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Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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04.06.2019 17:30 Forum: Kurzgeschichten


Vielen Dank!

Mit dem zweiten Teil kann es aber noch ein wenig dauern, da ich dann erst mal zwei Wochen verm. wenig zum Schreiben kommen werde.

Aber vielleicht kann sich ja jemand anderes aufraffen... Augenzwinkern
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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01.06.2019 14:37 Forum: Kurzgeschichten


Hallo,

von mir ein kleiner text, einfach als Beweis dass wir noch da sind. Teufel Augenzwinkern

Ist allerdings nur der erste (einleitende) Teil einer kleinen Geschichte zur Nebenhandlung bei den Akarii.
Um wieder bei der Haupthandlung was zu schreiben, bräuchte ich selber etwas Futter (*Wink mit dem Zaunpfahl* Augen rollen Augenzwinkern ).

Ace, Cunningham? cool
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Tyr Svenson

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01.06.2019 14:33 Forum: Kurzgeschichten


„Was schert, wer auf dem fernen Throne sitzt?
In uns’rer Hand allein liegt das Geschick des Reiches.“
Ein (meist) namenloser Grenzkommandant aus dem bronzezeitlichen Akarii-Dramenzyklus „Der blutige Himmel“. Nach einer (vermutlich ahistorischen) Bearbeitung des Werks ein Mitglied des Hauses Taran


Auch unter normalen Umständen brauchte ein mit Höchstgeschwindigkeit fliegender Transporter mehr als einen Monat von der imperialen Hauptwelt in den Draned-Sektor. Und inzwischen waren die Umstände schon lange nicht mehr normal. Ganz besonders nicht für den Transporter, auf dem sich Navarr Thelam befand.
Das Schiff war keiner geraden Route gefolgt, sondern einem verwirrenden Zickzackkurs, der es durch unbewohnte Systeme und über kaum benutzte Sprungverbindungen geführt hatte. Die ganze Zeit über hatte das Schiff strikte Funkstille gehalten.
Die Mannschaft und Passagiere des Transporters wussten es nicht, aber ihr Kurs spiegelte die Reise des ehemaligen Kommandeurs des Draned-Sektors, der von diesem Vorposten des zerbröckelnden Imperiums zurück nach Akarr berufen worden war, noch bevor Navarr Thelam das System der Hauptwelt verlassen hatte. Hätten sie es gewusst, sie hätten vermutlich die falschen Schlussfolgerungen gezogen. Und der ein oder andere Bordgenosse Navarrs wäre vielleicht versucht gewesen, etwas Unbesonnenes zu tun, alles zu riskieren in dem Versuch, der imperialen Innenpolitik eine Wende aufzuzwingen.

Aber das war nicht passiert. Die jungen Männer und Frauen, die meist unwillig und keineswegs freiwillig den jungen Thronprätendenten auf seinem Weg in die umkämpfte Peripherie begleiteten, hatten die reichlich zur Verfügung stehende Zeit so gut es ging genutzt. Der ziemlich spartanische Bordsportraum war fast rund um die Uhr in Betrieb – tatsächlich war es bald nötig geworden, Schichten einzuführen. Gleichzeitig war das geistige Training nicht zu kurz gekommen. Elektronische Übungssimulationen wechselten sich mit taktischen und strategischen Rollenspielen ab. Selbstgewählte Vorträge und hitzige Diskussionen über militärische, politische aber auch philosophische Themen sorgten für Abwechslung.

Navarr Thelam bildete sich ein, dass das zum Gutteil sein Verdienst war – aber er war sich der Tatsache bewusst, dass er es alleine niemals geschafft hätte. Nicht ohne Maran Otrano, Dical Katall und einige andere der ‚Halbverbannten‘ wie sie sich inzwischen teilweise spöttisch nannten und die seinen mehr als inoffiziellen ‚Hofstaat im Exil‘ bildeten.
Viele der jungen ‚Passagiere‘ hatten vor Jahren der Offiziersfronde gegen Prinz Jor angehört – oder zu denjenigen, die sich verschworen hatten, den plötzlichen Aufstieg von Haus Allecar zu stoppen. Oder beides. Keiner von ihnen hatte den leichten Weg gewählt. Ihr Scheitern hatte das in den jungen Männern und Frauen brennende Feuer nicht löschen können. Denn es wurde bei vielen von dem alten Bewährungs- und Führungsethos des imperialen Schwertadels genährt. Ein Ethos, der Navarr nur zu vertraut war. Ein gnadenloser Anspruch an sich selbst, hinter dem die nichtadligen ‚Halbexilanten‘ an Bord natürlich auf keinen Fall zurückstehen wollten.
Selbstverständlich ging es auch darum, dass eigene Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen – oder zumindest um die Illusion, dazu in der Lage zu sein. Darum, eine Perspektive zu haben. DESHALB hatten sich die meisten der abgeschobenen Offiziere und Adligen Navarr angeschlossen – sie brauchten ihn genauso, wie er sie brauchen würde. Auch wenn noch nicht einmal er genau wusste, WOZU…

Irgendwo am Rande der Kernregionen hatten sich vier Zerstörer dem Transporter angeschlossen. Schweigend, ohne die Funkstille zu brechen, hatten die Kriegsschiffe den Transporter begleitet – als Schutz oder Wache? Später war noch ein Minenräumer hinzugestoßen. Die Funkstille war geblieben, ebenso wie der erratische Kurs, der sie ein Dutzend Systeme passieren ließ, die vermutlich noch niemals zuvor mit der Anwesenheit eines Thelam-Prinzen beehrt worden war. Das jedenfalls hatte Lieutenant Katall amüsiert konstatiert und ihnen in jedem der Systeme eine passende Huldigungsadresse vorgetragen, mit der ‚seine Majestät Navarr Thelam‘ begrüßt werden sollte – plus die entsprechende gnädige Ansprache, die der Prinz zu halten hätte. Damit hatte er mehr als einen Lacher auf seiner Seite gehabt – natürlich gab es allerdings auch sonst wenig, was zur Heiterkeit einlud.

Wie ernst ihre Situation wirklich war, wurde offensichtlich, als sie die Grenze des Imperiums erreichten – oder vielmehr das Niemandsland, dass die TSN vor mehr als zwei Jahren aus dem Imperium herausgeschnitten und so den Draned-Sektor vom Rest des Reiches getrennt hatten. Es war keine echte Frontlinie mehr. Tatsächlich hatte es seit mehr als einem Jahr keine größeren Kämpfe mehr gegeben, da sowohl das Imperium als auch die Menschen die meisten Kriegsschiffe an andere Fronten verlegt hatten. Beide Seiten hatten stattdessen die wichtigsten Sprungrouten vermint und die Überwachung der feindlichen Flottenbewegungen durch den Einsatz von Spähsonden und Satteliten so weit wie möglich automatisiert.

Dennoch blieb es ein riskantes Unterfangen, das Niemandsland zu queren. Ein Risiko, dass ein Thelam-Prinz niemals hätte eingehen dürfen. Jedenfalls nicht mit so wenigen Begleitschiffen. Nur waren es eben keine normalen Zeiten. Und die weiterhin schattenhaft bleibenden Kräfte, die hinter Navarrs ‚Exil‘ steckten, hielten es offenbar für sicherer, als ihn auch nur einen Tag länger auf dem Territorium des Kernimperiums zu halten. Entweder das – oder sie spielten noch ein ganz anderes Spiel…
Navarr war jung, vielleicht idealistisch und im gefährlichen Fahrwasser der Hofpolitik immer noch ein relativer Neuling – wie ihn Rallis Thelam immer wieder gerne ins Gedächtnis rief. Aber er war nicht dumm. Und deshalb wusste er natürlich, dass der Durchbruch in den Draned-Sektor eine perfekte Gelegenheit darstellte, falls jemand DIESEN Thronprätendenten sehr viel dauerhafter und sicherer aus dem Spiel nehmen wollte, als durch ein informelles Exil. Ein ‚nachlässig‘ verschlüsselter Funkspruch, den die TSN – und vielleicht auch die Separatisten oder T’rr-Rebellen – auffingen, ein paar ‚vom Schicksal platzierte‘ Antischiffsminen, ein Sprengsatz an Bord des Transporters…

Aber nichts war passiert in den Wochen, die der Durchbruch, der eher eine Schleichoperation gewesen war, gedauert hatte. Und als sie endlich wieder auf imperialem Gebiet waren, hatte sie bereits ein Empfangskomitee in Gestalt des Flugdeckkreuzers KALLEH erwartet. Kommandantin Inas Zanni, eine selbst in Navarrs Augen für ihren Posten noch ziemlich junge Offizierin, war offenbar eingeweiht. Sie hatte sich sofort vergewissert, dass der avisierte Thelam-Prinz tatsächlich an Bord des Transporters und wohlauf war. Zusammen mit den anderen ‚Exilanten‘ war er an Bord der KALLEH gegangen. Einige seiner ‚Leidensgenossen‘ waren sofort in den Dienstbetrieb des Flugdeckkreuzers integriert worden – offenbar hatte Zanni vor dem Aufbruch zu ihrer Mission eine ganze Reihe Offiziere an andere Schiffe abgegeben. Ob die nun ihrerseits Verstärkung brauchten – oder wegen der speziellen Natur ihrer Mission…

Navarr hingegen hatte keinen offiziellen Posten erhalten. Wie Maran und diejenigen der ‚Exilanten‘, die zuvor im zivilen Sektor tätig gewesen waren, war er erst nur ein Passagier gewesen. ‚Tote Fracht‘, wie einer der Exilanten bissig gespöttelt hatte. Aber immerhin hatte Zanni ihm – unaufgefordert – einen umfassenden Rapport zur momentanen Lage im Draned-Sektor gegeben. In den folgenden Tagen war dieser Informationsaustausch vertieft worden.
Es gab genug zu lernen: die Sezessionisten, die Front zur TSN, das Aufrüstungs- und Mobilisierungsprogramm, das Admiral Taran vor seiner Abberufung angestoßen hatte – und seine Verhandlungsinitiative mit der Taran den seit Jahrzehnten mal mehr, mal weniger offenen schwelenden Konflikt mit den notorisch rebellischen T’rr, der sich im Verlauf des Krieges mit der terranischen Republik zu einem regelrechten Großbrand ausgewachsen hatte, zu beendigen beabsichtigte…

Doch abgesehen davon hatte Zanni Abstand gehalten. Was übrigens auch für die meisten Männer und Frauen unter ihrem Kommando galt. Natürlich hatte Navarr keine Willkommenshymnen erwartet. Insgeheim war er sogar froh, nicht ZU begeistert empfangen worden zu sein. Schon mancher Prinz war von unzufriedenen Offizieren aufs Schild gehoben worden, um eine Rolle zu spielen, die er gar nicht wollte. Und die auch Navarr – jedenfalls NOCH – nicht zu übernehmen gewillt war. Und dennoch, ETWAS mehr hatte er schon erwartet – zumindest ein gewisses Interesse, Neugier. Und vielleicht auch den einen oder anderen Versuch, über den Namen Navarr Thelam Bonuspunkte für die eigene Karriere zu sammeln. Etwas, womit er arbeiten und seine immer noch gefährlich ungewisse Situation stabilisieren konnte. Immerhin WAR er Prinz, Thronprätendent und Cousin des verstorbenen Kronprinzen…

Aber stattdessen…
Da war keine offene Feindschaft – aber eine gewisse Reserviertheit, eine unsichtbare Mauer, ein skeptisches Abwarten, unterlegt mit einem Hauch Verbitterung und in manchen Fällen sogar unterschwelliger Arroganz oder kaschierter Verachtung, die er bei vielen Offizieren wahrnehmen zu können glaubte. Auch bei Zanni, obwohl ihre knappe, sardonische bis zynische Art vielleicht auch dem Umstand geschuldet war, dass sie aufgrund ihres Alters und Geschlechts – Frauen dienten zwar schon seit Jahrtausenden in den Streitkräften, auch in Kommandopositionen, was aber nichts daran änderte, dass sie bei einigen ihrer männlichen Kollegen immer noch auf Ressentiments stießen – sich schon früh einen harten Panzer hatte zulegen müssen.
Zuerst hatte Navarr gedacht, dass es an seiner Jugend, seinem fehlenden Offiziersrang oder an der jeweiligen Positionierung der Betreffenden im Streit um den Thron lag. Sicherlich gab es auch im Draned-Sektor etliche, die lieber Linai Thelams ungeborenen Sohn auf dem Thron gesehen hätten. Oder Navarrs Cousin Karrek.
Aber dann war Navarr klar geworden, dass es das nicht war – oder zumindest nicht nur. Der Draned-Sektor war über JAHRE vom Kernimperium getrennt gewesen und schon zuvor bei der Zurverfügungstellung von Nachschub, Truppen und Schiffen vernachlässigt worden.
Auch wenn Zannis Leute im Gegensatz zu einer Reihe ihrer Kameraden dem Imperium gegenüber loyal geblieben waren, sie waren lange auf sich allein gestellt gewesen. Zu lange. Natürlich hatten in den Grenzregionen stationierte Truppen schon seit der Antike immer mit einer Mischung aus Neid und Herablassung auf die Garnisonstruppen der Kernregionen geblickt – aber das hier ging tiefer.
Diese Männer und Frauen hatten auf sich alleine gestellt kämpfen müssen. Akarr hatte ihnen zu viel abverlangt und zu wenig gegeben. Gleichzeitig hatten die Soldaten des Draned-Sektors mit wachsendem Unverständnis und zunehmender Verbitterung ansehen müssen, wie sich auf Akar die verschiedenen Machtgruppen im Kampf um den Thron aufrieben, statt sich auf den Krieg gegen die TSN zu konzentrieren. Einen Thron, den es nach Meinung der Soldaten des Draned-Sektors nur deswegen noch gab, weil Männer und Frauen wie sie die Grenzen des Imperiums verteidigten.
‚Wer auch immer am Ende auf dem Thron sitzt – er wird viel zu tun haben, um diesen Schaden zu reparieren.‘ Denn natürlich war der Draned-Sektor nur EINE Front. Ähnlich musste es an anderen Fronten und in anderen Flottenverbänden aussehen. Unter diesen Umständen machte es auch aus rein praktischen Gründen Sinn, dass man ihn in die Grenzregion geschickt und seinen Cousin Karrek Großadmiralin Rian unterstellt hatte, die einen Großteil der noch für Offensivoperationen zur Verfügung stehenden Großkampfschiffe kommandierte. ‚Die Flotte und die Armee müssen sehen, dass wir sie nicht vergessen haben. Dass das imperiale Zentrum um ihre Bedeutung weiß.
Freilich…wenn einer von uns versuchen SOLLTE, die Grenz- und Frontverbände gegen die Zentralwelt zu führen…‘
Navarr hatte diesen gefährlichen Gedanken rasch verdrängt. So weit war er noch lange nicht. Außerdem war er sich nicht sicher, ob die unterschwellig schwelende Verbitterung dann nicht zu einem Feuer auflodern würde, die den Möchtegern-Imperator, die Thelam-Dynastie – und vielleicht das ganze Imperium verzehrte…

Also hatte er sich in Geduld geübt und darauf konzentriert, soviel wie möglich über den Draned-Sektor und dessen Flotte zu lernen. Auch wenn es ihm schwer fiel, ‚den Kopf unten zu halten‘ und gleichzeitig den Erwartungen und Rollenvorstellungen gerecht zu werden, die ein Thelam-Prinz zu erfüllen hatte. Ein Prinz, der formell allerdings immer noch nur ein Kadett der Flottenakademie von Akar war…
Was ihn ein wenig überrascht hatte, war die trotz der unterschwelligen Verbitterung einiger Offiziere immer noch erstaunlich hohe Kampfmoral an Bord – ein grimmiger Wille zur Selbstbehauptung, der auf dem starren Korsett der Flotten-Traditionen basierte. Und paradoxerweise teilweise eben auch daraus, dass die Männer und Frauen der KALLEH dem Imperium die Treue gehalten und den Draned-Sektor so lange auf sich alleine gestellt verteidigt hatten – und im letzten Jahr sogar in der Lage gewesen waren, weiter auf das Gebiet der TSN vorzustoßen, als jede andere imperiale Flotte vor ihnen. Auch wenn die Flotte von Admiral Taran sich nach einem blutigen Patt unter hohen Verlusten aus dem Parrak-System hatten zurückziehen müssen – der ‚Staub‘ den diese Offensive aufgewirbelt hatte und die Truppen, die die Rikata-Kampfgruppe vernichtet oder gebunden hatten, hatten maßgeblich zum Gelingen von Großadmiralin Rians Gegenoffensive beigetragen. So jedenfalls sahen es die Männer an Bord der KALLEH und Navarr war klug genug, nicht zu wiedersprechen.
Navarr Thelam war sich nicht sicher, was er von dem bisherigen Kommandeur des Draned-Sektors halten sollte. Er hatte Admiral Mokas Taran vor Jahren einmal flüchtig kennengelernt, bevor der wegen seiner Verwicklung in die gegen Kronprinz Jor gerichtete Verschwörung in den Draned-Sektor abgeschoben worden war. ‚Genauso wie jetzt ich.‘
Aber der junge Admiral hatte es anscheinend geschafft, aus Überresten der Garnisonsflotten und versprengten Frontverbänden eine Waffe zu schmieden, die scharf schnitt und auch nach einigen wuchtigen Schlägen nicht zerbrach. ‚Oder jedenfalls ist das das Bild, dass mir Zanni präsentieren will.‘ Aber vielleicht war es ganz gut, dass man Admiral Taran abgelöst und in die Heimat verlegt hatte. Ein Mann seiner Herkunft und so offensichtlich…eigensinniger Loyalität an der Spitze eines unabhängigen Flottenverbandes und eines ganzen Raumsektors…

Doch jetzt hatte das Warten offensichtlich ein Ende. Nach Wochen, in denen der kleine Flottenverband aus inzwischen einem Flugdeckkreuzer, vier Zerstörern, einem Minensucher und einem Transporter mehrere anscheinend unbewohnte Systeme passiert hatte, würde der nächste Sprung sie an ihr – vorläufiges – Ziel bringen. Was Navarr dort allerdings erwartete, das war in mehr als einer Hinsicht immer noch ungewiss…

Navarr Thelam warf einen Blick in die Runde. Die Brücke der KALLEH unterschied sich deutlich von den wenigen Kommandozentralen, die er bereits hatte besichtigen können. Sie war kleiner und kompakter als auf einem Träger, aber mehr als anderthalb mal so groß wie die Brücke eines Kampfkreuzers oder Großtransporters. Besonders auffällig war die Zahl und Ausstattung der Feuer- und Flugleitstationen sowie die ECM/ECCM-Ausstattung, die selbst die modernsten Flottenträger in den Schatten stellte.
Das Design war natürlich traditionell-spartanisch und trotz der äußerst effizienten Platzausnutzung wirkte der Raum fast überfüllt. Was auch daran liegen mochte, dass Captain Zanni Navarr und zu seiner Überraschung auch Maran Otrano aufgefordert hatte, anwesend zu sein. Es hatte wohl DOCH seine Vorteile, aus dem Hochadel zu kommen…

Navarr Thelam zwang die in ihm aufsteigende Nervosität zurück. Inzwischen hatte er Übung darin. Kurz empfand er einen irrationalen Anfall von Eifersucht. Gegenüber dem abwesenden Admiral Taran, der anscheinend jede persönliche Niederlage in einen Sieg umwandeln und sich dabei auch gegen jahrtausendealte Traditionen stellen konnte, gegenüber Captain Zanni, die als eine der jüngsten Schiffskommandeurin der Gegenwart offenbar mühelos eines der modernsten Schiffe der imperialen Flotte kommandieren konnte…
„Captain, die KALLEH ist bereit zum Sprung.“
Zanni nickte dem Navigator zu, die Stimme knapp und beherrscht, die schlanke Gestalt in dem Kapitänssessel hoch aufgerichtet: „Danke. Kommunikation?“
„Alle Schiffe sind sprungbereit.“
„Ausgezeichnet. Navigator, Starten Sie den Countdown.“
„Zehn, Neun, Acht…Drei, Zwei, Eins. Sprung.“

Der Übergang geschah wie immer zwischen zwei Herzschlägen, unmöglich mit Sinnen zu erfassen, die niemals dafür gedacht waren, den Sprung durch den Hyperraum wahrzunehmen. Navarr musste mit einem kurzen Schwindelgefühl kämpfen und schob diese Schwäche energisch beiseite.
Nach den Wochen und Monaten, die er auf dem Flug durch praktisch unbewohnte Grenzsysteme verbracht hatte, war der Anblick, dass sich ihm jetzt bot, auf eine seltsame Art und Weise ergreifend. Im All schwebte eine einsatzbereite imperiale Kampfgruppe:
Ungefähr achtzig Schiffe, darunter fast zwanzig Kreuzer und über dreißig Zerstörer, dazu zahlreiche Hilfseinheiten sowie Hilfsträger, Schnellboot-Mutterschiffe und ein weiterer Flugdeckkreuzer – und als Herz des Verbandes ein gigantischer Flottenträger.
„Captain, Funkspruch von der KAHAL. Operation BRÜCKENSCHLAG läuft wie geplant und ist im Zeitlimit. Erwartete Ankunftszeit vier Stunden.“
„Gut. Hoheit…bitte kommen Sie mit. Und ihre Begleitung ebenso.“ Kurz zuckte es um Zannis Mundwinkel: „Es wird Zeit, dass Sie einige Leute kennen lernen...“
Thema: Chevaliers
Tyr Svenson

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08.05.2019 06:32 Forum: Söldner


Angesichts der Tatsache, welchen Restriktionen sich schon heute Sportler wegen den Dopingkontrollen unterwerfen müssen (u. bei diversen Berufen umfangreiche Gesundheitsuntersuchungen dazugehören), ist es m. E. nun wirklich nicht unplausibel, dass in den allermindest autoritären Regimen des Battletech-Universums noch ganz andere Dinge durchgehen, würde ich vermuten...
Thema: Chevaliers
Tyr Svenson

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07.04.2019 21:55 Forum: Söldner


Wenn ich mal wieder den Cato spielen darf (und alle anderen Chev-schreiber, bitte Verzeihung Augenzwinkern ) - aber könntest du einen Teil der freien Zeit auch für HdfL reservieren... Augenzwinkern
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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24.03.2019 21:28 Forum: Kurzgeschichten


Selbst wenn es so wäre - was hätten die Akarii davon, wenn Birmingham verliert?
Ihr Konkurrent tritt für eine NOCH härtere Linie ein (o. gibt das jedenfalls vor).

Wie gesagt (O. K. das ist nur 'Meine', d. h. u. a. Tarans Linie) das Imperium kann sich momentan einfach nicht den Luxus leisten, zu viele elaborierte Spezialprojekte oder nur aus politischen Gründen motivierte Aktionen auszuprobieren.
Gegnerische Vorstöße zu blocken, die TSN zu schwächen u. wenn möglich die Peshten aus dem Krieg zu drängen - das sollte Vorrang haben. "Rache" oder "Vergeltung" ist was für Leute, die sich das LEISTEN können...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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23.03.2019 12:24 Forum: Kurzgeschichten


Ich denke, dass EINIGE Rebellengruppen tatsächlich überlegen könnten, mit den Imperialen anzubandeln - in der (irrigen) Hoffnung evt. so die Unabhängigkeit zu erreichen.

Freilich, solange die Imps (mehr oder weniger) auf der Verliererstraße sind - also da wird man vorsichtig sein, zumal Kontakte knüpfen jetzt schwieriger wird (mit Cockroach wäre es einfach gewesen).
Sprich, auhc wenn einige sicherlich durchaus Geld und Waffen nehmen würden (solange es nicht auf sie zurückfallen kann) - so was zu organisieren fällt schwer...

Da sind vermutlich Piraten u. ähnliche Organisationen näher an der alten Grenze zum Imperium einfacher zu kontaktieren...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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22.03.2019 21:21 Forum: Kurzgeschichten


Ich denke ja, die Akarii würden erst mal drangehen, dafür zu sorgen, dass dergleichen nicht noch mal passieren kann - o. zumindest entsprechende Aktivitäten simulieren, für die eigenen Leute.

Die Überwachung verbessern, versuchen mobile Verbände an geeigneten Knotenpunkten postieren, potentielle "Schlupflöcher" durch die die Menschen einsickern können schließen (verminen) o. zumindest ihr Sensor-Vorpostennetz verbessern.

Den Geheimdienst auf Vordermann bringen.

Es KANN natürlich sein, dass man einen Gegenschlag zelebrieren will (aus polit. Gründen) aber tatsächlich dürften die Möglichkeiten begrenzt sein. Immerhin steht man ziemlich weit im EIGENEN Hinterland - die (meisten) 'bequemen' Schläge würden ehemalige EIGENE Welten treffen.

Und da die CC ja jetzt 'Freunde'sind, kann man nicht mal da so was abziehen. großes Grinsen

Und der Draned-Sektor (der galaktogeographisch da m. E. gewisse Möglichkeiten böte) - da rechnen die Menschen nach Tarans Offensive vermutlich damit u. die verbliebenen Verbände müssen erst noch reorganisiert u. verstärkt werden - u. überhaupt erst mal müssen die neuen Kommandeure eintreffen.

Die Peshten-Front würde sich da eher anbieten. Die Akarii haben sowieso 'noch eine Rechnung offen`u. - wie die TSN - sie sehen die Peshten verm. immer noch als eher zweitrangige Streitmacht an, was die Chancen vermeintlich erhöht...

UND sie könnten natürlich versuchen, über 'kostengünstigere' Methoden (Piraten, Terroristen, die Guerilla auf den von den Menschen besetzten Planeten) ein paar geeignete Gegenschläge gegen 'halbweiche' Ziele hinzulegen.
Ein paar Atomsprengköpfe in die richtig falschen Hände...
Nur als Möglichkeit - wobei das natürlich auch eskalieren kann.

Aber ihre erstrangigen Einheiten würde ich (zumindest wäre das Tarans Position by the way) nicht für Operationen einsetzen, die nur auf eine 'wie-du-mir-so-ich-dir' hinausläuft. Die Imperiale Marine ist für solche Kinkerlitzchen m. e. in einer etwas zu ernsten Lage. Sie steht mit dem Rücken zur Wand und kann es sich so etwas eigentlich m. E. nicht leisten.


Außerdem dürften einige Imperiale der Meinung sein, man dürfe solche Sachen eben NICHT eskalieren lassen, solange der Gegner ungleich mehr Möglichkeiten zur Eskalation hat...
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Tyr Svenson

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14.03.2019 18:46 Forum: Kurzgeschichten


Eine kleine Anmerkung:
Schreib doch nicht "Angriff gegen sein Genital". Das sagt doch keiner.
Dann doch lieber das allseits verständliche - und für Söldner viel passendere - "Versuch, ihn in die Eier zu treten" o. ä. ... Augenzwinkern
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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15.02.2019 20:52 Forum: Kurzgeschichten


Hallo

Ich weiß, ich fange an zu nerven Augen rollen , aber wann kommt mal wieder was? Wenn ich mir die letzten paar Seiten ansehe, stelle ich fest, dass ich (und Cattaneo) da etwas überrepräsentiert sind und das ist verm. nicht gut.

Zum einen ist es, denke ich, die Mischung die es macht - und außerdem besteht sonst die Gefahr, dass 'unsere' Sichtweise (bzw. die unserer Chars) überwiegt. Augenzwinkern

Außerdem (auch die Erfahrung habe ich gemacht, ceterum censo), je länger man 'raus' ist aus dem Schreiben, umso schwerer fällt es, wieder 'rein' zu kommen.
Und fürs Lesen gilt dasselbe, fürchte ich.

Ich muss zugeben, ich habe in letzter Zeit auch nicht mehr geschrieben rotes Gesicht - partiell weil ich nicht so sicher bin, wie es weitergehen soll. unglücklich
Und weil von den letzten ca. 20 Texten ungefähr die Hälfte von mir war...
Thema: Chevaliers
Tyr Svenson

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30.01.2019 20:44 Forum: Söldner


Na seine wir mal ehrlich, bei dem Tech, den die Chevs haben, würd' mich dass auch nicht SO sehr überraschen... Augenzwinkern großes Grinsen

Aber nach (oder während/durch :evilsmile diese Season soll das Roster ja etwas reduziert werden, dachte ich. Dann passt es wieder... großes Grinsen
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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25.01.2019 05:12 Forum: Kurzgeschichten


Nun, das klingt doch alles sehr gut für mich. Ich meine das mit Held, Lehrmeister, Damoklesschwert etc. - nicht das mit dem im Schlaf/ beim Sprung sterben, großes Grinsen
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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24.01.2019 14:56 Forum: Kurzgeschichten


Na ja, wenn du nach der Logik gehen würdest, hätte es viele "Last Sands", viele Meutereien und Putsche erst gar nicht gegeben... Augenzwinkern
Die Akarii sind keine postheroische Gesellschaft.
Du hast natürlich Recht, die persönliche Bindung zwischen den Soldaten und dem Admiral ist nicht so dick, wie zwischen ihnen und ihrem Kommandeur - aber andererseits dürfte sie noch viel dichter sein, als zwischen ihnen und irgendwelchen (in ihrem Verständnis) Kurortkämpfern, die faul auf Akar abgehangen haben.
Während der Admiral "ihren" Sektor zusammengehalten und den Scheiß-Glatthäuten ordentlich eine verpasst und sie (oder ihre Kameraden) sogar überwiegend wieder nach Hause gebracht hat.
Das ist natürlich auch nur eine subjektive Wertung, aber eine die nicht ganz unwahrscheinlich ist.


Und in dem speziellen Fall war es ja nur ein normales Shuttle, das angedockt hat. Die Zahlenverhältnisse wären im Fall des Falles also nicht SO extrem ungleich gewesen, nehme ich mal an.

Aber letzten Endes sind die paar Squads an Bord des Kuriersschiffs wirklich (neben der Bewachung der Gefangenen) gegen Attentate oder irgendwelche ähnlichen Aktionen einer der anderen politischen Parteiungen gedacht, weniger gegen eine offizielle Verhaftung.
Eine Absicherung, wie die Panzerweste und der Mini-Laser, den er (manchmal) trägt.
In der Hoffnung, so zumindest eine Option o. eine Überraschung/ Abschreckung parat zu haben.

Stünden bei einer Enter-/ Verhaftungsaktion die Chancen eindeutig gegen Taran, würde er verm. auch das Leben seiner Untergebenen schonen wollen, denke ich.

Das als Hinweis, falls du da was vorhast... Teufel
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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23.01.2019 18:00 Forum: Kurzgeschichten


Cunningham

Bezüglich der Marines: Nun ja, es KÖNNTE ja sein, dass Taran evt. auch ganz bewusst Leute ausgesucht hat, auf die er glaubt sich verlassen zu können – vielleicht auch Leute, die nicht so einfach erpressbar sind? Bei tausenden Marines alleine bei der Kampfgruppe und verm. zehntausenden alleine auf T’rr sollte er Auswahl haben…
Wobei natürlich immer sein kann, dass ein paar faule Äpfel (oder vielmehr – auf die falsche Art faul) darunter sind.
Und sowohl bei den historischen Beispielen, bei denen ich mich bediene, als auch bei den Akarii GAB es ja immer wieder Putsche – sogar gegen KAISER (was verm. mehr zählt, als die momentane etwas wacklige Machtkonstellation auf Akar)…

Und du hast natürlich Recht – aber was meinst du, warum ich Taran keinen T’rr-Leibwächter gegeben habe *g*
Wobei im Nachhinein – das hätte schon was gehabt…



Bezüglich des Adelsforums:
Ich dachte, du hättest mal geschrieben, dass es in den letzten Jahrzehnten (o. länger?) nur noch zusammentrat, um den neuen Imperator abzunicken. Aber vielleicht gab es ja seitdem keine „großen“ Hochverratsprozesse mehr, für die das Adelsforum eben verantwortlich WÄRE…
Ich meine, bis zur Offiziersfronde gegen Jor dürfte es ja die letzten Jahrzehnte RELATIV innenpolitisch ruhig gewesen sein. Zumindest was das Akarii-Militär angeht. Keine Putsche oder so.

Und natürlich hofft Taran, dass ausgerechnet in der jetzigen Situation – und mit seinem „Sieg“ als Bonus – es schon etwas schwer fallen dürfte, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen. Man ist momentan nicht gerade mit Helden gesegnet…


Bezüglich Flottenoberkommando:

Hmm…in ähnlichen Fällen lasse ich mich gerne von der Realität inspirieren und google zur Not zu realen Institutionen *g*.

Wobei ich ja denke, die Admiralität setzt die Befehle des Großadmirals (und des Imperators) um, lässt (durch Stabsoffiziere und Planungsabteilungen) Operationen vorbereiten, Planspiele und Eventualitätspläne ausarbeiten und durchrechnen, bildet einen Pool für die Ernennung der Oberkommandeure einzelner Flotten und dirigiert diese.

Wobei sicherlich die Autonomie der einzelnen Flottenkommandeure schwankt, was ihre taktischen Kompetenzen angeht. Manche kriegen fix ausgearbeitete Pläne, die sie nur noch umsetzen sollen (und gegebenenfalls modifizieren müssen, wenn es mal wieder nicht nach Plan läuft.
Andere (gerade in peripheren Gebieten oder bei speziellen Operationen – bekommen vermutlich viel Spielraum bei der Planung
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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21.01.2019 19:00 Forum: Kurzgeschichten


Hallo,

das ist jetzt zwar wahrscheinlich kein kein Trost, aber ich freue mich, dass du dich wieder meldest!

Andrej
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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21.01.2019 17:28 Forum: Kurzgeschichten


Hm...interessante Frage.

Du darfst natürlich nicht vergessen, dass die Einheit handverlesen ist. Und sich der Draned-Sektor mehrere Jahre (?) nur noch sehr schwach mit dem Restimperium verbunden war. Das hat sicherlich auch bei denen gewisse Spuren hinterlassen, die sich selbst immer noch als streng loyalistisch betrachten.

Außerdem spielt bei meiner Betrachtung der Dinge auch immer ein wenig die Idee mit, dass ich mich beim Akarii-Imperium immer auch (u. a.) beim (spät)römischen Imperium etc. inspirieren lasse. Und den (beiden) Galaktischen Imperien... Augenzwinkern

Außerdem ist es ja noch die Frage, wie legitim ein Erschießungskommando wäre. Wer hat die Autorität dazu - gerade jetzt? Spannende Frage.

Taran wollte die Männer und Frauen wohl v. a. auch als Schutz gegen irgendwelche Fraktionisten, die ihn einfach aus dem Weg haben wollen, warum auch immer.


Dafür, dass er manchmal ein wenig zu allwissend herüberkommt, entschuldige ich mich. Ich schiebe es mal darauf, von wem ich mich (unter anderem) für ihn etwas habe inspirieren lassen.
Dann müsste er freilich BLAUE Schuppen haben... großes Grinsen


Und was Yelaks Sicht der Dinge angeht - die ist natürlich subjektiv. Aber *hüstel* es KÖNNTE auch daran liegen, dass ich so lange nichts Neues mehr von anderen Autoren zu den Akarii gehört habe und deshalb mich ein bisschen an etwas Hilfe fehlt... Augenzwinkern
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

Antworten: 1.136
Hits: 89.399
21.01.2019 07:58 Forum: Kurzgeschichten


Ich denke, du kannst das "fast schon" streichen... Augenzwinkern
Ich behalte es im Hinterkopf.

Nicht, dass wir bei unseren Geschichten nicht oft genug Klischees nutzen und bedienen... großes Grinsen
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

Antworten: 1.136
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20.01.2019 19:30 Forum: Kurzgeschichten


Vielen Dank für das Lob.

Und was deinen Schlusssatz angeht - hast du mit einem von beiden Chars was vor? verwirrt Augenzwinkern
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Tyr Svenson

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19.01.2019 20:14 Forum: Kurzgeschichten


Hallo Maroudeur74,

freut mich, dass du den Text gut geschrieben findest. Deine Kritik verstehe ich und ehrlich gesagt, mit dem Schluss war ich auch nicht so recht zufrieden.

Mein Problem ist, ich WEISS eben nicht, was mit Taran sein wird. Das liegt bei anderen.

Andererseits wollte ich unbedingt mal wieder was schreiben. Mir fehlte ein wenig die Geduld und Selbstdisziplin, da weiter zu warten und ich wollte nicht noch eine Nebenhandlung aufziehen. Das schafft allerdings das Problem, dass ich das Vorhandene etwas sehr ausschrote und dannn leider manchmal etwas Luft reinkommt. traurig

Natürlich habe ich dabei auch immer die Hoffnung, meine Mitkollegen zu neuen Texten anzuregen und als ein Impulsgeber zu wirken, dass es weitergeht. Augenzwinkern
Den anderen wieder etwas Lust am Schreiben geben (und sei es nur, um die Postzahlen auszugleichen. Augenzwinkern ).

Aber ich will auch nicht zu viel vorab entscheiden und diktieren, Pflöcke einrammen, die ich gewissermaßen dann wieder ziehen muss.
DESHALB habe ich das weitere Schicksal von Taran (und seine Verortung in der Politik) in der Schwebe gelassen.
Ärgerlich, dass ich diese Lücke nicht geschickt genug kaschieren konnte. Teufel
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Tyr Svenson

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18.01.2019 17:08 Forum: Kurzgeschichten


Zentralsystem des Akarii-Imperiums


Das Shuttle drehte bei, verlangsamte und glich seine Geschwindigkeit der sehr viel größeren XAN an. Auch wenn das Schiff bestenfalls von mittlerer Größe war, wirkte das Shuttle daneben wie ein Schiffshalter, der sich an einen Weißen Hai heften wollte. Und dennoch bestand die Möglichkeit, dass das so winzig wirkende und nur schwach bewaffnete Shuttle das Schicksal der XAN mit sich trug. Oder zumindest das Schicksal ihrer Passagiere…

Cpatain Thera Los überprüfte noch einmal den Sitz ihrer Uniform – ein nervöser Tick, der nicht wirklich dabei half, ihre unguten Vorahnungen zu unterdrücken. Die voll aufgeladene und entsicherte Laserpistole in ihrem Gürtelholster und die vier bewaffneten Marines hinter hier – sowie das knappe Dutzend in voller Gefechtsausrüstung, die in Rufweite warteten – waren da schon ein wenig wirkungsvoller, aber eben doch nicht wirklich genug. Sie unterdrückte den Impuls, sich zu den Marineinfanteristen umzudrehen oder gar noch einmal Admiral Taran anzufunken. Beides hätte sie schwach wirken lassen – und das konnte sie sich nicht leisten. Nicht ausgerechnet jetzt. Die Würfel waren geworfen. Jetzt blieb nur noch, die Augen zu zählen. Kurz zuckten ihre Hände, die sie hinter dem Rücken verschränkt hatte, direkt neben dem Pistolenholster. ‚Oder den anderen Spieler über den Haufen zu schießen.‘ Wenn sie sich nur sicher gewesen wäre, dass das tatsächlich etwas bringen würde…
Ein leiser Summton und das Aufleuchten einer Signallampe informierten Thera Los, dass der Druckausgleich erfolgt war. Unwillkürlich straffte sie sich, unterdrückte noch einmal den Drang, nach der Waffe in ihrem Gürtel zu tasten – und biss die Zähne zusammen, als die Sicherheitsluke aufglitt.

Der Captain, der das Shuttle betrat, war in mehrfacher Hinsicht eine Überraschung. Zum einen war er jung, vielleicht in Thera Los Alter. Außerdem war er alleine – sie hatte damit gerechnet, dass wer auch immer in dem Shuttle war, zumindest einen Adjutanten mitbringen würde. War das ein gutes Zeichen – oder ein schlechtes?
Ansonsten…der Offizier war hochgewachsen und breitschultrig, bewegte sich mit der wachsamen Eleganz eines Drehh-Fechters, was ihm in Kombination mit der dunklen Dienstuniform und dem dunkelgrauen Farbton seiner Schuppen eine leicht bedrohliche Aura verlieh. Gutaussehend war er – und sich dessen anscheinend auch bewusst. Thera Los stutzte. Dunkelgraue Schuppen? Das konnte doch nicht sein. Der einzige hochrangige Akarii-Offizier mit dieser Schuppenfärbung, den sie bisher kennengelernt hatte war…
„Captain. Ich bin Yelak Taran. Bringen Sie mich zu meinem Bruder.“
Das kam ebenso überraschend wie logisch, sodass Thera Los ein paar Augenblicke nicht viel mehr tun konnte, als den – jüngeren? –Bruder des Admirals anzustarren. Offenbar einige Herzschläge zu lange: „Gibt es ein Problem, Captain? Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit.“
Unwillkürlich stellte sich Thera Los Nackenkamm auf: „Sie hatten Zeit genug, hierzufliegen, CAPTAIN. Angesichts einer Flugzeit von wie viel – zehn Stunden? – sollten fünf Sekunden Sie nicht belasten. Identifizieren Sie sich.“
„Ich sagte doch bereits…“
„Ich habe Sie gehört. Jetzt würde ich gerne eine Bestätigung dafür erhalten.“ Sie spürte die Anspannung der hinter ihr stehenden Marinesoldaten. Vielleicht hätte sie einen etwas weniger konfrontativen Ton anschlagen sollen. Aber sie kannte ihre Pflicht. Trotz der offensichtlichen Ähnlichkeit – wenngleich Yelak Taran muskulöser war als sein älterer Bruder – und obwohl sie irgendwann schon mal eine allerdings schon etwas veraltete Aufnahme von Admiral Tarans Bruder gesehen hatte, durfte sie nichts als gegeben hinnehmen. Sich unter einer falschen Identität Zugang zur Zielperson zu verschaffen, war ein beliebter Meuchelmörder-Trick. Zumindest, wenn man nicht die Fähigkeiten der Cha’kal besaß, die angeblich durch Wände gehen konnten und nicht einmal durch das Vakuum des Weltraums aufhalten ließen.
Außerdem genoss sie die Möglichkeit, dem für ihren Geschmack etwas zu selbstsicheren Neuankömmling seine Grenzen aufzuzeigen. Gerade WEIL sie bis vor ein paar Sekunden halb damit gerechnet hatte, sich vor den Läufen eines Enterkommandos wiederzufinden. Das war vielleicht nicht klug – die Nerven lagen auch so blank – aber nur natürlich.

Offenbar war sie allerdings nicht die einzige, deren Zivilisationslack leichte Kratzer zeigte: „SIE…“, der Captain schluckte herunter, was er offensichtlich hatte sagen wollen, und aktivierte mit einer abgehakten Bewegung die Identifikationssoftware seines Handgelenkkoms.
Kurz zuckte es um Thera Los Mundwinkel, auch wenn sie es sich verbot, ihre Befriedigung zu offensichtlich zu zeigen, während sie die überspielten Daten sichtete. Yelak Taran wippte währenddessen ungeduldig mit dem Fuß – freilich ohne Thera Los zur Eile drängen zu können.
Die Identifikation schien zu stimmen – wenn auch die Freigabeorder für den Flug etwas vage wirkte. Thera Los runzelte die Stirn. Konnte es sein, dass…
Dann erinnerte sie sich. Wie sein älterer Bruder hatte Yelak Taran zu der sich gegen Prinz Jor formierenden Offiziersverschwörung gehört, die nach ihrem Scheitern zwar geschwächt aber nicht völlig zerschlagen worden war und immer noch einen nicht zu unterschätzenden Machtfaktor darstellte. ‚Interessant. Ist er ein Bote der Fronde? Oder geht es Yelak darum, seinen Bruder zu warnen? Es geht auf jeden Fall nicht nur darum, ihn zu Hause willkommen zu heißen.‘

Offenbar dauerte ihre Inspektion Yelak Taran zu lange: „Was ist eigentliche Ihre Funktion? Sind Sie Captain der XAN?“
„Captain Okami ist auf der Brücke. Mein Name ist Thera Los. Ich bin Stabschefin von Admiral Taran.“
Ihr Name schien dem Bruder des Admirals nichts zu sagen. Thera Los war sich nicht sicher, ob sie darüber froh oder ein klein wenig beleidigt sein sollte. Und deshalb schwang in Ihrer Stimme immer noch eine leichte Schärfe mit: „Und da Sie jetzt nicht nur meinen Namen sondern auch meine Position kennen, wäre es schön, wenn wir da gleichziehen würden. Oder ist das hier ein Familienbesuch?“
Kurz zuckte es in dem Gesicht von Yelak Taran – ‚Treffer!‘ – aber seine Stimme blieb sarkastisch wie vorher: „Ich komme von der Admiralität. Und da ein Captain bei der Admiralität wohl den Captain eines Admirals aussticht, wie wäre es, wenn Sie mich endlich zu `Kas bringen würden?“
Thera Los hätte die Behauptung Yelaks zwar zur Diskussion stellen können, entschied sich aber dagegen. Zumindest für den Augenblick. Sie signalisierte den Marines, zurückzubleiben und wandte sich brüsk um: „Kommen Sie schon!“

Statt hinter ihr zu bleiben, setzte sich Yelak Taran neben sie, auch wenn das in den engen Gängen des Kurierschiffes etwas zu eng war, um wirklich bequem zu sein: „Stabschefin sagten Sie? An Bord eines Kurierschiffs? Und sehr viel scheinen Sie ja nicht über meinen Bruder zu wissen, da Sie mich nicht erkannt haben. WAS GENAU ist eigentlich Ihre Aufgabe?“
‚DAS schon wieder.‘ Langsam war Thera Los es leid. Nicht, dass sie sich dafür schämen würde, hin und wieder von ihrem Aussehen profitiert zu haben. Aber dass manche automatisch davon ausgingen, dass das das einzige – oder zumindest erste – war, dem sie ihren Rang verdankte, war schon ziemlich beleidigend.
„Ich dachte, Sie sind beim Stab der Admiralität. Dann sollten Sie eigentlich die Aufgaben eines Stabschefs kennen. Wenn auch nicht aus eigener Erfahrung. Und was mir Ihr Bruder erzählt hat…
Nun, er hat mir zum Beispiel von seiner Verlobten erzählt.“ Das Erreichen des gemeinsamen Ziels verhinderte, dass Yelak die nächste verbale Salve abfeuern konnte, die er zweifellos bereits vorbereitet hatte. Thera Los nickte den beiden Soldaten zu, die vor Admiral Tarans Quartier Wache hielten und betätigte den Summer. Fast lautlos glitt die Kabinentür auf – der Admiral hielt sich nicht damit auf, die Gegensprechanlage zu aktivieren.

Ganz offenbar hatte auch er nicht mit DIESEM Besuch gerechnet: „Was bei allen Göttern der Sternenleere machst DU hier?!“
Über das Gesicht von Yelak Taran huschte ein rasches, fast spitzbübisches Lächeln: „Hallo Bruder. Das ist genau die Begrüßung, die ich erhofft habe.“
„Ist irgendetwas geschehen? Hast du…“
Yelak Taran winkte ab: „Entspann dich. Es geht allen gut. Na ja – zumindest allen, auf die es ankommt…“
Thera Los fragte sich, ob Tarans Bruder damit vielleicht den kürzlich verstorbenen Kriegsminister meinte. ‚Allerdings, SO neu ist das nun wieder auch nicht.‘
Währenddessen fuhr Yelak fort: „Und du musst auch keine Angst haben, dass diesmal ICH in die Peripherie verbannt werde. Außerdem wäre das auch ein verdammt schlechtes Timing, wo du gerade dein Flottenkommando abgegeben hast.“
Thera Los verdrehte die Augen. Dass Admiral Taran seine ‚Versetzung‘ in den Draned-Sektor seiner Beteiligung an der Offiziersfronde verdankte, war ein offenes Geheimnis. Aber dennoch nichts, was man leichtfertig vor einigen Marines erwähnen sollte.
Offenbar war ihr Vorgesetzter derselben Meinung: „Nun komm schon rein, bevor mich die Rührung überwältigt. Und du bist doch sicherlich nur hierhergekommen, weil du glaubst, dass ich deine schlechten Witze vermisst habe.“ Während er seinen Bruder in sein Quartier dirigierte, warf er Thera Los einen kurzen Blick zu und fuhr sich mit einem Finger der rechten Hand unauffällig über die linke Seite seines Halses. Thera Los neigte leicht den Kopf und wandte sich zum Gehen, während sich das Kabinenschott hinter den beiden Taran-Brüdern schloss.

Keine zwei Minuten später lehnte sie sich zurück und erlaubte sich ein kurzes Lächeln. Ganz offensichtlich war Yelak Taran NICHT an Bord gekommen, um seinen Bruder zum Selbstmord zu überreden. Und offensichtlich würde auch niemand anderes mit dieser Aufgabe betraut werden. ‚Zumindest vorerst.‘ Außerdem hatte sie sichergestellt, dass niemand das Gespräch der beiden Brüder belauschen würde. Nun ja, niemand – außer ihr.

„Ihr habt WAS versucht?!“
„Du hast mich schon verstanden! Und vor ein paar Jahren haben wir immerhin fast dasselbe schon einmal geplant. Vor deinem ‚Urlaub‘ im Draned-Sektor klang das bei dir noch ganz anders, als es um Jor ging. Also spar dir deine Entrüstung!“
„Damals hatten wir aber unter anderem eine ganze Reihe Admiräle, Generäle, Gouverneure und einen Marschall hinter uns! Nicht nur ein paar subalterne Offiziere, unzufriedene junge Adlige und eine Handvoll desillusionierter Gardisten. Die Offiziersfronde wurde dezimiert…“
„Da bist du nicht mehr auf dem Laufenden. Du bist nicht der einzige, den sie aus der Verbannung nach Hause holen.“
„Und ihr hattet nicht einmal die traurigen Überreste der Fronde hinter euch.“
„Mehr als du denkst. Und es wären noch wesentlich mehr gewesen, wenn Rallis und diese anderen alten Fossile nicht…“
„Dass ihr ausgerechnet auf DEN gesetzt habt, zeigt doch schon, wie verzweifelt ihr wart.“
„Du solltest ihn nicht unterschätzen. Und er war der einzige in der kaiserlichen Familie, der offen gegen die Allecars Stellung bezogen hat!“
„Abgesehen von Tobarii, meinst du.“
„Bah! Nur als er nicht mehr ignorieren konnte, dass Dero Allecar es mit seiner Frau treibt! Davor waren die beiden ein Herz und eine Seele in der Anbiederei an die Menschen. Es war so widerlich…“
„Was wirfst du den beiden eigentlich vor? Wir brauchten den Frieden mit der Konföderation. Ansonsten…“
„Hätten die CN und TSN Illis‘ Flotte im Raum zerfetzt, ich weiß. Es ging mir…uns doch nicht darum, DAS der Frieden mit der Konföderation geschlossen wurde. Sondern WIE.
Wie beide sich darin überboten haben, die Glatthäute als die besseren Akarii zu präsentieren.“
„Ich hoffe sehr, dass das nicht alles war, was euch dazu bewogen hat, einen Staatsstreich zu planen. So einen Blödsinn erwarte ich vielleicht von ein paar durchgeknallten Expansionisten im Gefolge von Jor und Karrek Thelam, aber von dir…“
„Und da liegt dein Irrtum. Für dich ist Dero immer noch der Nichtsnutz, mit dem du dich vor zwanzig Jahren herumgetrieben hast. Klar, heute vögelt er die Prinzessregentin, aber abgesehen davon…“
„Sei nicht so vulgär! Du spricht über eine kaiserliche Prinzessin.“
„Nau und? Immerhin ist es wahr! Und dank den verstiegenen Ambitionen der Allecars weiß das inzwischen das ganze Imperium. UND unsere Gegner. Was meinst du, was das für die Moral unserer Truppen oder das Ansehen des Imperiums bedeutet – gerade jetzt? Mal abgesehen davon, dass Dero auch noch den Kriegsminister umbringen musste! Und das alles nur, weil Meliak Allecar und sein widerlicher Sprössling es sich in den Kopf gesetzt haben, dass jetzt SIE an der Reihe sind.
Vor unseren Augen rollt ein verdammter Staatsstreich ab! Und nur wir waren bereit, das Richtige zu tun!“
„Indem ihr selber einen Putsch lostretet? Und dazu noch einen schlecht vorbereiteten!“
„Wir wollten die Dinge wieder ins Lot bringen!“
„Hast du vergessen, warum wir uns damals gegen Jor gestellt haben? Es ging uns nicht darum, irgendeine Blutlinie oder Dynastie auf den Thron zu bringen oder sie dort zu halten. Es ging darum, einen verblendeten Dilettanten die Waffen aus der Hand zu schlagen, mit denen er in seiner Dummheit ins Fleisch des Imperiums schnitt…“

Thera Los hätte beinahe aufgelacht. Sie erkannte diese Worte, auch wenn sie bezweifelte, dass ihr Vorgesetzter sich dessen bewusst war, dass er aus dem Zyklus ‚Der blutige Himmel‘ zitierte.

„Und das gleiche haben wir versucht.“
„Dero ist nicht Jor. Er ist nicht der Kronprinz, er ist nicht Kriegsminister – und schon gar nicht ist er ein Großadmiral. Er war Sonderbotschafter und hat uns einen Frieden gesichert, dank dem wir wieder in die Offensive gehen konnten. Dass er Tobarii herausgefordert hat, das WAR eine Dummheit – aber das macht ihn nicht zu Jor. Er hat weder einen Krieg zur falschen Zeit vom Zaun gebrochen und mit der falschen Strategie geführt, noch damit angefangen, die Streitkräfte nach irgendwelchen vorsintflutlichen Vorstellungen zu säubern und unsere besten Kommandeure kaltzustellen.“

Thera Los fragte sich, ob Admiral Taran damit auch sich selbst meinte. Vermutlich, denn er litt nicht unter falscher Bescheidenheit. Vielleicht hatte seine Opposition gegenüber Prinz Jor schon an dem Tag begonnen, als der Kronprinz den unter anderem von Taran entworfenen Plan für die Mantikore-Offensive drastisch verändert hatte, um seinen sehr viel weitreichenderen und waghalsigeren Offensivplänen zu entsprechen.

„Du warst nicht hier. Während deiner Zeit im Exil hat sich vieles geändert. Du hättest miterleben sollen, wie Dero und Tobarii mit ihrer idiotischen Seid-doch-nett-zu-den-Menschen-Strategie die Flotte gespalten, die Reformer diskreditiert und die Traditionalisten gegen sich aufgebracht haben, nur um sich dann gegenseitig an die Gurgel zu gehen! Die kaiserliche Dynastie und die Reformbewegung wird sich vielleicht nie wieder von diesem Schlag erholen – und dass jetzt, da wir gleichzeitig eine starke Führung UND die Bereitschaft und die Fähigkeit zur Reform brauchen. Einen Schritt zu kurz, und die Völker des Imperiums werden sich gegen uns wenden – und dann werden die T’rr-Rebellionen nicht mehr als ein Vorspiel sein.“
„Glaubst du, das weiß ich nicht? Was meinst du, warum…“
„Und einen Schritt zu weit, und wir versinken endgültig im Bürgerkrieg. Dann gibt es kein Imperium mehr, nur noch einen zerfetzten Torso, eine zerbrochene Flotte, die sich selber zerfleischt, während die Menschen, die Peshten und wer weiß noch sich nach Belieben Stücke aus dem Leichnam des Imperiums reißen.“

Offenbar war Mokas Taran nicht der einzige, der die alten Klassiker gelesen hatte. Nun ja, die traditionelle Ausbildung der alten Adelsfamilien. Die Bürde, die eine bis in die Akarii-Antike zurückreichende Ahnenreihe nun einmal mit sich brachte. Thera Los war froh, dass ihr dieses Schicksal erspart geblieben war.

„Und deshalb brauchen wir eine starke Führung!“, fuhr Yelak leidenschaftlich fort: „Aber wen haben wir jetzt? Der Kaiser ist tot. Der Kronprinz auch – und das ist gut so! Und alles, was übrigbleibt, ist eine Prinzessregentin, deren Liebhaber ihren Ehemann ermordet hat. Ob der alte Meliak den Thron für seinen Sohn will oder nur für seinen Enkel...glaubst du, das wird nicht auf Widerstand stoßen? Das kann der Funke sein, der das Reich endgültig zerreißt. Du hast nicht erlebt, wie die Allecars angefangen haben, sich am Hofe breitzumachen. Wir MUSSTEN handeln, bevor sie sich endgültig festgesetzt hatten.“
„Wer auf dem Thron sitzt, ist mir ehrlich gesagt ziemlich gleichgültig. Solange er die Flotte und die Armee das tun lässt, was nötig ist.“
„Und dazu setzt du auf DERO?!“
„Warum denn nicht? Ich gehe mal davon aus, dass er sich nicht auf einmal einbildet, über Nacht zum Flottenstrategen berufen worden zu sein, wie ein anderer Thronprätendent den wir beide gekannt haben. Dero…ist bereit zuzuhören. Und die Allecars werden die Flotte UND die Armee brauchen. Männer – und Frauen – die ihnen zeigen, wie man das Imperium schützt, bewahrt und wieder in ruhige Gewässer führt. Und dann stehen wir bereit. So wie es die Tarans schon seit Jahrtausenden getan haben. Nicht weil wir dazu gezwungen werden. Sondern weil wir es WOLLEN.“
„Du klingst schon genauso wie Vater!“
„Danke…glaube ich.
Aber verrate mir doch, wen wolltet ihr anstatt dessen auf dem Thron? Rallis? Navarr? Sag bitte nicht Lisson oder Karrek Thelam. SO verzweifelt könnt nicht einmal ihr gewesen sein.“
„Rallis und Navarr…waren unsere beste Chance. Ob als Regenten oder auf dem Thron – das hätte Stabilität bedeutet. Jedenfalls sehr viel mehr, als ein ungeborener Imperator mit einer…beschädigten Prinzessregentin und einem Allecar an ihrer Seite. Oder gar einem Allecar auf dem Thron.
Lisson…hat keinen Herrscherwillen. Und Karrek…“
„Ist dir nie der Gedanke gekommen, dass genau DAS das Ergebnis hätte sein können, selbst WENN ihr Erfolg gehabt hättet? Dass während ihr euch mit den Allecar-Loyalisten herumschießt und verzweifelt darum bemüht seid, die Reste der Heimatflotte unter Kontrolle zu bekommen und so etwas wie Normalität und Legitimität vorzugaukeln, Großadmiralin Lay Rian, gestützt auf ihr Amt UND ihre Flotte auf die Idee kommen könnte, ‚ihren‘ Thelam auf den Thron zu hieven?“
„Lay Rian ist keine Idiotin. Sie HASSTE Jor – sie will ganz bestimmt nicht seine Reinkarnation auf dem Thron. Und sie ist Loyalistin.“
„Loyal WEM gegenüber? Dem REICH? Der DYNASTIE? Diesen Schlachtruf kann man sehr verschieden meinen…
Und wenn ihr gescheitert wäret…“

Der Admiral schwieg kurz und statt Ärger und Frustration schwang jetzt etwas anderes in seiner Stimme mit, eine Emotion, die Thera Los nicht sofort einordnen konnte.

„Was wäre dann mit Vater gewesen? Was mit Ciara? Ist dir klar, dass…wenn ihr gescheitert wäret, wenn du…
Was hätte ich dann tun sollen? Was wäre mir übrig geblieben, als in den Draned-Sektor zu flüchten und die Flotte, die ich für das Imperium geschaffen habe, in den Aufstand zu führen? Und bei diesem Versuch entweder zu sterben – oder den Bürgerkrieg zu beginnen, den ihr verhindern wolltet.“
„Was redest du da für einen Unsinn? Du hättest…“
„Du bist mein BRUDER. Im Guten wie im Schlechten. Wir haben uns gemeinsam gegen Jor gestellt. Wenn ihr jetzt tatsächlich losgeschlagen hättet und GESCHEITERT wäret…
Ich wäre so oder so ein Toter auf Abruf gewesen. Einen…Verrat hätte man mir vielleicht nachgesehen. Aber einen zweiten…“

Einige Augenblicke herrschte Schweigen und Thera Los fragte sich schon, ob der Admiral bemerkt hatte, dass die Komm-Anlage aktiviert war und sie abgeschaltet hatte. Doch dann erklang wieder seine Stimme, jetzt mit einem leicht melancholischen Unterton, den die Stabschefin aus einigen der Gespräche mit ihrem Vorgesetzten kannte: „ Das bringt doch alles nichts. Also, wo stehen wir?“
„Was meinst du? Pan’chra? Oder wir beide, Bruderherz?“
Die Antwort war ein amüsiertes Schnaufen: „Fangen wir erst mal mit der Situation in der Hauptstadt an und den Scherben eures geplanten Putschversuches. Was das ‚uns‘ angeht, verschieben wir lieber noch ein bisschen. Bis ich nicht mehr den Wunsch verspüre, dir eine zu kleben, Brüderchen.“
„Na, das möchte ich mal sehen…
Pan’chra…keiner weiß so genau, wie es jetzt weitergeht und was die neuesten Entwicklungen für den Kampf um den Thron bedeutet.“
„Aber die Allecars sind auf dem Vormarsch, sitzen jedoch nicht gerade fest im Sattel. Damit können wir arbeiten. Gut.“
„Na ja. Du wärst nicht der erste, der erst im Nachhinein merkt, dass das Nuron, dass er reiten wollte, in Wirklichkeit ein ungezähmtes Akiti ist.“

Das Nuron war ein vierfüßiges, warmblütiges Reptil von Akar, das schon seit vorgeschichtlicher Zeit von den Akarii als Fleisch- und Lederlieferant, dann als Trage-, Zug- und Reittier domestiziert wurde.
Beim Akiti hingegen handelte es sich um ein sehr viel schwerfälligeres, wechselwarmes und mehr als doppelt so schweres Reptil, das zwar als ein wertvoller Fleisch- und Lederlieferant galt, für Trage- oder Zugdienste jedoch aufgrund seiner Größe, der unterarmlangen Hauer und dem gefährlichen Naturell ungeeignet und nur mit begrenztem Erfolg in den Kriegen der Akarii-Antike als eine Art ‚lebender Panzer‘ eingesetzt worden war.

„Was ist mit den Thronprätendenten?“
„Rallis…der dürfte wie immer auf die Füße fallen.“
„Ja, auch wenn es die Füße von jemand anderem sind.“
„Autsch. Er ist nämlich nicht gerade leichter geworden in den letzten Jahren.
Navarr…haben sie mit Marschall Parin und Admiral Kjani Rau in Richtung Draned-Sektor in Bewegung gesetzt. Zusammen mit oder gefolgt von einer kompletten Trägerkampfgruppe, wenn nicht noch mehr. Wie du ohne Zweifel weißt.“
„Allerdings. Was ich allerdings immer noch nicht weiß ist, wer dahinter steckt. Einen der aussichtsreichsten Thronprätendenten mit zwei derartig hochkarätigen Offizieren – und zusätzlichen Schiffen – in die Peripherie abzustellen...“
„Und dann wäre noch Karrek. Zuerst dachte ich ja, man hätte ihn ebenfalls kaltgestellt, als man ihn zu Lay Rian abgeschoben hat. Aber wenn ich mir das jetzt so ansehe…“
„Haben wir bald ZWEI Thelam-Prinzen mit einer Flotte. Vielleicht seid ihr ja nicht die einzigen, die einer…zu ambitionierten Politik der Allecars vorbeugen wollen.“
„Ja…die Allecars. Die machen sich inzwischen breit wie ein Schimmelpilz. Angeblich haben sie schon bei Rallis wegen Prinzessin Linais Hand nachgefragt.“
Admiral Taran schnaubte: „Ich kann nicht glauben, dass Dero so unverfroren ist. Das war bestimmt sein Vater. Was hat Rallis gesagt?“
„Das weiß keiner so genau. Auch wenn ich gehört habe, dass einige der Alternativbeschäftigungen, die er Meliak Allecar – UND dessen Sohn – vorgeschlagen hat, sehr…farbig gewesen sein sollen.“
„Und Linai?“
„Hält erst einmal formelle Trauer. Es heißt, man hätte sie aufgefordert, die Kaiserliche Garde zu mobilisieren…“
„Wart ihr das?“
„SO verzweifelt waren wir nun wieder auch nicht. Und es hätte sowieso nichts gebracht. Sie tut…gar nichts.“
„Vielleicht ist das erst mal das klügste. Abwarten, bis sich der Staub etwas gelegt hat.“
„Wenn dann überhaupt noch etwas zu tun übrig BLEIBT. Wenn die Allecars genug Zeit haben, sich einzugraben…außerdem laufen Linai jeden Tag, den sie mit Nichtstun verbringt, die Gefolgsleute davon. Zu den Allecars, zu Rallis.“
„Zur Fronde…“
„Wir tun unser Bestes. Und das wär es…“
„Was ist mit Lisson Thelam?“
„Ach verdammt, den habe ich vergessen. Aber das kommt häufiger vor.“
„Manchmal nicht die schlechteste Position um zu starten. Die in der ersten Reihe…“
„Werden als erste erschossen, ich weiß. Aber wenn du jetzt wieder mit Imperator Clodus kommst, dann muss ich dich daran erinnern, wie das letztendlich ausging.“

Imperator Clodus war in einer recht turbulenten Phase der Spätantike auf den Thron gekommen, weil er nach einer blutigen Palastrevolte der einzige männliche Überlebende der herrschenden Kaiserlinie war. Die aufständischen Mitglieder der kaiserlichen Garde hatten den Gelegenheitshistoriker und Freizeitgelehrten ganz einfach vergessen. Als loyale Verbände die Überhand gewannen, fanden sie Clodus in der Palastbibliothek und erhoben ihn umgehend zum Kaiser. Er hatte seine Sache erstaunlich gut gemacht und bescherte dem Reich zwanzig Jahre dringend benötigten Frieden. Nur seine Familienpolitik erwies sich als katastrophal, sodass das Reich nach seinem Tod in einen Bürgerkrieg stürzte, aus dem Xias der Blutige als Sieger hervorging. Dieser wiederum hatte sein Ende gefunden, als sein Blutdurst in Wahnsinn umschlug. Das Haus Allecar und Taran hatten dabei eine wichtige Rolle gespielt…

„….natürlich hat er noch ein paar unverheiratete Töchter, die durchaus noch eine Rolle spielen könnten. Wenn sie passend heiraten, dann könnte Lisson tatsächlich ein Fokus für den Widerstand gegen die Allecars werden. Vor allem, wenn er seine Schmuckstücke mit einem der anderen Thronprätendenten verheiratet…“
Der Admiral schnaubte wieder: „Ich nehme mal an, die fraglichen Damen wollen da auch noch etwas mitzuentscheiden haben. Und wen meinst du bitteschön? Navarr ist wohl etwas jung für die beiden.“
„Gar nicht mal so sehr.“
„Und Rallis ist zu alt.“
„Geht so.“
„Und Karrek…ich hoffe, Lisson ist nicht SO desperat.“
Yelak Tarans Stimme gewann einen leicht sarkastischen Ton: „Das sind natürlich nicht die einzigen möglichen Kandidaten. Es gibt noch den ein oder anderen, der kaiserliches Blut in den Adern, einen Sieg auf seinem Schild und – vielleicht – sogar eine Flotte in der Hinterhand hat. Oder was meinst du, `Kas?“

Die Antwort ließ einige Sekunden auf sich warten, vermutlich weil es Thera Los Vorgesetzten die Sprache verschlagen hatte. Was sie selber anging, so konnte sie sich ein boshaftes Kichern nicht ganz verkneifen.

„Du spinnst doch, Yelak.“
„Was meinst du, warum ich Ciara nicht auf meinen kleinen Trip mitgenommen habe?“
„Hättest du das gemacht, dann hätte ich dich wohl wirklich zusammenschlagen müssen.“
„Warum das denn?“
Auf einmal gewann die Stimme des Admirals an Schärfe und Härte: „Weil ich nicht will, dass sie dabei ist, falls ich verhaftet oder gleich vor ein Erschießungskommando gezerrt werde.“
Thera Los war sich nicht sicher, ob Yela realisierte, wie ernst es seinem Bruder bei diesen Worten war. Falls der jüngere Taran es bemerkt hatte, so war er offenbar sofort zu dem Entschluss gekommen, das lieber zu ignorieren oder vielmehr zu überspielen: „Und ich dachte, weil du Angst hattest, Ciara würde beim Anblick deiner ‚Stabschefin‘ die falschen Schlüsse ziehen. Oder vielleicht die richtigen?“
„Was redest du schon wieder für einen Schwachsinn?!“
„Du musst doch zugeben, das Mädchen ist zum Anbeißen.“
„CAPTAIN Los ist ein fähiger Offizier. Sie ist loyal – jedenfalls insoweit das unter diesen Umständen möglich ist. Und sie verabscheute Jor.“
„Verstehe.“
„Dass Sie daneben auch angenehm anzuschauen ist…“

Thera Los runzelte die Stirn. Sie schätzte sich schon etwas besser ein.

„…ist mir nicht entgangen. Und kann manchmal durchaus von Vorteil sein – und sei es auch nur, weil sie und auch ich deswegen unterschätzt werden. Aber wenn ich bei der Zusammenstellung meines Kommandostabs nach solchen Maßstäben vorgegangen wäre, dann hätte ich mich wohl eher an einer Konkubinenschule umsehen sollen. Ich wähle meine Vertrauten nach ihrer Leistungen, ihrem Können und ihrem Potential aus.“
„Potential hat sie tatsächlich…“

Ein dumpfes Klatschen und ein unterdrückter Fluch ertönten. Thera Los runzelte die Stirn und schnaubte dann amüsiert. Offenbar hatte der ältere Taran-Bruder dem jüngeren doch noch eine verpasst. ‚Jungs…‘

„Reicht das? Was soll das überhaupt? Willst du wissen, ob du freie Bahn hast?
Außerdem ist Thera eine gute Zuhörerin. Eine rare Gabe.“

Wieder fragte sich Thera Los, ob der Admiral wusste, dass sie zuhörte. Manchmal hatte er beunruhigend hellsichtige Anwandlungen.

„Sag bloß, dass du sie auch mit deinen geliebten Reminiszenzen über die vergängliche Größe und Schicksal von Imperien beglückt hast.“
„Da du ja nicht mehr erreichbar warst…“
„Jetzt WEISS ich, dass ihr beide nicht im Bett gelandet seid. Obwohl es natürlich sein kann, dass sie mal währenddessen eingeschlafen ist. Auf einmal tut sie mir richtig leid.“
„Weißt du was, du wirst immer witziger, je älter du wirst. Was soll denn erst werden, wenn du mal erwachsen bist. Nicht auszudenken…“

Übergangslos wurde Admiral Taran wieder ernst und Thera Los realisierte, dass das Geplänkel zwischen den beiden Brüdern nur ein Schattenspiel gewesen war, um die darunter lauernde Anspannung zu verschleiern. Wie Soldaten, die auf dem Schlachtfeld pfiffen.

„Genug damit. Warum bist du wirklich hier? Doch nicht nur, um mich mit dem neuesten Klatsch zu versorgen. Dazu hätte auch ein Komm-Anruf gereicht.“
„Da hören mir zu viele mit. Außerdem fliegt ihr unter Komm-Sperre. Dass ich mich durchgemogelt habe, ist ein verdammtes Wunder.“
„Ja – falls nicht jemand die Taran-Brüder mit einem Schlag erledigen will.“, knurrte der Admiral.
„Vielleicht wollte ich auch einfach meinen Bruder wiedersehen? Oder dir den Kopf zurechtrücken, bevor dir die Allecars das Hirn mit irgendwelchem Blödsinn vernebeln um dich für ihre verstiegenen Ambitionen einzuspannen.“
„Yelak. Ich habe das Scheitern der Fronde überstanden, den Draned-Sektor und die TSN.“
„Ja. Aber jetzt bist du auf Akar. Und das Spiel wird hier inzwischen mit ganz anderen Einsätzen gespielt…“
„Bist du nur hierhergekommen, um mir das zu sagen?“
„Nein. Du bist mein Bruder. Ich bin hiergekommen, damit du der Entscheidung nicht alleine gegenüberstehst, die für dich getroffen wurde. Und bevor du mir sagst, dass dein höchst zweitschneidiges Schwert ist, vergiss nicht – du warst mehr als zwei Jahre weg. Die Leute haben dich nicht vergessen – dank deiner Erfolge, dank Ciara, dank Vater und auch dank mir. Aber du wirst jetzt jeden Fetzen Unterstützung brauchen, den du kriegen kannst.“

Diesmal verzichtete der Admiral darauf, seinem Bruder zu wiedersprechen. Vermutlich, weil er wusste, dass der Recht hatte: „Also gut. Ich muss wissen, wer von unserer alten Runde noch dabei ist. Und wie es in der Admiralität aussieht. Wer zieht die Fäden, wer sind die aufsteigenden Sterne? Und vor wem muss ich mich in Acht nehmen. Und dazu…“

Thera Los Handgelenk-Komm fiepte: „Admiral.“
„Sie können wieder zu uns stoßen. Nachdem wir den brüderlichen Smalltalk abgehakt haben, wird es Zeit, dass wir etwas Flottenpolitik planen. Und da möchte ich Sie dabei haben. UND Ihre Meinung hören.“
Ja, kein Zweifel, der Admiral wusste oder ahnte zumindest, dass sie gelauscht hatte. Noch ein Grund, warum sie inzwischen froh war, NICHT mit ihm ins Bett gegangen zu sein. Mokas Taran wusste auch so schon beunruhigend viel über sie: „Selbstverständlich, Admiral.“
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