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Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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Gestern, 20:09 Forum: Kurzgeschichten


Was das Davis-Problem angeht, ich habe Cattaneo etwas überfahren, deshalb ist seine Motivation gerade relativ gering, da weiterzumachen. Mea Culpa.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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Gestern, 20:07 Forum: Söldner


Vogt fliegt für die Chevaliers, weil ausgeliehen. Was mit "seiner" Freundin ist, habe ich jetzt nicht im Kopf. Müsste man mal in den Rooster schauen, ob sie auch zu den Chevs ist, oder ob sie bei der Miliz gelandet ist. Alle Husaren hatten ja das Angebot für temporäre Verträge mit den Chevs.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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13.01.2019 22:43 Forum: Söldner


Hatte ich die Chevaliersreise nicht Thorsten überlassen?
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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13.01.2019 17:38 Forum: Söldner


Cattaneo hat einen Wegeplan.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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13.01.2019 16:41 Forum: Söldner


So, mein nächster Text kommt dann im Laufe der Woche. Die Höllenhunde brechen auf nach Sulafat.
Thema: Winter 2019
Ace Kaiser

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10.01.2019 20:40 Forum: Anime


Egao... Die kommt wohl nach dem angezeigten Grenzkonflikt dazu.

Dororo kann sehr viel älter sein. Ich meine da was gelesen zu haben.

Ich ziehe meine Animes bei Horriblesubs.com mittels Torrent. Eventuell schaust Du mal vorbei.
Thema: Winter 2019
Ace Kaiser

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08.01.2019 22:37 Forum: Anime


So, ich habe dann so früh in der Saison auch schon ein paar Erfahrungen gemacht und mir Meinungen gebildet.

Die Serien, die meiner Meinung nach die Season rocken werden, sind:
Natürlich Tate no Yuusah. Ich habe acht Minuten nicht geguckt, weil ich über den Betrayal-Point kommen wollte. Ab da war es so gut, wie ich erwartet habe.
Dororo. Fängt sehr stark an, geht richtig fett weiter. Gefällt mir sehr gut. Hey, Harry, ist auch was für Dich, da es recht dunkel ist und mit Dämonen hantiert.

Vorsichtig offen bin ich für Egao no daika, das mich mit dem Mecha-Szenario anspricht, aber noch nicht überzeugt, und für Lord el-Mellio, obwohl mir da die Vorgeschichte zu fehlen scheint.
Ueno-san, ein Zwölfminüter, bringt ein wenig Whattehfuck-Stimmung rein, mal schauen, ob ich das weiter gucke.
Pastel Memories... Auch WTF, aber aus anderen Gründen... Ich bin vorsichtig interessiert. Wehe, Folge zwei wird nicht viel besser.

Boogiepop fällt bei mir komplett durch. Ich habe die erste Folge nicht mal zu Ende gesehen...
Ob ich da noch mal einsteige, wohl eher nicht.
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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05.01.2019 13:31 Forum: Kurzgeschichten


Dann sollten wir uns einigen, Cattaneo. ^^
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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03.01.2019 13:10 Forum: Söldner


Dito.

Ja, wir sind für Chevaliersbegriffe recht flink unterwegs, was auch den Neuen geschuldet ist. Die sind hungrig und wollen schreiben. ^^
Thema: Frohes neues Jahr TWoBTler
Ace Kaiser

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02.01.2019 23:26 Forum: OffTopic


Dito.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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31.12.2018 17:26 Forum: Söldner


So, Leute, bevor jetzt bald der große Knall kommt, lasst mich noch fix was loswerden:

1) Nächstes Jahr mache ich T-Shirts mit dem Chevaliers-Logo.
2) Guten Rutsch allen Chevaliers und Freunden.
3) Wir sehen uns auf der anderen Seite!!!!!einself!!!111
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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24.12.2018 19:01 Forum: Söldner


Äh, noch gar nicht, fürchte ich...
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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24.12.2018 14:34 Forum: Söldner


Liebe aktive und ehemalige Chevaliers, an alle, die hier reinlesen.
2018 war ein sehr aktives Jahr für uns alle und hat hoffentlich nicht nur mir viel Spaß gemacht. Und ich hoffe sehr, dass wir auch in Zukunft mit alten und mit neuen Freunden an dieser Geschichte weiter stricken werden. Bis es soweit ist, geschweige denn bis zum Jahreswechsel, wünsche ich Euch allen, Chevaliers wie Freunden, eine schöne Weihnachtszeit.

Btw, hat noch jemand einen Text in der Pipe, den er noc vor Silvester raushauen möchte?
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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21.12.2018 22:12 Forum: Kurzgeschichten


Irgendwann kommt die Serie zu den Peshten, dann wird Flyboys Absturz wie ein Glücksfall gesehen und über drei Folgen ausgebreitet werden...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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20.12.2018 22:50 Forum: Kurzgeschichten


Na ja, die Serie wird sicher auch bei den Peshten ausgestrahlt werden. Ebenso ist es durchaus wahrscheinlich, dass sie Ohka wegen seinem Jägercount kennen. Immerhin lebt er noch. Liljas Narben haben auch eine gute Chance, sie bekannt zu machen.

Davon ab sind Personen, die Atomexplosionen überleben, doch eher rar gesät. Ace ist jetzt nicht für sein überragendes fliegerisches Können berühmt, btw.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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20.12.2018 20:11 Forum: Kurzgeschichten


@Tyr: Ich dachte eigentlich, es ist klar, wofür er bekannt ist. Ich schreibe absichtlich nicht berühmt. Nicht wegen seiner zweifellos vorhandenen fliegerischen Fähigkeiten, sondern dafür, dass er eine Atombombenexplosion aus relativer Nähe überlebt hat. Das ist jetzt nicht gerade Heldentum. Ja, würde er für den Abschuss der Bombe verehrt werden, dann ja. Aber das Überleben ist ihm ja eher in den Schoß gefallen. Und ich wette, eigentlich müssten einige Geschichten über das Gespenst auch durch die Navy geistern. Nicht zwangsläufig mit Lebenslauf. Und selbst bei den Akarii wird man sich sicher diffuse Geschichten erzählen.
So Bermuda-Dreieckmäßig.

@Lucas: Danke schön.

@Red Cooper: Ich reiße aus? o_O Eigentlich hatte ich gedacht, ich liege mit der Story relativ gut am Puls. Aber danke. Irgendwie.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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19.12.2018 20:19 Forum: Kurzgeschichten


Ich habmich halt vertippt... Und ich dachte mir, wenn die Peshten dem Spektaktel zugestimmt haben, um die Hornet vorführen und die gegenseitigen Beziehungen verbessern zu können, wurde Galit einmal kurz und gründlich eingenordet, alle Animositäten in den Flug zu stecken, und keine in die Konservationen...

Die Raketen wurden vorausgewählt, um eine Balance zu erreichen. Warum die Hydra nicht angegeben wurden, weiß ich natürlich nicht.

Es steht natürlich jedem frei, die Story aus Galits Sicht zu erzählen und zu zeigen, wie mühsam er sich beherrscht... ;D
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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18.12.2018 23:16 Forum: Kurzgeschichten


So, fertig, Tyr. Kannst posten.
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Ace Kaiser

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18.12.2018 23:16 Forum: Kurzgeschichten


Die Peshten machten absichtlich nicht auf großes Trara. Lieutenant Commander Galit kam mit relativ kleinem Gefolge an Bord, seinem Flügelmann, dem Rest seiner Sektion, seinem Staffelchef und dem Bereichsleiter der Werftverteidigung, dem Galits Staffel unterstand. Alles in allem ein First Lieutenant, zwei Jagyees, ein Captain und ein Commodore. Die Juniors waren Peshten, der Flügelmann Terraner, Galit natürlich T'rr, die anderen beiden Peshten. Immerhin waren sie alle Militärs.
Empfangen wurden sie von Captain Ahn persönlich, ihrem Stellvertreter, dem CAG und mir; dazu kam eine Abordnung Marines, die die Verbündeten mit militärische Ehren empfing. Natürlich nur mit dem kleinen Trara, ohne Flaggen, ohne Musik, einfach nur ein Zug Marines in Dienstuniform ohne Waffen, die salutierten, als die Gäste das Hangardeck betreten wollten. Auf Nationalhymnen und dergleichen hatte Ahn auch verzichtet, aber ich wusste, sie wäre dazu bereit gewesen, genauso wie kurzfristig einen größeren Bahnhof anzuberaumen, je nachdem wer sich an Bord des Shuttles befunden hätte, so ab zwei Sterne aufwärts. Aber da die Peshten den Ball ebenso flach halten wollten wie wir, bestand dazu keine Veranlassung.
Der Commodore salutierte am untersten Rand der Treppe seines Shuttles in Richtung der kleinen Asiatin. Seine Leute, einen Schritt hinter ihm, salutierten ebenfalls, und das überaus korrekt. „Bitte um Erlaubnis, mit kleinem Gefolge an Bord kommen zu dürfen, Captain Ahn.“
Die schlanke Frau erwiderte den Salut, ebenso wie wir, ihr Gefolge an Offizieren. „Erlaubnis erteilt, Commodore Grid. Willkommen auf der COLUMBIA.“
„Danke, Ma'am.“ Er trat vor und reichte ihr die Hand, eine raue, mit Narben übersäte Pranke, die nicht danach aussah, als wäre die Organisation der Verteidigung einer Werft eine Schreibtischsache. Ahn schüttelte sie unbeeindruckt, obwohl ihre Hand in der des Peshten verschwand, als würde sie ihm einen Armstumpf reichen.
„Es ist mir eine Ehre, Ahn Ho-Yun.“
Interessiert hob ich eine Augenbraue. Es gab nicht sehr viele Leute, die einerseits die richtige Reihenfolge des vietnamesischen Namens des Skippers beherrschten oder sich gar dafür interessierten, nicht mal auf Terra, und noch weniger, die den Namen so korrekt aussprachen, als wären sie Muttersprachler.
Captain Ahn lächelte, wenngleich schwach. „Ebenso, Malik Grid. Die Blasterwunde belastet Sie noch?“
Der große Peshte lachte zu ihren Worten und bewegte die rechte Schulter. „Sie sollten mal den Akarii sehen!“, sagte er laut genug, dass es im Hangar widerhallte. Von den Marines kam anerkennendes Gelächter. Wie ich später erfahren sollte, spielte Ahn damit auf ein kurzes und sehr heftiges Feuergefecht in der Werft an, das durch einen Trupp Saboteure verursacht worden war. Commodore Grid war selbst direkt an der Front gewesen und hatte die Elitesoldaten mit niedergekämpft. Das war vor unserer Ankunft gewesen, allerdings noch keinen Monat her, war aber nie wirklich großartig verbreitet worden. Vor allem weil die Akarii aufgehalten worden waren, bevor sie ihren Auftrag hatten ausführen können. Aber es war bezeichnend, dass sie auf seine Verletzung anspielte. Sie hatte sich gut informiert.

„Ich darf Ihnen meine Leute vorstellen. Homte Letik'la, Kommandeur der 1. Hornet-Staffel, den Jolltischen Qöllen.“
„Freut mich, Captain“, sagte der etwas kleinere Peshte, der neben seinem Commodore geradezu zierlich aussah; aber Ahn wirkte auch noch neben ihm zerbrechlich.
„Freut mich ebenso, Commodore Letik'la.“
Der Peshte schüttelte den Kopf. „Nein, Ma'am, ich bin nur Captain.“
Ein Lächeln ging über Ahns Gesicht, und ich ahnte, dass die beiden hier ein kleines Schauspiel abhielten, das für Entspannung sorgen sollte. „An Bord eines terranischen Schiffs gibt es nur einen Captain, merken Sie sich das, Commodore Letik'la“, sagte sie betont, aber ohne wirklichen Ernst in der Stimme. „Also erfreuen Sie sich an Ihrer temporären Beförderung. Immerhin dürften Sie ganz formell auf eine Admiralskabine hoffen, würde Ihr Aufenthalt an Bord länger dauern.“
Er prustete kurz auf. „Wie sagt Ihr Terraner doch immer? Andere Länder, andere Sitten. Ich gehorche und passe mich an... Captain.“
Es hätte nur noch gefehlt, dass sie sich verschwörerisch zugeblinzelt hätten, aber das war wohl sogar den beiden übertrieben erschienen. „Es stört Sie doch nicht, dass wir Aufnahmen machen?“, fragte der frisch beförderte Commodore und deutete auf seine Bodycam. Es war bekannt, dass die Peshten noch medialer waren als wir Menschen, und das wollte schon etwas heißen. Bedeutete allerdings auch, dass sie von ihrem Krieg wesentlich mehr Bildmaterial hatten, als es für uns Terraner üblich war. Je nachdem wie das Duell verlaufen würde, war ich mir zudem sicher, würden die Peshten von den Aufnahmen profitieren, indem sie entweder ein Lehrvideo daraus machten oder die Aufnahmen an ihre Sender verkauften. Oder beides.
„Sein bester Pilot“, sagte Commodore Grid. „Lieutenant Commander Dalan Galit, der Stein unseres Anstoßes.“ Das war schon fast frech offen gewesen, und mir war klar, dass der Commodore der Kommandantin des Trägers damit zu verstehen gegeben hatte, wie die Peshten den weiteren Verlauf sahen und wie sie meinten, dass die Terraner es zu sehen hatten.
„Dalan Galit, Ma'am“, sagte der selbst für einen T'rr groß gewachsene Pilot, reichte ihr aber eine erstaunlich lange und grazile Hand. Wahrscheinlich wäre Galit ohne die Notwendigkeit eines Krieges ein guter Musiker geworden, ging es mir durch den Kopf, und dafür schämte ich mich im gleichen Moment. Sein Ärmel verrutschte bei der Bewegung, und ich sah auf seiner schwarzen Schuppenhaut zwei kräftige rote Flecken. Alte Wunden vermutlich, umgeben von einem kleinen Netz feinerer Linien.
„Freut mich, Commander. Sie sind also der hiesige Imperialen-Schreck?“ Sie sagte bewusst nicht Akarii-Schreck, denn unter den Söldnern, die bei den Peshten dienten, waren auch akariische Renegaten von diversen imperialen Welten. Ich fand das subtil und angemessen. Und ich ahnte, dass, während ich trainiert hatte, ein paar Gespräche stattgefunden haben mussten, damit beide Seiten vorbereitet waren und beide Seiten ein Maximum aus dem Duell ziehen konnten.
Der große T'rr lachte wie über einen guten Witz auf. Das klang erstaunlich menschlich, fand ich. „Man tut, was man kann, Captain. Man tut, was man kann.“
„Sein Flügelmann, First Lieutenant Elvis Dekker.“
„Freut mich, Ma'am.“
„Ebenfalls, Dekker. Colonials?“
Der blasshäutige, stämmige Mann grinste schief. „Was hat mich verraten? Mein Akzent?“
Ahn nickte lächelnd. „Sie rollen das R genauso wie mein CAG.“
Der Blick des Lieutenants ging kurz zu Commander Stafford, aber er sprach ihn noch nicht an. Das Protokoll verlangte, dass Ahn ihre Leute vorstellte. „Aus manchen Gewohnheiten kommt man halt nicht raus, Ma'am“, sagte er grinsend, das R kräftig betonend, dass sogar der CAG grinsen musste.
„Die Lieutenants Pek'tor und L'anhai“, sagte der Commodore. „Einerseits hier, um endlich mal was zu lernen, andererseits, um ihrem Sektionsführer Rückendeckung zu geben, wie Ihr Terraner sagt.“
„Angenehm, Lieutenant Pek'tor, angenehm, Lieutenant L'anhai.“ Sie reichte dem jungen Mann und der etwas älteren Frau die Hand. „Darf ich Ihnen nun meine Leute vorstellen?“ Sie deutete zur Seite. „Commander Stacy, stellvertretender Kommandant der COLUMBIA.“
„Freut mich, Sir“, sagte Stacy und reichte erst dem Commodore die Hand, dann dem zwangsbeförderten Captain, anschließend dem T'rr, dem Colonial und den beiden Peshten. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen hatten alle einen annehmbaren Händedruck, denn sein starres Lächeln verschob sich nicht um einen Millimeter.
„Commander Stafford, mein CAG.“
„Freut mich, Commander. Ihr Geschwader ist ja einigermaßen ungerupft aus der Sterntorsache rausgegangen, was für uns natürlich gut war“, sagte der Commodore, während er die Hand des Menschen schüttelte.
„Nicht mein Verdienst. Ich kam als Ersatz für Commander Burr, die während der Kämpfe gefangen genommen wurde. Ich konnte ein gut aufgestelltes und relativ unlädiertes Kommando übernehmen, und das nicht zuletzt wegen ihrer guten Führung.“
„Dass Sie Ihr Geschäft verstehen, sehen wir jeden Tag bei den Einsätzen“, widersprach Captain Letik'la, als Stafford ihm als Nächsten die Hand reichte. „Also stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Steinvorsprung, Commander.“
Die beiden tauschten ein dünnes Lächeln aus, das ich nur identifizieren konnte, weil ich mich mit der Physiognomie der Peshten schon in jungen Jahren hatte beschäftigen müssen. Zwei, drei Frachtfahrten meiner Eltern waren auch in den Peshten-Raum gegangen. Und beim Handeln war es wichtig, den Gegenüber lesen zu können, wenn er schon eine Emotion offen zeigte. Die beiden schienen sich auf Anhieb zu verstehen.
„Und natürlich der Stein unseres Anstoßes bei unserem inoffiziellen Treffens, der Kommandeur der Blauen Staffel der Angry Angels, den Jokers for Redemption, Lieutenant Commander Clifford Davis.“
„Freut mich, Commodore“, sagte ich, dem großen Peshten die Hand drückend. Er hatte einen sehr kräftigen Händedruck, und das wollte etwas heißen; ich war einiges gewohnt.
„Commodore“, sagte ich zu Leitk'la korrekt.
Dann war Galit an der Reihe. Ich griff nach seiner grazilen Künstlerhand, die nur wenig hinter Grids Händedruck zurückstecken musste. „Commander.“
„So, so. Sie sind also das Gespenst. Freuen Sie sich, Commander, wir teilen eine Gemeinsamkeit.“
Offensichtlich war dies nicht, einen Lieutenant Commander der Höflichkeit halber wie einen Voll-Commander anzusprechen. „Und das wäre?“, fragte ich mit dünnem Lächeln.
„Auch ich war in Kriegsgefangenschaft der Akarii, wenngleich nicht so lange. Und ich wurde auch nicht von einer atomaren Explosion halb durchgebraten.“
Wenn er erwartet hatte, dass das detaillierte Wissen über meine Vergangenheit etwas bei mir bewirkte, dann hatte er falsch erwartet. „Das kann nicht schlimmer gewesen sein als Ihre Gefangenschaft bei den T'rr-Loyalisten der Kundo-Truppen, Commander Galit. Man erzählt sich, dass man aus einem Kundo-Gefängnis nie wieder rauskommt. Wie haben Sie es geschafft?“
Für einen Moment zeigte der T'rr vor mir eine Menge Gefühle auf einen Schlag. Mein Wissen und speziell meine Frage musste ihn erschreckt haben, und das nicht gerade leicht. Aber nach ein paar bangen Sekunden merkte er wohl, dass ich ihm nichts unterstellen wollte, sondern tatsächlich nur gefragt hatte.
„Das ist... eine etwas längere Geschichte. Hier die Kurzform: Der Graf von Monte Christo.“
Erstaunt sah ich ihn an. Das war terranische Literatur aus dem neunzehnten Jahrhundert, also prästellar. Natürlich kannte ich das Buch, immerhin war es seit Jahren auf meinem Pad gespeichert. Und natürlich wusste ich, wie der junge Edmond Dantès seinem Schicksal als ewiger Gefangener der Inselfestung d'If hatte entkommen können: Indem er mit einem Toten den Platz getauscht und sich im Meer hatte bestatten lassen, nur um aus eigener Kraft zu entkommen. „Die Geschichte müssen Sie mir beizeiten erzählen.“
„Eventuell kommen wir dazu. Dann erzählen Sie mir aber, wie Sie es geschafft haben, Camp Hellmountain zu überleben, und das mit multiplem Krebs und einem Arm weniger.“
„Eventuell kommen wir dazu.“ Ich konnte mir nicht helfen, aber irgendwie mochte ich Galit auf Anhieb. Daher war ich auch sehr höflich zu seinem Flügelmann und den beiden Sektionspiloten, denen ich überdies ein paar kurze, aber sehr interessante Fragen beantwortete.

„Kommen wir zum Programm“, sagte Ahn. „Ich habe einen kleinen Snack vorbereiten lassen, und Admiral Girad wird uns entweder dort, spätestens aber am Simulator die Ehre geben. Die Sim-Zeit ist auf fünfzehnhundert festgelegt, wir sollten also in etwa fünfzig Minuten dort sein.“
Für Navy-Begriffe war das tatsächlich nur ein kurzer Snack. „Bei den Sims werden dann auch noch ein paar weitere Schaulustige hinzu kommen. Zumindest einige Soldaten auf Freiwache.“
Wir verließen den Hangar, die Marines traten wieder ab, und ein kleiner Elektrowagen brachte uns durch den halben Träger bis zu den Kabinen der Schiffsführung. Ahn würde den kleinen Speisesaal nutzen, der dort für solche Anlässe verortet war. Nebenbei zeigte sie einen erheblichen Teil ihres Schiffes her, natürlich keine sensiblen Bereiche. Aber es hatte schon etwas von Mutterstolz, als sie während der Fahrt Commodore Grid die verschiedenen Bereiche erklärte und mit beiden Händen gestikulierte, während sie etwas erklärte.
Dalan Galit hatte neben mir Platz genommen und hörte den Ausführungen Ahns nur mit einem Viertelohr zu, schaute aber recht interessiert in alle Richtungen und ignorierte das laute Geschwätz der Mitglieder seiner Sektion auf den Bänken hinter uns.
„Hand auf die Herzen, Ace“, sagte er plötzlich zu mir, recht leise geraunt, damit die höheren Offiziere weiter vorne nichts davon mitbekamen: „Warum dieses Duell? Nur, weil ich Ihre Freundin erschreckt habe? Dann tut es mir leid.“
Die rohe Offenheit entgeisterte mich ein wenig. „Sie meinen Lilja?“
„Commander Pawlischenko, Ja. Oder, wie wir sie nennen: Altal Tur. Tödliche Blume.“
Das musste ich Lilja weiter erzählen. Das würde ihr definitiv gefallen. „Sie interessieren sich für unsere Top-Piloten? Dienstlich?“
„Nicht ablenken, Ace“, raunte er mir zu. „Natürlich haben wir uns alle im Vorfeld damit beschäftigt, wer da zu unserer Verstärkung geschickt wurde, und was wir von wem zu erwarten haben. Aber nicht jeder hat das Aufsehen in dem Maße wie Commander Pawlischenko oder den einzigen Träger des goldenen Flying Cross, Commander Durfee.“
„Habe ich auch die Ehre, nun, bekannter zu sein?“
„Darauf antworte ich, wenn Sie meine Frage beantworten. Warum wollen Sie sich mit mir duellieren?“
Ich atmete ein wenig kräftig aus. „Zuerst einmal ist Lilja nicht meine Freundin, nur eine Freundin, was wirklich nicht viele Menschen ruhigen Gewissens sagen können. Und ja, ich habe mich über Sie geärgert, Commander. Sie wissen, was „nak, nak, nak“ heißt, richtig?“
Verdutzt sah er mich an. „Sie wissen das auch?“
„Hören Sie, ich habe das Flottenhandbuch über Sekurr geschrieben, zumindest die erste Kladde, mit der erstmals Akarii-Soldaten verhört werden konnten. Natürlich weiß ich, was diese Worte bedeuten.“
„Das stand nicht in Ihrer Akte“, gestand Galit. „Ehrlich gesagt habe ich mir nichts dabei gedacht. Es ist üblich bei Peshten-Piloten, dass sie die Gängeleien der Akarii nachahmen und gegen diese einsetzen. Sie wissen meist nicht einmal, was sie sagen, und ihre Aussprache ist schauderlich, aber anfangs hat es tatsächlich einige der jüngeren Piloten außer sich gebracht. Das färbt dann natürlich irgendwann auf alle Piloten ab. Hören Sie, ich habe keinesfalls gemeint, was ich da gesagt habe. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Und ich habe auch nicht damit gerechnet, dass die COLUMBIA einen Spezialisten für Sekurr an Bord hat. Es war eine ganz harmlose Gängelei.“
„Harmlose Gängelei“, wiederholte ich.
„Ihr TSN-Flottisten seid ein so verschlossener Haufen, dass man sich schon manchmal fragt, ob wir tatsächlich Verbündete sind“, merkte er an. Dies tat er auf Sekurr.
Ich ging darauf ein. „Und genau deshalb unsere kleine Sim-Übung, Commander Galit. Ich gebe zu, anfangs war ich einfach nur ärgerlich, aber dann habe ich das Potential gesehen, das hinter unserer Sitzung steckt. Sie wollen doch sicher Daten über die Falcon im optimalen Einsatz haben, wenn sie von einem Top-Piloten gesteuert wird, oder nicht?“
„Und Sie wollen gerne sehen, wie sich die Hornet in einem idealen Umfeld bewegt, gesteuert von mir“, folgerte Galit.
Ich grinste. Er grinste. Ich musste auf ihn ebenso wie ein Raubtier wirken wie er auf mich. „Ich sehe, wir verstehen uns. Und ich will mich für den Schrecken revanchieren, den Sie meinen Kameraden gespielt haben.“
„Also doch.“
„Ja, es spielt eine Rolle.“
„Danke, dass Sie ehrlich sind, Ace. Oder Zombie oder Gespenst, wie man Sie hierzulande nennt.“
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Wegen der Atombombengeschichte?“
„Wegen der Atombombengeschichte. Ich denke nicht, dass jemals jemand überlebt hat, der so nahe dran war wie Sie, Commander Davis.“
Ich wechselte wieder auf Englisch. Galit beherrschte Sekurr fließend, das war etwas, was ich unserem Geheimdienst stecken musste. Ein paar gemeinsame Sitzungen mit den Peshten zum Thema Sekurr würde sich für die Arbeit der Schlapphüte enorm auszahlen, selbst wenn es nur dazu führte, dass unser Verständnis der Kriegersprache vertieft wurde. „Zugegeben, ich kenne auch niemanden.“ Ich hielt ihm meine rechte Hand hin. „Hier.“
„Hier, was?“, fragte er irritiert.
„Das ist der Arm, der mir notamputiert wurde. Dieses Exemplar wurde aus meinen Stammzellen gezogen und später angesetzt. Jeder, mit dem ich mich über den Vorfall unterhalte, will ihn zumindest anfassen.“
„Darf ich wirklich...?“
„Nur zu“, ermunterte ich den Commander.
Der ließ sich nicht zweimal bitten und betastete den Arm ausgiebig. „Fühlt sich nicht gerade merkwürdig an. Nur so... Normal.“ Er sah kurz auf die hinteren Sitzreihen, wo seine Piloten schon seit einiger Zeit schwiegen. „Habt Ihr nichts zu tun?“
Geschäftig nahmen der Mensch und die beiden Peshten ihre Unterhaltung wieder auf.

„Gute Kinder, aber etwas sehr neugierig. Bei Erwachsenengesprächen sollten sie nicht unbedingt zuhören. Jedenfalls nicht so auffällig“, spöttelte Galit. Er ließ meinen Arm los. „Interessant. Das macht mir Hoffnung, falls es mal einen Körperteil von mir erwischt.“
Ich zog die Hand zurück. „Man nennt mich hierzulande also Gespenst.“
„Auch. Sie müssen verstehen, dass wir zwar Krieg führen, aber keinen so großen wie die Terraner es tun. Gäbe es die terranische Linie nicht, hätte Akar hier Truppen und Verbände auffahren können, die uns schon lange hinweggefegt hätten. Aber dank der TSN ist das nicht der Fall. Die Folge ist, hm, eine einseitige Verehrung unter den Peshten. Es gibt so ungefähr einhundert terranische Militärs, die niemals im Peshten-Raum waren, aber die man hier kennt. Natürlich ist eine lebende Leiche unter ihnen. Ich warne Sie nur vor, Ace. Sollten Sie mal Landgang haben und ihn in der Hauptstadt verbringen, kaufen Sie sich kein SmaHo mit Ihrem Bild drauf.“
„Ein SmaHo?“
„Ein Smart Hologram, eines der hier typischen Spielzeuge, eine Art transpartenter Kasten, der ein dreidimensionales Filmchen zeigt. Ihres zeigt Sie in einem Zeitrafferfilm vor der Bombe, während der Bombe und nach der Bombe. Natürlich mit viel künstlerischer Freiheit. Soll angeblich die Moral stützen nach dem Motto: Wenn man will, überlebt man alles.“
„Interessant. Wäre eine Tantiemenklage gewinnbringend?“
Der T'rr lachte abgehackt. „Was denn? Haben Sie Ihre Peshten-Hausaufgaben gemacht?“
Ich schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin Spacer aus einer Händlerfamilie.“
„Oh. Dann müssen Sie sich unter Peshten wohl fühlen, glaube ich.“
„Macht mich diese Holo-Geschichte schon berühmt?“
Galit sah mich an. „Sagen wir es so: da Sie der Pilot sind, der unser Duell beantragt hat, wurde die Anfrage nicht ignoriert. Ich bin mir sicher, genau jetzt überredet der Alte Ihren Skipper dazu, seine Stabsärzte in Ihre Krankenakte schauen zu lassen. Sind Sie eigentlich sterilisiert?“
„Meine Hoden funktionieren normal und sind noch immer funktionell, Commander. Allerdings sollte ich auf rein natürlichem Wege besser keine Kinder zeugen, zumindest nicht medizinisch unbegleitet. Beantwortet das Ihre Frage?“
„Hm.“
„Die Hauptlast der Strahlung ging durch meinen Arm. Die Sekundärlast erfolgte durch weitere Mikroschäden, einen Hirntumor und einige Tochtergeschwüre. Keines davon lag nahe am Hoden. Glücklicherweise. Also, wie ist das mit der Klage?“
„Die Peshten werden Sie lieben, wenn Sie den Hersteller verklagen, das steht fest“, erwiderte der T'rr.

„Was gibt es denn zu essen? Ich darf doch auf ein terranisches Buffet hoffen, nicht auf Zeug, das ich schon kenne.“
Ich lächelte verschmitzt. „Unsere Küche hat sich an Peshten-Gerichten probiert, aber nur zum Teil. Auf meine Anregung hin wurden terranische Gerichte mit hohem Fleischgehalt ausgewählt. Und das wird der Nachtisch.“ Ich öffnete meine Dienstjacke und zog einen Plastikzylinder hervor.
Nun war es an Dalan Galit, entgeistert zu schauen. „Das ist doch nicht etwa...“
„Tabak von T'rr, sehr wohl. Fünf Zigarillos. Huoti nok Kalem, wie die Akarii sie nennen. Keine zwei Jahre alt. Und wir haben einen Raucherraum neben dem Besprechungsraum.“
„Ich bin Nichtraucher, aber den Tabak von Zuhause würde ich gerne wieder riechen.“
Ich reichte ihm das Röhrchen. „Ich kann einen meiner Untergebenen bitten...“
„Nicht nötig.“ Galit nahm das Röhrchen an. „Hey, Dekker, du kriegst nachher was ganz feines zum Rauchen, echten T'rr-Tabak. Wehe, du paffst den, dann gibt es Ärger mit Vati.“
„Wow! Echter T'rr-Tabak?“ Der koloniale First Lieutenant zwängte sich sichtlich begeistert zwischen mir und dem T'rr nach vorne. „Ist das der mit der Nelkennote, oder der mit dem Honig?“
„Besser, Dekker, viel besser. Das ist der mit dem Nussaroma. Wie sind Sie da eigentlich drangekommen?“
„Den habe ich gestohlen. Aus unserer Asservatenkammer. Vergessen Sie nicht, gegen wen wir in Sterntor gekämpft haben.“ Als ich das leichte Entsetzen in den Augen des Senior Lieutenant sah, grinste ich. „Nur die Ruhe, Lieutenant. Der Tabak wurde aus einem abgeschossenen Begleitschiff von Tarans Flotte geborgen, ich als Spezialist wurde hinzu gebeten, und bei der Gelegenheit habe ich eine Kiste der Prise von der Flotte erworben. Zum Sonderpreis, weil man meine Hilfe als Kaufmann brauchte, nicht als Soldat.“
„Ich sagte es schon. Die Peshten werden Sie lieben, Davis“, sagte Galit.

Wir kamen an und betraten den kleinen Besprechungsraum. Weitere Offiziere der COLUMBIA erwarteten uns bereits, unter ihnen Lilja und Ohka. Also sprach ich kurz den Vorfall an und involvierte die beiden. Somit bekam Galit die Gelegenheit, sich auch bei ihnen zu entschuldigen und zu versichern, dass er die Worte nicht in ihrem tieferen akariischen Sinne gemeint hatte. Nicht, dass ich den beiden diesen Sinn erklärt hätte. Auch Decker war anwesend, hielt sich allerdings zurück. Jedoch nicht am Buffet. Vor allem die Peshten-Speisen hatten es ihm angetan.
Das Buffet war gut, das musste ich zugeben. Während ich mich mit Captain Homte Letik'la unterhielt, weil Ohka Galit im Beschlag genommen hatte, probierte ich einige der Speisen und fand sie fast authentisch. Man konnte sagen, was man wollte, aber die Küche der COLUMBIA war jener der REDEMPTION weit überlegen.
Plötzlich war Lilja an meiner Seite und zog mich ein Stück vom Captain weg, der ohnehin gerade mit Ahn sprach. „Lass dich nicht zu sehr mit Galit ein“, mahnte sie mich. „Wenn du positive Emotionen für ihn entwickelst, dann hindert dich das nur daran, im entscheidenden Moment auf den Feuerknopf zu drücken.“
„Ich werde mir Mühe geben, das unter Kontrolle zu halten“, versprach ich. „Und? Freust du dich schon auf den Kampf?“
„Ich freue mich, wenn du gesiegt hast, keine Sekunde früher. Also wage es nicht, wage es ja nicht, auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen zu verlieren.“
Ich grinste burschikos. „Das habe ich nicht, und das werde ich auch nicht.“

Nach dem Essen, exakte fünfzig Minuten nach Ankunft unserer Gäste, bat Kapitän Ahn ihre Gäste zu den Simulatoren, während Galit und ich in den Umkleideraum gingen. Schweigend zogen wir unsere Raumanzüge über. Ich das neueste terranische Modell, das sogar als Kleinstrettungsboot fungieren konnte, er das aktuelle Peshten-Modell, das etliche Ideen bei den Akarii geklaut hatte.
Mit unseren Helmen in den Armbeugen betraten wir den Sim-Saal. Die Zahl der Gäste hatte sich noch einmal leicht erhöht, unter ihnen war auch Admiral Girad. Auf einem großen Bildschirm war unser Schlachtfeld zu sehen. Ein Asteroidenfeld. Ein synthetisches, das rein zufällig zusammengestellt worden war, um weder mir noch dem T'rr einen Vorteil zu verschaffen. Gerade wurden die Leistungsdaten der Hornet in den Computer gespeist und der Simulation hinzugefügt. Ein Punkt weniger auf der Liste. Dies schien auch Decker so zu sehen, denn sichtlich zufrieden nickte er mir zu. Ich erwiderte das Nicken, dann zog ich den Helm auf, salutierte vor Galit, und er vor mir, dann bestiegen wir unsere Sims.
„Dies ist eine Übung“, klang die ruhige Stimme des Simulatorstand-Chiefs in meinem Helm auf. „Daher gelten für diese Simulationen die Bedingungen eines realen Gefechts. Beide Piloten werden zeitgleich in einem Asteroidenfeld mit zwei Lichtsekunden Durchmesser an willkürlichen Punkten ausgesetzt. Das Feld hat Kugelform. Die Maschinen können das Feld nicht verlassen. Die Brocken variieren von Mikrometeoriten bis hin zu mehrere hundert Meter durchmessenden Trümmerstücken. Die Simulation wird gewonnen durch die Vernichtung des gegnerischen Jägers, oder aber indem der Pilot den Kampf überlebt, der Gegner aber nicht. Haben Sie das verstanden, Lieutenant Commander Galit, Lieutenant Commander Davis?“
Wir bejahten.
„Dann kann es losgehen.“

Ein Countdown erschien auf meinem Hauptbildschirm. Ich konnte nicht umhin, ich fühlte eine unangebrachte Aufregung. Wahrscheinlich hätte ich vorher noch mal auf Toilette gehen sollen.
Als der Counter die Eins erreicht hatte, spannte ich mich unwillkürlich an, dann erwachten alle Monitore zum Leben, und ich suchte nach den Lebenszeichen der Hornet. Die Nahbereichsortung blieb stumm, also bestand derzeit keine Gefahr, mit einem der Trümmerstücke zu kollidieren.
Immerhin etwas. Allerdings hatte ich auch nicht mal den leisesten Ping von Galit auf der Anzeige.
Nun waren sechshunderttausend Kilometer Durchmesser für ein virtuelles Schlachtfeld im Weltall nicht gerade viel. Kosmisch gesehen und die Marschfähigkeiten der Falcon vorausgesetzt ein mittlerer Spaziergang. Aber es war keine leere Kugel, sondern eine gut gefüllte. Trotzdem blieb die Frage, ob ich mich im Deckschatten eines der größeren Brocken auf die Lauer legen sollte, oder besser aktiv suchte. Das Schlachtfeld war klein genug, um darauf zu hoffen, dass Galit auf der Suche nach mir in Waffenreichweite kam. Dann war ich als emissionsloser Schatten unter einem Trümmerstück in einer nahezu idealen Position. Falls er nicht genau in meiner Sechs auftauchte. Oder aber ich suchte aktiv nach ihm und erwartete entweder, dass er ebenfalls aktiv nach mir suchte, oder seinerseits mir auflauerte. Dann musste ich natürlich alle größeren Brocken, die der vierarmigen Hornet Deckung bieten konnten, gesondert betrachten.
Und wenn ich dies tat, machte ich es dann langsam, tastete mich vor, oder ritt ich einfach durch das Asteroidenfeld hindurch in der Hoffnung, zu schnell zu sein, als dass seine Schusslösung meine Falcon ins Visier bekam oder ich seine Raketen ausreiten konnte? Fragen über Fragen.

Ich trat die Schubdüsen durch. Die Maschine ruckte an, oder vielmehr legte sich der Simulator schräg nach hinten, um Andruck zu simulieren. Meine Maschine machte einen Satz, und dort, wo ich gewesen wäre, hätte ich nicht rapide beschleunigt, maß mein Bordcomputer Geschützfeuer an. Galit hatte mich gefunden. Das bedeutete, dass er wohl von Anfang an in meinem Rücken platziert wurde. Gut für ihn, schlecht für mich. Die Raketenwarnung schlug an, als er mir zwei Sidewinder hinterher schickte. Ich wartete eine günstige Gelegenheit ab, zog um einen größeren Trümmerbrocken herum und entließ meine Abwehrmaßnahmen. Dann strebte ich, den Brocken möglichst zwischen mir und Galit haltend, von ihm weg, sodass er kein freies Schussfeld auf mich hatte. Dies war keine Situation, um meine Antriebsdüsen aus dem Spiel zu nehmen, zum Beispiel indem ich auf die Slidebremse trat. Damit hatte mein Gegner nur noch vier Raketen in den Aufhängungen. Ich hatte noch alle acht. Wie gut mir das nützen würde, musste sich erst zeigen. Die Hornet hatte einige Besonderheiten, die sowohl für sie sprachen, als auch gegen sie gewendet werden konnten. Dazu zählte der extrem schmale Rumpf von sechs Metern Länge, der einen Teil der Technologie und Tank und Waffen in die sich kreuzförmig aufspannenden, sechzehn Meter langen Flügel ausgelagert hatte. Das bedeutete, dass das bissige kleine Insekt keine Seitenschilde hatte, weil Front-, und Heckschirm einander umspannten. Das war normalerweise auch bei unseren terranischen Modellen so, da unsere Jäger aber länger waren, gab es für uns Zwischenschilde. Und wir konnten die Schildstärke modulieren, also willkürlich verlagern. Diese Fähigkeit hatte die Hornet nicht, und das machte die Seite zu einer Schwachstelle. Hofften Lilja und ich zumindest.
Als ich genug Entfernung zum Felsbrocken eingenommen hatte, nutzte ich den nächsten größeren Brocken mit mehreren hundert Metern Durchmesser, um an ihm zu umrunden. Ich würde direkt angreifen und versuchen, mich durch den Brennpunkt von Bug-, und Heckschilden zu nagen.
Galit würde das wissen. Ich musste in den Slide gehen, um seine Flanke beschießen zu können. Die Hornet hatte das beste Slide-System des Universums, den aufgegebenen Trackball. Ein Umstand, der mir nicht wirklich Freude bereitete, hatte ich doch nie die Erlaubnis erhalten, sie in meine Falcon einzubauen. Und dieses Trackballsystem war es nun, das verhinderte, dass ich während der zwei, drei Hundertstel Sekunden, die ich theoretisch ein offenes Schussfeld hatte, tatsächlich auch zwischen die Schilde schießen konnte. Galit würde mir so lange die Front zugedreht lassen, bis meine Schussfenster obsolet war. Dann erst, wenn er seine Antriebsdüsen wieder in der richtigen Position brauchte, würde er den Jäger zurücksliden. Und das war mein eigentliches Aktionsfenster.

Als ich um den Trümmerbrocken herum kam, ortete ich die Hornet sofort. Galit war mir gefolgt und pingte mich scharf an. Ich erwiderte den Gefallen, erfasste ihn mit der Waffenortung und schickte ihm als kleinen Gruß zwei meiner vier Sidewinder auf etwa zweitausend Kilometer Distanz entgegen. Seine Tachyonengeschütze feuerten und trafen frecherweise meinen Bugschirm. Ich erwiderte den Gruß mit beiden Lasern, aber eher, um seine Konzentration für die Sidewinder zu schwächen, nicht in der Hoffnung, mich durch den Schirm zu nagen. Aber immerhin, ich hatte noch vier Amram und zwei Sidewinder, nicht zu vergessen meine beiden Protonengeschütze. Mein Schild war bei sechsundachtzig Prozent. Ich nahm das als Warnung an.
Galit schoss eine der Raketen ab und warf für die andere Täuschkörper ab. Die Sidewinder ging viel zu leicht darauf ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir einander fast erreicht und sausten nur fünfzig Kilometer voneinander entfernt aneinander vorbei. Wir gingen beide in den Slide. Sein Tachyonengeschütze hämmerten in meinen Bug. Ich revanchierte mich mit den Photonengeschützen und jagte, als ich ihn passiert hatte und er wieder eindrehte, die Laser auch noch hinterher. Seine Schilde schwächten sich kurz auf fast sechundsiebzig Prozent, ein Durchbruch zwischen den Schilden war mir allerdings nicht gelungen.
Wieder nutzte ich den nächstgrößeren Brocken als Umrundungspunkt, darauf bedacht, Kurs und Geschwindigkeit ab jenem Zeitpunkt im Kopf zu haben, zu dem er aus meiner Ortung verschwand, um ungefähr sagen zu können, wo er sich befinden konnte, kam ich um den Brocken wieder herum.
Als ich herum war, hatte auch er eingedreht. Das fand ich bedenklich, denn er hätte genug Möglichkeiten gehabt, sich hinter einem der größeren Brocken zu verstecken und mich rankommen zu lassen, was seinen Geschützen gegenüber meinen Raketen einen Vorteil verschafft hätte. Wieder feuerten wir unsere Geschütze, wieder hielt ich die Laser zurück, wieder drehten wir in den Slide, und während wir Auge in Auge aneinander vorbei flogen, haute ich zwei Amram raus. Er schickte mir zwei Sidewinder entgegen. Ich nutzte die Laser und die Abwehrmaßnahmen, erwischte eine Rakete, die andere explodierte in meinen Seitenschilden. Ich jagte ihm die Laser hinterher, als er eindrehte, um seinen Hauptantrieb wieder zu benutzen. Vier Raketen ich, zwei Raketen er.
Diesmal nutzte ich keinen größeren Brocken als Deckung. Er suchte die Entscheidung, ich suchte die Entscheidung. Auch er wendete ohne Deckung. Seine Schilde hatten sich trotz Regeneration bei sechzig Prozent Bug eingefunden. Meine Schilde standen bei einundsiebzig Prozent Bug, sechzig Prozent Seite.
Wir passierten einander erneut, tauschten harte Schläge aus. Ich kassierte seine letzten beiden Sidewinder, mein Gruß an ihn beinhaltete das zweite Paar Sidewinder meines Arsenals. Unsere Geschütze erledigten den Rest, um uns gegenseitig sturmreif zu schießen. Sein Bugschild droppte auf knapp unter dreißig Prozent, die Seite aber, mein Hauptziel, schien fast einen eigenen Schild zu haben. Meine Schilde büßten weitere achtzehn Prozent vorne und zwanzig Prozent an der Seite ein. Ich transferierte ergo die Heckschilde nach vorne.
So. Er hatte keine Raketen mehr. Das bedeutete, ich konnte in den Kurvenkampf gehen, ihm meine letzten beiden Amrams reinjagen und ihn mit meinen vier Geschützen gängeln, bis er explodierte. Falls ich hinter ihn kam. So konnte man es auch machen, sich nach und nach durch seine Schilde nagen. Das ganze schöne Training erwies sich als für die Katz', aber zugegeben, die „echte“ Hornet war auch zäher als das, was Lilja und ich in unseren Sims benutzt hatten.

Wieder drehte ich ein, bereit, in den Kurvenkampf zu gehen, aber Galit verschwand diesmal hinter einem Felsbrocken. Als er wieder in meiner Ortung auftauchte, hielt er direkt auf mich zu. Also gut, einmal noch. Ich hielt ebenfalls auf ihn zu, mit einem Auge auf die Ortung. Bugschild unter dreißig, da ging was. Ich feuerte die Photonengeschütze und traf. Die Anzeige sank nicht. Das irritierte mich für einen Moment. Ich setzte die Laser hinterher, hatte den Finger auf dem Raketenknopf, als ich plötzlich meinen Fehler erkannte. Der verdammte Bastard zeigte mir seinen Arsch! Er hatte sich um hundertachtzig Grad gedreht und präsentierte mir seine Heckschilde! Und das konnte nur bedeuten, dass er mich näher zu sich heranlotsen wollte! Die Zusatztanks! Das waren keine Zusatztanks, das waren Hydrawerfer! Galit warf seine Maschine im Slide herum, so schnell konnte ich kaum reagieren, und kaum dass ich seine hässliche Front sah, feuerten auch schon die Dartraketenwerfer ihr gesamtes Feld ab, und seine Tachyonengeschütze sangen in meinem Schirm. Ich transferierte alle Energie, die mir blieb, in die Bugschilde, aber auf diese Distanz hatte ich nicht wirklich zu irgendwas eine Chance, nicht bei meiner derzeitigen Geschwindigkeit. Ich feuerte meine letzten Raketen ab, die beiden Amrams, schoss meine Geschütze, so lange ich konnte, dann, eine Sekunde vor dem Ende, löste ich den Schleudersitz aus.

Mein Bildschirm wurde schwarz. Die Kabine ging wieder in Ruhestellung. Ich hatte verloren. Verdammt, ich hatte verloren! Nun war es keine Schande, gegen einen Piloten wie Galit zu verlieren, aber Teufel auch, was hatte ich dieses Duell gewinnen wollen.
Tja. Geschlagen von einem T'rr, geschlagen von einer Hornet. Interessante Strategie hatte er benutzt, der Echsenabkömmling. Respekt hatte er sich erworben. Bei mir, und hoffentlich auch bei anderen.
Die Simkabine wurde geöffnet, eine helfende Hand streckte sich mir entgegen. Ich löste die Gurte und ließ mich hoch ziehen. In der Halle herrschte eine Stille, die man fast in Tüten verpacken konnte.
„Die Übung ist beendet“, klang wieder die Stimme des Simstandleiters auf. „Das Ergebnis: Unentschieden.“
Aufgeregtes erfreutes Raunen klang auf den Rängen auf, zumindest bei meinen Kameraden.
Über den großen Bildschirm flimmerten zwei Szenen. Die Vernichtung meiner Falcon durch die Dartraketen, kurz nachdem der Ausstieg meines Pilotenarschs simuliert worden war. Dann die Hornet, die von meinen Photonengeschützen getroffen und der Bugschirme beraubt wurde. Danach schlugen die Amrams ein. Zurück blieb ein manövrierunfähiges Wrack.
„Lieutenant Commander Galit und Lieutenant Commander Davis haben beide eines der Ziele für den Sieg in der Simulation erreicht. Lieutenant Commander Galit hat den gegnerischen Jäger zuerst zerstört. Aber Lieutenant Commander Davis hat überlebt, während Lieutenant Commander Galit beim Einschlag der Amrams getötet worden wäre.“
Ich nahm das Ergebnis mit einer gewissen unbewegten inneren Ruhe zur Kenntnis. Auch Galit wurde aus dem Sim geholfen, und er kam sofort zu mir herüber. „Guter Kampf, Cliff.“
„Guter Kampf, Dalan.“
Wir reichten einander die Hände, während auf den Rängen geklatscht wurde. Unentschieden. War vielleicht das beste Ergebnis, auf das wir hatten hoffen können.
Captain Ahns Stimme erfüllte den Raum. „Wir bitten alle Beteiligten und alle Interessierten in den Besprechungsraum des Geschwaders. Dort werden wir die Simulation Revue passieren lassen und ausgiebig diskutieren. Im Anschluss bitte ich alle Anwesenden zu einem leichten Abendessen in der Hauptmesse.“
Ich grinste schief. Das konnte die Navy wirklich, aus jeder Gelegenheit eine Essensschlacht zu machen.
Blieb für mich nur noch eine Frage. Würden meine Kameraden mit meiner Leistung zufrieden sein? Ehrlich gesagt gab es gerade für mich Schlimmeres, als dass Lilja beschloss, mich noch einmal von Anfang an auf der Falcon zu trainieren.
„Wollen Sie mir jetzt sagen, wie Sie Hellmountain überlebt haben?“, fragte Galit.
„Und Sie mir erzählen, was diese roten Flecken auf den Unterarmen sind?“, fragte ich.
„Ich sehe, wir haben noch einiges zu bereden“, sagte er, und ich musste zustimmen. Ich mochte diesen T'rr.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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16.12.2018 22:53 Forum: Kurzgeschichten


Einen Tag musst Du noch warten. Ich habe sechs Seiten, bin aber rausgerutscht. Morgen neuer Versuch nach der Arbeit für den Rest.
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