Wahrheit aus dem Andromedanebel kommt und gesandt wurde, um uns zu unterjochen."
Eda nickte, sie verzog nicht einmal das Gesicht: "Natürlich. Wobei, das mit der Präsidentin...also wenn man manche ihre Gegner so hört..." Das brachte ihr ein Grinsen von Lilja.
"Gibt es ein spezifisches Feld, das Sie besonders interessiert, und wenn ja warum?"
Lilja schnaubte: "Sagen wir, ich habe ein paar interessante Dinge von einem ansonsten ein bisschen durchgeknallten Wissenschaftler gehört, mit dem ich mal zu tun hatte. Und obwohl ich die Hälfte seines Geschwafels für Schwachsinn halte, geben sie ein gutes Steckenpferd ab. Aber das wissen Sie ja sicher schon, schließlich ist ja kein Geheimnis, welche Artikel ich mir angeschaut hatte."

Eda war diese nutzlosen Gestochers müde. Mochten alle menschlichen Götter und auch einige Alien-Entitäten wissen, welcher Teufel Ross geritten hatte, sie mit so unsinnigen, irrelevanten Fragen loszuschicken. Eine allerdings gab es noch, und obwohl sie eine der dämlicheren war, musste sie eine Antwort vorweisen. Und so fügte sie, möglichst beiläufig, hinzu: "Nur eines noch, Commander. Sie haben daneben auch noch gezielt nach Trinärstern-Systemen gesucht, und zwar mit sehr spezifischen Eigenschaften. Hat das einen speziellen Sinn? Mir erschließt sich nicht, was das mit ihrem...Hobby...zu tun haben soll."

Seit Beginn des Gesprächs hatte Lilja sich genau vor dieser Frage gefürchtet, aber auch mit ihr gerechnet. Alle andere Recherchen konnte sie mit Georges' Vorträgen erklären, mit simpler Neugier. Aber das nicht - glücklicherweise hatte sie eine Ausrede parat, die nicht vollkommen idiotisch klang. Denn sie hätte sich eher die Zunge abgebissen als damit rauszurücken, dass sie davon auf recht beunruhigende Art und Weise geträumt hatte - inzwischen mehr als einmal.
"Wissen Sie, als ich mich das erste Mal mit dem ganzen Kram beschäftigt habe, als ich noch jung und dumm und mein Gesicht glatt wie ein Pfirsich und nicht wie Borke war, bin ich auf eine ziemliche obskure Kran-Legende gestoßen. Ich glaube das war in einem Buch, das ich vor Jahren mal gelesen habe, und das mir irgendwie wieder in den Sinn kam. Ist schon komisch, wie ein Gedächtnis funktioniert, denn ich erinnere mich nicht mal mehr an alle Gesichter von den Jungs und Mädchen aus meiner Staffel, die gefallen sind. Aber so geht es manchmal... Da war jedenfalls die Rede von einer uralten Göttin, die von den Sternen herabgestiegen ist, und die in große Pyramiden verehrte worden sein soll. Sie wissen schon, genau die Art Pyramiden die einige Wissenschaftler überall entdeckt haben wollen. Und sie wurde laut einiger Geschichten durch drei Lichter gekrönt, zwei blaue und ein goldenes. Klar war das alles sehr lückenhaft, wir wissen ja nicht viel von den Kran, ehe alle krepiert sind... Nun, im Lichte dessen was ich später gehört habe, habe ich darüber nachgedacht, ob das nicht für ein Sternsystem stehen könnte. Klar, diese ,Götter waren Aliens' Story ist ziemlich dämlich und ausgelutscht, aber wer sagt, dass sie nicht IRGENDWANN und IRGENDWO mal gestimmt hat? Wenn eines unserer Schiffe bei einem Haufen von Primitiven runterkäme, ich bin sicher, das würde Eindruck hinterlassen - wenn auch vielleicht nicht SO bleibend.. Aber verraten Sie bloß keinem, dass ich auf so etwas was gebe, sonst ist mein Ruf als taffe, eiskalte Ved'ma...wie sagt ihr?...ah ja, Hexe flöten, und an dem liegt mir WIRKLICH etwas."

Die Russin witterte offenbar, dass die Fragerei sich dem Ende näherte. Sie fixierte nun Julia Gallaso: "Nicht, dass ich mich beschwören möchte, Genossin Commander - aber was ist eigentlich Ihre Rolle bei unserer kleinen Plauderei?"
Die Psychologin zuckte nur mit den Schultern: "Moralische Unterstützung? Nein, das ich hier bin hat einen anderen Grund. Sehen Sie, ich sollte mir ein Bild von Ihnen machen, ob Sie sich da vielleicht in etwas hineingesteigert haben."
Die Russin grinste fast schon etwas frech: "Müssten Sie, um in mein Innerstes blicken zu können, nicht ein paar mehr Fragerunden mit mir absolvieren? Oder mich an einen Polygraphen anschließen, oder die Fingernägel ziehen?"
Julia blieb todernst: "Wünschen Sie das denn?"
Und tatsächlich schaffte sie es so, dass der Staffelchefin die Kinnlade herunterklappte. Erst als sie das fast unmerkliche Schmunzeln ihrer Gegenüber registrierte, brach sie in ein erleichtertes Gelächter aus.
"Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht, Lieutenant Commander - abgesehen von der Sache mit der Nagelzange. Da fasele ich doch lieber auf jemanden ein, bis er oder sie zusammenbricht. Aber ich denke, ich kann ganz gut einschätzen, dass Sie nicht zu exzessivem Verhalten neigen. Was ganz gut ist, denn ich habe ein eigenes Anliegen an Sie."
Die Russin nickte - blieb aber etwas auf der Hut: "Heutzutage will IMMER jemand was von einem. Worum geht es?"
"Nun, Sie haben sich ja in der Vergangenheit mehrfach medizinisch untersuchen lassen..." als ob sie erkennen könne, dass sich Liljas Miene unmerklich verfinsterte, fügte Commander Gallaso fast hastig hinzu: "Ich meine, während Ihrer Zeit im Sterntor-System. Auch wenn ich nichts über die genauen Umstände weiß...aber ich vermute, wenn ich das täte, müsste irgend jemand mich umbringen..." Lilja schnaubte, was man so oder so verstehen konnte. Bedachte man, wie affig sich der TIS wie auch der NIC damals aufgeführt hatten, war das vielleicht nicht mal so abwegig. Deshalb hütete sie sich auch, irgendjemanden von ihrem kleinen Abenteuer zu erzählen. Und mit der einzigen Person mit der sie darüber hätte reden können...das hätte erst Recht gefehlt!

"Nein, ich brauche auch keine Details - Sie sind nur wegen dieser Daten eine gute Vergleichsperson. Ich würde eigentlich gerne die Untersuchungen wieder aufnehmen - um zu untersuchen, wie Sie auf den Stress reagieren, jetzt im Einsatz als auch bei der Konfrontation mit einer schwierigen Situation und einer fremden Kultur. Wir haben so etwas noch nicht ausreichend untersucht. Es gibt schon lange Testreihen mit Menschen, die in eine fremdsprachige Umgebung gebracht wurden oder eine fremde Kultur - aber nur auf menschlichem Level. Sehen Sie, in den von uns kontrollierten Gebieten des Imperiums und hier bei den Peshten sind unsere Jungs und Mädchen mit etwas konfrontiert, was die meisten sich nicht mal ansatzweise ausgemalt haben. Löst dies besonderen Stress aus? Hat es längerfristige Auswirkungen? Sie wären perfekt, weil wir Referenzwerte zu vorher hätten... Es ist natürlich freiwillig. Und, wie soll ich sagen, Sie würden einen wichtigen Beitrag leisten."
Die Russin verzog die Lippen: "Die letzten paar Male, wo ich so was gehört habe, landete ich entweder in einem verdammten Selbstmordkommando, irgendeiner unkoscheren Sache oder..." Sie verschluckte den Rest - natürlich hatte Tremane sie mit genau so einer Ansprache geködert. Was Julia nicht wissen konnte. Sicher, es machte ein Stück weit Sinn, aber sie war aus Schaden klug geworden und nahm Vorgesetzten keineswegs mehr JEDE Geschichte ab. Vor allem wenn sie diese nicht wirklich gut kannte.
"Müssten Sie dann unser blaues Wunder nicht ebenfalls auf den Seziertisch legen, wo er doch ähnliche...Routineuntersuchungen...absolviert hat? Der würde sich vermutlich über soviel Aufmerksamkeit freuen. Außerdem wäre es wahrscheinlich das erste Mal in seinem Leben, das sich eine Frau dafür interessiert, was er im Kopf hat."
Nervosität brachte nicht unbedingt Liljas beste Charaktereigenschaften zum Vorschein, und so lange es keine ernsthaften Auswirkungen hatte, machte es ihr nichts aus, Ace als Ablenkung zu missbrauchen.
Julia Gallaso blieb gelassen, obwohl die Russin sie damit auf dem falschen Fuß erwischt hatte. Man hatte sie nur sehr unvollständig gebrieft, warum eine Überprüfung der Staffelchefin der Stallions von Interesse war. Also bluffte sie: "Das wäre mein nächster Schritt gewesen."

Die Russin entspannte sich ein wenig, in dem Irrglauben, dass es nicht SIE allein war, die im Fokus das Interesse stand. Wie man so schön sagte, der schnellste Floh landete als erstes im Kamm.
"Na gut. Ich sehe zu, ob ich es einrichten kann. Aber ich kann für nichts garantieren. Ich habe hier eine Krieg mitzuführen, und der Stress, von dem Sie reden - der hält mich wirklich in Atem. Die Operationen gehen vor."
In Wahrheit freilich überlegte sie, ob sie nicht besser diesen Untersuchungen ganz aus dem Weg gehen sollte, indem sie Ausreden erfand. Eigentlich ging es ihr gesundheitlich besser als zu irgend einem anderen Zeitpunkt seit dem Anfang des Krieges. Diese...seltsamen...Träume, die sie mitunter hatte, kamen sehr selten, maximal einmal die Woche oder so. Eine deutliche Verbesserung zu früher, wo sie mehrmals die Woche nachts in Schweiß gebadet aus ihrer ganz eigenen Hölle aufgewacht war. Aber sie glaubte die Deckgeschichte nicht wirklich, mit der man ihr die neuen Tests schmackhaft machen wollte. Und sie wollte ganz bestimmt keine Laborratte für Tremane, seine Gegner oder sonst jemanden spielen. Vor allem...gab es vielleicht Gründe, bei ihr sei WIRKLICH was zu finden? Klang eigentlich absurd, sie war ja die alte geblieben...aber konnte sie sich da zu 100 Prozent sicher sein?
Es war nicht zuletzt diese Unsicherheit, die sie motivierte, noch eine weitere Rauchbombe zu schmeißen.
"Apropos, da ich schon mal die Gelegenheit habe zu fragen - ist Joystick nun eigentlich ernsthaft in Verdacht, dass er noch heute Dreck am Stecken hat, oder nicht? Ich meine, schließlich fliegen meine Jungs und Mädchen oft genug mit ihm. Da ist es kein sehr beruhigender Gedanke, dass Sie Grund haben, ihn unter Beobachtung zu behalten..."
Julia Gallaso wollte offenbar keinen Kommentar abgeben. Eda Waskiewisz konnte freilich der Gelegenheit nicht widerstehen: "Halten SIE ihn denn für eine Gefahr? Oder denken Sie, dass seine Anwesenheit ein Störfaktor ist? Wenn eine Staffelkommandeurin Bedenken gegen Cartmell hatte - auch wenn sie nicht seine Staffel kommandierte...“
Aber so leicht wollte Lilja es ihr denn doch nicht machen: "Sagen Sie es mir! Sie sind doch die Tschekistin...in dem Fall im wahrsten Sinne des Wortes." Diese historische Perle war freilich wohl verschwendet.
Die Russin hielt freilich mit ihrer Meinung nicht ganz hinter dem Berg: "Aber Hand aufs Herz, wenn ich der Meinung wäre, er wäre eine Gefahr, hätte ich vermutlich schon mein Stiefelmesser an ihm ausprobiert. Oder gleich meine Pistole - ich bin nicht so dumm, mich auf eine Schlägerei mit einem Quartalsprügler einzulassen." Womit sie zart andeutete, dass Cartmell in unregelmäßigen aber nicht ZU großen Abständen immer mal wieder mit jemanden aneinander geriet - auch gewaltsam. "Für einen Noch-immer-Piraten halte ich ihn ja nicht. Aber ich bin eben auch keine Spezialistin. Allerdings, wenn ich Sie wäre und der Meinung, er wäre eine Gefahr, würde ich nicht nach der Taube auf dem Dach angeln, sondern beim Spatz in der Hand bleiben. Bei seinem Naturell und Akte könnte man ihn doch leicht aus dem Verkehr ziehen. Einfach ein paar seiner Übertretungen aufs Tapet bringen...ist ja nicht so, als ob er NUR das Fraterinisierungsverbot nicht beachtet..."

Eda hatte tatsächlich schon selbst darüber nachgedacht, mit Cartmell ,den Scarface zu machen' - ein Manöver, das nach dem historischen Gangster Al Capone benannt war. Wenn man jemanden sein eigentliches Verbrechen nicht nachweisen konnte, konzentrierte man sich auf die, die man ihm verlässlich anlasten konnte. Selbst wenn sie einiges geringfügiger waren, sie erlaubten es, den Schuldigen aus dem Verkehr zu ziehen.
"Eigentlich keine schlechte Idee. Nur...bräuchte ich dabei vielleicht etwas Hilfe..."
Die Russin zögerte kurz: "Nun, ich habe Joystick mal vor LANGER Zeit einen Vortrag gehalten, betreffs seines Verhaltens. Der beinhaltete auch ein kleines Ultimatum. Er hat geruht, das offenkundig zu ignorieren, also schulde ich ihm nichts. Aber denken Sie gründlich nach, bevor sie diesen Weg bis zu Ende gehen. Aus mir unverständlichen Gründen hat er tatsächlich ein paar Freunde, und ein, zwei davon sind nicht ganz ohne Einfluss. Und ich weiß nicht, wie Stafford dazu steht. Aber wenn Sie sich WIRKLICH sicher sind, was ihn angeht...Bedrohungen für meine Leute räume ich mit Vergnügen aus dem Weg. Egal, welche Uniform sie tragen."
Und das war für Eda erst einmal genug.

Ende
Zeige Beiträge 1 bis 20 von 1.188 Treffern Seiten (60): [1] 2 3 nächste » ... letzte »

Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH