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Thema: Chevaliers Season V
Marlin

Antworten: 86
Hits: 42.154
16.06.2019 10:43 Forum: Kurzgeschichten


Sulafat
Tag der Landung der Höllenhunde


"Kanta-sama! Wach auf!" Kanta öffnete müde seine Augen. Er war vom "Wohlgefühl" angenehm betäubt und hatte seine Probleme damit beiseitegeschoben. Der aufgeregte Junge war das Neueste Mitglied seiner Gang. Er hatte Ano-kun ersetzt, der als Bezahlung seiner Rückstände an die Kräuterhexe gegangen war. Und offenbar hatte er etwas wichtiges mitzuteilen. "Kanta-sama, die Beobachter haben gehört, dass die fremdweltischen Hunde auf den Raumhafen bleiben! Vielleicht wollen sie nicht in ihre Basis." Plötzlich war Kanta schlecht und er war stocknüchtern.

Er griff zitternd nach seiner Wasserschale, die die Nachwirkungen der Droge lindern würde. Keine Söldner in der Basis bedeutete den Auftrag nicht ausführen zu können, bedeutete damit kein Geld des kleinen dicken Gaijins und dadurch nicht seine Schulden abzahlen zu können. Die ersten Zahlungen hatten ihn im Spiel gehalten aber langsam wurde es ernst. Ohne einen riskanten Einsatz gab es kein Geld mehr und damit war alles vorbei.. Er musste mit dem Gaijin reden. Langsam kam sein Gehirn wieder in Gang. Wenn sich die Voraussetzungen geändert hatten, war doch sicher nicht Kanta dafür verantwortlich? Vielleicht konnte er ja andere Dienste anbieten. Diebesgut vielleicht. Oder ein Mädchen? Er schwitzte, trank noch etwas. Das Wichtigste war Klarheit. Er marschierte zum üblichen Treffpunkt, entschlossen, nicht aufzugeben. Allerdings vermied er wohlweislich, am Stand der Kräuterhexe vorbeizugehen.

Niemand war zu sehen, als er ankam, aber das war nicht erstaunlich. Kanta ließ eine Nachricht im toten Briefkasten und schlenderte durch die Straßen, um immer wieder zum Treffpunkt zurückzukehren, in der Hoffnung, dass es doch schnell gehen würde. Er versuchte seine Verzweiflung in Nachdenken umzuwandeln, aber es gelang ihm kaum. Sollten sie im Dschungel gegen die Gaijin-Söldner eingesetzt werden, wären sie in großer Gefahr. Kanta selbst wäre dank seiner Kenntnisse wohl noch am besten dran. Sie müssten also zum Einsatzort transportiert werden, um nicht schon auf dem Hinweg dezimiert zu werden. Und das Geld würde deutlich erhöht werden müssen. Andere Möglichkeiten? Er würde wirklich anbieten, Diebesgut und andere Beute auf die Anforderungen des dicken Mannes abzustimmen. Und noch sein Angebot für Mädchen unterbreiten. Es würde vielleicht nicht einfacher werden, aber alles war besser, als durch den Dschungel zu müssen.

Er nickte unbewusst einem Bettler zu, als er marschierte, jetzt hatte er doch den Treffpunkt verpasst. Also Marsch zurück. Da stand der kleinere, dicke Mann wieder. In einer Seitengasse, die halb überwuchert war. Die Flut und die Stürme hatten hier schon zu oft gewütet, als dass jemand hier Ordnung halten würde, schon gar nicht in diesem Viertel.

Zwerg kam zu ihrem Haus zurück, den Einkauf hatte er diesmal klein gehalten. Möglich, dass sie schon heute aufbrechen mussten. Zwar würde die Söldnerbasis nicht vollständig ungenutzt bleiben können, aber offenbar waren die Höllenhunde auf der Hut. Er hätte fast über diese Bedeutung lachen können, aber es war ihm nicht danach. Vielleicht wollten sie ja einfach bessere Bedingungen verhandeln.

Beast war offenbar wieder beim Training. Amboß, ein Experte für schwere Waffen, Sprengstoffe und Elektronik hielt mit den Kameras Wache. Das hieß, dass Beast mit Zynik trainieren musste. Während Amboß seinem Codenamen entsprechend massiv war, war Zynik fast das Gegenteil. Schlank, beweglich und flink war er ein Alptraum für jeden Gegner. Was ihm an roher Stärke mangelte, machte er durch Technik wett. Dazu war er ein Experte für Gift in allen Einsatzformen, ebenso für improvisierte Fallen und war mindestens ebenso kaltblütig wie Beast. Ein guter Teamplayer, auch wenn sein beißender Spott und seine ätzenden Sprüche vor niemandem Halt machten, außer vor der Sekretärin und manchmal der Gräfin.

Trotz der Veränderungen der Lage war Zwerg sehr interessiert, wie die beiden sich schlagen würden. Wie er Zynik kannte würde er Beast ins Leere laufen lassen um ihn zu frustrieren, ihn dann mit seinen unfassbar schnellen Tritten und präzisen Schlägen vorzubereiten, um ihn in Ruhe ausschalten zu können. Kitsune saß mit einem Datenpad im Übungsraum und war offenbar ebenfalls zu fasziniert um ihre Berechnungen fortzusetzen.
Die beiden Kämpfer hatten alle mögliche Schutzausrüstung angelegt was bei ihren Fertigkeiten auch notwendig war, zumal sie sich wohl einen wirklichen Wettstreit lieferten. Beast schien schon angestrengt zu sein und atmete hörbar, ein seltenes Erlebnis. Zynik tänzelte um ihn herum, mal näher, mal mit Abstand. Zwerg flüsterte seine Frage an Kitsune: "Wie lange spielen sie schon?" Sie wandte den Blick nicht ab, da Beast wieder einige fruchtlose Angriffe startete, Zynik wich entweder aus oder ließ die Angriffe abgleiten. Als Spitze setzte er auch noch einen harten Tritt gegen Beasts Oberschenkel kurz über das Knie. Der hätte Kitsune vermutlich von den Beinen gefegt. Beasts Knie kam zu spät nach oben um den Effekt abzumildern. "Ich bin nicht sicher," flüsterte sie zurück. "Eine halbe Stunde bestimmt schon. Vorher haben sie nur trainiert."

Jetzt wirbelte Beast erst mit einem Roundhouse-Tritt und einem folgenden Rückhandschlag gegen Zynik. Dem Tritt wich er aus, den schwächeren Schlag blockte er und setzte wiederum einen Beintreffer bei Beast. Unwillkürlich fragte sich Zwerg, wieviel von diesen Tritten Beast schon gefangen hatte und ob sie einen Effekt haben würden.

Kurz beantworte Beast diese Frage mit einem Zähneblecken und entlastete merklich sein getroffenes linkes Bein. Trotzig winkte er Zynik nachdrücklich mit seinen behandschuhten Händen aktiver zu werden, da er jetzt nicht mehr nachrückte. Auch Zyniks Anstrengung war sichtbar. Er blieb noch vorsichtig. Immerhin, zwei schnelle Finten ergaben eine schnelle Reaktion von Beast. Da Beast sogar aus Zyniks Reichweite zuückwich, schien dieser doch mutiger zu werden. *Krach* ein schwerer Fronttritt Zyniks in Höhe des Solarplexus ließ Beast wanken. Blitzschnell hielt Zynik jedoch wieder Abstand. Selbst Zwerg hatte den Tritt fast gespürt. Das musste doch etwas Wirkung erzielen? Beast schnaufte jetzt. Noch hielt er sich auf den Beinen.

Zwerg meinte, bei ihm fahrigere Bewegungen als üblich zu bemerken. Die Deckung war deutlich nachlässiger als sonst. Wie lange würde jemand solche Tritte ertragen können? *krach* Ein weiter Tritt ließ Beast auf ein Knie sinken. Er war sofort wieder oben, aber es sah nicht gut für ihn aus. Er rieb sich kurz sein Brustbein, atmete einige Male, so tief er konnte. Noch bevor er sich auf Zynik stürzen konnte, setzte der wieder einen harten Tritt gegen den Rippenbogen seines Gegners. Dann überschlugen sich die Ereignisse.

Während Zynik mit einem weiteren Tritt nachsetzen wollte war Beast urplötzlich nach vorn gestürzt, klemmte das Bein unter seinen Arm, fing sich zwei Harte Schläge von Zynik gegen den Kopf ein und brachte sie beide zu Boden. Zynik wehrte sich nach allen Regeln der Kunst des Bodenkampfes, aber Größe, Kraft und Technik in der seltenen Kombination von Beast waren letztlich zuviel. Er hielt ihn in einem seitlichen Würgegriff mit dem linken Arm, die Beine um seinen Körper geschlungen und Zynik klopfte schnell ab, als Beasts freie Hand seinen Hals berührte und einen leichten Hustenanfall erzeugte.

Als sich beide voneinander lösten, stapfte der Unterlegene zügig von dannen. Beast rappelte sich langsam auf und seine Atmung war immer noch schnell, offenbar waren die Treffer doch so schwer, wie sie Zwerg gesehen hatte. Kitsune und er war gegen Ende unwillkürlich aufgesprungen, so etwas sahen sie nicht alle Tage. Zwerg fragte als Erster: "Hast du mit ihm gespielt, oder war es wirklich so schwer?" Beast sah ihn müde an. Nach einigen tiefen Atemzügen antwortete er: "Zynik glaubt vielleicht, dass ich nur etwas vorgespielt habe, aber das ist falsch. Ich habe ihn nicht erwischt, er ist einfach zu schnell. Also musste ich riskieren, dass er mich schwer trifft um an ihn heranzukommen. Es ist mir gelungen, seine Schnelligkeit und seine Tritte sind jedoch sehr gefährlich. Rede du mit ihm."

Beast verstummte und begann, seine Schutzausrüstung abzulegen. Offenbar war sein Bein ganz in Ordnung, aber er blieb noch etwas in gekrümmter Haltung. Es wurde besser, als er sich zu dehnen begann. Zwerg erwähnte die Neuigkeiten vom Raumhafen und sie machten eine baldige Besprechung aus. Beast schien in keiner großen Eile zu sein, was Zwerg etwas beruhigte. Zwar war er gut vorbereitet, aber der Dschungel war trotzdem nicht sein Lieblingsgebiet.

Vielleicht hatten sie ja doch noch etwas von der relativen Ruhe des Hauses. Zumindest, solange die Höllenhunde auf dem Raumhafen blieben. Sobald sie wussten, wohin sie sich bewegen würden, war die Jagd eröffnet. Kitsune sprach jetzt: "Als medizinisch Verantwortliche für diese Gruppe weise ich darauf hin, dass solche "Wettkämpfe" zu gefährlich sind, um weitere davon zu erlauben. Gegen Training im eigentlichen Sinne habe ich nichts." Beast schien nicht zu reagieren, während Zwerg die Enttäuschung anzusehen war. Amboß hätte er sich gern nochmal vorgenommen. Kitsunes Blick ließ ihn jedoch nicht protestieren.

Beast nickte einmal, bevor er sprach: "Zustimmung. Dir Wartezeit ließ die Gruppe etwas unruhig werden. Jetzt ist unser Ziel da und wir werden unsere Fähigkeiten brauchen." Er sah sie erst jetzt direkt an. "Morgen früh um neun Uhr Zulu hast du wieder Einzeltraining, diesmal mit Zwerg. Besprechung in zwei Stunden.", damit ging er davon. Zwerg musste grinsen, er freute sich darauf.
Thema: Chevaliers Season V
Marlin

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16.06.2019 10:32 Forum: Kurzgeschichten


Unbekanntes System, Juni 3067, Militärdistrikt Benjamin, Draconis-Kombinat

Landungsschiff *zensiert*, Mechhangar 1

"Jesus, Prophet des unvollendeten Buches!," presste Dadif fluchend zwischen seinen Zähnen hervor. Weil der Lander am Sprungschiff hing und sie nur noch auf den Hypersprung warteten, gab es entsprechende Dienste.

Null-G-Boxen war heute das Programm für seine Gruppe aus vorwiegend "Verlorenen", sowie ein paar "echten" Soldaten. Und er fühlte sich wie der Boxsack seines größeren und schwereren Gegners.
Beinarbeit war hier im Mechhangar explizit eingeschränkt worden und mit den schweren Magnetboots auch nicht sehr empfehlenswert. Also versuchte er, seinen Oberkörper so gut es ging zu bewegen.
Mehrere Paare standen sich gegenüber, bewacht von den zwei Trainern, einer ein Mannschaftsdienstgrad und einer von den Unteroffizieren. Beide waren gute Boxer, aber didaktisch nicht auf hohem Niveau. Der Hangar wurde häufig für solche Gruppenübungen genutzt, weil hier einfach mehr Platz als sonstwo auf dem vollbeladenen Landungsschiff war.

In dem Streß der auf ihn einprasselnden Schläge konnte Dadif nur noch schlecht denken. Muskeln anspannen, pendeln, Hände vors Gesicht. Er merkte, daß in Null-G die Schläge nicht so hart waren, dafür die Beinstärke noch wichtiger wurde, um überhaupt Kraft zu übertragen. Bisher hatte er diese geschont, sein Gegner allerdings tat seit einer gefühlten halben Stunde das komplette Gegenteil. Der musste doch langsam ermüden?
Einige Anzeichen erkannte Dadif jetzt, auch wenn er dadurch einen schweren Treffer auf seine Deckung und seinen flachen Bauch einstecken musste. Trotz des Stresses eines auf ihn einschlagenden Gegners wurde er jetzt wieder etwas klarer. 'Atme, Junge!', ermahnte er sich selbst. Er war nicht mehr so schmächtig wie früher mal, aber war immer noch weit von einigen Kraftpaketen in der Einheit entfernt.

Der andere, Gerhardt, wie Dadif einer aus der vielfältigen Gruppe der "Verlorenen" - eingesammelt von verschiedensten Planeten und unterschiedlichster Herkunft -, hatte sich immer mit am stärksten bemüht, von der Einheit wirklich angenommen zu werden. Er strengte sich sehr an und war auch für die unangenehmsten Aufgaben bereit. Es war keine Frage, dass er eine traurige Vergangenheit hatte, die hatten die meisten von ihnen. Dadif erkannte langsam einen Rhythmus in den Schlägen. Er konnte ihn jetzt gut auspendeln und abfangen und formulierte schnell einen Plan: sobald er unkontrollierter und frustriert schlagen würde, zwei gute Konter gegen Gerhardts Körper hatten dies schon vorbereitet, konnte Dadif vielleicht Wirkungstreffer setzten.

Aber lange hielt er auch nicht mehr durch. Es war dafür auch nötig, einen Schritt näher zu machen, da er weniger Reichweite hatte als Gerhardt. Ein weiterer kleiner Vorteil war hoffentlich, dass dieser schon länger seine Deckung vernachlässigte, weil Dadif wenn, dann nur auf den Körper ging. Und ständig Druck zu machen musste in Low-G stark auf die Beinmuskeln gehen.

In normaler Schwerkraft hätte Dadif jedenfalls schon längst verloren. Da, Gerhardt ließ die Arme sinken und wollte wohl kurz durchatmen, aber nicht mit Dadif! Ein Schritt vor und jetzt brachte er alle Kraft auf, die er noch hatte um seine gepolsterten Fäuste gegen den Kopf seines Gegners zu bringen. Der andere versuchte sich zu schützen, und sogar einen Konter zu schlagen, aber es brachte nicht mehr viel, er war zu verausgabt.

Nach sechs guten Treffern unterbrach eine Trillerpfeife Dadifs Angriffswirbel. Jetzt sah er auch, dass sein Gegner nur noch pro forma noch stand. Der war völlig erschöpft, seine Muskeln zitterten und seine blasse Haut war schweißnass. Immerhin hatte er die Fäuste vor dem Gesicht, was die letzten Haken Dadifs jedoch nur geringfügig gemildert hatte.

Viele der Anderen sahen mit einer Mischung aus Staunen, Sorge und vielleicht Bewunderung zu Dadif. So kannten sie ihn gar nicht. Das schweißnasse, etwas lädierte Gesicht war zu einer Maske der Aggression verzerrt, er atmete laut und auch seine Muskeln bebten jetzt von der enormen Anstrengung. Er schaute erst herausfordernd, dann jedoch zunehmend peinlich berührt in die Runde, als der Unteroffizier zu ihm trat und seine Fäuste aus der Kampfhaltung nach unten zog. Auch er schien etwas überrascht zu sein. "Nase, es ist vorbei, gut durchgehalten." Es wirkte fast fürsorglich.
"An alle, jetzt ist Erholung angesagt, passt auf euch auf. Ihr zwei, kümmert euch um ihn." damit deutete er auf zwei andere Soldaten, und meinte Gerhardt, der sich zu sehr verausgabt hatte. Die Magnetboots konnten jetzt gelöst werden, das erleichterte Dadif etwas die Situation. Aber er fühlte sich körperlich und geistig wie Gerhardt aussah. Er würde später nochmal mit ihm reden müssen. Morgen war zum Glück kein schwerer Dienst geplant. Aber in kurzer Zeit würden sie auf dem Zielplaneten sein, da wurde es dann ernst. Zum Glück war Dadif gerade zu müde um sich damit zu beschäftigen. Sie verließen nach und nach den Hangar, wo nur noch die Techs über die festgezurrten Maschinen krabbelten.

***

Der Gedanke an den bevorstehenden Einsatz bereitete Dadif gewisses Kopfzerbrechen. Die ganze bisherige Zeit bei der Einheit war er nicht einmal im direkten Einsatz gewesen, aber er wusste, das würde sich diesmal ändern. Angesichts seines katastrophalen ersten Einsatzes – inzwischen schien ihm das eine Ewigkeit her – spürte er jedes Mal, wie sich sein Herzschlag beschleunigte, wenn er daran dachte. Und das geschah gewiss nicht aus lauter Vorfreude. Da war Angst, natürlich, aber nicht nur. Er fragte sich auch, ob er würde vollbringen können, was man von ihm erwartete – in jeder Hinsicht.

Es war gleich am ersten Tag des verschärften Trainings an Bord des Landungsschiffs gewesen. Sein Mörsertrupp hatte gerade einen Sechs-Kilometer-Marsch hinter sich gebracht. Der vollzog sich, indem sie im Haupthangar des Landungsschiffes 50 Mal hin und her gescheucht worden waren, und das in schwerer Kleidung, um die hohe Lufttemperatur auf dem Zielplaneten zu simulieren. Seine Kameraden und er hatten eine wohlverdiente Pause genossen – das Essen war auch an Bord ein wirkliches Highlight.

Skadi hatte die Gelegenheit genutzt, und ihre Untergebenen über einige Verhaltensmaßregeln zu erläutern: „Also, Mädels und Jungs, wir haben vermutlich so etwas wie einen Logenplatz. Wenn alles glattgeht, ist es nur unsere Aufgabe, dem Gegner unsere Eier an den Kopf zu knallen, vielleicht kriegen wir sie nicht mal zu Gesicht. Denkt dran, wir sind kein Kanonenfutter, Lupus passt auf uns auf. Er wird uns nicht verheizen, denn er nimmt einen Verlust nicht auf die leichte Schulter.“ Sie grinste: „Und sei es nur, weil ihm ,Gräfin‘ sonst den Kopf abreißt.“ Das war mit Gelächter quittiert worden.

„Es kann aber sein, dass wir bei den Aufräumungsarbeiten helfen müssen. Man weiß nie, wie eine Schlacht sich entwickelt. Deshalb hier ein paar allgemeine Regeln zum Umgang mit dem Gegner. Zunächst einmal, bei den Höllenhunden müssen wir vorsichtig sein. Das sind Söldner, die für die Dracs, für Com Star-Geheimprojekte UND für Geisterbären gearbeitet haben. Für die Dracs und die Geisterbären GLEICHZEITIG, und dabei haben sie Dracs abgeschlachtet, die gegen die Clans weiterkämpfen wollten. Ihre Chefs stehen sich gut mit solchen Typen wie dem Kell-Abschaum, und damit meine ich die FAMILIE Kell, und mit den Kuritas. Also Abschaum der schlimmsten Sorte – nur einen Schritt von den Vogelfreien entfernt, und das auch nur, weil sie den richtigen Leuten in den Arsch gekrochen sind. Also lieber kein Risiko eingehen, wenn einer vor euch steht. Wir WERDEN sie gefangen nehmen, wenn sie sich eindeutig ergeben…“ sie hob theatralisch die Arme. Viele Soldaten hätten es schon als recht vielsagend betrachtet, dass Skadi meinte, die Bereitschaft Gefangene zu nehmen extra erwähnen zu müssen.

„Gefangene werden gründlich gefilzt – GEFILZT, nicht ausgeraubt, nicht geschlagen oder dergleichen. Sie werden streng bewacht, aber entsprechend der Vorschriften behandelt. Das Verhör übernehmen natürlich andere, das ist nicht unsere Sache. Aber wer versucht zu den eigenen Leuten abzuhauen – ob er schon kapituliert hat oder gerade aus seinem zerstörten Panzer klettert und sich nicht sofort und eindeutig ergibt – oder gar Anstalten macht, Widerstand zu leisten, den knallt ihr auf der Stelle nieder. Kein Anruf, kein Warnschuss – sofort draufhalten. Wir können bei denen kein Risiko eingehen – Täuschung und Verrat ist praktisch ihre Natur. Und noch was – von den Toten sind nach Möglichkeit Bilder zu machen, am besten vom Gesicht, Namensschild, so was in der Art.“
Einer von Dadifs Kameraden hatte gelacht: „Wenn WIR Dracs wären, könnten wir ja Köpfe sammeln.“
Skadi kicherte böse: „Bring Lupus bloß nicht auf dumme Gedanken.“

***

Dadif fragte sich, ob seine Kameraden nur so abgebrüht taten, oder es wirklich waren. Er fragte sich immer häufiger, ob er in der Lage sein würde, einen Mann oder eine Frau, die nur ,zu den eigenen Leuten abzuhauen‘ versuchte, warnungslos in den Rücken zu schießen. Er brauchte nur daran zu denken, und seine Handfeuerwaffe kam ihm drei- bis viermal so schwer vor, wie sie wirklich war. Er hoffte nur, dass so eine Situation nie eintrat… Hoffentlich hatte er so viel Glück, dass er nie vor dieser Wahl stehen musste.
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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24.04.2019 21:04 Forum: Kurzgeschichten


Strana Mechty, Wolf-Enklave, Wolfclan-Konklavehalle
22.02.3049


Ihre fast weiße Uniform saß wie angegossen, natürlich schätzte Tymon sie ab. Er trug seine Maske noch nicht, ebenso wie sie, aber wohl aus anderen Gründen, wie sie vermutete. Sie zumindest würde so lange wie sie konnte ihr natürliches Sichtfeld erhalten, begann jedoch jetzt schon zu zaudern. Sein Blick und sein selbstsicheres Grinsen machten ihr zu schaffen. Doch sie konnte ihm nicht diese Genugtung verschaffen, sie einzuschüchtern. Sie setzte die Maske auf - das Wolfsgesicht darauf zeigte keine Zähne, aber seine aufgestellten Ohren und wachen Augen sollten eine gewisse Intelligenz ausdrücken - und sprach betont einsilbig: "Gehen wir?"

Er knurrte kurz, vermutlich sollte das ein Lachen sein: "Ich habe nur auf dich gewartet." Ein kurzer Seitenblick bestätigte ihr, was sie schon wusste: er grinste weiterhin und war ihr immer noch frontal zugewandt. Diese Frechheiten würde sie ihm austreiben, dachte sie nur, während sie die Kiefer zusammenpresste.

In die Konklavehalle zu dürfen war ein seltenes Privileg für Unblut. Ohne Zweifel war ihr beider exklusives Generbe und die herausragende Stellung Garth Radicks im Clan dafür verantwortlich. Sie bewunderte den saKhan, er war ihr Vorbild. Gleich vor ihm zu stehen ließ sie vor Anspannung vibrieren. Sie marschierte los, ohne sich um Tymon zu kümmern. Anhand seiner schweren Schritte erkannte sie, dass er zu ihr aufschloss.

Sie verfiel wieder in Gedanken, etwas was sie in einer gleichwertigen Situation vermieden hätte, aber da es sie von Tymons Präsenz ablenkte, nahm sie es jetzt in Kauf.
Nicht nur der saKhan als Oberhaupt des Bluthauses Radick war also hier anwesend, auch ein Großteil der Blutnamensträger, der Lehrmeister des Clans und Ulric Kerensky selbst. Das sollte jedem Krieger Respekt einflößen. Sie wusste noch nicht, wie sie reagieren würde, immerhin war dies alles neu für sie. Ihrem Gegner schien das alles nichts auszumachen. Sie knurrte nur, als er zu ihr hinübersah und wieder höhnisch knurrend zu lachen schien. Falls Sie die Wahl der Waffen bekam, würde seine Taktik nicht ziehen, wenn sie in ihrem Mech saß. Endlich waren sie bei den großen Flügeltüren angelangt und zeigten den beiden Elementaren ihre Kodaxe. Beide waren typisch hochgewachsen und wahrscheinlich doppelt bis drei Mal so breit wie Sarissa. Da sie hier standen, waren sie vermutlich Elite.

Ihre Gürtel trugen Elektroschocker, Dolche, die Sarissa als Schwert genutzt hätte, kleine Funkausrüstung und Handschellen. Seltsamerweise war Sarissa von ihnen weniger beeindruckt, als von ihrem jetzt schweigsamen Gegner. Sie musste sich zusammenreißen und alles würde gut ausgehen. Schlimmster Fall: Scheitern, der Fall würde nicht eintreten.

Sie kannte seine Methoden, seine Art einen Mech zu steuern und wie er waffenlos kämpfte. Demgegenüber wusste sie, was sie konnte. Sie gönnte sich kein Lächeln darüber sondern atmete mehrere Male durch, denn beide Elementare schwangen jetzt die schweren Türen zur Halle auf. Tymon setzte jetzt seine Maske auf und fast zeitgleich marschierten sie los. Die Halle war dunkel bis auf einige Holos in den gefüllten Rängen und dem Feuer im Zentrum. Sarissas Mund war jetzt staubtrocken. So viele Blutnamensträger ihres Clans.

Es spielte keine Rolle, dass sie nicht nur für sie hier waren, sondern in den nächsten Tagen das Clan-Konklave noch mehrfach zusammenfinden würde. Kein Wunder, denn Operation Wiedergeburt war bereits angelaufen: die Invasion der Inneren Sphäre um Terra wieder ihren rechtmäßigen Eigentümern zu geben und den Sternenbund wiederauferstehen zu lassen. Sie spürte dieses historische Gewicht auf ihren Schultern, zusätzlich natürlich zu ihrem eigenen, kurzfristig viel wichtigeren Schicksal. Sie waren jetzt in der Mitte der Halle angelangt, wo sie saKhan Garth Radick erwartete. Sein rotbrauner Galaaufzug erinnerte an einen Wolf, naturgemäß, jedoch mit dem Rotanteil auch ein wenig an die Schläue des Fuchses. Seine Maske mit ihren entblößten Fangzähnen grinste sie an und verbarg den Stolz auf seinem Gesicht.
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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02.04.2019 19:32 Forum: Kurzgeschichten


Strana Mechty Wolf-Enklave, Unterkunftkomplex 2 Alpha

21.02.3049

Sarissas Finale

Viele Wochen Angst, Schmerzen, Stolz, Planung, Meditation und eine verwirrende Mischung aus all diesen Dingen lagen jetzt hinter ihr.
Sarissa, aus dem Bluthaus Radick, stand jetzt, an ihrem Kanistertag, der 23 Jahre zurücklag, kurz vor ihrem größten Triumph.
In nur zwei Tagen würde das Finale ihres Blutnamenturniers stattfinden. Sie haderte mit sich. Falls sie es nicht mit einem Sieg abschloss, würde es der Tag ihrer größten Schande werden? Wollte sie eine Niederlage überleben? Sie machte sich Vorwürfe, überhaupt daran zu denken, denn "ein Clankrieger verschwendet keinen Gedanken an sein mögliches Scheitern." so einer der üblichen Geschkosprüche. Ob das ihren damaligen Freunden geholfen hatte, die nicht einmal die Ausbildung zum Krieger überstanden hatten?

Entweder waren sie jetzt tot oder hatten sich in den anderen Kasten gut eingelebt. Und warum dachte sie jetzt an sie? Das half nicht. Sie wünschte ihre beiden Unterstützer wären jetzt bei ihr.
Hanna würde ihr gut zureden und Argumente für oder gegen ihre Ansichten liefern, während Oliver eher handfest Trost spendete. Er war kein Krieger der vielen Worte, aber sie kannten sich seit ihrer Geschko und vertrauten sich blind.
Beide Krieger hatten großen Anteil daran, dass sie bei diesen Tests so weit gekommen war. Sie waren unter anderem auch der Grund, warum sie nominiert worden war. Aber jetzt hatte sie Angst. Nicht vor dem Tod, nein, vor dem Scheitern. Sie kannte nur einen Krieger, der zwei Mal Teilnehmer beim Blutnamensturnier teilgenommen hatte und jetzt war er ein verbitterter alter Kerl, der bald Piraten jagen oder Geschkos hüten durfte. Soweit sollte es gar nicht erst kommen. Sarissa zog ihre Funktionskleidung an und ging zur Hindernisbahn um wieder klare Gedanken fassen, oder wegen Übermüdung gar nicht mehr denken zu können.
Nach zwei Stunden Höchstleistung schleppte sie sich in ihr Quartier und schlief wie sie war.

22.02.3049

Es erwachte eine Clankriegerin. Dreckig, stinkend, aber voller Kampfgeist. Da sie bis nach dem Test dienstfrei hatte, konnte sie sich ihre Zeit frei einteilen. Zuerst ging sie duschen, danach stand Mechzeit auf dem Programm, ihr Bluthund würde ihr wie eine zweite Haut vorkommen. Anschließend würde sie den unbewaffneten Zweikampf üben.
Einige Blessuren hatte sie noch von ihrer vorletzten Runde. Ihre schwerere Gegnerin war zu siegessicher gewesen und hatte ihre Ausdauer unterschätzt, nachdem sie Sarissa mit ihren Fäusten wie kleine Hammerschläge bearbeitet hatte. Letztlich war sie doch k.o. gegangen.

Verglichen mit einem Mechduell war ein tödlicher Ausgang im Faustkampf wahrscheinlicher, je nachdem wie verbissen der Gegner war. Er war ihr bis zum Beginn des Turniers unbekannt gewesen. Ein guter Krieger, dieser Tymon, zweifellos. Aber er würde SIE nicht überwinden. Nicht morgen.
Sein Mech war eine Nova. Falls sie auf einen leichteren Mech umsteigen musste, wäre das kein Problem, jedoch war der Bluthund ihr am vertrautesten. Aber auch mit einer Nova würde sie zurecht kommen.
Was wäre jedoch, wenn sie die Jägerin wäre? Ein unbewaffneter Faustkampf wäre persönlicher, ressourcenschonender. Das Verletzungsrisiko wäre jedoch höher, was sie allerdings nicht kümmerte. Schon manch ein MechKrieger hatte vor ihr schon im Staub gelegen, bei einer speziellen Angelegenheit auch schon außerhalb des Kreises der Gleichen. Sie hatte den deutlich schwereren Krieger einfach überlistet. Morgen wäre das jedoch keine Option.
Es durfte kein Zweifel an ihren Fähigkeiten aufkommen. Gnade hatte der fast gleich alte Tymon auch nur dann zu erwarten, wenn es ihr zu leicht fiel und kein Risiko bestand. Nova gegen Bluthund.. Die Nova konnte massive Energiebewaffnung tragen, die Primärvariante gab davon ein gutes Zeugnis ab. Dies und ihre Sprungdüsen waren mehr als knifflig für ihren Bluthund. Wo also kämpfen? Da, wo es freie Bewegung gab und ein offene Schussbahn. Im Nahbereich würde ihr Mech schnell unterlegen sein.
Was, wenn er sich für den Faustkampf entschied? Nun, sie würde ihm beweisen, warum sie so weit gekommen war. Hier gab es aus ihrer Sicht keine Notwendigkeit für Spezialitäten. Vielleicht direkt auf dem Trainingsgelände. Soweit war sie beruhigt. Für beide Arten würde sie bereit sein. Er war schwerer, etwas größer und stärker als sie; dafür war ihr Bluthund schwerer als sein Mech. Dies war jedoch kein Garant für einen Sieg, in keinem der beiden Fälle. Einige Holovids hatten sie von seinen Pilotenfähigkeiten überzeugen können. Er war mindestens so gut wie sie selbst. Zusammen mit seiner höheren Mobilität...
Schon wieder Zweifel. Sie schob sie beiseite. Seine Schießmuster waren unter Druck etwas fahrig und unsauber gewesen, und in einem engen Faustkampf hatte er erst von seinem Gegner abgelassen, als dieser schon fast tot war.
Wie Hanna vermutete, war er ein Hitzkopf. Vielleicht war das der Schlüssel zum Sieg? Das Glück und individuelles Können würde entscheiden, so oder so. Und sie würde es zu ihren Gunsten beeinflussen. Ihre Entschlossenheit führte sie wieder zum Mechhangar. Da war sie.
Ihre Maschine. Perfekt gewartet durch ihren Tech, Christopher, ein nativer Techkastler. Man sah ihm seinen Stolz bei der Arbeit an. Die nächsten zwei Stunden brachte sie sich und die Maschine ans Limit. Bis morgen musste jedoch nur wenig am Bluthund gearbeitet werden. Sie sprach kurz mit Christopher darüber und machte sich nach einer kurzen Dusche zu den Fitnessräumen auf. Vielleicht war Oliver ja verfügbar. Sie konnte heute nicht auf einhundert Prozent gehen, wenn sie morgen ihren Blutrechtstest hatte, aber einige Techniken wollte sie noch ausprobieren...

Der Schlaf wollte erst spät kommen und Sarissa erwachte viel zu früh. Heute war der Tag ihres Lebens! Ihre Uniform war angemessen, ihr haselnussfarbenes, glattes Haar in Schulterlänge flocht sie in einen schnellen Zopf, der Rest mochte eben herumflattern. Ein letztes Mal sah sie sich im Spiegel an. Sie hatte keine Narben im Gesicht, ihre hellbraunen Augen, die sonst eine Vielzahl von Emotionen ausdrücken konnten, waren leer, befreit. Die kleine Nase war etwas schief, ein Überbleibsel eines Bruches, die Lippen voll und ausdrucksstark, jetzt jedoch fast ein Strich.
Sie atmete aus, und tief ein. Und wieder aus. Die junge Kriegerin nickte sich einmal zu und marschierte zum wartenden Fahrzeug, was sie zum großen Konklavegebäude des Clans und damit zum Eidmeister und ihrem Gegner bringen würde.

'Bei Kerensky!' Ihre Münze! Ihr Zeichen für die Teilnahme an diesem Blutrecht, ihr Talisman bis zum finalen Kampf, ihr entscheidendes Artefakt um zu bestimmen, ob sie Jägerin oder Gejagte sein würde! Sie kehrte eilig in ihre Unterkunft zurück. Da, im Spind! Alle Spinde hatten eine extra dafür vorgesehene Einbuchtung im kleinen verschliebaren Extrafach. Kerensky sei Dank. Schnell zurück zum Transporter. Sie schüttelte missmutig den Kopf. So sollte ihr Tag nicht beginnen. Hatte man jemals von einem Blutrechtsfinalisten gehört, der seine Münze vergaß? Nein, sie alle waren perfekt, ideale Clankrieger.

Sie atmete konzentriert und tief, um sich zu beruhigen. Dies war ihr Tag. Sie kamen zügig an dem riesigen Gebäude an. Alles an ihm drückte die natürliche Vorherrschaft Clan Wolfs über alle anderen Clans aus. Wie es von Nicholas Kerensky bestimmt war.
Sarissa musste sich zwingen zu atmen.
Einige Ehrenwachen standen bereit, ebenso ihr Gegner. Er wartete am Eingang auf sie. 'Stravag', dachte sie. Das konnte man als Herablassung ihr gegenüber sehen. Richtigerweise grinste er sein Wolfsgrinsen, als sie die Stufen zu ihm erstieg. Sie versuchte, ihn zu ignorieren. Er bot einen imposanten Anblick in seiner dunkelgrauen Wolfsuniform. Aber heute war er ihr Gegner, den es zu besiegen galt.
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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29.03.2019 19:56 Forum: Kurzgeschichten


Also, unsere Charaktere stehen, die Zeit ebenso.
Wir haben als MM-Noobs leider keine Option gefunden uns in MM zu treffen. Gibt es jemanden, der uns ggf. am Sonnabend abend hosten könnte? Steve Restless' Server war leider auch kaputt.

Oder hat jemand eine narrensichere Anleitung zum hosten? Das wäre prima. smile

Viele Grüße
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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19.03.2019 21:28 Forum: Kurzgeschichten


Also hier passiert wohl sonst nichts mehr. Dann lass uns mal beraten, Wotan. Finale, du gegen mich. Müssen nur ausbaldowern wie wir es machen. Check your PM.
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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15.03.2019 23:09 Forum: Kurzgeschichten


Wotan! Mein Guter.

Super. Dann haben wir mindestens das Finale schon fertig. smile

Ich warte gern noch ein paar Tage.
Du kannst gern schon deinen Charakter überlegen, gern per PN, oder auch offen. Wie gesagt, ein Elementar ist möglich, dann wird es eine oder mehrere Würfelrunden geben. Falls wir das Match nicht per MM hinbekommen, ginge es natürlich auch so. Entscheidend ist eigentlich nur, dass wir Anhaltspunkte über den Matchverlauf bekommen und dies abstimmen.

Und natürlich geht es um ewigen Ruhm (tm)* großes Grinsen
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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Foren-RPG-Turnier 14.03.2019 10:58 Forum: BattleTech Computerspiele


Ich poste dies mit Ace' Erlaubnis auch hier, Antworten bitte im Kurzgeschichten-Forum. Danke. smile


'Es war seine letzte Chance gewesen. Und nun blutete Sterncommander Jaymes in den stickigen, qualmenden Resten seines Cockpits aus. Mit seinem Blut verflog auch die Hoffnung auf seinen Blutnamen. Langsam wurde es dunkel. Er empfand keine Schmerzen. Jetzt hustete der Krieger rasselnd, zum letzten Mal. Hoffentlich war sein Gegner ein würdiger Träger des Blutnamens Jorgensson.'

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Blutnamensturnier



Hallo, Einwohner des Forums. Dank Ace habe ich mich an früher erinnert und würde gern ein kleines RPG-Turnier abhalten. Vorgeschichte: es gab auf classicbattletech.com ein RPG Spiel im großen Rahmen, das Fan Grand Council, in dem fast alle Fraktionen von Spielern übernommen und gespielt wurden. Hauptsächlich per Excellisten und Text (wie die Chevaliers) und dazu per MegaMek. Es gab ein Regelwerk und GMs. I

Im sehr Kleinen würde ich das gern probieren, erst einmal einmalig, bei Interesse vielleicht sogar nochmals. Es ist nicht der Sinn, unbedingt zu gewinnen, sondern die Kämpfe spannend zu beschreiben und vielleicht sogar die Verlierer auszugestalten, denn das kommt mir bei den Clans immer zu kurz. Ihr müsst keine Clanfans sein, sogar MegaMek ist optional, das Zufallselement wäre aber mindestens ein Würfelwurf um das Chaos des Kampfes darzustellen.

Beispiel 1, Finale: Mechkrieger A vs MK B: beide spielen auf MM (oder analog, im Forum nachvollziehbar), anhand der Züge schreiben sie eine kurze Geschichte, aus Ihrer Sicht. Wichtiger ist jedoch die menschliche Komponente: haben sie Angst, der Druck, das Scheitern, das Siegen.



Beispiel 2, ebenfalls im Finale: nur einer will es ausspielen, der andere hat keine Zeit/keine Lust: sucht sich einen Vertreter dafür: diese beiden spielen es aus, daraus aus dem Logbuch, entstehen die Geschichten.



Das Turnier wäre logischerweise vorwiegend für Mechkrieger und Wahrgeborene, Freigeburten schließe ich für diesmal aus. Elementare sollten vorher abgesprochen werden, die haben in MM keine gute Option, hier wäre nur per Würfelwurf zu kämpfen. Im Nahkampf erhalten sie +2, im Mechkampf -2. Das Gewürfel kann auch über eine festgelegte Zahl an Runden gehen.

Zum Anfang benötigen wir einen Eidmeister, der für beide Teilnehmer würfelt. Im Zweifel mache ich das. Der Gewinner (der Jäger) bestimmt die Waffen, der Verlierer (der Gejagte) den Ort. Dann einigt ihr euch auf einen Termin, falls ihr MM spielen wollt. Die Logdatei wird im Forum gepostet)

Die Wahl der Mechs sollte per Zufall von derselben Tabelle erfolgen, es sei denn, ihr könnt euch einigen. Bei Uneinigkeit gilt der Sieg im Würfelwurf. Gleiche Gewichtsklasse.

Würfeln kann man auf MM oder per Würfelsim auf dieser Seite. Diese sind zu speichern und im Forum zu posten.
Am besten immer live mit einem Eidmeister. Ansonsten müsst ihr euch einigen. Ist eine Einigung nicht erfolgreich, scheitern beide Krieger, entweder per Tod oder schwerster Verletzung.
Dies alles ist im Grunde erstmal nur dazu gedacht einen Rahmen für ein paar kurze Geschichten zu liefern und alle Interssierte zu unterhalten. Der Gewinner des Blutnamens erhält ewigen Ruhm.* Alle Beteiligten können sich hoffentlich an ihren Geschichten erfreuen.

Als Blutnamen lege ich einfach mal Radick von Clan Wolf fest.

Fragen, Sorgen, Widerspruchstests könnt ihr im Faden des Kurzgeschichtenforums schreiben. Ich würde dort die Teilnehmer aufnehmen und organisieren.
Thema: Foren-RPG-Turnier
Marlin

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Foren-RPG-Turnier 12.03.2019 10:15 Forum: Kurzgeschichten


Als erstes: ich bin nicht sicher, wo es hingehört. Es hat RPG-KG und MM-Elemente. Das MM wohl als geringstes. Im Zweifel bitte verschieben. Danke.

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'Es war seine letzte Chance gewesen. Und nun blutete Sterncommander Jaymes in den stickigen, qualmenden Resten seines Cockpits aus. Mit seinem Blut verflog auch die Hoffnung auf seinen Blutnamen. Langsam wurde es dunkel. Er empfand keine Schmerzen. Jetzt hustete der Krieger rasselnd, zum letzten Mal. Hoffentlich war sein Gegner ein würdiger Träger des Blutnamens Jorgensson.'

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Blutnamensturnier



Hallo, Einwohner des Forums. Dank Ace habe ich mich an früher erinnert und würde gern ein kleines RPG-Turnier abhalten. Vorgeschichte: es gab auf classicbattletech.com ein RPG Spiel im großen Rahmen, das Fan Grand Council, in dem fast alle Fraktionen von Spielern übernommen und gespielt wurden. Hauptsächlich per Excellisten und Text (wie die Chevaliers) und dazu per MegaMek. Es gab ein Regelwerk und GMs. I

Im sehr Kleinen würde ich das gern probieren, erst einmal einmalig, bei Interesse vielleicht sogar nochmals. Es ist nicht der Sinn, unbedingt zu gewinnen, sondern die Kämpfe spannend zu beschreiben und vielleicht sogar die Verlierer auszugestalten, denn das kommt mir bei den Clans immer zu kurz. Ihr müsst keine Clanfans sein, sogar MegaMek ist optional, das Zufallselement wäre aber mindestens ein Würfelwurf um das Chaos des Kampfes darzustellen.

  • Beispiel 1, Finale: Mechkrieger A vs MK B: beide spielen auf MM (oder analog, im Forum nachvollziehbar), anhand der Züge schreiben sie eine kurze Geschichte, aus Ihrer Sicht. Wichtiger ist jedoch die menschliche Komponente: haben sie Angst, der Druck, das Scheitern, das Siegen.


  • Beispiel 2, ebenfalls im Finale: nur einer will es ausspielen, der andere hat keine Zeit/keine Lust: sucht sich einen Vertreter dafür: diese beiden spielen es aus, daraus aus dem Logbuch, entstehen die Geschichten.


Das Turnier wäre logischerweise vorwiegend für Mechkrieger und Wahrgeborene, Freigeburten schließe ich für diesmal aus. Elementare sollten vorher abgesprochen werden, die haben in MM keine gute Option, hier wäre nur per Würfelwurf zu kämpfen. Im Nahkampf erhalten sie +2, im Mechkampf -2. Das Gewürfel kann auch über eine festgelegte Zahl an Runden gehen.

Zum Anfang benötigen wir einen Eidmeister, der für beide Teilnehmer würfelt. Im Zweifel mache ich das. Der Gewinner (der Jäger) bestimmt die Waffen, der Verlierer (der Gejagte) den Ort. Dann einigt ihr euch auf einen Termin, falls ihr MM spielen wollt. Die Logdatei wird im Forum gepostet)

Die Wahl der Mechs sollte per Zufall von derselben Tabelle erfolgen, es sei denn, ihr könnt euch einigen. Bei Uneinigkeit gilt der Sieg im Würfelwurf. Gleiche Gewichtsklasse.

Würfeln kann man auf MM oder per Würfelsim auf dieser Seite. Diese sind zu speichern und im Forum zu posten.
Am besten immer live mit einem Eidmeister. Ansonsten müsst ihr euch einigen. Ist eine Einigung nicht erfolgreich, scheitern beide Krieger, entweder per Tod oder schwerster Verletzung.
Dies alles ist im Grunde erstmal nur dazu gedacht einen Rahmen für ein paar kurze Geschichten zu liefern und alle Interssierte zu unterhalten. Der Gewinner des Blutnamens erhält ewigen Ruhm.* Alle Beteiligten können sich hoffentlich an ihren Geschichten erfreuen.

Als Blutnamen lege ich Radick von Clan Wolf fest.

Fragen, Sorgen, Widerspruchstests könnt ihr hier schreiben. Ich würde hier die Teilnehmer aufnehmen und organisieren.
Ich freue mich über jede Beteiligung.



*ewig im Sinne des Internets: ca. 0,2 bis 1,0 Standardjahre.
Thema: Chevaliers Season V
Marlin

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10.03.2019 19:12 Forum: Kurzgeschichten


(Ergänzungen durch Cattaneo)

Training

Kellerebene in der Geheimunterkunft


Beasts harte Stimme hallte durch den Übungsraum, gefolgt von Schlaggeräuschen. In einer Ecke hingen Sandsäcke verschiedener Größe und es stand sogar ein Makiwara bereit, der Großteil des Kellerraumes war mit Tatami ausgelegt. "Härter!".
Die junge Frau mit Decknamen Kitsune schlug wieder zwei Mal in die Pratzen, die er ihr hinhielt. Er veränderte die Stellung, sie schlug zwei Haken hinein, so fest sie konnte. Ihr Atem ging schwer, seit einer Dreiviertelstunde war sie jetzt bereits hier unter seiner Anleitung und übte grundlegende Schläge und Tritte Er nahm die Pratzen herunter, veränderte wieder seine Fußstellung und bellte: "Tritt rechts!". Ihren Tritt gegen seinen Oberschenkel fing er im Thai-Stil mit seinem Bein auf, das er dabei einfach anhob. Wieder ein Ruf: "Uppercut!".

Er hielt die Pratzen entsprechend. Die beiden Aufwärtshaken waren für ihre Begriffe stark, seine Reaktion war nicht vorhanden. Er hetzte sie immer weiter, ließ sie Gegenangriffen ausweichen und weitere Tritte und Schläge ausführen, bis sie nur noch nach Luft schnappte. Mit dem Wort: "Pause", ließ er von ihr ab. Kitsune war sich bewußt, dass sie im Nahkampf deutlich benachteiligt war.

Aber laut Zwerg, mit dem sie sich gut verstand, war Training mit Beast das Beste, was einem passieren konnte, wenn man seinen Trainingsstand zu verbessern hatte. Eigentlich war es egal, was man mit ihm trainierte. Kitsune würde Zwerg nicht widersprechen, aber Beasts Art war ihr rätselhaft und störte sie. Dazu kam, dass es einige Punkte gab, bei denen sie unterschiedlicher Ansichten waren. Seine tierliebe Ader war einer dieser Punkte. Kitsune war gewiss keine Sadistin, aber sie betrachtete Tiere in erster Linie als Werkzeuge – das musste sie auch, angesichts ihrer Aufgabe. Sie machte aus ihnen Waffen, oder Werkzeuge um „Waffen“ herzustellen. Doch Werkzeuge und Waffen zerbrachen mitunter oder mussten geopfert werden – etwas, das Beast nicht so leicht fiel, wie man angesichts seiner langen Einsatzerfahrung vermutet hätte.

Natürlich wusste sie von seiner Besonderheit, nur konnte sie es auf der persönlichen Ebene nicht sehr gut ausblenden. Sie hielt ihm zugute, dass er sich nie negativ über ihre Aufgaben geäußert hatte. Es sprach für seine Professionalität. Nachdem sie viel und tief geatmet und ein wenig Wasser getrunken hatte, rief Beast sie wieder zu sich. Er war in der Rolle eines Sportlehrers auf diese Welt gekommen und hatte daher einiges an entsprechender Ausrüstung dabei, genau wie das Übungsmesser, das er ihr jetzt reichte. Sie hatte noch nie zuvor als Einsatzagentin undercover gearbeitet, und obwohl man sie sorgfältig vorbereitet hatte, machte sie dieser Teil der Arbeit noch immer nervös.

"Nach dieser Einheit machen wir für zwei Stunden Pause, später Sparring." Sie verkniff sich ein Lächeln, es würde etwas zu Essen geben und Beast würde sich eine Sendung ansehen, "Kyungs Küchenjagd", in der ein Koch von vermutlich koreanischer Abstammung Sulafats Flora und Fauna vor der Kamera kommentierte, sie einfing oder sammelte und entsprechend zubereitete. Je nachdem.

Er bereitete nicht alles zu. Einige Folgen bestanden schon aus panischer Flucht vor besonders fiesen Sulafater Einwohnern, einmal auch vor einer Pflanze, die sowohl giftig als auch hochallergen war. Unnötig zu sagen, dass die meisten Episoden nur am Rande des Dschungels spielten, beziehungsweise an der Küste. Es war eine sehr beliebte Sendung auf Sulafat, einerseits für arme Leute, um mehr billige Nahrungsquellen zu erschließen – die sie freilich nur auf einer der kommunalen Bildschirme verfolgen konnten, über die auch die Nachrichten unters Volk gebracht wurden – und andererseits für Wohlhabendere, weil es äußerst unterhaltsam war. Manche dieser Gerichte schafften es bis in die wenigen teureren Küchen der Städte. Kyung-sans Kochkunst war gehobenes Niveau und seine Sprüche humorvoll und manchmal todesverachtend. Kitsune hatte auch schon mehrere Folgen gesehen und fand sie faszinierend.

Trotzdem fand sie den Gedanken daran, dass ein Kommandosoldat wie Beast eine Kochsendung verfolgte irgendwie... komisch. Beast rief sie in die Gegenwart zurück: "Greife mich mit dem Messer an um mich kampfunfähig zu machen. Versuche das so schnell wie möglich, ich versuche, zu überleben. Ich werde Treffer ansagen." Sie nickte zur Bestätigung und beide gingen in Kampfhaltung. Ihre ersten Versuche waren eher zaghaft, so dass Beast sie immer wieder ermuntern musste. Er blieb so lange außerhalb ihrer Reichweite, bis er plötzlich zupackte und andeutungsweise entwaffnete. Wie immer sah sie keinerlei Reaktionen auf seinem Gesicht, außer seiner Konzentration. Spott hätte ihm bisher ruhig zustehen können. Nach dem sechsten ernsthaft ausgeführten und misslungenen Versuch rief er Zwerg nach unten.

Andere hielten oben Wache um die Bewohner des Hauses vor unangenehmen Überraschungen zu bewahren. Beast stellte sachlich fest: "Du brauchst mehr Motivation. Zwerg," rief er dem eintretenden Kommando zu: "Kitsune benötigt zumindest verbale Aufmunterung, kannst du das übernehmen?" Der gedrungene Mann nickte verstehend und machte sich übergangslos ans Werk: "Kitsune-san, stell dir vor, der Typ ist einer der Söldner, dein Team ist tot oder verletzt und das ist deine Chance zu entkommen! Aufstellung, Konzentration. Sobald er die Chance hat, wird er dich ausschalten, also stich ihn ab! Los!" Es half etwas. Kitsunes Bewegungen gingen jetzt entschlossener, ihre Stellung war tiefer, sie versuchte, ihr Training übernehmen zu lassen. Da! "Schnitt, Unterarm, Hand." rief Beast aus, als er sie wieder entwaffnete. Ein Treffer, aber nicht genug.

Zwerg höhnte: "Das war gar nichts, Kitti!", spottete er.
"Ein Söldnerelementar tötet dich mit einem Schlag, versuch ihn zu stechen, so ein Gekitzel merkt er gar nicht!" Langsam wurde sie wütend, nicht so sehr auf Zwerg, sondern eher auf sich und Beast. Wieso konnte sie nicht an ihn herankommen? Wieder griff sie an. Beast war zu schnell, fixierte ihr Handgelenk mit seiner rechten Hand, glitt wie eine Schlange hinter sie und strich mit zwei Fingern seiner Linken über ihre Kehle, eine Andeutung, dass er sie ausgeschaltet hätte. Er raunte ihr zu, während Zwerg sie weiter anfeuerte: "Konzentration, setze alles auf einen Angriff! Atme ruhig!" lauter rief er in die Runde: "Schnitt, Hand." Kitsune versuchte, tiefer und ruhiger zu atmen. Kampf war nicht ihre Spezialität, im Gegensatz zu den beiden Soldaten, aber sie hatte selbstverständlich ebenfalls eine gute Ausbildung zur Selbstverteidigung genossen.

Gegen Beast schien das alles jedoch nichts zu nützen. "Nochmal!", bellte Beast. Zwerg war bereits verstummt. Nach ihrer zutreffenden Einschätzung war Beast ihr in allem überlegen: Kraft, Reichweite, Schnelligkeit. Sie musste also an den Rand seiner Reichweite und dann unvorhergesehen agieren, und vor allem ihm keine Initiative überlassen. Bisher war sie sehr konservativ vorgegangen. Das würde sich jetzt ändern. Sie variierte jetzt nicht nur seitwärts, sondern auch nach oben.

Solange Beast nicht zu dicht stand, um sie sofort zu packen, würde er verletzt werden. Sie suchte mehr Abstand, ihr Atem ging gleichmäßig, der Blick war auf Beasts Oberkörper gerichtet und nahm seine Bewegungen wahr. Er rückte ihr nach. Wieder. Und wieder. Jetzt! Sie sprang nach vorn gerade als er ihr wieder nachrückte, seine Abwehr kam zu spät, seine Hand und sein Unterarm würde zerschnitten worden sein, aber es war noch nicht vorbei. Während er jetzt schräg nach hinten auszuweichen versuchte, war sie bereits in der Abrollbewegung und riss die Messerhand hoch zwischen seine Beine. Der Kontakt war jeweils kurz aber nicht vorsichtig.

Beast rollte nach hinten ab und sackte in die Knie. "Treffer Hand, Unterarm," Kitsune setzte nach und fuhr ihm quer über den Hals. "Schnitte in beiden Oberschenkeln, Tod.", setzte er fort. "Gut gemacht. Die Beine wären vermutlich ausreichend gewesen, ohne sofortige ärztliche Intervention." Zwerg mischte sich ein: "Bedenke jedoch, dass du nur EINE Chance bekommst." Er milderte die Mahnung ab: "Solange wir dabei sind, wird dich aber niemand so unvorbereitet erwischen." Der fast viereckig wirkende Mann grinste wieder. Gegen ihn würde sie auch noch üben müssen. Sie fragte sich, ob das einfacher oder schwerer werden würde. Beast stand wieder in Bereitschaft. "Nochmal." Kitsune zog schnell Luft ein. Das würde noch ein anstrengender Tag werden.

Nach der Pause befanden sie sich wieder im Übungskeller. Beast hatte ein Muskelshirt und eine recht enganliegene kurze Hose der gleichen rötlichen Farbe an. Weniger als vorhin. Er roch praktisch nach nichts. Jedenfalls nichts, was sie wahrnehmen konnte. Hatte er in der Zwischenzeit geduscht? Es war nicht ausgeschlossen, aber ihr war nichts aufgefallen. Sie hatte sich erfrischt, etwas gegessen und sich ausgeruht und war bereit. Jetzt also Sparring, sie mit Kopfschutz und kleinen Handschuhen, mit denen sie greifen konnte, er ohne Schutz und relativ großen Handschuhen. Sie wusste, er würde sich zurückhalten. Allerdings zögerte sie doch etwas, als er ihr bedeutete, den Kopfschutz abzulegen.

Seine Muskeln waren nicht so dick wie bei Bodybuildern, dafür aber wie Schiffstaue, und vermutlich ähnlich stark. Einen Vorgeschmack hatte sie schon vorhin bekommen, als er sie mit Leichtigkeit entwaffnet hatte. Vielleicht bekam er sie ja nicht so schnell zu packen, so dass sie sich eher auf seine Schläge und Tritte konzentrieren konnte. Klar war, dass sie mehr Training brauchte.
Zwar würde sie nicht aktiv Kämpfe suchen, aber die Geschichte bewies, dass selbst Sanitäter nicht sicher waren, sie selbst als Kampfunterstützer erst Recht nicht. Sie hatte bei früheren Einsätzen mehr als einmal eine gefährliche Situation erlebt. Selbst in einer kontrollierten Umgebung konnten die Dinge aus dem Ruder laufen. Schaden konnte es ohnehin nicht, sich mit den Besten ihrer Einheit fitzuhalten. Beast stand bereits in Bereitschaft. "Du wirst versuchen, mich so schnell und effektiv auszuschalten, wie du kannst. Ich werde meine Gegenwehr nach jedem Angriff steigern, bis wir realitätsnah sind. Beginn." Sie stand jetzt bereit, und suchte nach Schwachpunkten in seiner Deckung. Da er sich noch nicht bewegte, war es leicht, ihn nach einem Seitschritt von hinten zu packen und seinen Hals zu würgen. Sofort nachdem sie ihren Würgegriff fixiert hatte, klopfte er ab. "Gut, weiter so."

Sie versuchte es erneut, musste nun aber schneller an ihn herantreten, weil er seine Stellung mitveränderte. Es gelang ihr trotzdem. So eskalierte langsam ihre Übung soweit, dass sie erst nach einigen Finten dicht an ihn herankam und erst nach Treffern gegen verschiedene Körperteile zu ihrem Würgegriff kam. Angriffe gegen sein Genital kamen schon lange nicht mehr durch und auch sein Gesicht und Hals war zu gut gedeckt. Ihr Atem ging jetzt wieder stoßweise, aber immerhin sah man auch Beast etwas Anstrengung an. Am Ende hatte sie einen Erfolg, nämlich hatte sie ihn zu Fall gebracht und ihn kampfunfähig gemacht. Realistisch war es natürlich trotzdem nicht, da er immer noch keine Angriffe auf sie durchführte.

Wie er ihr erklärte, war die Übung nur dafür gedacht gewesen, die entscheidenden Griffe zu üben. Sie würde gegen andere des Teams im Zweikampf weitermachen. Dann würde sie sich durch echte Gegenwehr arbeiten müssen. Seltsamerweise freute sie sich jetzt darauf, Beast war offenbar ein guter Lehrer.
Thema: Chevaliers Season V
Marlin

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13.02.2019 21:51 Forum: Kurzgeschichten


(Ergänzungen von Cattaneo)


Sulafat, Küstenslums, 4. Juni 3067


Kanta atmete ruhig und tief. Alles war ruhig, sehr selten, sogar jetzt, Zwei Uhr morgens. Dies galt es also zu nutzen. Kanta war mit seinen 24 Jahren kein sentimentaler Narr - niemand der ihn kannte würde das behaupten - aber er wusste, dass auch die geringste Möglichkeit zur Entspannung genutzt werden musste. Es war eine herrliche Nacht, kaum Wind, nur ein Mond leuchtete. Es waren noch einige Wochen, bis wieder Sturm- und Flutzeit war. Sulafat war heute ein Idyll, jedoch nur jetzt und hier.
In seinem Leben hatte Kanta viel durchgemacht. Vom Perlentaucher wurde er zum Vorarbeiter in der nächsten Stadt und von dort in die Hauptstadt gespült. Gelegenheitsjobs in vielen Bereichen, legal, halblegal und illegal ließen ihn bis zu einem Anführer von neun ergebenen jungen Leuten aufsteigen. Sie waren flink, berechnend, geschickt und bei der richtigen Motivation auch brutal bis tödlich.

Die Polizeikräfte und die Gesetze waren gnadenlos, was wiederum Gesetzesbrecher eher Spuren verwischen ließ, um davonzukommen, als Zeugen zu hinterlassen. Kantas Gruppe wiederum war in die örtliche Yakuza-Gruppe eingebunden, wenn auch nicht so fest wie echte Yaks. Was ebenfalls nicht ganz ungefährlich war, denn die Gerüchte wollten nicht verstummen, dass mehr als einer der lokalen Oyabun insgeheim ein Abkommen mit den Besatzern hatte – und gelegentlich nicht darüber erhaben war, ,halb-assoziierte‘ Mitarbeiter auszuliefern.

Doch er war ein unabhängiger Geist, auch wenn er es nicht so ausdrücken würde. Sein Leben konnte jeden Tag enden, also versuchte er das Beste für sich herauszuholen. Meist war ihm das geglückt. Er war noch nie von den örtlichen Schnüfflern geschnappt worden, das war mindestens ein Grund für seine körperliche Gesundheit, genau wie sein Geschick mit dem Messer. Ab und zu gab es Schnittwunden, aber nie bleibende Schäden. Anders bei seinen Gegnern.

Sein Vorgänger als Anführer seiner Jugendgang war da ein einprägsames Beispiel. Er hätte ohnehin nicht lange überlebt, da er nicht mit den Yaks schwimmen wollte, also war Kanta irgendwann mit stichhaltigeren Argumenten an die Diskussion um den Vorsitz der Gruppe gegangen. Und Jacky war trotz seiner Dummheit ein zäher Brocken gewesen. Trotz eines Stiches in den Rücken auf Lungenhöhe hatte er Kanta noch einen kurzen Kampf geliefert, während das Messer noch in seinem Rücken steckte. Zum Glück hatte Kanta immer sein "Austern"messer dabei und so endete die blutige Angelegenheit nur mit ein paar blutenden Wunden und einem toten Jacky. Das angenehme an den strandseitigen Slumvierteln war, dass für solche Probleme immer das Meer eine Lösung bereitstellte. Die Sturmfluten und Überschwemmungen rissen immer wieder Menschen ins Meer, und auch Bretterbuden. Also das war fast immer das geringste Problem.

Kantas Gedanken wanderten jetzt zur letzten Nacht. Er hatte gesoffen, ein wenig 'Wohlgefühl' geschnieft, eins der verschiedenen natürlichen Rauschgifte auf Sulafat, und sich mit seinen zwei Lieblingsdamen vergnügt. Nur dumm, dass die am Ende dieser Nacht wirklich Geld sehen wollten. Fairerweise musste er zugeben, dass er ihnen das wirklich schon oft versprochen hatte. Auf seine Art sah sich Kanta als Ehrenmann und nach dem peinlich-lauten Rauswurf war er stocknüchtern und entschlossen, seine Liebesschulden zu begleichen.
Dafür hatte ein Fremdweltler sich angeboten, zumindest hatte ihm das gestern sein "Onkel", einer seiner langjährigen Kontakte zugesagt. Natürlich war er auch seinem "Ojisan" finanziell verpflichtet, und es wäre doch günstig, ihn nicht zum Feind zu haben. Also hatte er sich bereit erklärt, diesen Gaijin anzuhören. Es ging wohl um eine größere Sache. Zumindest war das "Ojisans" Worten zu entnehmen.

Solange das Geld, bzw. Der Ertrag stimmte, war Kanta bereit für Einiges. Was nicht Thema für ihn war: Schmuggel mit Perlen; vor kurzem hatten die Schnüffler richtig aufgedreht, so dass viele aus seiner Umgebung sich auf die Odaga-Seite begeben hatten, um die Sache von Seetang überwachsen zu lassen; oder Angriffe auf die Sicherheitskräfte. Nur Idioten riskierten ihr Leben für sowas sinnloses, und Kanta war kein Idiot. Shimatzes und Odagas waren die Herren und keiner hatte eine Chance gegen sie.

Hier unten gab es Nischen von Freiheit in einer rigiden Gesellschaft, die er nicht aufgeben würde durch unabsehbare Risiken gegenüber lachhaftem Ertrag. Kanta war auch Geschäftsmann. Aus seinem Halbschlaf erwacht, machte er sich auf den Weg. Zwei Stunden waren wie im Flug vergangen, ein Nebeneffekt vom "Wohlgefühl".

Er ging jetzt über den kleinen Markt in Küstennähe wo täglich vorwiegend Nahrungsmittel angeboten wurden. Viele kannten ihn dort und er bekam einiges für lau. Einige von ihnen hatten unter der Hand auch einige Drogen auf Lager. In seiner Gruppe war er auch der Versorger für "Wohlgefühl", das auch viele andere Namen hatte, und seine Jungs, seine "jüngeren Brüder" brauchten regelmäßig Nachschub. Mädchen hatten immer nur Ärger gebracht, also verkaufte er sie lieber gleich, wenn der Zufall ihm ein neues in die Hände spielte. Waisen gab es regelmäßig, hier war das Meer immer wieder großzügig, und nahm häufiger Eltern mit. Und es gab einige Anwärter auf den Straßen, schon mit jungen Jahren, die manchmal nützlich sein konnten.

Kanta war auch so etwas wie ein Arbeitgeber. Gern hätte er mal einige der teureren Rauschgifte probiert, aber er hatte nie genug Geld dafür gehabt. Wer weiß, vielleicht änderte sich ja die Lage mit dem neuen Auftrag. "Guten Morgen, Kanta-kun, wie läuft es heute?", fragte ihn die ältere Dame hinter ihrem kleinen Stand. Verschiedene Meeresfrüchte und Fische lagen in der Auslage. Ihr Zelt in ihrem Rücken war dunkel, abgeschirmt und geräumiger, sie verkaufte auch Medizin.

Kanta mochte diese Anrede nicht, aber 'Großmütterchen' war nicht irgendwer. Im Gegensatz zu anderen wusste Kanta, das man sich nicht mit ihr anlegte. Außerdem war sie eine zuverlässige Quelle für "Wohlgefühl". Nur ein Narr würde diese Quellen gefährden. Kanta war kein Narr. Also verneigte er sich und grüßte freundlich. Sie wusste von einem Großteil seiner Geschichte, aber trat immer so auf, als wäre er ein normaler junger Mann.

Er selbst gestattete sich keine Vertraulichkeiten und blieb höflich und zurückhaltend. Sie plapperte munter weiter, während sie geschäftig ihren Stand weiter aufbaute. "Ein herrlicher Morgen, nicht wahr? Die Stürme und das Wasser ist noch etwas hin, solange laufen die Geschäfte. Was ist mit dir? Du möchtest doch sicher etwas vom Großmütterchen kaufen? Was soll es sein? Wenn du Hunger hast, empfehle ich den Orangenfisch, aber Antonio-sans Krabbensalat ist heute sehr gut, kann ich nur empfehlen." Kanta hatte zwar Hunger, lehnte jedoch dankend ab. Essen würde er heute Abend, mit Glück würde ihm der Auftrag Geld für etwas Bakunawa-Aal verschaffen, das war gutes Essen, nichts für die Ärmsten auf Sulafat, wie beides, das sie anpries.

"Ich verstehe," fuhr sie ungerührt fort: "nichts zu essen, aber deine Burschen vielleicht? Ich mache ein gutes Angebot für die Orangen? Auch nicht? Na gut, dann wirst du etwas Arznei wollen, geh ruhig ins Zelt." Er verneigte sich und folgte ihrer Einladung. So subtil diese auch immer ausgesprochen wurde, niemand wagte sich ohne Einladung ins Zelt. Das dunkle, nicht kleine aber auch nicht übertriebene Zelt war schon lange der Apothekenraum des Marktes. Es hatte schon Versuche von anderen Anbietern gegeben, aber jedenfalls in diesem Viertel blieb es bei der einen Anbieterin.

Nachdem sich Kantas Augen an das Dunkel gewöhnten, sah er auch den "Apotheker", einen von mehreren Angehörigen der alten Frau. Kanta durfte getrost davon ausgehen, dass der kräftige Herr nicht viel älter als er selbst, jedoch besser genährt, bewaffnet und trainiert war. Er würde es nie auf einen Test ankommen lassen, denn selbst wenn er einmal so verzweifelt gewesen wäre, "Großmütterchen" auszurauben, würde er im besten Falle nie mehr an seine Drogen gelangen, wahrscheinlicher wäre jedoch ein schneller Tod. Ohne Drogen würde dies jedoch auch früher oder später geschehen, wenn er seine Bande weder versorgen, noch kontrollieren konnte.

Der Mann knurrte ihn nur an und wartete auf Kantas Bestellung. Anschließend fingerte er in seinen Taschen und im Dunkeln des Zeltes herum um das Gewünschte zutage zu befördern. Dummerweise hatte Kanta nicht genug Geld, so dass er knurrend das "Großmütterchen" anfordern musste. Hier drin sah sie nicht mehr so gebeugt und großmütterlich aus, auch ihre Sprache hatte sich gewandelt. "Wieder kein Geld, Kanta? Das ist zu häufig, Kanta. Es ist schlecht, dass du nicht mit Geld umgehen kannst, Kanta. Diesmal ist sind deine Daumen dran, Kanta!"

Bei jedem ihrer Sätze wand sich Kanta wie ein Wurm. Angstschweiß stand auf seiner Stirn. Ohne seine Daumen konnte er kein Messer mehr führen und seine Bande würde wissen, dass er kein Geld hatte. Beides würde sein Untergang sein, da die Anführerschaft auch auf Status beruhte. Er stammelte: "Bitte, ich habe bald das Geld, ich brauche meine Daumen, ich flehe Sie an!" Die Frau schüttelte den Kopf: "Du solltest lernen mit Geld umzugehen, Kanta. Bist du Rechtshänder?" Kanta nickte nach längerem Zögern und litt Höllenqualen. "Dann gib mir dein Messer, Junge. Diesmal muss der linke Daumen her. Wird's bald!" Zitternd überreichte Kanta sein Messer an den Mann, der es entgegennahm. Kanta war jetzt wieder ruhiger und zitterte nicht mehr so, mit einem Daumen konnte er leben.

Auf das Nicken der Frau hin, packte der Mann Kantas Handgelenk und fixierte es auf einem festen Tisch. Dann sauste die Messerhand nach unten. Es schmerzte mehr als Kanta gedacht hätte und mehr als wäre der Daumen abgetrennt worden. Der Knauf hatte den Daumen schwer getroffen. Kanta wollte schreien, aber es kam nur ein gedehntes Ächzen aus seiner Kehle. Sie nahm seine Hand und als er sie zurückziehen wollte, hielt sie mit überraschender Kraft fest. "Halt still, Junge, ich verbinde den Daumen. Er wird dadurch schneller wieder brauchbar. Außerdem wirst du ein Drittel mehr für diese Lieferung zahlen und ich bekomme einen deiner Jungen, verstanden?" Kanta konnte nur ergeben nicken, als er das Päckchen entgegennahm.

"Ich nehme Ano-kun. Bring ihn in zwei Tagen her, zusammen mit dem Geld." Also den jüngsten seiner Bande, außerdem der Hübscheste. Kanta dachte nicht weiter darüber nach. Sein Daumen schmerzte wie nach einem Quallenstich, und sein Tag war vom schönen Beginn Richtung Meeresgrund gegangen. Er hoffte nur, dass der Gaijin gut zahlen würde, sonst sah es schlecht für ihn aus. Zwar schwankte er zwischen Hoffen und Bangen, was diesen ominösen Gaijin und seine Wünsche betraf, aber eine wirkliche Wahl hatte er jetzt nicht mehr.



Zwerg wartete unterdessen mit seiner Begleitung am ausgemachten Ort. Das Netz würde weitergesponnen werden. Die Yakuza würde stillhalten, solange ihre Interessen nicht berührt wurden, und welches Interesse konnten aufrechte Kombinatsbürger schon an einer ehrlosen Söldnerbande haben, außer aus ihren Überresten vielleicht Profit zu schlagen?

Die ganze Operation war ohnehin befristet, entweder würden die Höllenhunde zerschlagen werden, oder die Einheit der Gräfin würde hier ihr Ende finden. Wenn es nach Zwerg ging, würden sie ohnehin eine Weile untertauchen, auch wenn sie die Söldner zerschlagen oder von ihrer Spur abbringen konnten. Von dem, was er wusste, waren die Operationen der letzten Monate bisher immer sehr erfolgreich gewesen, Verluste praktisch nicht vorhanden. So eine Serie würde eher früher als später reißen. In der Vergangenheit WAR es mitunter auch anders gelaufen.

Unwillkürlich klopfte er an den Holzbalken, neben dem er hier im Halbdunkel stand. Glück war ein Faktor, den kein Kommandeur und Befehlshaber mochte oder kalkulieren konnte, aber er war da. Er selbst hatte neben seinen Fähigkeiten ebenfalls viel Glück gehabt, da machte er sich nichts vor. Es half natürlich immer, dem Glück mit Umsicht und können auf die Sprünge zu helfen. Zwerg hatte eine andere gute soldatische Tugend, er konnte warten. Als Scharfschütze und Kommando war dies insbesondere wertvoll. Jetzt wartete er auf einen jungen Mann namens Kanta, den er für die städtische Arbeit rekrutieren würde. Natürlich mit einigem an Kuritageld garniert.

Der Bettler, den er für einige Ryu dafür mitgebracht hatte, war dessen erster und weniger auffälliger Kontaktpunkt. Er stand an der Straßenecke und tat, was sein Metier war, auch wenn diese Ecke wohl kaum viel abwerfen würde. Zwerg selbst war ein paar Zentimeter größer, seine Haare waren schwarz und sein Gesicht anders als Nase ihn in Erinnerung behalten hatte. Auch war er dicker als früher, was den Vorteil hatte, im Zweifel mehr Dinge transportieren zu können. Im Bauchraum, versteht sich.

Da! Der Bettler bewegte sich in die dunkle Gasse, beide Seiten von ruinösen Häusern gesäumt, ihm folgte ein junger Mann, dem es nicht gut ging. Sein Daumen schien verletzt zu sein, ebenso sein Stolz. Er wirkte aufgebracht und schimpfte mit dem alten Mann, der vergebens versuchte, ihn in unterwürfigem Ton zu besänftigen, man kannte sich. An der Körpersprache erkannte Zwerg nun, dass dieser Kanta gleich handgreiflich würde und musste einschreiten. Drei Schritte an Kantas linke Seite schienen ihn genug abzulenken. "Bist du Kanta?", fragte Zwerg nicht sehr kreativ. Der nickte nur von oben herab, Kunststück, während der alte Mann humpelnd die Gasse verließ.

Immerhin war Kantas Körpersprache jetzt deutlich zurückhaltender. Zwerg befragte ihn und ließ für jede beantwortete Frage eine Münze springen, das erleichterte ihm den Fortgang des Gesprächs erheblich. Letztlich kamen sie zu einer Einigung. Wenn Kanta auf die dumme Idee kam, Zwerg ausrauben zu wollen, ließ er sie nicht durchblicken, es wäre auch zu schade um seine Mitarbeit gewesen. Zwergs Sprache ließ keine Zweifel aufkommen, wer hier das sagen hatte.

Sie einigten sich, und machten weitere Termine aus, natürlich konspirativ, bei denen für Kanta mehr Geld floss und er Neuigkeiten und Optionen mitbringen würde. Darüber hinaus würde er auch seine Fühler nach weiteren Helfern für die gute Sache ausstrecken. Gegen Ende des Treffens sah man Kanta an, dass er beruhigter und zufriedener war. Vielleicht auch etwas entschlossener. Zwerg zog sich wieder in die Schatten zurück, ein Teil des Netzes um die Höllenhunde war damit weitergesponnen. Er würde sich im Anschluss mit "Beast" austauschen und das weitere Vorgehen planen. Solange die Höllenhunde nicht hier waren, würden sie in relativer Ruhe arbeiten können.

Vorher musste Zwerg jedoch noch simple Einkäufe erledigen. Immer etwas Frisches, immer haltbare Waren und immer etwas mehr als die kleine Gruppe brauchte, und oft auf verschiedenen Märkten, um nicht zu vorhersagbar zu sein. Andere taten es ebenso, denn die Vorräte würden mit der Ankunft der Einheit strapaziert werden, auch wenn sie natürlich eigene Beschaffungen tätigen würde. Es war auch wichtig zu erfahren, welche Nahrung für die Mitglieder genießbar waren und welche die Einsatzfähigkeit herabsetzen könnten, somit waren sie auch als Vorkoster hier. Die Höllenhunde würden diesen Luxus nicht haben, auch wenn sie sich dahingehend vermutlich schnell anpassen würden. Aber jedes bisschen half. Bisher war also die Aufbauarbeit gutgegangen. Hoffentlich blieb es so. Zwerg war jedenfalls vorerst zufrieden.



Als er "nach Hause" kam, saß Beast im größten Raum ihrer Unterkunft, hörte das örtliche Radio, und spielte wieder mal mit einem seiner Tiere, am großen Tisch. Zwerg nannte es Spiel, aber es ging wohl deutlich darüber hinaus, denn der Stellvertretende Leiter ihrer Untereinheit trug seinen Codenamen nicht zufällig. Er war ein großes Talent im Umgang mit höherentwickelten Tieren. 'Außer Menschen', fügte Zwerg amüsiert in Gedanken hinzu. Jedenfalls schien Beast bei Tieren ganz verändert zu sein, als bei seinen Artgenossen: gelöst, entspannt, guter Laune.

Aber er war nach Zwergs Erfahrung nie leichtsinnig dabei, jedenfalls gegenüber dem Tier. Man konnte sagen, dass Tiere seine Schwäche waren, da er seine Umwelt gern dabei vergaß. "Unser Gespräch folgt," sagte Beast, als er leise eintrat; 'So viel zur schlechteren Wahrnehmung', dachte sich Zwerg, als er etwas auf Abstand ging. Was hatte er da, eine Wasserratte? Schien die zu lachen, als Beast mit seinem tödlichen Finger sie am Bauch kitzelte? Kein Ton kam aus dem geöffneten Mäulchen, aber es schien die Berührung zu genießen.

Es war für Zwerg immer wieder erstaunlich, wie anders Beast sein konnte. Fast ebenso gut als Scharfschütze wie Zwerg, konnte er mit jedem Spezialgebiet der Kommandos ebenso gut mithalten, aber seine Gefühle konnte man immer nur erahnen. Es ging das Gerücht um, dass er bei einem lange vergangenen Einsatz um eine Kuh getrauert hätte, jedoch gab es keine Zeugen mehr dafür. Fakt war, dass er Tieren freundlicher gesinnt war als Menschen. Die Ratte quiekte protestierend, als Beast seine Hand wegnahm. Also machte er lächelnd weiter.

Mit seinem guten Aussehen hätte er bei fast jeder Frau (und verschiedenen Männern) Erfolg haben können, aber niemand konnte sagen, dass er ihn je an anderen Menschen interessiert gesehen hatte, außer im professionellen Sinn, versteht sich. Er war nicht umsonst der stellvertretende Leiter der Spezialkräfte. Ohne die besonderen Umstände der letzten Jahre und seinem Dienst in der Einheit wäre er wohl schon weiter aufgestiegen. Zwerg zog sich zurück, um Essen zu machen, er war heute dran.



Beast wusste, dass Vermenschlichung seiner Tiere nicht gut war, trotzdem hatte er die Wasserratte, ein kerngesundes Einzelexemplar, Alwin getauft. Er wusste, dass Alwin draußen überleben konnte, auch wenn er schon länger in Gefangenschaft lebte, Beast hatte ihn lediglich "befreit". Die Tierhandlungen behandelten solche wie Alwin – „Exoten“ waren auf Welten, die keine einheimischen Säugetiere aufwiesen, durchaus geschätzt - nicht besonders schlecht, aber auch nicht nach dem Standard, den Beast setzte. Ein Glaskasten, in dem nur eine Trinkflasche hing, war eigentlich keinem Tier zuzumuten.

Wasserratten waren als Haustiere auf Sulafat offenbar beliebt. Beast war froh, jemanden zu haben, mit dem er etwas Zeit außerhalb des Dienstes verbringen konnte. Sein Traum war, falls er bis dahin überlebte, entweder ein Gnadenhof auf einem der zivilisierteren Planeten, oder eine Raumkatzenzucht aufzumachen.

Katzenartige waren seine Favoriten, unabhängig, aber konnten an Menschen stark gewöhnt werden. Fast mit allen Tieren kam er gut zurecht, aber katzenartige kannte er seit der frühesten Kindheit und sie faszinierten ihn immer. Trotz allem aß er auch Fleisch, auch wenn er das irgendwann abstellen würde, aber seine Arbeit hatte eben noch Vorrang. Dahingehend konnte er sich keine Sentimentalitäten leisten. Und egal wie unwahrscheinlich seine Pläne klangen, gerade im Umfeld des Einsatzes dieser Einheit, jeder Mensch brauchte ein Ziel.

Andere wollten Macht und Reichtum, politische Ziele erreichen, wie die Gräfin, oder Rache, wie vermutlich einige in der Einheit - als Profi hatte er dahingehend keine Ambitionen. Das machte ihn zuverlässig, jedenfalls da, wo Menschen involviert waren. Falls seine Schwäche für Tiere ihm hinderlich für den Einsatz geworden wäre, hätte man ihn nicht als Stellvertreter genommen, oder ihn vermutlich schon entsorgt. Oder er wäre bereits im Einsatz gefallen, da machte er sich keine Illusionen. Zweifelsohne würden seine Vorgesetzten und Kommandeure dies im Hinterkopf behalten oder gegen ihn verwenden können, aber soweit würde er es nicht kommen lassen. Überleben war schließlich oberstes Ziel für jedes Lebewesen. Wenn nicht individuell, dann für die Art. Er hatte da schon einiges gesehen, was darauf hindeutete. Selbst suizidale Leute hatten schon für andere ihren Plan geändert. Wie auch immer, Alwin und seine Artgenossen waren wirklich gut angepasst für diese Welt.

Es war fast tragisch, dass sie den Planeten bald wieder verlassen mussten, da er von Leben nur so überquoll. Gern hätte Beast die Fauna studiert, jedoch war ihr Ziel hier ein anderes, bestehend aus den erfolgreichsten und gefährlichsten Raubtieren der bekannten Galaxis. Wurde dies alles zu einer Einheit verschmolzen gab es nur wenig, was einer Gruppe wie den Höllenhunden wirklich widerstehen konnte, aber Beast und seine Vorgesetzten kannten da einige Möglichkeiten und sie würden sie benutzen.

Alwin zog jetzt mit beiden Pfoten an seinem Finger um wieder gekitzelt zu werden, Beast enttäuschte ihn nicht. Ihr Einsatz hier war zeitlich begrenzt, gefährlich und wagemutig. Dass sie schon so lange in fremden Sektoren operierten, mit Erfolg, war den Anführern zu verdanken, bemerkenswerte Menschen. An der Spitze die Gräfin. Über ihr waren seines Wissens noch weitere, mächtigere Personen, die ihm jedoch nicht bekannt waren. Dass sie die Einheit schon so lange führte und das in äußerst feindlicher Umgebung war bemerkenswert. Die Logistik dahinter ging über Beasts Verstand. Eine Schwäche von ihm, an der er nichts ändern konnte.

Dass die Einheit im Einsatz sogar noch gewachsen war, sprach für ein enormes Organisationstalent. Und dann kam ihr XO 'Lupus'. Ein exzellenter Taktiker und Stratege, und der Gräfin völlig ergeben. Er hatte allerdings einen fanatischen Zug und war sehr streng, wobei das unter diesen Umständen wahrscheinlich nicht schadete. Nur ob sein Hass auf Clanner und alle die gegen seine Herren waren ihm irgendwann nicht im Weg war? Sie würden es sehen. Bisher hatten seine Erfahrung und Fähigkeiten jedenfalls Erfolge gezeitigt. So sehr, dass Kurita und die Bären langsam auf ihrer Spur schnüffelten. Die Höllenhunde waren die Manifestation ihres Erfolgs die Grenzregion aufzumischen. Selbst falls es gelang, sie zu liquidieren, würde dies nicht das Ende der Maßnahmen gegen sie sein. Er konnte nur hoffen, dass die beiden Einheitsführer einen guten Plan für die Zeit danach hatten. Selbst ihre Anwesenheit hier war gefährlich genug. Die Dracs waren nicht zimperlich, wenn man sich in ihre Angelegenheiten mischte.

Alwin wurde jetzt übermütig und biss in seinen Zeigefinger, da hatte er wohl beim Nachdenken in der Aufmerksamkeit nachgelassen und nicht aufgepasst. Da das Tier nicht losließ, musste er ihn jetzt lösen, auch wenn es nicht zu gefährlich war; er konnte keine Verletzung gebrauchen, die seine Einsatzfähigkeit herabsetzte. Ohnehin war bald seine Freizeit vorbei. Er packte Alwin ruhig und sanft mit der linken Hand im Nacken. Das Tier wurde ruhig und ließ sich hängen. Anschließend stützte er seinen bepelzten Körper von unten und trug ihn zu seinem Häuschen.

Der Biss war nicht tief, es hätte schlimmer sein können. Die auf Sulafat von den menschlichen Siedlern eingeschleppten – und im Laufe der Jahre in vielen Fällen verwilderten - Wassersäuger konnten sogar feste Schalen aufknacken. Es blutete nur wenig. Er war nicht böse auf das Tier, er hatte nie negative Gefühle gegenüber Nichtmenschen gehabt, weder Ekel, Hass, Wut oder auch nur Abneigung, im Gegenteil. Bei Menschen konnte er zwar ihre Gefühle wahrnehmen, was ihm erlaubte unter ihnen zu funktionieren, aber das war eine schwere Aufgabe gewesen. Nur Menschen konnten, wenn, dann negative Gefühle in ihm wecken. Er erinnerte sich immer an seine erste Katze, und wie sie zu Tode kam. Ihr Mörder und Quäler war ein junger Mensch gewesen und er hatte diese Tat nie verwunden.

Spätestens seitdem er ihn dafür bezahlen ließ, eine schwache Genugtuung für solch eine Tat, war seinen Förderern klargewesen, dass er sich sehr gut gegen andere Menschen einsetzen ließ. Seine sonstigen körperlichen und psychischen Anlagen waren äußerst vorteilhaft und er wurde auch nicht vermisst, da er Vollwaise war. So war er vor seinem Einheitsleben schnell aufgestiegen. Und nun, nachdem ihm und wenigen anderen seines Teams die Flucht aus dem kompromittierten Dienstverhältnis gelungen war, war er in dieser Einheit ein wichtiger Teil der Anstrengung gegen die Bären und damit gegen die Söldnereinheit der Höllenhunde, eine Aufgabe, die er mit dem üblichen Pflichtgefühl wahrnehmen würde. Sein Finger war bandagiert, seine Impfungen würden etwaigen Infektionen begegnen und es war Zeit, mit Zwerg über die nächsten Maßnahmen zu reden.
Thema: Chevaliers
Marlin

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19.01.2019 19:09 Forum: Söldner


Yo!

Habe die letzten Chevaliersgeschichten durch und ich vermisse Lt. Vogt und die Kriegsgefangene, was ist aus denen geworden? Gibts da noch mehr? großes Grinsen

Gerade fällt mir nichts weiter ein, aber ich hatte noch einige andere, die ich gern wieder gelesen hätte. Augenzwinkern

Naja, weitermachen. Zunge raus
(Ich auch)
Thema: Das Callahans - Ein Bier ist nicht genug
Marlin

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24.11.2018 11:50 Forum: Innere Sphäre


Jennia strich sich nachdenklich über den Kopf. "Das mag ja sein, aber war nicht vor kurzem erst eine ähnliche Aktion?"

Ihr Hals fühlte sich sehr trocken an, das rief nach etwas Flüssigem. Sie rief leise nach der Getränkekarte und suchte sich etwas frisches aus. Hm. "Tonicwater."

Offenbar war der alte Baum verschwunden. Es konnten eigentlich nur Minuten vergangen sein, seit er hier aus dem Boden aufgetaucht war.
Thema: Das Callahans - Ein Bier ist nicht genug
Marlin

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22.11.2018 22:08 Forum: Innere Sphäre


Nachdem sie einige Runden gespielt hatten, erlahmte der Enthusiasmus von allen etwas. Das war wohl verständlich, da sie ein einfaches Spiel spielten.

Nach zwei weiteren Partien, die Jennia für sich entscheiden konnte, beschlossen sie stillschweigend, die Karten ruhen zu lassen. Nachdem sich jeder noch ein warmes Essen bestellt und verspeist hatte, fielen Sie in ein allgemeines und sprachloses Fresskoma.

Weiter passierte nichts.

Callahan polierte träge einige Gläser, eine Bedienung schlich langsam um den Tisch der einzigen Gäste und entfernte schließlich alle Spuren ihres Festmahls.

So verging die Zeit.
Thema: Chevaliers Season V
Marlin

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04.11.2018 11:40 Forum: Kurzgeschichten


22.05.3067
Schleuse

Dadif kam begeistert, jedoch aufgrund seiner wirbelnden Gedanken wie in Trance durch die Schleuse, wo ihn Kotzi schon erwartete. "Hey, mein Großer, na wie war es? Beeindruckend, nich?" Dadif nickte nur, während der Panzerfahrer weitersprach.
"Als ich das erste Mal auf ein Sprungschiff kam, lass es zwanzich Jahre her sein, da war ich noch grün hinter den Ohren und ich hatte Grad meinen ersten Sprung hinter mir..." Dadif war zu mit seinen Gedanken beschäftigt, um ihn zu unterbrechen und Koslowski schien nichts zu merken, vermutlich war heute nicht viel zu tun gewesen.

Anders für Dadif. Wie viele andere auf diesen Reisen, war Dadif schon mit dem "Karussell", dem GravDeck vertraut, enorm wichtig, um einsatzfähig zu bleiben. Diesmal hatte er sich jedoch für die rationierte Schiffstour angemeldet. Der erste Maat hatte ihn und zwei andere Kameraden routiniert begrüßt, die Sicherheitsregeln erklärt und ihnen ihre Begleitperson vorgestellt, eine recht lange, blasse Person, die als Tech und AsTech für den Bordarzt tätig war. Dadif war auch bald von ihr begeistert. Sie wusste eine Menge von Sprungschiffen, Kunststück, schließlich war sie einen Großteil ihrer Zeit an Bord. Als das Gespräch auf Sprungberechnungen und Ladungswerte kam, hing Dadif an ihren Lippen. Es kam ihm auch gar nicht so schwer vor, einiges davon nachzuvollziehen. Auch er stellte einige Fragen, und als sie ihm dann und wann, vermutlich unverbindlich, zulächelte, war er hin und weg.

Am Ende der Tour, die anderen waren bereits gegangen, erbat er sich Unterlagen zum Lesen und Lernen. Der Captain des Schiffes würde darüber entscheiden müssen, aber Carroll, so ihr Name, war zuversichtlich, dass dies unproblematisch wäre, schließlich mussten sie ja auch neue Leute ausbilden und das ging mit unverfänglichem und grundlegendem Material. Sie warnte ihn jedoch, dass dies nicht einfach wäre.

Abgesehen von Carroll war Dadif jedoch auch vom Sprungschiff sehr angetan. Eine herrliche Konstruktion. Groß, schlank und leistungsfähig, wenn man sie richtig behandelte. Er würde sich für den Dienst auf dem Schiff bewerben, vielleicht konnte er nach dem Einsatz schon beginnen? Natürlich als Anfänger, aber er würde schon bald als Bordinfanterist und vielleicht als Bordschütze nützlich sein können, in Ermangelung von entsprechenden Planstellen, das Schiff war ja praktisch unbewaffnet, war ihm eine Stelle als Hilfstech nur für die Reinigung ebenso recht.

Egal wie niedrig die Tätigkeit, er würde alles tun. Von dort könnte er seine technische Ausbildung weiterverfolgen. Zumindest wäre das sein Vorschlag. Heute Abend würde er dies ausarbeiten um es seinen Vorgesetzten zu präsentieren. Als Infanterist war er nicht geeignet, das wußte er. Aber Punkte im dreidimensionalen Raum berechnen zu können, Teil der Lebensadern der Menschen in der Inneren Sphäre zu sein..das erschien ihm sehr erstrebenswert. Vorerst musste er jedoch Kotzi wieder loswerden. Wie würde der wohl seine Entscheidung aufnehmen?

Derzeit ging es um eine Kabine, die er des Gestanks wegen nicht empfahl, nachdem zuviele darin gezecht hatten. Das hatte natürlich ordentlich Ärger gegeben, zum Glück war es nicht Dadifs Schlafgelegenheit gewesen. Während einer Reise wurde darauf geachtet, daß jeder so weit wie möglich zufrieden war, was die Belegung der Kabine betraf, um die Moral nicht über Gebühr zu belasten. Immerhin begab man sich in dünnen Eierschalen auf eine Fahrt ins Vakuum, von den realitätsverspottenden Sprüngen durch den Hyperraum ganz zu schweigen. Ganze Einsätze waren in früheren Zeiten daran gescheitert, dass die Reise zum Ziel von solcherart Problemen überschattet wurden. Da die Einheit jedoch aus Profis bestand und jetzt schon jahrelang viele Menschen transportierte, war dies kein Problem.

Für Dadif gab es derzeit nichts Besseres als in der Weite des Alls in einem Sprungschiff zu reisen. Mit Carroll und abseits der Sorgen, als Stoppelhopser oder Schlammstampfer irgendwo erschossen, zermalmt, zerfetzt oder verbrannt zu werden. Von Verstümmelungen oder psychischen Problemen ganz zu schweigen. Er schwebte weiter in ganz anderen Sphären als Kotzi eröffnete: "Hey, das war ein gutes Gespräch, ich habe jetzt Wache, Schlaf gut, Alter." Verblüfft und amüsiert verkroch sich Dadif in seine Koje um seine Korrespondenz zu schreiben.
Thema: Chevaliers
Marlin

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30.09.2018 12:07 Forum: Söldner


Ich habe noch ein paar Zeilen für Dadif während der Reise, eine Veränderung für ihn in Aussicht, sende ich heute, aber dann denke ich erst wieder während des Einsatzes Inspiration zu haben.. Zeit sowieso. Zunge raus
Thema: Das Callahans - Ein Bier ist nicht genug
Marlin

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08.01.2018 20:51 Forum: Innere Sphäre


Kurz darauf tauchten zwei kanonenartige Rohre auf, eine Countdownanzeige mit dem kleinen Wort "Terra" an der oberen Seite.

Jennia hatte von Ace bis jetzt die grundlegenden Daten des Spiels beigebracht bekommen. Nach dem seltsamen Baum war sie jedoch jetzt etwas interessierter an Callahans Show. Immerhin gab es vielleicht etwas Bumms.

Und so war es. Als der Countdown Null erreichte, ballerten die zwei Rohre los, bunter Flitter schoss durch den Raum, Funken regneten, sogar einige Böller krachten, laut genug für den Raum, jedoch nicht so, dass es schmerzte. Am Ende schossen noch zwei Fontänen mit Konfetti heraus und regneten auf die wenigen Gäste. Danach war es wieder ruhig.

Jennia entfernte etwas Konfetti von ihrem Tisch.

"Ich denke, ich habe das meiste verstanden. Wollen wir ein Spiel wagen?"
Thema: Chevaliers
Marlin

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24.12.2017 12:03 Forum: Söldner


Wünsch euch auch alles Gute.

Möge 2018 vielleicht nicht ganz so interessant werden wie im chinesischen Fluch.. aber viel Hoffnung hab ich nicht.

Feiert schön.
Thema: Das Callahans - Ein Bier ist nicht genug
Marlin

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21.12.2017 15:18 Forum: Innere Sphäre


"Ich bin dabei. .. Gern.", ergänzte sie. Im Smalltalk würde sie noch einiges lernen müssen.

'Ach ja..' "Mein Name ist Jennia, vielleicht kennen Sie mich ja schon von hier. Ich war allerdings noch nicht so oft in diesem Etablissement."
Thema: Das Callahans - Ein Bier ist nicht genug
Marlin

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20.12.2017 23:35 Forum: Innere Sphäre


Jennia, bis eben noch einige Hocker weiter in Ace's Rücken sitzend, hatte sich leicht angenähert, einen Drink für die beiden Herren bestellt, die Bardame hatte sie in Übereinstimmung mit dem Bunten Baum mit einigen "Upgrades" verziert, auch wenn Jennia selbst so etwas abgelehnt hätte, und räusperte sich jetzt, nicht sehr damenhaft, aber was wollte sie schon anderes tun, außer einfach losreden?

Dafür klang ihre Stimme angenehm genug: "Ich würde dieses Uno gerne lernen, wenn Sie mich lassen? Fr.. Ist dies akzeptabel für Sie?" Sie bemühte sich um ein Lächeln, so war es vermutlich Brauch, wenn man ein Gespräch unterbrach und dies, ohne bisher Teil der Unterhaltung zu sein. Ihre Studien hatten ergeben, dass Lächeln in vielerlei Hinsicht positiv aufgenommen wurde. Jedenfalls weit überwiegend in der Inneren Sphäre. Nur in wenigen Fällen galt es als offenbares Zeichen von Schwäche. Dies dürfte in diesem Etablissement jedoch nicht zutreffen.
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