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Autor Beitrag
Thema: Chevaliers
Cattaneo

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11.10.2021 19:25 Forum: Söldner


Na ja, das ist leider das Problem, wenn man auf zwei Hochzeiten tanzt (eigentlich drei, die Arbeit nicht vergessen), genauer hier und bei HdfL. Im Moment verstecke ich mich ja hinter Ace... Augenzwinkern

Ich vermute, bei ihm ist es ähnlich, er hat ja wohl auch noch andere Projekte am Laufen. Ich muss mal sehen, dass ich mir etwas freischaufeln kann, aber es kommt immer was neues hinzu unglücklich
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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01.10.2021 08:22 Forum: Kurzgeschichten


Tyr: Ich glaube, du müsstest deinen Posteingang mal etwas ausräumen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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30.09.2021 10:08 Forum: Kurzgeschichten


Hallo

Danke erst einmal für das Lob, das hört man natürlich gerne.

Tut mir leid, dass das nicht ganz so eindeutig war wie ich dachte. Ja, die Brücke ist gesichert. Ich baue am besten noch einen Satz ein.
Was die Gesamtsituation angeht, da kommt noch was. Aber vermutlich erste Ende nächste Woche (zumindest von meiner Seite).
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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29.09.2021 14:30 Forum: Kurzgeschichten


So, hier kommt der nächste Text, und diesmal geht es recht blutig zu. Hinweise nehme ich gerne entgegen.

Der folgende würde relativ bald danach spielen, aber ich werde eine Weile brauchen ihn zu schreiben. Und falls Ace noch was einschieben will, können wir uns gerne dabei abstimmen.
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Cattaneo

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29.09.2021 14:27 Forum: Kurzgeschichten


Stiefel am Boden, Flügel in der Luft

Uferstreifen von Nera’Rijen, Gamma Eridon

Das dumpfe Kläffen des leichten Granatwerfers – vermutlich eine Unterlaufwaffe – war die einzige Warnung, die Corporal Mariza de Menezes Cordeiro alias deMeCo alias Urutu bekam. Glücklicherweise war sie erfahren genug um zu wissen, was zu tun war. Aus dem geducktem Lauf ließ sie sich vornüberfallen, wobei sie den Sturz mit den gepanzerten Ellenbogen abfing. Schließlich durfte sie ihr Gewehr nicht beschädigen. Einen Sekundenbruchteil später lag sie lang, mit geöffnetem Mund.
Die Explosion – nein, mehr als eine – war nah, viel zu nah. Das teuflische Zischen der Granatsplitter in den Blättern der umgebenden Büsche war ein Laut, der selbst gestandene Veteranen dazu trieb, sich angstvoll zusammen zu kauern.
Die Scharfschützin schüttelte den Kopf, um das Klingeln in den Ohren zu vertreiben. Für einen Moment wartete sie, ob da noch etwas kam.
,Hm, sieht nicht so aus.‘
Vorsichtig erhob sie sich, blickte sich sichernd um und machte sich dann daran, in dieselbe Richtung zu schleichen, aus der sie gerade gekommen. Sie HASSTE den Teil ihres Jobs!

Ihre Ruger 47 Präzisionslaserwaffe hatte zahlreiche Vorteile gegenüber den antiquierten konventionellen Scharfschützengewehren, mochten einige verkalkte Veteranen ihnen auch den Vorzug geben. Das Lasergewehr war im Einsatz nahezu lautlos, sein 15-schüssiges Energiemagazin wog weit weniger als die gleiche Zahl Patronen einer Waffe mit vergleichbarer Durchschlagskraft. Die Reichweite ließ natürlich keine Wünsche offen. Und vor allem war die Zielgenauigkeit deutlich überlegen. Mit einer Laserwaffe musste man sich kaum Gedanken über Dinge wie Wind oder Bahnneigung machen. Es war auch unwahrscheinlich, dass der Feind sich aus der Schussbahn bewegte – der Energieimpuls schlug fast im selben Moment ein, in der man den Abzug drückte.
Das hatte jedoch einen Preis. Beim Einsatz in der Atmosphäre war die Schussbahn durch den hochenergetischen Laserimpuls oft schon mit bloßem Auge zu erkennen, in jedem Fall aber konnte ein gut platzierter Beobachter mit einem Sichtgerät die Schützenstellung vergleichsweise präzise anpeilen. Und das bedeutete, ein Sniper mit einem Lasergewehr war geraten, sich nach dem Schuss möglichst schnell abzusetzen. Denn stets bestand die Gefahr, dass der Feind – wie in diesem Fall – die vermutete Position des Scharfschützen mit einer Granate bedachte. Scharfschützenduelle waren ein wahrer Alptraum, denn wenn er erste Schuss nicht traf, konnte es sehr gut sein, dass der zweite – gegnerische – direkt im Ziel saß.

Ihre Aufgabe war nicht unbedingt heroisch, aber notwendig – den rückwärtigen Bereich der Landungszone absichern. Das Fünfte Bataillon schob seine Position immer näher an die Brücke über den Rijen heran, doch musste zugleich sichergestellt werden, dass die restlichen Kaiserlichen in Nera’Rijen den Landungstruppen nicht in den Rücken fielen. Zwar war der Feind ohnehin durch den Kampf gegen die Guerilla angeschlagen, und die Luftangriffe der Angels zeigten offenkundig ebenfalls Wirkung. Aber die Gefahr war noch nicht gebannt, und die Jabos konnten nicht überall sein. Ziele gab es genug, und der Vormarsch des Bataillons benötigte einen Großteil der Unterstützung.
Deshalb hatte der Bataillonschef einen dünnen Schleier aus Infanterie zur Absicherung zurückgelassen, der jedem übermütigen Imperialen den Schneid abkaufen sollte. Urutus Waffe, geeignet noch auf einen Kilometer Entfernung ihr Ziel mit tödlicher Präzision zu treffen, war in den vergleichsweise offenen Uferwiesen mit ihren Büschen und kleinen Wäldchen fast so effektiv wie ein Schnellfeuerlaser. Sie hatte denn auch in der letzten halben Stunde fünf generische Soldaten getötet oder schwer verletzt – im Moment war das eine so gut wie das andere – und mit einem knappen Dutzend Kameraden anderthalb bis zwei Züge feindliche Infanterie davon abgehalten, auf dumme Gedanken zu kommen. Sie wollte allerdings lieber nicht daran denken, was passierte, wenn der Gegner Verstärkung erhielt und entschlossener vorging, etwa falls er ein, zwei leichte Panzerfahrzeuge lockermachen konnte. Es WAR möglich, mit einer Ruger gepanzerte Ziele auszuschalten, doch es war sehr, sehr schwer. Ihre einzigen anderen panzerbrechenden Waffen waren ein paar Unterlaufgranatwerfer, und die waren nicht besser…
Am besten wäre es natürlich gewesen, hätte man sich mit den Guerillas austauschen oder abstimmen können. Aber das war praktisch undenkbar, schließlich hatten die keine zentralisierte Befehlsstruktur, und sichere Kommunikationskanäle gab es schon gar nicht. Na ja, hoffentlich zogen sie zumindest etwas von der feindlichen Aufmerksamkeit auf sich.

Keine halbe Minute später hatte Mariza ihren Spotter Zolin Morientes wiedergefunden und war erneut in Position. Der Gegner hatte sich nicht gerührt – kein Wunder, immerhin lagen an diesem Uferstreifen verstreut fast ein Dutzend tote oder schwerverletzte Imperiale, nicht gerechnet die Leichtverwundeten, die es geschafft hatten in Deckung zu gehen. Ohne einen rücksichtslosen Offizier der sie antrieb oder ausreichend Feuerunterstützung musste es den Kaiserlichen zu gefährlich erscheinen, energisch anzugreifen. Selbst wenn sie die Terraner – die sich redlich mühten mehr zu erscheinen als sie waren – überrennen konnten, wären die Verluste drastisch gewesen.
Im Moment beschränkte sich das Gefecht auf sehr sporadische Schusswechsel – wohl auch, weil beide Seiten mit ihrer Munition haushalten mussten.
Eines musste man den Echsen jedoch lassen, dämlich waren sie nicht. Mariza hatte gehofft, dass der Gegner sich unvorsichtiger verhalten würde – schließlich hatte er hier keine Laufgräben zur Verfügung, und der Schutz eines Baumstammes war höchst fragwürdig gegen eine Waffe wie die ihre. Aber die Imperialen verstanden es recht gut, sich abzuducken.
Ihr Sprechfunk meldete sich, der Truppführer der kleinen Streitmacht: „Lagebericht?“
Mariza überließ ihrem Spotter die Antwort. Nicht nur, dass sie die Aufmerksamkeit nicht zwischen der Zieloptik und der Kommunikation aufteilen wollte, Zolin hatte auch die bessere Übersicht: „Es rührt sich nichts. Entweder die buddeln gerade einen Tunnel um uns zu überraschen, oder wir haben sie erst einmal eingeschüchtert.“
Das wurde mit einem halben Lachen quittiert: „Nur nicht übermütig werden. Vergesst nicht, die Echsen müssen keine 100 Schritte rennen, dann stehen wir ihnen Auge in Auge gegenüber. Und das würde ein sehr kurzer Showdown.“
„Verstanden, aber…Achtung! Multiple Abschüsse!“

Mariza brauchte nicht den Funkspruch abzuhören um zu wissen, was gemeint war. Auf der anderen Seite kläfften erneut ein, zwei Unterlaufgranatwerfer los. Für einen Moment erhaschte sie eine Bewegung im Unterholz, doch ehe sie das Ziel anvisieren konnte, war der Akarii schon wieder in Deckung gegangen – nachdem er eine Handgranate geworfen hatte. Mariza war zu erfahren, um ihre Position wegen eines unsicheren Schusses zu riskieren. Aber wenn da drüben nicht Grakon der Schreckliche* in Stellung lag, dann hatte er keine Chance, die Granate auch nur halbwegs bis zu den terranischen Linien zu werfen…
Doch das war auch gar nicht der Plan: sowohl die Hand- als auch die Werfergranaten waren offenkundig Rauchbomben. Und so geballt wie der Gegner sie einsetzte, waberte binnen kurzem eine dichte Wolke Thermorauch über das Schlachtfeld, von einem leichten Wind in Richtung der terranischen Stellungen getrieben.
„Sperrfeuer!“ Die Stimme des Truppführers überschlug sich förmlich. Kam also doch der feindliche Sturmangriff!
Mariza senkte blitzartig die Waffe, zog mit einer fließenden Bewegung ihren Handlaser und begann, das Magazin in Richtung Feind zu leeren. Neben ihr fauchte der Schnellfeuerlaser ihres Spotters los. Mit kurzen, kontrollierten Salven deckten sie ihren Bereich der Front so gut ab wie es nur ging.
Kampfschreie wurden auf der anderen Seite laut, und mehrere Waffen gaben Salvenfeuer. Im dichten Rauch war für keine von beiden Seiten zu erkennen, worauf sie eigentlich schossen. Einzelne scharfe Explosionen brüllten auf, als Marines versuchten, mit Granaten den feindlichen Angriff zu stoppen, und vervollständigten die Kakophonie aus optischen und akustischen Effekten.

Es brauchte eine gute Minute, bis den Terranern aufging, dass die Echsen eigentlich inzwischen schon in ihren Stellungen hätten angelangt sein müssen.
„Dreckskerle!“ meinte Mariza, aber es klang fast bewundernd. Sie ahnte, was hier passiert war.
Und wirklich, als sich der Rauch langsam lichtete, war vom Gegner nichts mehr zu sehn.
„Die türmen!“ kam es von ihrem Beobachter. „Ich glaube, sie haben den Rauchvorhang genutzt, um ihre Leute über ein paar freie Flecken zu kriegen, an denen wir noch ein paar erwischt hätten. Hätte nicht gedacht, dass kaiserliche Soldaten so leicht aufgeben.“
„Kürzer fassen!“ kam es vom Truppführer: „Der Sprechfunk ist nicht dafür da, zu quasseln. Und die türmen nicht – sie haben sicher einen Rückzugsbefehl.“
Was auf dasselbe herauskam, sie waren hier wohl erst mal sicher.
„Sollen wir vorrücken?“
„Negativ. Ich habe Meldung von der Kompanie. Wir bleiben. Und Urutu – du und deine Quasselstrippe werdet bei der Kompanie gebraucht. Bewegung.“

***

Nicht lange danach, nahebei

Die Stimme von USMC-Captain Rui Graca klang ruhig – vielleicht zu ruhig, während er auf seinem kleinen Bildschirm die taktische Lage verdeutlichte. Kern der Anzeige bildete ein einstöckiges Gebäude von vielleicht 100 bis 150 Quadratmetern Grundfläche, das halb in den Uferhang hineingebaut war.
Theoretisch hätte die Konferenz mit den Gruppenführern auch via Sprechfunk geführt werden können, inklusive Übermittlung der taktischen Daten. Aber im Kampf gegen einen technisch ebenbürtig bis leicht überlegenen Gegner musste man immer mit Störsendern und besonders mit der Gefahr rechnen, abgehört zu werden, Verschlüsselung hin oder her. Deshalb war es besser, manche Dinge lieber von Angesicht zu Angesicht zu besprechen.
„Laut unserer Informationen handelt es sich bei dem Gebäude um den Teil einer kleinen Wasserkraftanlage, wohl ein Reservewerk im Fall von Ausfällen. Die Mauern sind ausreichend massiv, wohl als Schutz gegen Hochwasser – oder die Peshten haben es von vorneherein als Behelfsbunker gedacht. Unserer Aufklärer gehen davon aus, dass dort vielleicht ein halber Zug Imperiale sitzt, mit mindestens einem Schnellfeuerlaser. Wir müssen sie ausräuchern, und das schnell.“
Auf der digitalen Karte war in Rot die Brücke hervorgehoben – und es war klar, dass ihr Ziel als vorgeschobene Sicherung an der südlichen Flanke der Brücke fungieren konnte: „Wenn wir diese Drecksäcke nicht ausschalten, müssen unsere Jungs und Mädels durch das Kreuzfeuer – und der Gegner hat eine Chance sie noch etwas früher zu bemerken. Also müssen wir die Stellung ausheben. Wenigstens kann die Brücke nicht mehr Feuerunterstützung schießen, ihre Mörser feuern schon seit einer Weile nicht mehr.“
„Warum lassen wir nicht einen Luftangriff fliegen?“ Die Sprecherin, ein hochgewachsener dunkelhäutiger Lieutenant musterte die Karte etwas missmutig.
Graca lächelte schief: „Oder gleich ein Orbitalbombardement anordnen, Lieutenant Nadal? Das wäre mir auch lieber.“ Er seufzte, und ein Stück weit schien er mit sich selbst zu sprechen: „Im Grunde ist es einfach. Die Angels haben ihre Lenkbomben schon abgeworfen, und Bordwaffenbeschuss ist nicht präzise genug, dass ich sie auf 50 Meter an uns heranlassen will. Das sind Raumjockeys, keine ausgebildeten Heeresflieger. Wir müssten unsere Leute mindestens ein-, zweihundert Meter zurückziehen um sicherzugehen, dass sie uns nicht zufällig erwischen. Und die Truppe dann wieder nach vorne bringen.“ Die hohe Fluggeschwindigkeit der Raumjäger machte derartige Präzisionsarbeit schwierig, und angesichts der Durchschlagskraft und Kadenz der Bordwaffen konnte selbst eine geringfügige Fehlkalkulation furchtbare Konsequenzen haben.
„Außerdem muss es schnell gehen. Wir sind ohnehin schon hinter dem Zeitplan. Die Brücke MUSS Fallen, und das heißt, wir müssen diesen Pickel ausdrücken.“
Er ging nicht darauf ein, dass ihm weniger als dreißig Soldaten zur Verfügung standen – die Kompanie hatte bereits Verluste erlitten, und fast ein Drittel ihrer Kämpfer sicherte diesen Abschnitt des Landungskopfes dürftig gegen Angriffe von der Landseite ab.
„Wir gehen die Sache wie folgt an…“

Mariza schwenkte langsam, SEHR langsam ihr Gewehr, ließ ihren durch das Zielgerät verstärkten Blick über die feindliche Stellung wandern. Massive Wände, aber ausreichend Fenster, um Ausblick zu bieten. Fenster, die man mit Sandsäcken und Stahlplatten in Schießscharten verwandelt hatte. Eine vorgezogene Drahtbarriere, die Annäherung verhindern sollte. Vermutlich nicht vermint, aber sicher mit ein paar Sensoren versehen, damit sich nicht ein Peshtensaboteur ungesehen einschleichen konnte. Keine sonderlich elaborierte Stellung, aber eine, die ernst zu nehmen war. Und sie sollte helfen, diese zu knacken. Neben ihr raschelte es, als immer mehr terranische Marines sich heranschoben, in einem Halbkreis auf die feindliche Stellung vorrückten, peinlich darauf bedacht, in Deckung zu bleiben. Wer auch nur daran dachte, den Kopf ein wenig zu heben, wurde scharf zurechtgewiesen. Leider würde das nicht mehr lange gutgehen, denn es konnte nicht mehr lange dauern, bis der Gegner Lunte roch.
Die Scharfschützin holte tief Luft.

Eine Salve aus einem Lasergewehr eröffnete den Angriff, und sofort fielen weitere Waffen ein. Unterlaufmörser bellten, Einschläge schleuderten Fontänen von Erde, kleinen Steinen und Granatsplittern gegen die Schießscharten. Laserimpulse deckten die feindlichen Feuerstellungen ein – doch sofort blitzte drüben die Antwort auf.
Das Gefecht währte noch keine dreißig Sekunden, da rollte sich der erste Marine mit schmerzerfülltem Heulen auf dem Erdboden. Nur in schlechten Filmen litten Soldaten stumm, waren entweder nur unwesentlich oder gleich tödlich verwundet.
Mariza blendete dies alles aus. In diesem Moment war sie ganz allein, das ganze Schlachtfeld bestand nur aus ihr und dem Ziel. Langsam erhöhte sie den Druck auf den Abzug…Treffer!
Der Laserimpuls des Ruger 47, um ein vielfaches stärker als der eines Sturmgewehrs, durchschlug glatt die Sandsackbarriere am Fenster, brachte eine der feindlichen Waffen zum Verstummen. Sofort ließ sie das Visier weiterwandern.
Natürlich konnte sie nicht darauf hoffen, alle Gegner auf diese Weise auszuschalten. Aber sie konnte sie in Deckung zwingen.

Granaten wirbelten durch die Luft, Handgranaten diesmal. Sie schienen viel zu kurz zu fallen, landeten mitten im Drahtverhau. Dumpfe Explosionen grollten, fetzten den Stacheldraht auseinander. Normale Handgranaten wären dazu nicht in der Lage gewesen, aber diese waren ihrerseits mit Stacheldraht umwickelt worden. Wenn die Drahtstränge sich im Verhau verfingen, konnten sie ihn weit effektiver beschädigen. Gleichzeitig zündeten Rauchgranaten, an allen drei Landseiten des Gebäudes zugleich. Dann begann der Sturmangriff.
Mariza schoss. Sie sah natürlich schon lange kein klares Ziel mehr – aber sie wusste ziemlich genau, wo die Schießscharten waren, und hielt genau hinein. Es kam nur darauf an, den Feind unten zu halten, so dass er nicht sicher sein konnte, wo der Angriff genau erfolgte.
Sie sah nicht, wie ein, zwei der stürmenden Marines stürzten, tot oder verwundet, wie einer im Drahtverhau hängen blieb.
Sie sah auch nicht, wie Lieutenant Nadal den Häuserwand erreichte, in jeder Hand eine Handgranate, kaltblütig zählte, und dann die Geschosse im genau richtigen Moment hineinschleuderte.

Die dumpfe Doppelexplosion gingen fast im Chaos des Gefechts unter – doch gleichsam als Antwort brüllte eine weitere Explosion im Innern des Gebäudes auf, weit heftiger noch als die Handgranaten. Hatte Nadal per Zufall einige Reservegranaten des Gegners zur Explosion gebracht?
Es dauerte dennoch einige Sekunden, ehe die Marines registrierten, dass das feindliche Feuer aufgehört hatte.
Langsam erstarb der Beschuss. Misstrauisch warteten die Terraner, ob der Gegner das Feuer erneut eröffnen würde, doch es blieb ruhig – fast unwirklich still nach dem Chaos des Kampfes.
„Nicht…schießen!“
Die Stimme klang seltsam gepresst, offenkundig von einer Kehle ausgestoßen, die weder für menschliche Laute geformt noch an sie gewöhnt war. Mit erhobenen Händen taumelte ein unbewaffneter Akarii in ruß- und blutbesudelter Uniform aus der Tür. Nadal, die die nächste Granate in der Hand hielt, schickte ihn gestikulierend weiter. Dahinter kamen noch zwei weitere Kaiserliche, die einen dritten, offenbar schwer Verwundeten stützen. Sonst kam keiner mehr.

Die Angriffstrupp schwärmte vorsichtig aus, um das Gebäude zu sichern. Die meisten Marines in der Feuerlinie blieben in Deckung – schließlich konnte es ja sein, dass doch noch ein Imperialer am Leben und entschlossen zum Kämpfen war und auf ein leichtes Ziel wartete. Die einzige Ausnahme waren jene, die sich um die getroffenen Kameraden zu kümmern hatten – so kurz der Kampf gewesen war, er hatte doch Opfer gekostet.
Mariza lag weiter in Feuerstellung, ließ ihren Blick langsam über die feindliche Stellung wandern, jederzeit bereit, auf eine Bedrohung zu reagieren.
Und so sah sie es in voller Klarheit, wie einer der Soldaten des Angriffstrupps sich umdrehte, und ohne ein Wort oder Warnung das Feuer auf die überlebenden Kaiserlichen eröffnete. Es war eine vollautomatische Salve aus nächster Entfernung, präzise und erbarmungslos. Zwei der Soldaten brachen sofort zusammen, ihnen war nicht einmal mehr genug Zeit für einen Schrei geblieben. Der dritte versuchte zu fliehen, doch nach wenigen Schritten trafen auch ihn mehrere Energieimpulse. Als das Feuer mit dem charakteristischen Zischen einer entladenen Energiezelle endete, lebte nur noch der Schwerverwundete. Er schien in einem Mischmasch aus Akarii-Idiomen und Englisch um sein Leben zu betteln – doch der Marine zog nur seine Laserpistole und streckte den Imperialen mit zwei Schüssen aus nächster Nähe nieder. Die erneute Stille schien mit einmal drückend.

Niemand sagte ein Wort – Mariza nicht, nicht ihr Spotter, auch keiner der Offiziere. Es gab viele Gründe für Kriegsverbrechen wie dieses. Hass auf den Feind, natürlich, Wut über eigene Verluste, Frustration über langwierige Kämpfe oder den Kriegsverlauf. Oft aber ging es auch um einen brutalen Pragmatismus. Truppen während eines Sturmangriffs, vor allem tief hinter den feindlichen Linien, betrachteten Gefangene oft als eine riskante Belastung. Sie mussten bewacht werden, wo man kaum genug Leute detachieren konnte, um die eigene Stellung zu sichern und Verwundete zu versorgen. Und so kam es immer wieder vor, dass man sich besiegter Gegner einfach ,entledigte‘, auf eigene Faust oder mündlichen Befehl eines Offiziers. Auch diesmal hatte man ihnen vor dem Einsatz eingeschärft, dass Geschwindigkeit überlebenswichtig war, und NICHTS den Vormarsch aufhalten durfte. GAR NICHTS.
Und wenn so etwas erst ein, zwei Mal geschehen war, war die Hemmschwelle beim nächsten Mal umso geringer.

Ein Stück weit wusste Mariza, sie – sie alle – hätten etwas sagen oder tun sollen. Vielleicht. Aber ein anderer Teil von ihr war schon beim nächsten Gefecht, bei den Kämpfen der kommenden Tage. Wen kümmerte da das Schicksal von ein paar Echsen?!
Sicher nicht Captain Graca. Die Stimme des Kompaniechefs klang vielleicht etwas zu bemüht gelassen, nichts desto trotz ging er über das Geschehene einfach hinweg
„Nadal – gut gemacht, für den Sturmangriff schlage ich Sie zum Bronze Star vor. Sichern Sie das Haus und sagen Sie dem Shuttle, wir haben Verwundete für die Evakuierung. Ich lasse Ihnen ein paar Leute Trupp da. Der Rest – Bewegung! Die Brücke wartet auf uns!“
Mariza sicherte ihr Gewehr und warf es sich über die Schulter. Sie bedauerte, dass sie nicht überprüfen konnte, wie viele tote Kaiserliche im Inneren des Gebäudes auf ihr Konto gingen – einer, vielleicht zwei? Für Scharfschützen war die Abschussliste fast so wichtig wie für Jagdflieger. Na, sie würde noch Gelegenheit haben, an ihrem Ranking zu feilen…
Zusammen mit dem Rest der Kompanie huschte sie geduckt den Hügel hinan, mit den Gedanken war sie bereits beim Sturm auf die Rijen-Brücke. Sie schaute nicht hin, als sie an den erschossenen Kaiserlichen vorbeilief.

***

Im Luftraum über Nera‘Rijen

Lieutenant Commander George ,Blackhawk‘ Blackhawk betätigte den Auslöser für den Flare-Werfer, während er gleichzeitig seine Maschine ein Ausweichmanöver fliegen ließ. Er hatte geglaubte, die letzte SAM-Stellung auf diesem Flussufer erledigt zu haben, aber ein paar schultergestützte Werfer waren immer noch aktiv.
„Habt ihr endlich den Fluss gesäubert?“
First Lieutenant Elisabeth „Fox“ Lisiewicz, deren Sektion abgestellt worden war, um Luftabwehrstellungen am Ufer und auf dem Wasser auszuschalten, klang definitiv nervös, als sie antwortete: „Vier Boote versenkt oder schwer beschädigt, von daher sollte also alles klar sein. Und ich habe ein paar Schützenstellungen am Ufer umpflügen lassen. Octo musste abdrehen, ihre Maschine ist zu sehr beschädigt Sie fliegt zusammen mit den Havaristen der anderen Staffeln zurück.“ Die Pilotin erwähnte es nicht explizit, aber natürlich hatte nicht jeder Angel seine Maschine am Himmel halten können. „Aber ich meinte eigentlich, wir hätten alles ausgeschaltet. Bleibt natürlich noch die Brücke.“
Blackhawk schnaubte: „Man sollte ja meinen, wir hätten denen ordentlich eingeheizt…“
Unter den ersten Angriffszielen der Stalking Jaguars war die Brücke gewesen. Es war ein Blitzangriff geworden – ein extremer Tiefflug, bei dem sie eine Ladung Rockeye-Streubomben abgeworfen hatten. Die Bomblets waren bei weitem nicht stark genug, um die Brücke selbst ernsthaft zu beschädigen, aber man hatte gehofft, so schweren Schaden an der Brückenverteidigung anrichten zu können. So ganz freilich schien das nicht geklappt zu haben – wahrscheinlich hatten die Imperialen sich rechtzeitig in die Deckung der Brückenbunker retten können. Aber wenigstens war das Luftabwehrfeuer der Brücke deutlich schwächer als zuvor. Allerdings war es schwer, Einzelheiten zu erkennen. Die Brücke war eingenebelt worden, als die Angels vom Feind geortet worden waren – natürlich, das war Standartmanöver. Inzwischen lichtete sich der Nebelvorhang zwar etwas, vermutlich auch, weil einige Nebelwerfer nicht mehr betriebsbereit oder inzwischen verschossen waren. Aber die Brücke war dennoch nicht wirklich gut zu erkennen.

Der Staffelchef prüfte die Statusmeldungen seiner Staffel. Nach Octos Ausfall und den Verlusten der letzten Tage hatte er noch neun Maschinen im Einsatz – und nur noch eine Reservemaschine an Bord der COLUMBIA. Zwei Piloten waren ernsthaft verletzt und würden so schnell nicht wieder in ein Cockpit klettern können. Er wusste, bei den meisten anderen Staffeln sah es nicht viel besser aus. Immerhin vermissten die Angels nicht weniger als ein Viertel ihrer Staffelchefs.
Blieb die Frage, was die Jaguars in diesem Gefecht noch tun konnten. Es sah nicht so aus, als ob die Akarii ihren begrenzten Luftwaffenressourcen in einem Kampf um die Stadt am Rijen verschleißen wollten – eine eigentlich recht kluge Entscheidung. So stark wie die Angels waren, hätte man auf der gegnerischen Seite schon mindestens drei, vier Staffeln mobilisieren und koordiniert einsetzen müssen, um auf nennenswerte Erfolge hoffen zu können.
Nun ja, seine Mehrzweckjäger waren ihre Bomben inzwischen losgeworden, aber auch die Bordwaffen konnten massiven Schaden anrichten...
„In Ordnung, Fox, flieg mit deiner Sektion Patrouille – haltet Ausschau nach Artilleriestellungen, falls die Echsen irgendwo noch einen Radpanzer, einen Raketenwerfer oder was in der Art haben. Aber vorsichtig, die Guerilla hat auch motorisierte Einheiten, erst Schießen, wenn das abgeklärt ist.“
Im Grunde war das eine unmögliche Situation. In einer brennenden Stadt mit anhaltenden Kämpfen war es fast unmöglich, Feind und Freund auseinander zu halten, zumal viele der Freunde keinerlei Kommunikation mit den Kampffliegern oder auch nur mit Majorin Schlüter hatten. Was bedeutete, seine Leute mussten warten, bis man sie beschoss, ehe sie sich halbwegs sicher sein und einen Angriff planen konnten. Und dann war der Feind vielleicht schon wieder in einer Seitenstraße und unter den Schutz der Rauchschwaden entwischt.
Er aktivierte den Kanal zum Brigadegefechtsstand. Der Kontakt mit den Gefechtskompanien des Fünften Bataillons war bestenfalls von wechselhafter Qualität, und er hoffte, dass Schlüter noch so etwas wie eine Gesamtübersicht hatte: „Jaguar für Stiefel – gibt es im Moment klar erkannte Ziele im Norden?“
Die Antwort dauerte eine Weile – offenbar war man im Gefechtsstand momentan mehr als beschäftigt.
„Negativ. Riegeln Sie weiter das Gefechtsfeld ab.“
Blackhawk bestätigte.

Ein wenig fragte sich der Chef der Jaguars, wie lange sich die Mission noch hinziehen würde. Sie mussten mit Treibstoff haushalten, denn das ständige Beschleunigen in der Atmosphäre ging an die Reserven. Schließlich stand ihnen auch noch ein Flug zur Überwindung der planetaren Anziehungskraft bevor, und eine gewisse Sicherheitsmarge brauchte man, für den Fall, dass doch noch feindliche Kampfflieger auftauchten. Vermutlich würde die Angels in absehbarer Zeit…
„Einschlag! Schwerer Einschlag!“
Die Stimme von Fox klang aufgeregt. Blackhawk rief sie zur Ordnung: „Wo und was? Und Ruhe bewahren!“
„Wir haben mehrere schwere Einschläge südlich und nördlich der Brücke. Massive Gebäudeschäden!“
Im selben Augenblick meldete sich der Gefechtsstand der Marines – und zwar über die Geschwaderfrequenz, also an alle Staffeln gleichzeitig: „Achtung, wir haben eine oder mehrere schwere Einheiten auf der Brücke! Schafft sie uns vom Hals – sonst schießen die uns den Vormarsch zusammen.“
Stafford schaltete sich ein: „Cowboy hier – meine Leute haben ihre Lenkwaffen schon verbraucht. Können Sie wenigstens Spotter vorbringen, oder den Gegner mit Schulterraketen ausschalten? In dem Dunst ist ein Angriff mit Bordwaffen nicht wirklich praktikabel.“
Die Stimme, die jetzt zu hören war, war eine andere – Major Schlüter höchstpersönlich. Und obwohl sie eigentlich einen niedrigeren Rang als Stafford hatte, schien sie nicht in der Stimmung für Diskussionen; „Negativ! Die Echsen haben Scharfschützen an beiden Brückenenden, wir können unsere Leute nur langsam näherschieben. Und jede größere Gruppe läuft Gefahr mit schwerem Feuer belegt zu werden. Hören Sie Cowboy, wir haben kein Ari, keine Panzer und vor allem haben wir nicht unbegrenzt Zeit. Also schaffen Sie uns die Scheißpanzer vom Hals, und zwar sofort, denn das ist genau der Grund, aus dem Sie hier sind!“

Der Commander schwieg für einen Moment. Möglicherweise war er verärgert auf diese Weise abgefertigt zu werden, doch natürlich war auch ihm klar, dass jetzt wirklich nicht der Moment für eine Diskussion war.
„Wir machen das.“ Die Stimme der Interims-Staffelchefin der Schwarzen, die ungefragt ihren Senf dazugab, klang ebenso selbstsicher wie energisch.
Stafford schien nicht übermäßig überzeugt: „Haben Sie denn noch ausreichend Munition? Der letzte Angriff der Butcher Bears gegen die Brücke war vielleicht nicht gerade erfolgreich, aber Sie sollten nicht denken, hier etwas beweisen zu müssen.“
Huntress schnaubte: „Nein, Lenkbomben haben wir keine mehr – und wir sollen ja auch aufpassen, dass die Brücke intakt bleibt. ABER…ich habe einen Plan.“

***

Die Brücke über den Rijen, nur wenig später

Der Rauchvorhang an der Brücke war inzwischen deutlich durchlässiger geworden – die Nebelmaschinen waren nicht dazu gedacht, auf Dauerbetrieb zu laufen. Allerdings hing über der gesamten Stadt inzwischen eine Dunstglocke aus Staub und Rauch, der aus brennenden Fahrzeugen und Gebäuden aufstieg. Es war noch kein Großbrand – die Peshten bauten solide – aber dennoch stiegen an mindestens zwei Dutzend Stellen Rauchsäulen in den Himmel.
Rund um die Brücke blitzte es in rascher Folge – terranische Mörser schossen Sperrfeuer, und die Akarii antworteten mit Kleinwaffen, um die feindliche Infanterie auf Abstand zu halten. Hin und wieder war der peitschende Überschallknall des 180-Milimeter-Gaussgeschützes des schweren Kampfpanzers zu hören. Die Kaiserlichen setzten jedoch weder Infanteriemörser noch die Raketen ihrer Kampffahrzeuge ein – vermutlich war ihnen die Munition ausgegangen oder zumindest so knapp, dass sie die letzten Schüsse sparen wollten. Es ging für sie ja in erster Linie darum, Zeit zu gewinnen. Es konnte nicht lange mehr dauern, und die terranischen Jäger mussten abdrehen – und dann fiel nicht nur ein Gutteil der Unterstützung der Landungstruppen weg, vielleicht bot sich gar die Gelegenheit für imperiale Verstärkungen, sei es auf dem Luftweg oder am Boden. Schwebepanzer und Schützenpanzer konnten schließlich weit mehr als 100 Kilometer in einer knappen Stunde zurücklegen…
Dass ihre Kameraden noch kämpften, bewiesen die Bordwaffenangriffe, die die Kampfflieger der Terraner am Stadtrand flogen – Gebäude und Stellungen, die als Rückhalt für die Kaiserlichen dienten, wurden immer wieder angeflogen. Die Jäger und Jagdbomber tauchten todesmutig in die Straßenschluchten, und die Einschläge ihrer Energiewaffen vergrößerten den Rauch- und Staubvorhang noch zusätzlich.

Der Angriff brach mit aller Macht über die imperialen Brückenstellungen herein. Je drei Griphen-Kampfflieger rasten von Norden und Süden im Tiefflug heran, geschickt die Deckung nutzend, die ihnen Rauch und Gebäude boten. Dies erschwerte zwar die Zielerfassung, aber es ging ihnen offenbar gar nicht um Präzision. Die Bordwaffen spien einen wahren Hagel von Energieimpulsen aus, die mühelos die Sandsackstellungen an beiden Brückenenden durchlöcherten und selbst recht solide Mauern oder Stahlplatten zu durchschlagen vermochten. Die Erde und Straßenbelag wurden regelrecht umgepflügt.
Es sprach für die Entschlossenheit der kaiserlichen Truppen, dass einige dennoch Widerstand wagten – wenngleich zweifellos viele Deckung suchten und sich angstvoll in die zweifelhafte Sicherheit ihrer Stellungen kauerten.
Feuer von Schnellfeuerlasern und einzelnen schultergestützten SAM-Raketenwerfern tasteten nach den Angreifern, wenngleich die ständig abgefeuerten Flares jeden Beschuss mit Lenkwaffen erschwerten. Doch dies waren nicht die einzigen Optionen, die den Verteidigern zur Verfügung standen.
Erneut war der Überschallknall des Panzergeschützes zu hören. Zwar war die Trefferwahrscheinlichkeit mit einem Vollgeschoss trotz der hohen Mündungsgeschwindigkeit gering, doch die Echsen hatten schon lange Railgungeschosse entwickelt, die sich in der Luft zerlegten und wie eine gigantische Schrottflinte fungierten. Und sowohl der Kampfpanzer als auch die zwei Schützenpanzer verfügten noch über einige wenige Lenkraketen.

Eines der Geschosse traf ihr Ziel – eine unheilverkündende Rauchsäule hinter sich herziehend, drehte eine terranische Maschine ab. Mit einem Mal bäumte sie sich auf, raste gut hundert Meter in einem steilen Winkel empor. Auf dem Höhepunkt der Flugbahn katapultierte der Pilot sich heraus, während die getroffene Griphen dem Boden entgegentaumelte und schließlich am Flussufer einschlug.
Doch die Imperialen sollten kaum Gelegenheit haben, ihren Sieg zu feiern. Denn noch während die Terraner abdrehten – offenbar vorher abgestimmt, so dass die Flugbahn der Kampfflieger sich nicht kreuzten – fiel der nächste Schlag.
Die zwei Nighthawks waren praktisch auf Bodenhöhe – ja sogar tiefer – angeflogen, folgten sie doch dem Flussverlauf, so dicht, dass sie förmlich das Wasser zu berühren schienen. Das Gegenfeuer der Kaiserlichen auf ihre Kameraden verriet ihnen deren Position. Direkt vor der Brücke zogen sie hoch, und die Bordkanonen sprachen, unterstützt durch Raketen.
Der Krat-Panzer wurde voll in die Flanke getroffen. Die Wucht des doppelten Raketeneinschlages fegte ihn beinahe von der Brücke, verwandelte den Koloss in ein rauchendes Wrack. Einer der Schützenpanzer wurde ebenfalls schwer getroffen, und nur eines der Fahrzeuge entkam – kollidierte bei den panischen Ausweichmanövern mit dem Brückengeländer. Der Äther füllte sich mit dem Triumphgeheul der Butcher-Bear-Piloten. Diese besondere Mission hatte Huntress für sich und Phoenix reserviert.
Und im selben Moment stiegen südlich und nördlich der Brücke Leuchtkugeln auf – der entscheidende Sturmangriff der Landungstruppen begann.
Fünf Minuten später war alles vorbei. Die Brücke über den Rijen gehörte nun den Terranern.

***

* Bösewicht eines recht verbreiteten zeitgenössischen Digitalcomics, hat echsische Züge, besitzt übermenschliche Kräfte.
Thema: Chevaliers
Cattaneo

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20.09.2021 07:52 Forum: Söldner


Hm, ich dachte du wärst dran. Ich kann ja die Planung noch mal durchgehen...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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18.09.2021 21:38 Forum: Kurzgeschichten


Ace:
Na ja, ein bisschen musste er schon sein. Ich meine, wenn die Guerilla einen Gegner angreift der dreimal so stark ist wie sie und bessere Waffen hat... Augenzwinkern

Aber ich kann dich beruhigen, ich würde doch Ace nicht was Ernsthaftes tun, ohne dich vorher einzubinden...

Was Ohka angeht, das würde ich euch ein bisschen überlassen, ich habe auch so schon ein paar Dinge abzudecken. Aber wenn jemand da was an mich abtreten will, sagt Bescheid...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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18.09.2021 18:43 Forum: Kurzgeschichten


So, hier kommt mein neuester Text. Ist etwas länger geworden, und diesmal wird es wirklich ernst für einige...

Der nächste Text (der direkt daran anknüpft) wird ein wenig auf sich warten lassen, sprich, ich weiß nicht, ob ich ihn schon nächste Woche fertig bekomme. Im Moment stehe ich beruflich leider sehr unter Druck (ok, ich weiß, die Platte spiele ich schon länger ab, aber es stimmt auch wirklich unglücklich )

Wenn es Hinweise oder dergleichen gibt, nur hören lassen.

PS: Und wenn sich jemand wundert, warum ich so viel an dem Text herumgedoktert habe - es ist beschämend, wie viele kleine Fehler man hinterher noch entdeckt... rotes Gesicht
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Cattaneo

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18.09.2021 18:40 Forum: Kurzgeschichten


Rot geht die Sonne auf

Die besetzte Stadt Arta’Rijen, imperiales Hauptquartier

Das donnernde Hämmern an der Tür seines Quartiers riss Oberst Dun Colis aus dem Schlaf – dem ersten längeren, den er seit einer gefühlten Ewigkeit genossen hatte. Zum schwarzen Schrecken der Sternenleere mit all jenen, die behaupteten, die nachrangigen Dienste würden eine ruhige Kugel schieben!
Seit der inzwischen mehr als 60 Jahre alte Offizier das Kommando über das kürzlich eroberte Arta’Rijen übernommen hatte, war er ständig im Einsatz gewesen – binnen kurzem musste die Stadt zu einem Nachschubknotenpunkt ausgebaut und abgesichert werden. Die abgewehrten feindlichen Luftangriffe vor ein paar Tagen hatten bewiesen, dass die Arbeit nicht verschwendet gewesen war, und deshalb hatte er es sich nicht nehmen lassen, eine kleine Feier zu veranstalten. Kitiri-Steaks, eingelegte Karr’Karr-Eier, Looson-Brei* und als Dessert Schokolade und Tabak aus lokaler Produktion – schließlich hatten sie sich das für ihre Arbeit verdient. Die Fronttruppen mochten dergleichen nicht begreifen, doch ohne die Hilfe aus der Etappe würden ihnen schnell der Treibstoff und die Munition ausgehen. Es war ein angenehmer Abend im Kreis seiner Untergebenen und Kollegen gewesen – sei es der steife, blutjunge Major der Artillerie Lor Varran, der die zusammengestückelte Luftabwehrabteilung des Heeres kommandierte, oder Hauptmann Kera Yalat, die sogar noch mehr Dienstjahre als Golis auf dem Buckel hatte und die Instandsetzungs- und Nachschubeinheiten der Stadt im Blick behielt. Er war froh, dass der bombastische und sehr von sich eingenommene Hauptmann Jelak Stross an der Brücke unabkömmlich gewesen war – denn mit dem kam nicht nur Golis nicht gut zurecht.
Hastig warf der Oberst sich ein paar Uniformstücke über – es war undenkbar, dass ein Offizier der kaiserlichen Armee sich selbst in einer Notlage im Nachthemd zeigte. Dann bellte er: „Herein!“
Der blutjunge Infanterist war offenbar kurz davor gewesen, erneut zu klopfen, und stolperte mit erhobener Faust über die Schwelle. Er nahm mühsam Haltung an: „Oberst, Sie werden im Kommandostand benötigt – wir haben Meldungen von Angriffen auf dem Nordufer. Viele Angriffe.“
Dun Golis ignorierte das schandhafte Fehlen von Details in dieser ,Meldung‘. Er machte sich nicht einmal die Mühe zu antworten. Stattdessen rieb er sich kurz die noch vom Schlaf schweren Augen – dann hastete er los.

Die Stadtkommandantur war in einem ausgedehnten Bibliotheksgebäude untergebracht, unweit des Ai’Shan-Parks, etwa auf halber Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und der Brücke über den Rijen. Aus irgendwelchen Gründen war das massive Gebäude zwar flach, aber seine mehrstöckigen unterirdischen Magazine boten einen gewissen Schutz vor Luftangriffen. Natürlich hätte man sich auch am Hauptbahnhof einquartieren können, aber der wäre im Falle eines feindlichen Luftangriffs denn doch ein zu naheliegendes Ziel gewesen. Zudem bot die relativ nahe Brücke mit ihrer starken Besatzung, den Flakgeschützen und eine zusätzliche im Park stationierte leichte SAM-Stellung Schutz.
Während der Oberst durch die Gänge hastete, versuchte er sich mühsam zu sammeln und so etwas wie einen ersten Plan zu entwerfen. Das war das Hauptproblem mit seinem Posten – er hatte kaum Zeit gehabt, sich einzurichten. Er wusste zum Beispiel nicht einmal, wie viele Peshten sich noch in der Stadt herumtrieben. Einige Schätzungen sprachen von 5.000, andere von der doppelten Zahl. Wäre es nach Golis gegangen, hätte man das Gesindel davongejagt, aber es galten nun einmal noch immer die Bestimmungen des weichherzigen und weichhirnigen – inzwischen unbeweint verblichenen – Kriegsministers, der aus nicht nachvollziehbaren Gründen für Zurückhaltung gegenüber niederen Rassen eingetreten war. Und Offiziere wie Golis durften sich deshalb fragen, wer von diesen gehenden Steinkröten nur darauf wartete, ihnen in den Rücken zu schießen.*
Schlimmer noch, man hatte Golis auch nur miserable Mittel zur Verfügung gestellt, um die Stadt vor Saboteuren, Guerillas und anderen Bedrohungen zu verteidigen.
Die eigentliche Garnisonseinheit, das 366. Unabhängige Infanteriebataillon, reichte natürlich kaum aus, eine Stadt mit zahlreichen militärischen und infrastrukturellen Zielen abzusichern. Die Einheit war mit vier unterbesetzten Yabun-** und einer schweren Kompanie gerade einmal 500 Köpfe stark, wo sie doch mindestens 750 zählen sollte, und viele der Soldaten waren nicht gerade Gardematerial zu nennen. Dies bedeutete, dass das Gros der Soldaten zur Absicherung der Luftabwehrstellungen und strategischer Punkte wie der Brücke eingeteilt war, und Dun Golis kaum bewegliche Reserven zur Verfügung standen. Viele seiner Soldaten verfügten nur über ungepanzerte Transportfahrzeuge. In der ganzen Stadt gab es keine drei Dutzend gepanzerte Fahrzeuge, viele davon veraltete Radpanzer, bestenfalls Chr’Chr-Schützenpanzer in verschiedenen Konfigurationen. Kaum Artillerie, keine Kampfpanzer – ein Trauerspiel!

In der Kommandozentrale – einem ehemaligen Medienraum, dessen Großbildschirme inzwischen eine sinnvollere Verwendung gefunden hatten – herrschte Chaos. Beinahe jeder vierte Bildschirm, fast alle davon sollten Daten und Bilder vom Nordufer zeigen, war ausgefallen, und auch einige der übrigen zeigten mehr ,Sandsturm‘ als es in diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit üblicherweise gab.
„Wie ist die Lage?“
Golis bereute die Frage in dem Moment, in der er sie gestellt hatte, denn die Antworten prasselten nur so auf ihn ein, eine erneute Erinnerung, dass viele seiner Untergebenen nicht unbedingt kampferfahren waren: „Melde Mörserbeschuss auf die Vorposten zwölf, dreizehn und vierzehn! Keine Verbindung zu den Besatzungen. Fünfzehn ebenfalls unter schwerem Beschuss, hält aber noch stand.“
„Wir haben unbestätigte Meldungen von einem Aufstandsversuch der Kriegsgefangenen im Zentrum von Nera’Rijen, geschätzter Bewegungsvektor in Richtung Brücke…“
„Feuergefecht auf dem Gelände des Flughafens! Gegner ist auf dem Gelände, Gefechtslage unklar.“
„Stromausfall bei…“

Für einen Moment stand Oberst Golis mit offenem Munde da, unschlüssig, was er als erstes tun sollte – was vermutlich der eine oder andere witzig gefunden hätte, wäre die Lage nicht so ernst gewesen.
Dann bellte er auf gut Glück: „Was meldet Hauptmann Stross?“ Der Kompaniechef der Brückenbesatzung kontrollierte die Verbindung zwischen den beiden Stadthälften.
„Er wird bisher nicht angegriffen. Seine zwei Mörser schießen was das Zeug hält, aber er hat Schwierigkeiten, klare Ziele zu erfassen.“
„Äh…sagen Sie ihm, er soll Beobachtungsposten vorschieben – Drohnen, und wenn das nicht geht, getarnte Infanteristen. Er hat freie Hand, was seine Mörser angeht. Aber die Brücke MUSS in unserer Hand bleiben!“ In einer so leeren Stadt musste es doch möglich sein, ein paar Augen und Ohren zu verbergen.
„Und geben Sie mir Mörserstellung Eins. Wir müssen deren Feuer mit dem von Stross synchronisieren.“
Golis verfluchte den Umstand, dass er keine wirkliche Artillerie zur Verfügung hatte. Sein Bataillon besaß gerade einmal sechs Infanteriemörser. Mit einem Kaliber von neun Krallenbreiten und einer Schussweite von 6.000 Schritten konnten sie fast das gesamte Stadtgebiet abdecken – aber auch wenn jeder gut und gerne 15 Schuss pro Minute abfeuern konnte, waren sechs Stück doch verdammt wenig. Zumal der Oberst nur vier zur eigenen Verfügung hatte. Es wäre sinnlos gewesen, Stross reinzureden.

„Geben Sie mir Major Varran…ist mir egal, dass Sie Schwierigkeiten haben, ich brauche seine Raketenartillerie! Machen Sie Druck!“
Wenn es gelang, ein paar der Flakpanzer zum Erdbeschuss einzusetzen, bestand Hoffnung, die Guerilla zusammenzuschießen.
„Hauptmann Yalat? Ja, eine verdammte Lage, das kann man wohl sagen!...Ausgezeichnet, darum wollte ich Sie gerade bitten. Ich kann im Moment keine meiner Leute lockermachen um Ihre Stützpunkte zu verstärken, aber ich denke nicht, dass der Feind viele Kämpfer auf diesem Ufer hat. Ihre Leute sollen auf alles schießen was sich rührt. Wenn irgendwelche der verdammten Peshten übermütig werden, dann bläuen Sie ihnen Respekt ein, es gilt ja sowieso nächtliche Ausgangssperre.
Und hören Sie, wenn Sie irgendeinen havarierten Panzer einsatzbereit machen können, wäre jetzt die richtige Zeit. Ich schicke gerade meine Alarmkompanie los, aber die haben neben ihrem halben Dutzend Chr’Chr nur ein paar leichte Radpanzer. Ich habe hier einfach nichts Schwereres bei der Hand. Ich fordere Luftunterstützung an, aber Sie wissen ja, die werden gegen die Vierte und das 30. Korps gebraucht. Was wir haben, sollte eigentlich ausreichen, aber der Gegner hat offenbar schwere Mörser und Panzerabwehrwaffen.“

Als er auflegte, fühlte Dun Golis Hoffnung. Er konnte das Blatt noch wenden, da war er sich sicher. Dies war nicht sein erster Einsatz dieser Art, und diese feigen dreiäugigen Prinzenmörder waren keine T’rr – schließlich mussten sie ja sogar einen Gutteil ihrer Offiziere einkaufen und brauchten die Terraner als Rückhalt.
„Mörserstellung Eins – Sie haben Feuerfreigabe. Pro Werfer drei Sprenggranaten. Ziel ist…“
Das 366. nahm die Herausforderung an.

***

JSS NAKANO TAKEKO, in Planetennähe

Das Trompetersignal gellte durch den Hangar, Lautsprecher trugen es durch das ganze Schiff. Im Grund war das überflüssig – rief es doch jene zum Sammeln, die ohnehin bereits alle bereit waren. Aber der Bataillonskommandeur hatte vor, jeden Punkt im militärischen Protokoll zu befolgen.
Die Marineinfanteristen der USMC und der japanischen Nationalgarde sammelten sich vor ihren Shuttles – zwei Sturmfähren-Varianten des S-41. Die NAKANO TAKEKO hatte Glück, dass keines der ihr zugeteilten Transportshuttles bei den vorangegangenen Landungen der Vierten Sturmdivision verlustig gegangen war. Dies galt nicht für alle ‚ausgeliehenen‘ Landungsboote. Ein terranisches Shuttle hatte man als Totalverlust abschreiben müssen, ein zweites war in der Landungszone heruntergekommen, war aber zu schwer beschädigt um wieder zu starten. Vermutlich hatte die Vierte es gesprengt, als sie ihren Marsch begann. Und ein weiteres S-41 hatte es zwar zurück zu COLUMBIA geschafft, wurde aber im Moment noch repariert.
Glücklicherweise – wenn man das so sagen konnte – waren die Peshten in der Lage, die terranischen Shuttleverluste zu kompensieren. Ihnen fehlten einfach die Truppen, um weitere Verbände zu den Luftlandetruppen zu verlagern, und so konnten sie einige Landungsboote von den geplanten Nachschubflügen abzweigen. Deshalb würde die Brigade Schlüter in voller Stärke landen. Die zweite Welle – die man nur dann starten lassen würde, wenn die erste Erfolg hatte – bestand aus Nachschubmaterial und den nachrangigen Diensten der Brigade.

Es war ein bunter Haufen, der sich im Hangar staute. Die Nationalgardisten, Soldaten der auf der NAKANO TAKEKO zusammengestellten USMC-Alarmkompanie, die zunächst zurückbleibenden Unterstützungsverbände der Landungstruppen – und, eine Premiere auf den meisten terranischen Schiffen: ein halbes Dutzend Nichtmenschen. Mit der ersten Welle würden auch einige Dutzend Konkordatssoldaten landen, denn jedes der fünf Bataillone der Brigade verfügte über einige Verbindungsoffiziere für die Kommunikation und Kooperation mit der Vierten Sturmdivision, dem 30. Korps und der örtlichen Guerilla. Nach den letzten Spannungen zwischen den Verbündeten waren sie wichtiger denn je. Dazu kam eine Handvoll Begleitsoldaten.

Viele der UMSC-Soldaten verstanden das Hornsignal nicht wirklich, aber sie richteten sich nach dem Vorbild ihrer Nationalgarde-Kameraden, als sie antraten. Und so nervös wie sie waren, hätte ohnehin der kleinste Anlass ausgereicht, um sie in hektische Aktivität verfallen zu lassen. Sie trugen bereits alle ihre Gefechtsanzüge und die Handfeuerwaffen – wenngleich diese noch ungeladen waren. Doch allein das reichte schon aus, um ihnen ein wahrhaft martialisches Aussehen zu verleihen, auch wenn die schwereren Waffen – Mörser, Schnellfeuerlaser und Raketenwerfer – bereits auf die Shuttles verladen worden waren.
Nicht wirklich vonnöten, aber eine nette Geste war eine Gruppe Besatzungsmitglieder des Kreuzers, die in ihrer knappen Freizeit zusammengekommen waren, um ihren Kameraden das Geleit zu geben.
Drei Fahnen zierten die angetretenen Reihen. Den USMC-Marines hatte man die Ehre überlassen, eine Fahne der Bundesrepublik aufzupflanzen. Über der Kompanie der Nationalgarde prangte eines ihrer Banner mit der aufgehenden Sonne. Und die Handvoll Peshten scharrte sich um die Flagge des Konkordats. Dass sie ungeachtet ihrer geringen Zahl gleichberechtigt behandelt wurden, war zweifellos auch eine politische Geste.

Corporal Mariza de Menezes Cordeiro alias deMeCo alias Urutu hatte einen Platz in der vordersten Reihe ihrer Kompanie ergattert – was sie ihrem Rang und ihrer Funktion als Scharfschützin verdankte. Über ihrer Schulter hing das schwere Ruger-Scharfschützengewehr, dazu kam eine Laserpistole als Seitenwaffe. Ihr Spotter Zolin Morientes hatte zwar ‚nur‘ ein normales Sturmgewehr und einen Handlaser, aber dafür war seine Weste so modifiziert, dass er sie mit einem reichlichen halben Dutzend Handgranaten bestücken konnte. Beide Marines führten zudem Seitengewehre mit sich. Der Rest der Kompanie sah ähnlich martialisch aus. Dazu trug bei, dass alle Soldaten mit hellerer Haut jeden Zentimeter ihres Körpers, der nicht unter Uniformschichten verborgen war, mit Tarnfarbe beschmiert hatten. Auch die Ausrüstung war überprüft und alle hellen oder blinkenden Teile geschwärzt worden. Immerhin stand eine Landung im Morgengrauen an, und man durfte es den Echsen nicht zu leicht machen.
Die Nationalgardisten setzten in punkto Waffen noch einen drauf, da Offiziere und Unteroffiziere – wie auch einige Soldaten – zusätzlich ein gut meterlanges gebogenes Schwert mitführten. Urutu fragte sich, ob einige der weiblichen Nationalgardistinnen vielleicht sogar diese merkwürdigen Schwertlanzen, mit denen sie und andere Crewmitglieder regelmäßig zu trainieren pflegten, an Bord ihrem Sturmbootes gebracht hatten. Nun, bedachte man die Fixierung mancher Marines auf ihre Dolche, konnte man ihnen das nicht wirklich vorwerfen. Und außerdem, so mancher Marineinfanterist hatte eigens seinen Klappspaten angeschliffen…
Für einen Moment spekuliert Urutu darüber, ob die Echsen bei dem Anblick dieser bis an die Zähne bewaffneten Horde professionaler Kehlenschlitzer nicht gleich Reißaus nehmen würden. Aber ganz so viel Glück würden sie denn wohl doch nicht haben!

Der Auftritt von Bataillonschef Hanzo Nagata war perfekt choreografiert. Der Nationalgardist trug wie seine Untergebene Gefechtsrüstung, damit die Akarii ihn nicht auf den ersten Blick als Kommandeur erkennen würden. Er erwiderte den Salut der angetretenen Soldaten, dann verneigte er sich dreimal – einmal in Richtung jeder der Flaggen.
„Offiziere, Soldatinnen und Soldaten des Fünften Bataillons der Brigade Schlüter, Kameraden der Streitkräfte des Konkordats!
In wenigen Minuten beginnt für uns alle der Einsatz, auf die wir uns in den letzten Tagen unermüdlich vorbereitet haben – die Landung in Arta’Rijen. Ihr kennt eure Ziele, und ihr kennt eure Mitstreiter neben euch. Wir werden die Stadt und Brücke für die Vierte Sturmdivision und das 30. Korps sichern.
Ich will euch nichts vormachen. Dieser Kampf wird nicht leicht werden. Die Kaiserlichen wissen, dass es für sie um Alles geht, und auch wenn wir sie überraschen, und die peshtische Guerilla den Angriff vorbereitet, werden unsere Feinde ihre Stellung nicht kampflos aufgeben. Doch ich weiß, dass wir unserer Aufgabe mehr als gewachsen sind!
Diese Schlacht ist mehr als nur ein Hauen und Stechen um einen Namen und ein paar Linien auf der Landkarte. Für unsere peshtischen Kameraden geht es um die Befreiung ihrer Heimat von der Tyrannei der kaiserlichen Truppen. Und wir Terraner stehen heute hier, damit niemals mehr ein Bürger der Bundesrepublik erleiden muss, was man den Bürgern des Konkordats angetan hat. Wir werden die imperialen Truppen schlagen, denn unser Angriff ist nicht nur das Ende der irrigen Hoffnung des Gegners auf den Sieg auf Gamma Eridon – er ist auch der Beginn des Endes ihrer Schreckensherrschaft!
Schaut euch die Männer und Frauen an eurer Seite gut an. Sie sind es, mit denen ihr in die Schlacht zieht. Und auch wenn wir aus einem Dutzend Einheiten stammen – der Nationalgarde der japanischen Republik, den Brigaden der USMC, den Verbänden des Konkordats – so eint uns unser Ziel, unser Feind, und unsere Entschlossenheit zum Sieg.“
Als der Offizier eine Pause machte, jubelten einige der Soldaten, vor allem der Marines. Nicht unbedingt, weil Nagata ein besonders guter oder origineller Redner war, aber vor der Landung war ihnen alles Recht, um ihre uneingestandene Angst niederzubrüllen. Vermutlich hätten sie auch ein Zitat aus der Dienstvorschrift bejubelt…

Doch der Nationalgardist war noch nicht ganz fertig: „Offiziere, Soldaten und Soldatinnen! Unsere Götter, unsere Ahnen, unsere Heimat schauen auf diese Schlacht, sie schauen auf diese Stunde – sie schauen auf uns. Geben wir ihnen Grund, auf unseren Kampf stolz zu sein!“
Er zog sein Schwert, und diesmal jubelten auch die Peshten, und ebenso die Nationalgardisten. Und mit jedem Mal wurde der Jubel lauter:
„Für den Sieg!“
„Für das Konkordat!“
„Für die Republik!“
Seine letzten Worte aber galten seinen eigenen Männern und Frauen: „Für den Tenno!“
Und bei diesen Worten zogen die Nationalgardisten ihre Schwerter, oder pflanzten die Seitengewehre auf, reckten die Waffen oder auch einfach nur die geballten Fäuste nach oben: „Tenno haika Banzai! Banzai! BANZAI!“

Dann schmetterte erneut ein Hornsignal durch den Hangar – eines, dass Urutu zufällig kannte. Es war ‚Stiefel und Sättel‘, der Befehl zum Aufsitzen.
„Gruppenweise – einbooten!“
Durch das Spalier der Crew und anderen Zurückbleibenden rückten die Landungstruppen ab, um an Bord ihrer Shuttles zu gehen. Letzte Grüße und gute Wünsche wurden ausgetauscht – und für praktisch jeden Nationalgardisten fand sich jemand, der ihm oder ihr ein Stirnband mit dem roten Sonnensymbol und einem der fremdartigen Schriftzeichen in die Hand drückte. Doch auch so manche von den Marines, und sogar von den Peshten wurde bedacht. Wo die terranischen Marines im ersten Moment zögern mochten, hatten die Soldaten des Konkordats keinerlei Hemmung, die Glücksbringer anzulegen – wenngleich manche sie auch um den Arm oder Hals banden, anstatt um die Stirn.
Während Mariza dem Knallen ihrer Kampfstiefel auf dem Boden lauschte – ein scharfer Klang unter so vielen anderen – dachte sie daran, dass ähnliche Szenen sich im Moment auf zahlreichen anderen Schiffen abspielten. Auf der COLUMBIA, den Kreuzern, aber auch etlichen der leichteren Schiffe des Verbandes.
Die Landung der Brigade Schlüter lief an.

***

TRS COLUMBIA, zur selben Zeit

Einmal mehr starteten in rascher Folge die Kampfflieger der Angry Angels. Lieutenant Commander George ,Blackhawk‘ Lincoln, der geduldig auf die Freigabe wartete, mühte sich, seine Nervosität zu unterdrücken, auch wenn niemand ihn sehen konnte. Der letzte ,Besuch‘ der Angels in Arta’Rijen war geradezu katastrophal verlaufen – kaum ein ermutigendes Vorzeichen. Und dann kam hinzu, dass seine Jäger in erster Linie für den Angriff auf Bodenziele bestückt worden waren. Das hieß, sie trugen nur je zwei Sidewinder-Kurzstreckenraketen – ohnehin nicht das beste Modell für Hochgeschwindigkeitskämpfe – und ansonsten eine Mischung aus ungelenkten und ferngesteuerten Bomben. Sollte die Echsen es schaffen, mehr als nur eine Handvoll Kampfflieger zusammenzukratzen, stand den TSN-Fliegern ein hartes Gefecht bevor.

In Gedanken ging Blackhawk noch einmal die Ziele durch, die man seinen Piloten anvisiert hatte. Die Peshten hatten mitgeteilt, dass die Lage am Boden in Bewegung war, so dass einiges vom Ermessen der Piloten abhängen würde. Man hatte aber immerhin einige wahrscheinliche Flakstellungen und Stützpunkte des Gegners markiert. Südlich des Flusses waren die ROE’s aufgehoben worden, so dass die Angels glücklicherweise nicht warten mussten, bis sie beschossen wurden – zumindest bis die Marines gelandet waren. In Nera’Rijen hingegen sollte weiterhin Vorsicht gewahrt bleiben, auch wegen der Präsenz von Guerillas. Blackhawk hoffte, dass die Untergrundkämpfer wirklich ein paar der nördlichen Luftabwehrstellungen ausgeschaltet hatten oder zumindest beschäftigt hielten. Diese erst anzugreifen wenn man von dort beschossen wurde, war eine Garantie für Verluste. Da man Flexibilität erwartete, war diese undankbare Aufgabe bei seiner Staffel gelandet.
Das Gros der Jabos und der schweren Jäger würde sich auf das Südufer konzentrieren. Dort würde das Gros der TSN-Truppen landen, und da dort gut 80 Prozent des Stadtgebietes lagen, war auch davon auszugehen, dass die meisten der Imperialen sich auf dieser Seite des Flusses aufhielten.

Die Anzeigen und sein Bordfunk informierten ihn, dass er an der Reihe war, und tatsächlich wurde die Griphen in Startposition befördert. Durch das Cockpitfenster sah der Staffelchef der Gelben die aufgereihten Piloten der Fighting Stallions. Unübersehbar war die Staffelchefin, die bolzengerade dastand und den startenden Kameraden salutierte, während der Rest der Staffel frenetisch winkte. Eine nette Geste, und es war beruhigend, dass die Verteidigung der COLUMBIA in bewährten Händen blieb.
Blackhawk versuchte sich daran zu erinnern, ob er jemals so diensteifrig gewesen war wie Lilja und ihresgleichen. Er hatte immer seine Pflicht getan, aber wenn er jemals solchen geradezu fanatischen Enthusiasmus verspürt hatte, war ihm der schon vor langer Zeit abhandengekommen. Ein Stück weit bedauerte er, dass man ihn nicht auf seinem Posten in der Ausbildung belassen hatte. Der unerbittliche Einsatzwillen von Piloten wie Lilja, Kano, Phönix und einigen anderen war bewundernswert, aber manchmal auch kaum verständlich.
Andererseits…er hätte das nicht offen ausgesprochen, aber er hätte sich doch etwas sicherer gefühlt, wenn die Grünen ihnen Geleitschutz gegeben oder – frevlerischer Gedanke – den Platz der Jaguars eingenommen hätten. Die Peshten hatten versprochen, einige planetengestützte Interceptoren zu schicken, um die Terraner zu unterstützen, doch die Zusammenarbeit zwischen dem Konkordat und TSN hakte immer wieder. Nicht zuletzt seit dem letzten Zwischenfall…
Die Stallions wären deshalb eine willkommene Absicherung oder Ersatz gewesen. Doch die Grünen und die arg gebeutelte Blaue Staffel mit ihren schnellen Abfangjägern mussten zurückbleiben, um das Mutterschiff zu schützen, Und dazu waren sie weit besser geeignet als die Griphen.

Der Start verlief glatt und binnen kurzem hatten die Gelben sich formiert und in den rasch wachsenden Schwarm von Maschinen eingegliedert.
Würden die Echsen sich erneut täuschen lassen? Die Terraner wollten die Landung an der Rijen-Brücke so lange als möglich verschleiern. Das hieß, sie bemühten sich, den Anflug der Angels als einen schweren Luftangriff zu maskieren, wie das Geschwader ihn bei der gestrigen Landung geflogen hatte. Deshalb war der Flugvektor mit Bedacht gewählt. Da er auf den Angriffssektor des 30. Korps zielte, waren diesmal auch einige Crusader der Bronze-Staffel mit von der Partie, die aus dem Orbit angreifen konnten – während die Landungsboote, die inmitten der startenden Kampfflieger von der COLUMBIA und ihren Begleitschiffen ausgeschleust wurden, sich bemühten, Bomber zu spielen. Es war zweifelhaft, dass das lange gutgehen würde, schließlich hatten sie eine gut 50 Prozent höhere Masse als die schweren Bomber. Nun, vielleicht würden die Störsender der begleitenden Rafale etwas bewirken und der Gegner den Braten zu spät riechen …
In diesem Moment fiepte das Armaturenbrett. Die Peshten speisten die aktualisierten Zielkoordinaten ein. Der Führer der Stalking Jaguars atmete noch einmal tief durch. Es gab kein Zurück mehr. Die Schlacht um Arta’Rijen hatte für die Angry Angels begonnen.

***

Die besetzte Stadt Arta’Rijen, imperiales Hauptquartier

Die Phosphorgranate zerplatzte in einem blenden Feuerball, der die Kamera der Aufklärungsdrohne überlastete. Es dauerte einen Moment, ehe die Aufnahme sich stabilisierte, zumal in rascher Folge weitere Granaten einschlugen. Als das Feuer schließlich stoppte, war der Behelfsflugplatz ein flammendes Inferno, in dem halbverbrannte Körper den Boden bedeckten – einige wenige Unglückliche bewegten sich noch ein wenig.
Ober Golis atmete keuchend ein, wobei ihm erst in diesem Moment klar wurde, dass er den Atem angehalten hatte. Es war scheußlich, eine eigene Stellung beschießen zu müssen, doch noch schlimmer wäre es gewesen, wenn diesem Abschaum imperiales Kriegsgerät in die Hänge gefallen wäre. Lieber verbrannte er den letzten Transportheli zu Asche!
„Mörserstellung Eins – gute Arbeit. Ich…“
Seine Worte wurden rüde unterbrochen: „Stross hier! Ich brauche verdammt noch mal Feuerunterstützung. Diese weichschuppigen Irren greifen schon wieder an, und ich habe keine Munition mehr für meine beiden Werfer! Sie beschießen die Brücke mit schweren Waffen, und ich brauche Hilfe um sie auszuräuchern!“
Golis überging die Impertinenz seines Untergebenen – offenbar hielt heutzutage jeder Hauptmann sich gleich für einen wiedergeborenen Rikata!
„Mörserstellung Eins…“
„Sir, wir haben ebenfalls nur noch wenig Munition. Wir haben Nachschub angefordert, aber der ist immer noch nicht da.“
Der Oberst unterdrückte einen Fluch. Eigentlich sollte man meinen, er hätte genug Munition, um wenigstens die Stellung direkt neben seinem verdammten Hauptquartier zu versorgen. Aber nein, die Herren Frontkommandeure hatten ihn bei seinen Bittgängen damit abgefunden, dass er mit einem reduzierten Gefechtssatz auskommen musste. Sie brauchten jede Granate an der Front oder im Einsatz gegen die Vierte, da gab es keine Möglichkeit, die Garnisonstruppen umfangreicher zu versorgen. Er hätte ein paar Kisten ,umleiten‘ lassen sollen, aber dafür war er sich zu fein gewesen…
„Major Varran? Können Sie einspringen?“
Die Stimme des Artilleristen klang nervös: „Ich habe fast ein Viertel meiner Werfer eingebüßt, und die Hälfte der übrigen muss Selbstschutz schießen. Überlegen Sie sich genau, WO ich helfen soll, denn viel kann ich Ihnen nicht anbieten. Außerdem habe ich nicht mehr viel Sprengraketen für den Bodenbeschuss übrig – wir hatten ja von Anfang an nicht viele…“
Der Stadtkommandant fluchte diesmal wirklich, egal was sich gehörte. Es war zum Schuppenausreißen. Kaum hatte er einen Brandherd ausgetreten, flackerte der nächste auf. Und seine unterbesetzte und vor allem knapp munitionierte Garnison stieß an ihre Grenzen. Wenigstens hielten sich die wichtigen Stellungen auf dem Nordufer, und die Angreifer hatten deutliche Verluste erlitten. Und abgesehen von einigen Heckenschützen gab es inzwischen kaum noch Kampfhandlungen auf dem Südufer – mit den wenigen größeren Gruppen die sich dort rumtrieben und nicht rechtzeitig geflohen waren, hatte man offenbar kurzen Prozess gemacht. Aber er konnte dem Feind auf dem Nordufer nicht auf die Weise Druck machen, wie es nötig gewesen wäre, um die Sache zu einem Ende zu bringen.

Er hätte sich im Grunde schon lange mit seinen Vorgesetzten im Armeehauptquartier in Verbindung setzen sollen. Doch leider gehörte die Langstreckenkommunikation zu den ersten Opfern des Angriffes, und seine Leute arbeiteten immer noch daran, eine sichere Verbindung aufzubauen, die nicht dauernd unterbrochen wurde, nicht abgehört oder angepeilt werden konnte. Das letzte was er brauchen konnte waren Peshten die mitbekamen, WIE schlecht es hier stand. Zudem ging er nicht davon aus, dass das Armeehauptquartier viel helfen konnte. Vor allem, Golis konnte sich vorstellen, wie die Reaktion ausfallen würde wenn er einräumen musste, dass die Brücke zwar noch in kaiserlichen Hand war, aber für alles unterhalb eines Panzer zu gefährlich zum Überqueren. Er musste die Lage in den Griff bekommen, sonst konnte er gleich höflich anfragen, ob er sich erschießen, oder doch lieber in sein Schwert stürzen sollte.

„Gut, Varran, Mörserstellung Eins – ich schicke Ihnen gleich eine Liste von Zielen. Schießen Sie nur Einzelfeuer.“
Der Oberst empfand es als Zumutung, dass er sich darum kümmern musste, welches Geschütz wohin feuerte, aber wenn es um das Management seiner knappen Ressourcen ging, war es besser er behielt die Dinge in der Hand.
Zumindest waren nicht alle Nachrichten schlecht. Stross‘ Lamento zum Trotz war die Brückenstellung sicher. Der dilettantische Angriffsversuch einer Horde befreiter Kriegsgefangener hatte sich schnell festgelaufen, und zwei Radpanzer der Alarmkompanie – einer davon mit einem weitreichenden Flammenwerfer anstelle des Granatwerfers ausgestattet – hatten die Kerls erst einmal zum Rennen gebracht. Leider waren beide Fahrzeuge beschädigt worden, als sie sich bei der Verfolgung des Gegners zu weit vorgewagt hatten, und mussten zurück in Richtung Brücke humpeln. Aber seitdem wagten die Angreifer nur Feuerüberfälle und Nadelstiche gegen die Brückenstellung.
Golis‘ Alarmkompanie hatte zwei belagerte Stützpunkte entsetzt und die Guerilla in einem überrannten Außenposten zu Paaren getrieben. Zu mehr fehlte ihr freilich die Feuerkraft, zumal die Gefahr bestand, dass die kaiserlichen Truppen in den nächtlichen Straßen in Hinterhalte gerieten. Sie hatten ohnehin bereits einen ihrer Schützenpanzer und einen Radpanzer verloren – ein geringer Trost, dass ihre Scharfschützen mehrere Teams der Möchtegern-Panzerjäger der Peshten zusammengeschossen hatten.

In diesem Moment meldete sich ein Kanal, der bisher relativ ruhig geblieben war: „Yalat hier. Wir haben einen Krat und zwei Chr’Chr einsatzbereit gemacht, die in einer der Werkstätten standen. Sie können aber nicht mit voller Kraft fahren, und die Raketenwerfer haben nicht viel Munition… Wir ziehen jetzt los, mit dreißig meiner besten Schützen.“
Dem Oberst fiel ein Stein vom Herzen. Er registrierte sehr wohl, dass die betagte Offizierin offenbar ihre ad-hoc-Kampfeinheit selber führen wollte. Da sie früher in einem mechanisierten Infanterieregiment gedient hatte, kam dies wenig überraschend: „Yalat, wenn es den Gardetitel für Instandsetzungstruppen gäbe, würde ich Sie dafür vorschlagen! Gehen Sie über die Brücke und helfen Sie Stross, die Umgebung zu sichern.“
Das konnte genau das sei, was er benötigte. Mit gut und gerne 70 Tonnen war der schwere Kettenpanzer für Infanterie – besonders mäßig trainierte und ausgerüstete Guerilla – kaum zu bezwingen. Das Hauptgeschütz, eine 180-Milimeter-Railgun, war eine wahrhaft vernichtende Waffe, und die zwei Impulslaser und der automatische leichte Granatwerfer galten als sehr effektiv gegen ungepanzerte Infanterie – selbst wenn die zweite Hauptwaffe, ein überschwerer Zwillingsraketenwerfer, im Häuserkampf von begrenztem Nutzen war.
Es sah tatsächlich aus, als würde sich das Blatt nun endgültig zum Besseren wenden.

***

TSN-Landungsshuttle, über Arta‘Rijen

Mariza fühlte ein beklemmendes Gefühl. Es wirkte fast schon wie ein Déjà-vu. Manchmal war der Krieg eine Bestie, die sich in den eigenen Schwanz biss. Da war der Evakuierungsflug aus dem brennenden Vorort von Pa’schuk gewesen, keine zwei Wochen war das her. Und nun trug dasselbe Shuttle, erneut eskortiert von Jägern der Angry Angels, sie und ihre Kameraden zurück nach Gamma Eridon. In die Randgebiete einer Stadt, in der Flammen loderten.
Sie wusste natürlich, dass diese Gedankenspielchen nur dazu dienten, von der Furcht abzulenken, ein feindlicher Kampfflieger oder eine SAM könnte das Landungsboot anvisieren und ihnen allen einen schnellen, schrecklichen Tod in einem rauchenden Krater bescheren. Angesichts der bemalten, oft auch maskierten Gesichter konnte sie nicht wirklich die Mienen ihrer Kameradinnen und Kameraden lesen, aber sie war sich sicher, dass so mancher mit Mühe den nervösen Brechreiz bekämpfte, mit den Zähnen knirschte oder krampfhaft Speichel sammelte, um die ausgedörrte Kehle zu befeuchten. Die Hände tasteten immer wieder nach den Sicherheitsgurten – zunehmend aber auch nach den Waffen.

Wie beim Flug zur NAKANO TAKEKO hatte sich Urutu einen Platz dicht am Cockpit gesucht. Als Scharfschützin gehörte sie nicht zu den ersten, die aus dem Landungsboot würde stürmen müssen – was eine Erleichterung war. Und so bekam sie wenigsten mit, wie der Anflug verlief, auch wenn sie den Ausgang nicht beeinflussen konnte. Außerdem informierten die Cockpitcrew die Marines über die Highlights.
„Sieht nicht so aus, als ob wir diesmal Kampfflieger auf den Hals kriegen, die Echsen haben wohl nicht genug zusammentrommeln können.“
„Angels überholen uns, die wollen wohl die Flakstellungen ausleuchten.“
Keine Minute später hieß es freilich: „Achtung, Gegner peilt, wir fliegen Abwehrmanöver…“
Das Landungsboot begann zu vibrieren. Selbst Schilde und Trägheitsabsorber konnten die Beschleunigung der abrupten Manöver nicht ganz kaschieren. Urutu lockerte – vorschriftswidrig – ihre Sicherheitsgurte, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben. So erhaschte sie einen Blick in den morgendlichen Himmel. Da waren die flammenden Triebwerke von dutzenden Kampffliegern und Shuttles, dazu kamen hunderte Flares – Radar-, IFF- und Infrarot-Täuschkörper. Es war noch mehr Feuer am Himmel – vielleicht feindliche Raketen, die an Dummies zerbarsten, vielleicht aber auch eine brennende TSN-Maschine? Das ließ sich unmöglich sagen.
Da das Shuttle die Nase gesenkt hatte, konnte die Marineinfanteristin auch einen Blick auf das breite Band des Rijen werfen und auf die Stadt auf beiden Seiten des Flusses. Sie brannte an Dutzenden Stellen, und über den Rauchschwaden huschten die Kampfflieger der Angels hin und her.

„Achtung, die haben tatsächlich ein paar Bettwanzen heranrufen können...“
Die wenige schmeichelhafte Bezeichnung galt den gebräuchlichen imperialen Kampfhubschraubern. Mariza hoffte, die Angels würden die Maschinen ausschalten – mit ihrer extremen Wendigkeit, einem Doppelimpulslaser und acht Waffenraks waren sie für Bodentruppen eine echte Gefahr, zumal sie im Stadtkampf von ihrer extremen Beweglichkeit profitierten.
Das Shuttle schüttelte sich erneut, diesmal aber nicht wegen geflogener Ausweichmanöver. Der Rückenturm spuckte Laserimpulse und zwei Sparrow-Raketen rasten dem Boden entgegen, als das Landungsboot in den Kampf eingriff.
„Bereitmachen – 30 Sekunden bis zur Landung!“
Wenn dies überhaupt möglich war, verkrampften sich die Marines noch mehr als zuvor. Nur nicht jetzt noch abgeschossen zu werden! Nur runter auf den Boden, wo sie wenigstens einen beschränkten Einfluss auf ihr Schicksal hatten, und zurückschießen konnten…
Das Shuttle legte sich auf die Seite, als der Pilot es in eine Kurve zwang – offenbar, um sein Ziel direkt aus Richtung des aufgehenden Tagesgestirns anzufliegen. Ein cleverer Schachzug, denn das bedeutete, dass die feindlichen Infanteristen möglicherweise geblendet waren, wenn sie versuchten, die landenden Marines in Visier zu nehmen. Das würde nicht viel helfen, aber jedes bisschen half.

Unablässig feuerte der Rückenlaser und Raketenwerfer des Shuttles – wobei ein Gutteil der Schüsse wohl einfach dazu diente, mögliche Gegner in Deckung zu zwingen. Und dann, mit einem Schlag, den jeder in der Maschine von den Zehenspitzen bis zum Scheitel spürte, setzte das Landungsboot auf. Die Shuttlerampe begann sich zu öffnen, und die Marines waren auf den Beinen, noch ehe sie ganz auf war. Sie stürmten in den Rauchvorhang, den das Shuttle gelegt hatte, dabei blind einige Blendgranaten in alle Richtungen abfeuernd.
Urutu reihte sich ein. Das Scharfschützengewehr über den Kopf sprintete sie los, nur einen Gedanken im Kopf – weg vom Shuttle, und dann eine Feuerstellung finden!
Die Geräuschkulisse der Schlacht traf sie wie ein Vorschlaghammer. Waffenfeuer aller Typen, von Sturmgewehren bis zu Mörsern, wurde untermalt durch gebrüllte Befehle, erste Schmerzensschreie und vor allem das ohrenbetäubende Heulen der Triebwerke der TSN-Kampfflieger. Das sensorische Bombardement ignorierend hetzte sie voran. In wenigen Sekunden war sie heraus aus dem Nebelschwaden.
Ein gutes Stück zur Rechten konnte sie das Sturmboot der Nationalgarde erkennen, und fast schon am Ufer die beiden Sturmboote der INDOMITABLE. Es schien, als sei zumindest ihr Bataillon vollzählig am Boden angekommen – und sogar bemerkenswert zielgenau.
Eine Bodenwelle bot ihr erste Deckung für eine Orientierung, für einen Blick auf das Geschehen.
Während sie ihre Waffe langsam schwenkte, auf der Suche nach einem Ziel – ihr Spotter schloss gerade zu ihr auf – sah Mariza, wie die Nationalgardisten vorrückten, ihre Gefechtsfahne über ihren Köpfen. Unter den Strahlen der morgendlichen Sonne – das letzte, was so mancher spüren würde – verzogen sich die Lippen der Scharfschützen zu einem spröden Lächeln. Tatsächlich – nun ging wohl nicht nur EINE Sonne rot über Nera’Rijen auf…

***

Die besetzte Stadt Arta’Rijen, Ai’Shan-Park

Oberst Dun Golis wäre um ein Haar gestürzt, doch einer seiner Untergebenen sprang vor und packte den betagten Offizier am Arm. Halb gestützt auf den jungen Infanteristen taumelte der Stadtkommandeur mehr in Richtung des wartenden Schützenpanzers, als das er lief. Noch immer trug er die hastig übergeworfenen Uniformteile, doch waren diese nun mit Staub und Rauch besudelt. In der Hand hielt der Oberst einen Handlaser, aber so wie die Waffe zitterte, würde er wohl kaum in der Lage sein, ein Ziel sicher zu treffen.
Der Motor des Fahrzeuges heulte bereits auf, und die Maschine kreiste langsam, während sich der Turm drehte, und auf mehrere gefährlich nahe liegende Ziele feuerte.
Gefechtslärm flackerte auf, nahebei, eine Kakophonie von Schreien, Kleinwaffenfeuer und Explosionen. Ein paar hunderte Meter entfernt blühte mit einmal eine feurige Blume auf, umkränzt von Trümmerteilen und schwarzem Rauch, um sofort wieder in sich zusammenzusacken – der Einschlag einer Bombe oder Rakete. Der Oberst konnte es immer noch nicht fassen oder verstehen. Alles hatte sich zum Schlechteren gewendet, und das in wenigen Minuten.

Es war nicht viel Zeit geblieben zwischen der Meldung von Varrans Radarbeobachtern, deren Effektivität durch die Kämpfe natürlich gemindert worden war. Sie hatten die anfliegenden feindlichen Maschinen zu spät entdeckt. Schon der Angriff von 50 oder mehr TSN-Kampffliegern wäre geeignet gewesen, das Blatt zu wenden, zumindest in Nera’Rijen. Aber dass sie begleitet wurden von mehr als einem Dutzend Shuttles voller terranischer Sturmtruppen machte aus einem Rückschlag eine Katastrophe.
Die dezimierte imperiale Luftabwehr war schnell niedergekämpft worden, wenn auch nicht ohne Gegenwehr. Eine Lenkbombe hatte die Kommandozentrale getroffen. Es war ein Glücksfall, dass die Schäden nicht schlimmer gewesen waren, aber das Abwehrfeuer der SAM-Stellung im Ai’Shan-Park hatte die Zielgenauigkeit der Weichhäute beeinflusst. Die Kommunikation zu den einzelnen Stützpunkten und Verbänden war fast sofort abgerissen.
Die Brücke kämpfte noch, soviel war zu erkennen, aber zwischen ihr und Golis‘ Gefechtsstand war bereits der Feind, baute ständig seine Stellung aus. Leuchtraketen markierten das Vorgehen der Terraner für die Kampfflieger, die sie intensiv unterstützten.
Es war unklar, wo Yalats Kampfgruppe oder die Alarmkompanie stand. Die Mörser im Ai’Shan-Park waren längst verstummt, entweder weil ihnen die Munition endgültig ausgegangen war oder die feindlichen Kampfflieger sie ausgeschaltet hatten.

Oberst Golis hatte tun müssen, was für einen imperialen Kommandanten schlimmer war als der Tod in der Schlacht – den Rückzug anordnen. Aber mit einer Handvoll Stabswachen und zwei Dutzend Kommunikationsspezialisten konnte er das beschädigte Hauptquartier unmöglich verteidigen.
Schlimmer noch, er wusste nicht einmal, wie viele seiner Untergebenen den Befehl zum Absetzen noch erhalten würden. Aber auf ihren isolierten Positionen über die Stadt verteilt konnten sie nicht viel erreichen. Nera’Rijen war mit Sicherheit verloren, aber er musste versuchen, am südlichen Rand von Arta‘Rijen so etwas wie eine Kampflinie zu etablieren. Wenn Varran noch lebte und seine dortigen Flakstellungen noch schossen, mochte das vielleicht etwas Schutz vor den feindlichen Kampffliegern bieten. Dann konnten sie sich halten, bis Verstärkung eintraf, und Stross entweder entsetzen oder zumindest die Brücke zurückerobern. Vielleicht…
Golis wusste, dass man ihn geschlagen hatte. Es spielte keine Rolle, dass seine Chancen von Anfang an schlecht gestanden hatten, wenn man bedachte, was alles gegen Arta’Rijen aufgeboten worden war. Er hoffte nur, dass dies nicht der Auftakt für eine viel schlimmere Niederlage war.

******

* Kitiri ist ein verbreitetes und intensiv gezüchtetes, wechselwarmes, bevorzugt amphibisch lebendes Reptil, etwas größer als irdisches Schwein, das als Schwein- und Lederlieferant dient.
Karr’Karr sind bis zu zwei Meter große flugunfähige Wasservögel von der Sudhalbkugel Akars. Fleisch, Eier, Federn besonders die stark ölhaltige Leber sind schon seit vorgeschichtliche Zeiten begehrt, was zur Ausrottung mehrerer Wildarten führte und das Tier zu einem frühen Ziel der Domestizierung machte.
Steinkröten sind bis zwei Kilogramm schwere Amphibien, die als Fleischlieferanten dienen.
Looson-Seerosen werden in vielfältiger Weise verarbeitet. Die Knospen sind eine Delikatesse, die Wurzeln können getrocknet werden und halten sich lange – was ihren Export erleichtert. Eine Verwendung ist ein Brei als Mahlzeitgrundlage.

** Yabun-Kompanie – veralteter militärischer Slangausdruck der kaiserlichen Infanterie, bezieht sich auf den weit verbreiteten Kriegsbogen der Eisenzeit und bezeichnet Schützenkompanien. Oft etwas pejorativ verwendet, da Bogenschützen in der militärischen Tradition der Akarii nicht sehr hoch gewürdigt wurden.
Thema: Chevaliers
Cattaneo

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14.09.2021 12:37 Forum: Söldner


Hallo

Also so sehr mich das ehrt, aber gegen die Chevaliers wie sie sich entwickelt haben hätten die Gegner der HH wohl deutlich geringere Chancen. Die verfügen nämlich inzwischen über ein Mechbataillon, und da jemand SEHR großzügig war, sind das fast alles modernste Maschinen, etliche Clan, schwere und überschwere Modelle dabei. Plus eine Panzer- und eine L/R-Jägerkompanie, die zwar nicht ganz so gut ausgerüstet sind, aber immerhin...

Und natürlich klappen die selben Tricks selten zweimal.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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13.09.2021 17:17 Forum: Kurzgeschichten


Hallo

Also, wenn ich mich da einmischen kann - so gesehen ist der Konvoi der Akarii nicht schwächer bewacht. Die Nahsicherung des Peshten-Konvois war nicht wirklich sehr schwer (ich glaube weniger als ein Dutzend Schiffe zwischen Zerstörer und Minenräumer-Klasse und ein einziger leichter Kreuzer, unterstützt von ständig zwei bis drei Staffeln terranischer Kampfflieger).
Da sind die Echsen ein wenig stärker aufgestellt.

Was Arta'rijen angeht, da ist die Lage etwas im Fluss. Die Guerilla ist wirklich nicht stark genug, irgend etwas in ihre Hand zu bringen - am wenigsten die Brücke oder gar die ganze Stadt. Die Kämpfe finden zudem im Moment fast ausschließlich auf der Nordseite des Flusses statt, wo nur wenige Akarii stehen.

Natürlich ändert sich alles, wenn die Marines ankommen, das stimmt.

Aber ja, es wird übel, sobald die Verstärkungen der Kaiserlichen durchkommen...FALLS sie durchkommen.
Thema: Artemis Feuerleitsysteme für Torpedowerfer?
Cattaneo

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11.09.2021 21:57 Forum: Regelfragen


Nun, da Laserwaffen auch unter Wasser zu funktionieren scheinen...
Macht es ein Stück in-Universe weit Sinn, oder?

Man sollte ja meinen, das Dreck im Wasser etc. die Sache vermiest, aber das ist dann wohl eher was für RPG-Settings und nicht fürs Tabletop...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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07.09.2021 21:29 Forum: Kurzgeschichten


Man KÖNNTE natürlich kontern, dass die Guerilla sehr viel schlechter ausgerüstet sind als die Echsen, konnten sich kaum wirklich auf den Angriff vorbereiten (da war nichts mit wochenlangem Training und Vorbereitung), haben keine vernünftige Kommunikation und integrierte Kommandostruktur und bestehen bestenfalls zur Hälfte oder so aus richtigen Soldaten - da sind auch Milizionäre und sogar ein paar Zivilisten dabei. Augenzwinkern

Und etwas ausgleichen indem man die Charaktere eines anderen Autors umbringt - ist das so ein Opfer verwirrt großes Grinsen

Zumal, also imperiale Minen werden nun gerade nicht viele in der Stadt rumliegen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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06.09.2021 19:02 Forum: Kurzgeschichten


Ich schließe mich da meinem Bruder an, das war wie immer gute Arbeit. Aber ja, es ist ein bisschen glatt gegangen. Wenn Guerilla ballert, sind ihre Mörser selten SO zielgenau.

Nur bei einigen Details habe Fragen: Können Schweber denn "lautlos" fahren? Ich dachte, so leise sind die nicht, das muss ja irgend ein Hubantrieb sein...
Ich würde auch vielleicht das von dir ein paar mal verwendete MG durch Schnellfeuerlaser ersetzen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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05.09.2021 19:54 Forum: Kurzgeschichten


Du kannst deine Texte zum Korrekturlesen auch gerne an mich schicken.
Nach meiner Erfahrung schadet es nicht, wenn jemand anders draufschaut, der sieht zum Beispiel Rechtschreibefehler die man selber übersieht.
Deshalb schicke ich meine Texte immer an meinen Bruder...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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04.09.2021 21:45 Forum: Kurzgeschichten


Tja, mit rechts und links hängt es ja immer davon ab, aus welcher Richtung du kommst... großes Grinsen

Aber ich hatte es so skizziert, dass der größere Teil der Stadt im Süden liegt (der Front zugewandt, von dort soll die 30. kommen).

Tyr hatte beim ersten Text zur Stadt geschrieben (was die Größe angeht):

Zitat:
„Außerdem wurde die Stadt, da im frontnahen Sperrgebiet gelegen, bereits geräumt. Wenn ich fortfahren dürfte?“ Auf einen Wink Kanos hin setzte er seinen Vortrag fort: „Arta’Rijen hatte vor dem Krieg knapp 100.000 Einwohner und war – vor allem wegen der Brücke aber auch dank seines Flusshafens – ein wichtiger Transportkotenpunkt.


Du kannst davon ausgehen, dass das mit dem geräumt nicht so GANZ stimmt, aber sie ist jedenfalls nicht mit voller Bevölkerung erobert wurden. SO schnell sind die Peshten ja auch nicht davongerannt, dass die Einwohner nicht ein bisschen Zeit zum fliehen hatten (viele sind sicher schon vorher gegangen).

Sprich, die Vorstadt ist so klein nicht, vielleicht 4 Quadratkilometer oder fünf, aber die eigentliche Stadt ist noch ein ganzes Stückchen größer (wenn auch nicht im Maßstab der Bevölkerungsverteilung, denn dort sind die Gebäude viel größer und die Bevölkerungsdichte höher).

So war zumindest meine Vorstellung, wenn Tyr nicht was dagegen sagt...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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04.09.2021 21:13 Forum: Kurzgeschichten


Vielleicht, ja.

Aber ich denke, es sollte nur wenige Hauptstraßen geben. Es gibt mit Sicherheit die eine große Straße aus dem Norden, die zur Brücke führt, und dann vielleicht noch ein oder zwei weitere große Straßen.

Zum Beispiel könnte man bei der Stelle

Zitat:
Das hieß, eigentlich hätte die Stadt abgedunkelt sein müssen, aber ich sah viel zu viele Lichter entlang dessen, was die Hauptstraßen sein mussten.


betonen, dass die eigentliche Stadt auf der anderen Flussseite liegt. Von dort dürfte das meiste Licht kommen.

Und behalte eventuell im Kopf, dass die Stadt zum großen Teil geräumt wurde oder die Bewohner geflohen sind. Sprich, es gibt sehr wenige Zivilisten, einige Spuren von Plünderungen etc. (möchte wetten, einige Imperiale haben sich vielleicht auch bedient), aber weniger von Kämpfen (so wie ich Tyr verstanden hatte). Denn wenn es Kämpfe gegeben hätte, wäre die Brücke sicher in die Luft gejagt worden. Ich hatte es so verstanden dass die Stadt sehr schnell fiel?
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Cattaneo

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04.09.2021 20:32 Forum: Kurzgeschichten


Hallo

Ich finde, es ist ein guter Text. Gut geschrieben und sehr spannend und trifft ganz gut den früheren Ton.

Ich habe aber mit einem Umstand ein wenig Sorgen, nämlich, dass die Stadt bei dir etwas zu groß klingt.
Erlaubt mir, das zu erklären.

Es geht darum, dass die Spezialeinheit ja sehr wahrscheinlich von Seite der 4. Sturmdivision anrückt (also vom Norden), und nicht aus Richtung Front (von wo Kanos Transport kam, aus dem Süden, er ist aber auch über den Fluss gekommen).

Es sei denn die Spezialeinheit hat den Fluss überquert (was vermutlich nicht so leicht ist).

Ich hatte geschrieben:

Zitat:
Nera’Rijen wies nicht die typischen Wolkenkratzer peshtischer Großstädte auf, aber ein größere Zahl mehrstöckiger Wohnblocks und ein halbes Dutzend massiver Sakralbauten – recht viel für eine Siedlung von früher vielleicht zehntausend Einwohnern und maximal anderthalb Quadratmeilen Fläche.


Wäre es eventuell bitte denkbar, es an der einen oder anderen Stelle etwas kleiner klingen zu lassen? Sonst beisst sich das mit meinem letzten Text und auch dem nächsten etc., wenn ich die Marines der NAKANO TAKEKO und der INDOMITABLE plus ihre Verstärkung auf der Seite abschmeiße.

Eventuelle Verstärkung gegen die Guerilla dürfte dann über die Brücke anrücken (Schwebepanzer brauchen natürlich die Brücke gar nicht, aber von denen haben die Echsen ja nicht viele).
Thema: Chevaliers
Cattaneo

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08.08.2021 21:31 Forum: Söldner


Endlich kommt von mir auch mal wieder etwas...

Ich hoffe, der geneigte Leser hat bei der Höllenhund-Jagd ebenso viel Spaß wie ich es habe... Teufel großes Grinsen
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Cattaneo

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08.08.2021 21:29 Forum: Kurzgeschichten


So, ich entschuldige mich, dass nicht früher was von mir kam. Hier der erste Teil des Gefechtes...
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