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Autor Beitrag
Thema: Interessante Zitate
Ace Kaiser

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Gestern, 21:39 Forum: OffTopic


Nice.
Thema: Bin neu hier - Vorstellung
Ace Kaiser

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Gestern, 20:30 Forum: BattleTech


Dann wünsche ich Dir viel Spaß hier. ^^b
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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Gestern, 20:29 Forum: Kurzgeschichten


Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können...
Thema: Bin neu hier - Vorstellung
Ace Kaiser

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29.11.2021 23:32 Forum: BattleTech


Was die Fanstory angeht, wir haben dafür ein sehr aktives Forum. *MitdemZaunpfahlwink*
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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29.11.2021 13:58 Forum: Kurzgeschichten


Ich werde auf Dich hören.
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

Antworten: 68
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29.11.2021 13:03 Forum: Kurzgeschichten


Ich liebe es, mein eigenes Faktotum zu haben. ^^

Aber gehe davon aus, dass, wenn die Ersatzteile es hergegeben haben, die ursprüngliche Kofiguration wieder hergestellt wurde.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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Hits: 1.183.361
28.11.2021 14:43 Forum: Söldner


Ich denke, vor Weihnachten ist die Sache an der Brücke durch.
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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28.11.2021 14:34 Forum: Kurzgeschichten


Hey, Maro, ich habe das Bürogeplänkel angepasst. Nun bleibt der Highlander da, und die beiden Hermes kommen mit.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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28.11.2021 14:33 Forum: Kurzgeschichten


Okay, dann MIttwoch oder Donnerstag.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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27.11.2021 23:27 Forum: Kurzgeschichten


Tyr hat mir einen Text geschickt, der Kano und Helen begleitet. Ich hänge mich da dran. Also morgen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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26.11.2021 22:42 Forum: Kurzgeschichten


Nene, ich meine, bevor er ins Gebäude geholt wird, denkt er sich, so eine Butch Cassidy-Nummer wäre doch ein guter Abgang...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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26.11.2021 21:59 Forum: Kurzgeschichten


Wie ist es dann mit einem Last Man standing bei bei Bonnie&Clyde oder Butch Cassidy und Sundance Kid? Falls Ohka die kennt.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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26.11.2021 20:37 Forum: Kurzgeschichten


Das war damals etwas heftiger geschrieben. Daraufhin habe ich es abgemildert. Tyr, wenn das immer noch zu heftig war, muss ich diese drei Sätze ersetzen.
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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26.11.2021 20:36 Forum: Kurzgeschichten


Danke. Ich übernehme das so.^^b

Hat es einen Grund, dass Zorn auf dem Maro bleibt? Folgst Du meiner Vorgabe, oder ist das auch GDL-Nostalgie? ^^
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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25.11.2021 23:46 Forum: Kurzgeschichten


Das habe ich doch auf seinen Wunsch rausgestrichen...
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

Antworten: 1.867
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25.11.2021 22:25 Forum: Kurzgeschichten


@Zaubberer Freut mich, dass ein wenig Schlaf dazu geführt hat, dass Dir die Geschichte besser gefällt. xD
Ein klassischer Ace. Nun. Ich fand die Fahne eine verlockende Idee, Davis mal hängen zu sehen...

@Marodeur Weil ich es kann. Muahahahahaha

@Tyr Der Part war nur in der Version, die Du bereits angemahnt hast. Ich habe noch mal drüber gelesen, aber, doch, in der hier geposteten Version habe ich's ausgemerzt. ^^b
Thema: Hinter den feindlichen Linien - Season 7 - Zwischen Himmel und Hölle
Ace Kaiser

Antworten: 190
Hits: 81.853
24.11.2021 23:27 Forum: Kurzgeschichten


Nach einer allzu kurzen Kaffeepause saßen sie wieder auf, und Pashka-Vier begleitete Bogenas' Truppe wieder auf das Feld. Ziel war ein Halbzug Panzer der Eingreifreserve. Es waren zwei leichte Radpanzer und ein mittelschwerer Schützenpanzer, die Jagd auf Guerilla-Fahrzeuge machten. Auf dem gut ausgeleuchteten hügeligen Land war gut zu sehen, dass die kaiserlichen Panzer weit hinter den wendigeren, schnelleren Schwebern und Bodenfahrzeugen der Rebellen zurückblieben, dennoch gelang es ihnen, einen Schweber durch präzisen Beschuss zu vernichten. Dies war der Moment, in dem die Einheiten von Bogenas feuerten und die Panzer, etwas sechshundert Meter entfernt, auf sich aufmerksam machten. Pashka-Vier wartete mit dem gestohlenen Radpanzerfahrzeug, dass sich die Kaiserlichen provozieren ließen und ihnen zu nahe kamen.
Wie erwartet nahmen die leichten und mittelschweren Panzerfahrzeuge die wahnwitzigen Schweber des Kommandos aufs Korn. Einer der Radpanzer schwenkte ab, die anderen fuhren ihrem bisherigen Ziel hinterher. Die Einheit trat geschlossen den Rückzug an, mal weniger, mal mehr effektiv an der Panzerung des einsamen Verfolgers nagend, während dieser versuchte, den einen guten Schuss anzubringen.
Tai'fal warf einen nervösen Blick zur Seite. Dann sah er mich an.
„Natürlich habe ich das gewusst“, sagte ich. „Dachten Sie, Bogenas nennt sich selbst Major? Er und seine Einheit sind die Reste eines Regiments, das auf dieser Seite der Front aufgerieben wurde. Aufgerieben, nicht vernichtet. Und wie gute Peshten nun mal sind, haben sie das Beste aus der Situation gemacht. Es ist klar, dass sie ihre Überfälle mit den leichten Fahrzeugen begehen, und die dickeren Vehikel in Reserve halten. Das heißt, das Baby da draußen kommt nur selten in den Einsatz, gerade weil es zu leicht zum Futter für die Kaiserlichen werden kann. Dass Bogenas es geschafft hat, die MAMA BURGA herzuschaffen, habe ich gehofft, aber nicht erwartet.“ Ich verkniff mir ein Grinsen. „Eine dreißig Tonnen-Wanne ist nicht so leicht zu verlegen, geschweige denn zu verstecken wie ein Zwei Tonnen-Schwebefahrzeug.“
„MAMA BURGA? Ein netter Name für eine Panzerwanne, auf das jemand zu viele Lasergeschütze installiert hat“, sagte Taku-Taku.
„Seien wir froh, dass wir das Ding da haben. Es wird noch nützlich sein, wenn die Gegenangriffe beginnen und die Guerilla von außen zu stören versuchen“, erwiderte ich.

Die Schweber waren heran, fuhren über die Bodenwelle, die uns Deckung gab, den leichten Panzer noch gut vierhundert Meter hinter sich, da bekam der Panzer, eine Nephir-Wanne mit Flak-Laseraufbau, der garantiert nie einem der leichten Nephir-Peshten-Panzerfahrzeuge gehört hatte, das Signal. Das rund vierzig Tonnen schwere Gefährt fuhr an, kam mit den Geschützen über die Bodenwelle, und begann den Vierlingslaser spucken zu lassen, was die Waffe hergab. Die Laserbolzen waren nicht zu sehen, aber deutlich konnten wir sehen, wie sie den Boden vor dem Panzer umflügten, glasierten, und dann über den Leichten Akarii-Radpanzer hinweg wanderten und übel verprügelten. Der Gegner eröffnete das Feuer, irgendjemand fluchte über Gefechtsfunk, dann ging MAMA BURGA wieder den Abhang hinab in Deckung. Was den Gegner ermunterte, weiter näher zu kommen.
Dies war der Augenblick für Pashka-Vier. Der gepanzerte Wagen fuhr an, kam über den Rand, hielt sich seitlich des Gegners und beregnete ihn mit der eigenen Hauptwaffe. Der Leichte Panzer versuchte, uns mit dem Turm in den Fokus zu kriegen, fuhr aber weiter Richtung Bodenwelle, und damit in Richtung von MAMA BURGA. Die ließ sich die Offerte, die der Akarii ihr bot, nicht nehmen. Der Peshte kam wieder über den Rand, feuerte erneut, wenngleich nur noch drei der vier Flak-Geschütze arbeiteten, und vollendete das Werk der Zerstörung, das sie bereits angerichtet hatte. Drei, vier Impulse schlugen in den Bug ein, weitere sechs in die linke Kette und zerschlugen erst die Schutzmanschette, dann dann die Kette selbst. Bevor der Turm wieder herum schwenken konnte, hatte MAMA BURGA es einfacher. Der Panzer lag nun havariert und fuhr nicht mehr. Ein Kind hätte ihn treffen können. Und MAMA BURGA traf.
Fast zehn Sekunden lang gaben die Laser her, was die Batterien speisen konnten. Gigajoule um Gigajoule fuhr in Turm und Frontpanzerung, und als der Turm plötzlich still stand, wusste ich, dieser Panzer fuhr heute nirgendwo mehr hin. Eine Luke flog auf, ein einzelner Soldat versuchte, aus dem Turm zu entkommen, aber er brannte, und das lichterloh. Sonst versuchte niemand zu entkommen. Der einzelne Akarii fiel vom Panzer, anstatt herab zu klettern und brach, als er auf dem Boden aufkam, zusammen. Die Flammen verheerten ihn weiterhin.
Ein Laserschuss jaulte auf. Die lichterloh brennende Gestalt des Akariis durchlief ein letztes Zucken, dann lag sie still. Dak grunzte zufrieden und ließ sein Lasergewehr wieder sinken. Er sah mich mit dem Blick an, den Menschen „hochgezogene Augenbrauen“ nannten. „Was?“
„Ein Gnadenschuss?“, fragte ich den T'rr.
„Selbst ein Kaiserlicher verdient ein Ende seines Leidens, wenn der Tod unvermeidbar ist.“
So, wie der dabei grinste, schien er diese Regel nicht nur zu befolgen, sondern auch sehr flexibel auszulegen. Nicht, dass ich dagegen protestiert hätte. Der unbekannte Panzerfahrer war schon tot gewesen, als die Luke aufflog. Apropos Luke. Aus dieser schossen nun große Flammenzungen. Es schien, als würden die Laserbatterien brennen. Kurz darauf ging die Munition für die leichten Raketenwerfer hoch und weidete das leichte Fahrzeug von innen aus. Zurück blieb nur eine Menge rauchender, brennender Schrott.

Vacani wendete den eroberten Akarii-Panzerwagen von Pashka-Vier und eilte zurück zu Rest der Einheit. Eine rote Signalrakete schoss über das Gefechtsfeld, und allen Guerillas war klar, was das bedeute. Abbruch.
Auch die Besatzung von MAMA BURGA wusste, was die Stunde geschlagen hatte. Mit Höchstfahrt verließ der zusammengeschusterte, aber recht effektive mittelschwere Panzer das Gebiet, auf dem gleich die großen Jungs zum Spielen kommen würden. Unser Ziel war ein Flussauenwald in knapp dreißig Kilometern Entfernung, der der Truppe um Bogenas Schutz bieten würde, bis ihr Einsatz wieder gefragt wurde. Eigentlich sollten meine Kameraden von den Angry Angels wissen, dass dieser Wald weder beschossen, noch bombardiert werden sollte. Eigentlich.
Unser Folgeeinsatz konnte irgendwann am Nachmittag sein, wenn die Marines der COLUMBIA und der Begleitflotte mit Spielen fertig waren, vielleicht auch früher. Je nachdem wie die Kämpfe liefen.
„Hat er noch mehr, der Herr Major?“, fragte Taku-Taku, auf MAMA BURGA deutend.
„Ein oder zwei“, antworte ich ausweichend. Pashka-Vier durfte alles essen, aber brauchte nicht alles zu wissen.
***
Bedingt durch die Krümmung des Planeten sahen wir nur einen Teil der Landung des Marine Corps. Von uns aus gesehen verschwanden sie mit der Stadt hinter dem Horizont. Was ich aber mit meinem Feldstecher beobachten konnte, waren die Angriffe der Angry Angels, die Attacken auf die Brücke, einige Abstürze und schließlich und endlich der von unseren Jägern eskortierte Abstieg der Kampfshuttles. Für uns bedeutete das, wenn wir nicht zwischen die Mühlen geraten wollten, uns bedeckt zu halten, bis ein neuer Einsatzbefehl kam. Major Bogenas fuhr für dieses Danach zu einer provisorischen Besprechung der überlebenden Kommandeure. Man würde herausfinden, was die Guerilla noch würden leisten können und dies den Terranern anbieten. Letztendlich war dies ein Peshtenplanet, und keiner von ihnen war sich zu fein, die eigene Heimat zu verteidigen, wenn Terraner genauso bereit waren, für diesen Zweck zu sterben.
„Was schätzt du, Flyer?“, fragte Taku-Taku. „Wie lange, bis wir zur Brücke fahren können?“
Ich setzte kurz das Fernglas ab und sah die Akarii neben mir an. „Ihr wollt über die Brücke?“
„Neues Missionsziel. Außerdem können wir dich dann drüben am Sammelplatz für die Verwundeten absetzen. Ich nehme an, du willst schnellstmöglich wieder zurück.“
Nachdem ich ein paar Abstürze von Geschwaderkameraden gesehen hatte, war meine Antwort klar. Natürlich wollte ich schnellstmöglich zurück und wieder in ein Cockpit steigen.
Ich trank einen Schluck von jenem Getränk, das die Guerilla Kaffee nannten, aber das womöglich noch nicht mal jemals eine Kaffeebohne gesehen hatte. Aber es war heiß und aufputschend. Und bitter. „Ich schätze, so wie es bisher läuft... Gegen Mittag können wir es riskieren. Könnt ihr uns voranmelden? Wir fahren immerhin in einem Panzer der Kaiserlichen herum.“
„Wir haben unsere Methoden, ja“, sagte sie. „Wir brechen auf, bevor Bogenas zurückkommt.“
„Damit es keine Fragen wegen dem Licca-Gewehr gibt?“
Taku-Taku grinste. „Auch. Aber vor allem, weil wir es eilig haben und du schnell wieder auf die COLUMBIA willst, oder?“
Nun musste ich auch grinsen. Mir war klar, dass Pashka-Vier die Panzerbüchse, die Bogenas ihnen „geliehen“ hatte, nicht wieder rausrücken würden. Sie war zu praktisch. Und zugegeben, in den Händen der Spezialeinheit tödlicher als bei den Guerillas, wenn sie schon mich als Piloten in Ermangelung eines Scharfschützen damit eingesetzt hatten. „Ich sehe, wir haben ähnliche Ziele. Muss ich wieder irgendwen spielen, der ich nicht bin?“
Taku-Taku salutierte vor mir. „Im Gegenteil, Commander. Wir brauchen Sie als genau das, was Sie sind: Ein Staffelführer der Angry Angels. Wenn wir nicht sofort auf Sicht erschossen werden, bist du unsere beste Chance.“
„Wie nett. Dann werde ich versuchen, ein wenig Schlaf nachzuholen. Viel gab es ja den Morgen nicht. Und wer weiß, wann ich wieder welchen kriege?“
„Ich sehe, du bist schnell von Begriff wie immer, Flyer.“ Sie nickte mir zu und wandte sich zum Gehen.
„Taku-Taku.“ Die Akarii-Frau wandte sich mir wieder zu. „Ja?“
Ich reichte ihr meine Medienbibliothek. „Hier, die schenke ich dir. Ich habe noch eine komplette zweite auf der COLUMBIA. Wir sind leider nicht dazu gekommen, um über Literatur zu diskutieren. Vielleicht ist was dabei, was du magst.“
„Komisch, ich hatte was ähnliches vor.“ Während sie meinen Minicomp nahm, reichte sie mir einen kleinen Datenträger. „Gedichte und Literatur der Akarii-Kultur der Colonial Confederation aus meiner Bibliothek. Ich dachte, ein Spacer wie du weiß das zu schätzen.“
„Das tue ich“, sagte ich lächelnd und nahm den Chip entgegen. „Danke.“
„Ich danke dir.“ Damit wandte sie sich endgültig ab. Ich sah kurz noch mal auf die Stadt, über der etliche Rauchwolken standen, und das nicht erst, seit die Marines gelandet waren. Mein Ziel war zum Greifen nahe. Eine Transportmöglichkeit zurück zur COLUMBIA. Obwohl, so schlecht war es mir hier unten nicht ergangen. Ich hatte einiges an Glück gehabt. Vielleicht würde mein Leben davon abhängen, dass es weiterhin anhielt.
***
Drei Stunden später, die Anzahl der Explosionen war stark zurückgegangen, bekamen die Guerilla erstmals Funkkontakt mit den Landeeinheiten. Es handelte sich um ein eilig zusammengestelltes Korps der Marines von Bord der COLUMBIA und den anderen Begleitschiffen. Das gab mir einen Stich durchs Herz. Auch wenn meine Schwester gerade nicht bei ihnen war, so hatte ich doch einige Freunde unter ihnen. Und paradoxerweise tat es mir deshalb leid, dass Jean nicht vor Ort war. Sie hätte ihr Bestes gegeben, um ihre Kids durch diese Schlacht zu bringen. Der Professor, wie sie sie nannten, hatte einen sehr guten Ruf unter ihnen.
Bei der Gelegenheit meldete Bogenas' Einheit meine Anwesenheit und bat um Anweisungen. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und war eindeutig: Ich sollte zum Sammelplatz kommen. Mitten in der Stadt. In der noch immer gekämpft wurde. Auf der anderen Seite des Rijen. Über die verdammte Brücke rüber.
Zum Glück waren zwei Dinge auf meiner Seite. Erstens Pashka-Vier, die mich sowieso benutzen wollten, um über die Brücke und damit ihr neues Einsatzgebiet zu kommen, für dessen Erreichen ihnen noch acht Stunden blieben. Zweitens, dass der provisorische Shuttle-Hafen, den die Marines der COLUMBIA, die mein Ziel waren, auf der grünen Wiese eines Parks errichtet hatten, auch auf der anderen Seite der Brücke war. Aber bis wir überhaupt bis zur Brücke fahren konnten, saßen wir in einem Akarii-Panzerfahrzeug und hatten jede Menge misstrauische Terraner und ein paar befreite Peshten auf der anderen Seite, die zuerst schossen und dann fragten.

Nach einer frugalen, aber herzlichen Verabschiedung durch die Truppe fuhren wir los in Richtung der Stadt. Und solange wir keine Rauchwolken sahen, benutzten wir noch den Akarii-Transponder, um uns vor dem Beschuss durch irgendwelche versprengten Einheiten der Kaiserlichen zu bewahren, die wohl gerade auf der Flucht waren und gerne ein leichtes Ziel gehabt hätten.
„Ich habe eine Idee“, sagte Shana plötzlich. „Vacani, fahr mal einen Umweg über Dresten.“
„Was willst du denn in dem kleinen Kaff?“, fragte die Fahrerin, aber nahm an einer Abzweigung gehorsam die Straße, die sie näher an die zweitausend Seelen-Gemeinde bringen würde, einen der kleinen Vororte der beiden Rijen-Städte, die davon lebten, welcher Verkehr aus der Stadt und in sie hinein ging, indem man sie an einer Zubringerstraße errichtet hatte.
„Erstens gibt es da einen Woller Hops, und so weit wie die Straße am Fluss ist, können wir davon ausgehen, dass hier kaum Kaiserliche durchgekommen sind, also könnten wir im Eisfach noch ein paar Happas und vielleicht sogar Burger Buns finden.“
Tai'fal lachte kurz auf. „Das ist doch schon ein gutes Argument. Und was ist die zwei?“
Die T'rr grinste ihr echsisches Grinsen. „Ich muss da dringend mal was drucken. Dresten hat den größten Copyshop außerhalb Nera'Rijen.“
„Was kopieren?“, fragte ich irritiert. „Was denn?“
„Na, dich natürlich, Flyer“, sagte sie grinsend. Dabei lehnte sie sich zurück und ließ sich kein weiteres Wort entlocken.
Huan sah sie interessiert an und knurrte fragend. Erstaunlich, was der Geit-Hund mit seinen beschränkten Kommunikationsfähigkeiten so alles mitteilen konnte. Aber auch er konnte die Sanitäterin dazu bringen, ihre Gedanken preis zu geben.
Nur Drehh lachte plötzlich auf. „Ach so.“ Aber auch hier, kein Wort der Erklärung.
Ich seufzte und ließ den Kopf hängen, und der Geit-Hund tat das Gleiche. Als uns das bewusst wurde, lachten wir alle beide. „Na meinetwegen. Behaltet eure Geheimnisse“, sagte ich. „Aber wird es weh tun?“
„Niemandem, nicht mal deinem Ego“, erwiderte Drehh. Sie kicherte auf die typische Akarii-Art, und Shana fiel ein. Ich wusste da noch nicht, wie wahr das wirklich sein würde.
***
Eine Stunde später hatten wir uns verproviantiert. Dabei hatten wir dem Woller Hops, einem Fast Food-Restaurant, nur das aus den noch laufenden Tiefkühlschränken entnommen, was wir auftauen und auch essen konnten, da wir selbst keine Tiefkühlmöglichkeiten hatten. Die Happas, das waren kleine vorfrittierte Fleischbällchen, die aussahen wie Chicken Nuggets, aber aus anderem Fleisch bestanden, die wir nur noch aufwärmen mussten. Die Burger Buns erklärten sich selbst, mussten aber, nachdem sie aufgetaut waren, noch gebraten werden. Alles in allem ein sehr ungesundes Essen. Leider würde ich nicht mehr lange genug bei Pashka-Vier bleiben, um am nächsten Essen teil zu nehmen, auf diesem oder auf dem anderen Weg. Tai'fal ließ es sich nicht nehmen, einen Wechsel in die Kasse zu legen, der genau aufführte, was Pashka-Vier entnommen hatte, adressiert an eine Sturmdivision, die für Akquirierungen als Zahlkasse herhalten musste. Die war groß genug, sodass niemand die kleine Spezialeinheit anhand der Wechsel würde einordnen oder gar verfolgen können.
Danach dauerte es auch nicht mehr lange, bis Taku-Taku, Shana und Drehh wieder zu uns stießen. Natürlich hatten wir die kleine Stadt so gut wir konnten aufgeklärt und Huan hatte behauptet, es würde sich niemand in ihr befinden, nachdem er sie einmal durchschnüffelt hatte. Zumindest nicht in der Nähe unserer Frittenbude. Dennoch bewegten sie sich wie in einem aktiven Kampfgelände, und das war mit dem Fahnenmast, den sie bei sich trugen, ein schwieriges Unterfangen und ehrlich gesagt lustig anzuschauen. Als sie uns mit der etwa sechs Meter hohen Metallstange erreichten, setzten sie das Ding erst mal ab.
„Ist das nicht etwas groß für eine Funkantenne?“, fragte ich amüsiert.
„Das ist keine Funkantenne. Daran wirst du hängen, Flyer.“
Für einen Moment fühlte ich meine Knie weich werden. „Ihr meint, da oben dran?“
Die Spezialisten nickten. Ich sah sie irritiert an. „Dass ich Höhenangst habe, glaubt mir hier wohl keiner, oder?“
„Keine Sorge“, sagte Taku-Taku und klopfte mir auf die Schulter. „Du wirst es mögen, und uns bringt es durch die eigenen Linien. Und jetzt hilf uns, das Ding durch die Schützenluke im Wagen zu installieren, damit es sicher steht und einiges an Gewicht und Wind aushalten kann.“
„Habe ich da noch ein Mitspracherecht?“, fragte ich nervös.
„Nein.“ „Gut, dass wir das geklärt haben.“
***
Eine Viertelstunde später hielten wir den leicht gepanzerten Wagen auf der Straße nach Arta'Rijen an. Wir hatten ein paar versprengte Akarii gesehen, zumindest aus der Ferne und hauptsächlich auf den größeren Straßen, die nicht am Fluss entlang führten. Alle hatten sich von der Stadt fortbewegt, also lag der Verdacht nahe, dass es irgendwo da einen Sammelpunkt gab und wir uns verdammt noch mal beeilen sollten. Aber nun waren wir an einem Punkt angelangt, an dem wir auf die ersten Terraner treffen mussten.
Ich warf dem Mast einen weiteren, schiefen Blick zu. „Und ihr glaubt wirklich, dass das funktioniert? Ist es überhaupt stabil genug?“
„Was denn?“, fragte Aka beinahe beleidigt. „Du hast geholfen, den Mast zu befestigen. Traust du deiner eigenen Arbeit nicht, Flyer?“
„Klar funktioniert das“, behauptete Shana. „Und wenn nicht, dann funktioniert es zumindest für dein Ego.“ Dabei strahlte sie mich an wie ein Sonnenaufgang auf dieser schönen Welt.
„Okay“, sagte ich. „Tun wir es. Mehr als lachen können die Marines auch nicht.“
Natürlich hätte Pashka-Vier das auch ohne meine Erlaubnis getan, aber es war der Effekt, den sie von mir erwarteten, und den wollte ich nicht verderben, wenn ich da oben hängen würde.
Lieutenant Marcus grinste so breit wie die anderen, als er die Leine des Masten ergriff.
„Transponder ist aus“, meldete Vacani.
„Dann hängen wir Ace doch mal auf“, sagte der Neue der Truppe gut gelaunt und zog am Seil. Über ihm in sechs Meter Höhe wickelte diese Bewegung eine Fahne ab, die nun im leichten Wind begann, sich aufzublähen. Das gute Stück war etwa drei Meter hoch und fünf Meter lang.
Ein ganz tiefer Seufzer entrang sich meiner Kehle und ich bettete mein Gesicht in beide Hände. „Scheiße, es gefällt mir. Was sagt das jetzt über mich?“
Die Anderen lachten laut und lange. Erst als auch Huan das letzte Glucksen von sich gegeben hatte, fuhr der Wagen wieder an und brachte uns dem ersten Kontrollposten näher. Dabei wurde die Fahne richtig aufgefaltet und entblößte ihre ganze Schönheit, nämlich mein Konterfei. Mir war klar, warum es ausgerechnet ein Copyshop hatte sein müssen. Aber es erstaunte mich, dass der Laden dafür ausgerüstet war, die hohe Stofffahne beidseitig in wenigen Minuten zu bedrucken, geschweige denn dass die den Offsetdrucker steuernden Computer noch gut genug funktioniert hatten. Über meinem Kopf schwebten goldene Lettern, und unter dem Gesicht kamen zwei weitere Wörter. Zusammengesetzt hieß es: „Angry Angel on Board.“ Und das beidseitig. Ich kannte meine Marines genau. Viele kannten mich zumindest vom Sehen, und die Behauptung, einer der Staffelkapitäne der Angry Angels würde in diesem Fahrzeug sitzen, würde sie neugierig genug machen, um uns vorfahren zu lassen. Und es machte uns zum Ziel für alle Kaiserlichen, die sich womöglich noch in der Stadt verbargen wie zurückgelassene Scharfschützen, die uns das Leben schwer machen sollten. Aber besser, die schossen auf das da als auf mich.
Als die erste Barrikade in Sichtweite kam, reduzierte Vacani die Geschwindigkeit, und Tai'fal versuchte, Funkkontakt mit dem Posten zu bekommen. Sicherheitshalber kreuzte die Fahrerin ein wenig auf der Straße, damit man die Fahne auch von der Barrikade aus gut sehen konnte.
Überraschend schnell kam der Kontakt zustande, wohl auch deshalb, weil wir auf der richtigen Frequenz mit dem richtigen Zerhacker funkten: „Kommt rein, ihr Wahnsinnigen!“
Vor uns öffnete sich die Barrikade, nicht um uns davor stehen zu lassen, sondern damit wir in den Bereich dahinter fahren konnten. „Soweit, so gut“, murmelte jemand, und ich vermutete, dass ich das selbst gewesen war.

Als wir durch die Barrikade waren, wurden wir von mindestens zwanzig schwer bewaffneten Marines gestoppt. Tai'fal hob seine leeren Hände als Zeichen, dass er keine Waffe auf die Marines richten würde. „Wir sind bewaffnet, aber wir haben gerade leere Hände! Wir sind Pashka-Vier!“
Einer der Marines, ein Sergeant, kam an sein Fenster, als müsste er nicht ordentlich misstrauisch sein. „Ja, ja, Spezialeinheit, ihr wurdet angekündigt. Aber ist er auch in diesem Wagen?“ Die Frau, die ihren Kopf frech ins Innere steckte, kannte ich.
„Sind Sie das, Johnson?“, fragte ich. Eine ehemalige Stubenkameradin von Jean und eine relativ gute Bekannte von mir. Nicht so gut, dass ich sie auf dem Schlachtfeld mit Vornamen angesprochen hätte.
„Ace!“, rief sie hoch erfreut. Die Marine, auf deren Schultern stolz die Sergeant-Abzeichen leuchteten, sah hinter sich. „Er ist es! Gebt es gleich an Big Mama weiter!“ Sie sah wieder herein. „Commander, es tut sehr gut, Sie lebend und ausnahmsweise in einem Stück wiederzusehen.“
„In einem Stück?“, fragte Vacani.
„Ich war mal verstrahlt und musste den Arm amputiert bekommen“, erklärte ich. „Längere Geschichte.“
„Und was für eine längere Geschichte.“ Sie machte die Seitentür auf, kletterte halb hinein und schüttelte mit beiden Händen meine Rechte. „Es tut wirklich, wirklich gut, Sie zu sehen, Sir. Ich bin hier als Verbindungsoffizier für die Marines der INDOMITABLE, während unsere Leute drüben im anderen Stadtteil gelandet sind. Ich will nicht sagen, dass es uns Hoffnung gibt oder einen Pusch, dass Sie wieder da sind, aber letztendlich ist unser Kontingent ja an Bord der COLUMBIA, um euch Piloten zu schützen. Es fühlt sich an, als wäre etwas wichtiges erledigt worden.“ Sie ließ meine Hand wieder fahren, räusperte sich verlegen und scheute dann die Marines weg, die nun ebenfalls bis an den Wagen gekommen waren und ihn umstanden.
Ein weiterer Marine, auch ein Sergeant, trat heran. „Ist es der Pilot, Johnson?“
„Wenn das nicht Ace ist, dann will ich in Zukunft Störtebecker heißen.“
Der andere Sergeant nickte, sah selbst kurz in den Wagen und murmelte: „Willkommen. Sie können passieren, Pashka-Vier und Commander Davis. Sie haben freie Fahrt bis zur Brücke. Ich informiere die anderen Posten. Aber stecken Sie nicht die Köpfe raus. Wir haben hier und da noch ein paar Versprengte, und ein paar Sniper, die sich auch gut bei uns Marines machen würden, liegen hier und da auf der Lauer. Solange Sie das da tragen, sind Sie leider ein Ziel.“
„Wir holen es sofort wieder ein.“ Der Peshte drehte sich zu uns nach hinten.
Johnson protestierte. „Nein, lassen Sie es da oben. Bitte. Für die Kaiserlichen ist es sicher eine Zielscheibe, und das ist besser, als wenn sie auf den Wagen schießen, oder? Außerdem waren wir hier vorne verdammt beeindruckt von dem Ding, und ich will, dass die Anderen die Fahne auch sehen. Stellt so in etwa das Ego unseres geschätzten Clifford Davis dar, würde ich sagen. Vielleicht noch etwas zu klein.“
Es wurde laut gelacht, und ich drohte Johnson gespielt mit dem rechten Zeigefinger.
„Ja, lassen Sie es oben“, sagte der Sergeant der INDOMITABLE. „Es wird Sie besser identifizieren als ein Transponder.“ Er klopfte gegen die Panzerung. „Weiter fahren, Pashka-Vier. Die Marines wollen was zu gucken haben!“
Vacani bestätigte, und nachdem die Marines wieder so etwas wie Ordnung zusammengebracht hatten, fuhr Vacani weiter. Ich nickte Johnson noch einmal zu, dann waren sie und die anderen Marines schnell aus der Sicht verschwunden.

Auf dem Weg zur Brücke passierten wir zwei weitere Checkpoints, die uns kurz anhalten ließen, um uns zu begrüßen und dann weiter fahren ließen. Zwischendurch wurden wir höchstens dreimal beschossen, aber wie Johnson gesagt hatte, alle Schüsse trafen die Fahne. Was ein paar unschöne Brandlöcher hinein schmorte. „Feuerfest?“
„Natürlich feuerfest. Ich klaue nur das Beste“, sagte Shana beinahe entrüstet.
An der Brücke wurden wir wieder aufgehalten. Unsere Ankunft löste einen Schub aus, den ich erst nach einiger Zeit als Aufregung klassifizieren konnte. Es war ein zu großes Durcheinander.
„Ja, Himmel auch, ich hab's für einen dummen Scherz gehalten. Aber da fährt wirklich ein Pilot durch Nera'Rijen und stellt sein Gesicht auf einem Drei Meter-Banner aus. Kann ich ein Foto machen, bevor Sie weiterfahren?“, fragte der Lieutenant, der uns angehalten hatte. Seine Kameraden warteten nicht auf Erlaubnis, sondern fotografierten oder filmten einfach drauflos. Wenigstens verließen die meisten dafür ihre Stellungen nicht. „Beschossen worden?“, fragte der Lieutenant, der seine Fotos natürlich auch ohne Erlaubnis machte.
„Ein klein wenig“, sagte Tai'fal. „Die Fahne ist eine gute Ablenkung, haben wir festgestellt.“
„Ja, kann ich mir vorstellen.“ Er musterte die Fahne. „Einer zwischen die Augen, zwei jeweils in die Schläfenlappen. Ein netter Kommentar von den Kaiserlichen. Sie können weiterfahren. Und lassen Sie ja die Fahne da oben wehen. Das ist echt ein Anblick, den man noch nie gesehen hat. Sorry, Commander.“
„Schon gut, ich habe mich nicht beschwert“, sagte ich schnell.

Vacani fuhr wieder an und wir fuhren die Rampenauffahrt zur Brücke hoch. Wo vor kurzem noch akariische Panzer zur Flak-Unterstützung gestanden hatten, gab es nur noch schwarze Trümmer. Mein Geschwader hatte ganze Arbeit geleistet. Stattdessen standen hier nun leichtere Einheiten mit Zwillingslasern und Raketenträgern, um diese Aufgabe fortzuführen, nur eben gegen die Akarii.
Langsam fuhren wir unter den ersten Träger. „Passt“, kommentierte Daka grinsend. Der Flaggenmast berührte die Aufbauten der Brücke nicht. Also fuhren wir schneller. Und während wir das taten, erregten wir einiges an Aufmerksamkeit. Diese Soldaten hatte man definitiv nicht informiert. Einige sahen uns fasziniert kommen und nahen, manchen stand der Mund offen, andere lachten. Einer musste seine Waffe sichern, weil er vor Lachen beinahe geschossen hätte.
Zügig fuhren wir voran, und mir wurde klar, dass sich in Arta'Rijen die Pfade von mir und Pashka-Vier endgültig trennen würden. Nicht, dass ich das nicht schon gewusst hätte, aber in dem einen Tag, den wir unterwegs waren, war mir die Truppe ans Herz gewachsen. Diese tödlichen Halunken.
Bei der Rampe die Brücke runter wurden wir wieder angehalten, natürlich für Fotos. Es gab keinen Grund, uns wegen unserer Identität anzuhalten. Wir waren Pashka-Vier, sonst wären wir nie auf die Brücke gelassen worden.
Zufällig ging mein Blick auf die andere Seite der Brücke, wo die Bahnschienen verliefen. Züge fuhren gerade nicht, also hatten die Marines einen Teil der Trümmer auf die gerade nutzlosen Schienen verfrachtet. Ein Panzer und ein Haufen ausgebrannter leichter Fahrzeuge. Hier musste sich eine tödliche, aber nichtsdestotrotz interessante Geschichte abgespielt haben.
Als der letzte Marine sein Foto geschossen hatten, bekamen wir die Freigabe und den Weg zum Flugplatz gewiesen. Wieder fuhren wir bis zum nächsten Checkpoint, aber in Arta'Rijen wurde zumindest die Flagge nicht mehr beschossen.

Schließlich erreichten wir das freie Gelände für die Shuttles im Ai'Shan-Park, wie man uns sagte. Fünf standen bereit für den Start, und mir war klar, dass sie auf Geleitschutz warteten, bevor sie es wagten, sich zu erheben und in den Orbit zu klettern.
„Hier gilt es also“, sagte ich, ein klein wenig deprimiert.
„Ab hier geht jeder seinen eigenen Weg“, erwiderte Tai'fal. Er wies sich gegenüber einem Lieutenant des Infanteriekontingents der COLUMBIA aus, das heißt, er wollte es, aber die Frau deutete nur auf die Fahne über uns und grinste breit. Wir verließen den Bereich, der als Tor genutzt wurde, und fuhren auf eine Art Parkplatz. „Also dann.“ Ich erhob mich.
Flyer nestelte am Flaggenmast, aber die Lieutenant sagte: „Bitte lassen Sie den Mast und die Fahne stehen. Das ist ihr Erkennungszeichen, um die Stadt zu verlassen. Am letzten Posten können Sie sie dann abgeben, Pashka-Vier.“ Sie zwinkerte mir zu. „Den Fahnenmast werden wir hier lassen, aber die Flagge werden wir schon irgendwie in den Orbit schaffen, Commander.“
Erstaunt runzelte ich die Stirn. „Danke?“
„Oh, keine Ursache. Und Sie schaffen wir auch in den Orbit. Sie sollten sich beeilen, der Begleitschutz ist unterwegs und trifft in achtzehn Minuten ein. Das Shuttle ganz rechts. Sie sind für den Jumpseat gebucht. Das macht ihnen doch nichts aus, Commander?“
Ich schüttelte den Kopf. „Es ist mir viel wichtiger, dass ich diesmal aus eigener Kraft an Bord und wieder runter gehen kann.“
„Verstehe. Die Gespenstgeschichte und so.“ Sie grinste erneut, salutierte zu knapp, um es ernst zu meinen und zog sich dann zurück.
„Na dann.“ Zuerst reichte ich Lieutenant Marcus die Hand, verbunden mit einigen Schulterklopfern. Dann riss Shana mich an sich und drückte mich schnurrend wie ein Raubtier. Dak und Aka schüttelten mir ebenfalls die Hände und deuteten an, sich gegen eine mögliche Umarmung zu wehren. Wir lachten. Drehh und ich tauschten einen stummen, aber kräftigen Händedruck aus. Dann reichte ich Huan die Hand, und er ergriff sie mit seiner rechten Pfote. Fragend jaulte er leise.
„Keine Sorge, ich komme auch ohne dich zurecht, alter Junge.“ Das überzeugte ihn nicht, daher seufzte er von ganz tief unten.
Als ich Taku-Taku die Hand reichen wollte, überraschte sie mich damit, dass auch sie mich umarmte. Also drückte ich die Akarii ein Stück an mich, aber nicht so stark, wie Shana mich gedrückt hatte.
Ich verließ das Fahrzeug und ging nach vorne. Tai'fal und ich schüttelten einander die Hände. „Danke für alles.“ „Danke für die Panzerbüchse“, erwiderte er grinsend, wie es nur einem Peshten möglich war.
Schließlich und endlich ging ich um den gepanzerten Wagen herum, um mich von der Fahrerin zu verabschieden. Vacani angelte mich mit einem ihrer langen Arme heran und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. „Sei vorsichtig da oben. Wir haben dich nicht so lange am Leben gehalten, damit irgendein nichtsnutziger kaiserlicher Idiot deine Strähne beendet.“
„Ich verspreche, dass ich überleben werde.“ Ich winkte in die Runde und entschied mich für einen alten Scherz unter Soldaten. „Vielleicht sehen wir uns mal wieder. Nach dem Krieg um drei Uhr Nachmittags?“
„Nein, zu kurz wegen unserer Nachbesprechung“, erwiderte Tai'fal todernst. „Sagen wir nach dem Krieg um fünf.“
„Also gut, nach dem Krieg um fünf. Wo?“
„Du brauchst uns nicht zu finden, Flyer. Wir finden dich.“ Der Wagen ruckte an und fuhr zurück zum Tor, wo er anstandslos passieren konnte. Dann erst wandte ich mich ab und stapfte zu „meinem“ Shuttle.

Der Lademeister empfing mich. „Nette Flagge. Hätte ich auch gerne.“ „Ist aus einem Copyshop in der Vorstadt. Vielleicht landen Sie da einfach mal beim nächsten Flug.“
Der Petty Officer lachte laut und schief. „Vielleicht machen wir das sogar. Willkommen an Bord, Ace. Gehen Sie gleich durch ins Cockpit. Ein Notanzug ist bereit. Abflug in sieben Minuten.“
„Verstanden.“ Ich trat an dem Mann, der weit jünger war als ich – Gott, wie lange dauerte dieser Krieg schon – vorbei und betrat den Innenraum des Shuttles. Er war gut gefüllt, aber hauptsächlich durch medizinisches Material und Personal, das die besonders schweren Fälle nach „oben“ bringen würde.
Als ich an einem Asiaten vorbei kam, der nur einen Kochsalztropf bekam, wunderte ich mich, warum der Mann evakuiert wurde, bis mir auffiel, dass er einen verdreckten, teils zerrissenen Pilotenanzug trug, nämlich das Ding, das wir unter den Gravanzügen benutzten. In diesem Moment krallte sich eine Hand in mein Bein. Ich blieb stehen. Die unrasierte, schmutzige Gestalt war … Ohka? „Cliff.“
„Kano, bist du das? Ich meine, bist du irgendwo unter der Schmutzschicht?“
Der Japaner lachte kurz und trocken. „Glaub es nur, ich bin es. Ach ja, das kannst du nicht wissen. Wurde bei einem Angriff runtergeholt, zwei Tage nach dir. Fast direkt auf der Front ging ich runter. Da hatte ich dann eine Fifty-Fifty-Chance, wer mich zuerst erreichen würde. Waren dann die Akarii.“ Er grinste freudlos. „Wurde ... verhört. Als sich mich dann durch Nera'Rijen geschafft haben, brach der Aufstand los und ich konnte mich befreien und dann stiften gehen. Ein Marine hat mich aufgegabelt, als die Akarii mir auf den Fersen waren und zum Widerstand gebracht. Als die Kämpfe dann abgeflaut sind, wurden wir zu den Marines geschickt, ich für den Rücktransport, die anderen für Nachschub. Und jetzt bin ich hier, verletzt, geknickt, aber unbesiegt. Und bei dir so?“
„Du bist aus der Gefangenschaft ausgebrochen“, fragte ich anerkennend. „Das nenne ich eine Leistung.“
Ohka winkte ab. „Gefangenschaft ist nicht so toll, wie man immer sagt. Dazu die Verletzung, mit der haben die Echsen rumgespielt. Frag nicht nach Details. Da dachte ich mir, mach ich doch mein eigenes Ding. War wesentlich besser. Aber nun sag schon. Wie war's bei dir?“
„Ich traue mich das kaum zu sagen, aber nach meinem Absturz hat mich eine Guerillatruppe aufgelesen. Die habe ich dann die letzten Tage begleitet, während ich auf meine Chance gewartet habe, wieder hoch geschickt zu werden. Ich bin ihnen hier und da ein wenig zur Hand gegangen. Beim Angriff auf Arta'Rijen hatte ich dann einen super Beobachtungsposten, und eine peshtische Spezialeinheit hat mich über die Brücke und bis hier zum Landeplatz gebracht. Es gibt ein wenig mehr zu erzählen. Geht es dir gut, Kano?“
„Ich liege hier nur auf Anweisung meiner Ärzte und wegen der Infusion. Danach werde ich wohl auch wieder selbst stehen können. Erzählst du mir die lange Version, wenn wir keinen Geleitschutz mehr brauchen? Oder erst auf der COLUMBIA?“

„Commander Davis! Wir wollen starten!“, kam es von vorne. „Drei Minuten für den Anzug.“
„Sobald wir die Akarii hinter uns gelassen haben und ich wieder in den Frachtraum kommen kann. Versprochen.“ Ich winkte Ohka zu, dann eilte ich ins Cockpit und zog den leichten Raumanzug über. Pünktlich zum Start saß ich auf dem Jumpseat, dem Notsitz, den jedes Shuttle für Fälle wie diesen im Cockpit hatte. „Fertig.“
Der Pilot, ein First Lieutenant, der mir nicht bekannt war, musste von einem der Begleitschiffe sein, grinste mich an. „Na, wenn ein Pilot es nicht so schnell schafft, wer dann? Willkommen zurück, Commander. Mein Baby ist vielleicht nicht so beweglich wie eine Nighthawk oder eine Falcon, aber ich bringe Sie schon sicher zurück auf die fette Lady.“
„Und ich weiß das zu schätzen“, erwiderte ich, verbiss mir dabei aber den Witz: „Wie reden Sie eigentlich über Captain Ahn?“
Das Shuttle startete. Ein vertrautes Gefühl. Ich war wieder auf dem Weg in den Orbit, zurück auf mein Schiff, zurück zu meinem Geschwader. Zurück in mein Cockpit. Und zurück bei meiner Staffel. Je nachdem wie lange die Schlapphüte mich verhörten und die Ärzte sicher gehen wollten, dass ich nicht in der nächsten Sekunde ansatzlos tot umfiel. „Wann kann ich wieder in den Frachtraum?“
Der Pilot, laut Brustschild Summers mit Namen, sah mich interessiert an. „Sie bringen nicht nur mich, sondern auch Ohka mit nach oben. Staffelchef der ...“ „Butcher Bears, ich weiß. Wow, noch mehr Prominenz. Cowboy haben wir aber nicht geladen, oder? Nicht dass der sich in nächster Zeit auf einen Peshtenplaneten trauen dürfte.“
Ich runzelte die Stirn. „Warum nicht?“ „Was?“ „Warum kann sich Staffort nicht auf einen Peshtenplaneten trauen?“
„Ach, davon wissen Sie ja gar nichts.“ Und dann erzählte mir Summers die Geschichte vom abgeblasenen Angriff auf ein Krankenhaus und den höchsten Feldkommandeur der Akarii. Mist, ging es mir durch den Kopf. Es wurde wirklich Zeit, dass ich wieder zurückkam.
***
Als Pashka-Vier den letzten Posten erreichte, spielte sich noch einiges an Theater ab; wieder wurden viele Fotos gemacht und Filme gedreht, denn wann hatte man je so etwas auf den Schlachtfeldern gesehen? Fotos der Einheit verboten sich von selbst, das musste nicht erst gesagt werden. Anschließend ließen es sich zwei Marines nicht nehmen, die Flagge selbst zu senken und danach mit zwei weiteren Marines so zusammenzulegen, dass sie dabei nicht den Boden berührte. Das dadurch entstehende, nicht gerade kleine Päckchen wurde fast mit der gleichen Würde wie die Nationalfahne bei der Flaggenzeremonie behandelt und anschließend auf der Ladefläche eines Patrouillenfahrzeugs verstaut mit der Aufgabe, die Fahne sicher zum Hauptquartier zu bringen. Dann demontierten die Marines auch den Flaggenmast. Anschließend wurde die Einheit mit einem Salut verabschiedet, den Pashka-Vier zurückgab.
„Sergeant, wir werden etwa in sechshundert Metern ein gestohlenes Akarii-Transpondersignal aktivieren. Ich kann mich drauf verlassen, dass ihre Leute uns nicht plötzlich beschießen werden?“
„Meine Leute bestimmt nicht. Verlassen Sie sich darauf. Aber seien Sie trotzdem vorsichtig, Pashka-Vier. Da draußen haben wir noch nicht aufgeräumt, und nicht jeder Aka... Kaiserliche ist so schnell davon gerannt, wie ihn seine Beine tragen konnten.“
„Danke für die Warnung. Jetzt wo unsere Zielscheibe weg ist, müssen wir halt ein wenig aufpassen.“
Darauf lachte der Sergeant und gab den Weg für den gepanzerten Bodenwagen frei.
„Na dann, auf ein Neues“, sagte Vacani und fuhr an. „Hätten wir Flyer nicht behalten können? Kluger Kopf. Hätte sich gut bei uns gemacht, oder, Snaps?“
Lieutenant Marcus schnaubte leise und zuckte die Achseln. „Ich glaube, wenn er seine Staffel führt, ist er für uns wertvoller.“
„Argument“, erwiderte die Fahrerin mit Bedauern in der Stimme. Sie ließ den Wagen beschleunigen. Ihre neuen Befehle waren eindeutig, und sie hatten nur noch fünf Stunden, um ins Zielgebiet zu kommen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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24.11.2021 22:49 Forum: Kurzgeschichten


Wer Ace hängen sehen will, der lese meinen nächsten Text.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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23.11.2021 18:13 Forum: Kurzgeschichten


Nun warte doch die Zeit ab, Cattaneo. Bin fast fertig, dann kriegen Tyr und Du es vorab. ^^
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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23.11.2021 16:31 Forum: Kurzgeschichten


Nein. Cliff wird hängen. Ich habe mich jetzt entschieden, das durchzuziehen.
Ich sage nur so viel. Nicht, was Du gerade denkst. ^^
Ich töte doch meinen Main nicht... Schon wieder...
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