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Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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13.03.2023 22:35 Forum: Kurzgeschichten


Zwei ist kein Problem.
Eins schon eher, ich habe vor dem Schreiben extra noch mal nachgelesen. Da muss ich total drüber weg gekommen sein. Ich korrigiere das die nächsten Tage.
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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08.03.2023 23:30 Forum: Kurzgeschichten


Das musst Du dann wohl mehr mit Cattaneo besprechen... Wo ist er eigentlich?
Thema: Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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07.03.2023 23:00 Forum: Kurzgeschichten


Der Staub legte sich, der Kampf ging weiter. Aber es war eine Phase des Aufatmens entstanden, ermöglicht durch das Auftauchen der schweren Kampflanze Tai-i Tanigakis. Zeit genug, eine schnelle Bilanz zu ziehen. Die erste: Sie waren noch da. Die Höllenhunde existierten noch, waren allerdings nicht kampffähig. Aber bis zu diesem Moment mussten sie „nur“ vier ihrer Maschinen als Verlust ansehen, und das auch nur vorerst. Das war für die Falle, in die sie gelockt worden waren, ein ziemlich gutes Ergebnis. Hätte der Gegner etwas mehr Schneid gehabt und nicht lieber mit dem VTOL gespielt, der die Mittelstreckenraketen eingewiesen hatte, hätten seine Mechs, die wesentlich mehr Bewegungsfreiheit als das schwere Panzergerät der Höllenhunde hatte, den Schaden noch erheblich erhöhen können. Freilich nur, um weitere Verluste hinzunehmen. Aber die größere Manövrierfähigkeit im Dschungel, die zerstörte Brücke und die Schäden, die seinen Höllenhunden bereits zugefügt worden waren, hätten bedeutet, dass die Panzer schwerer getroffen worden wären. So gesehen war Tanigaki spät gekommen; aber nicht zu spät, um sie rauszuhauen.
Die Schlächterrechnung fiel kurz und grausam aus. Der Musketier hatte nach einem Inferno-Angriff eine Munitionsexplosion erlitten. Was vom Panzer noch übrig war, mussten sie sehen, aber die Crew war, wenn sie Glück hatte, in der Explosion gestorben.
Der Saracen, das erste Opfer des Gegners, war schwer beschädigt zwischen den Bäumen des Waldes verschwunden. Wenn sich jemand von der Crew hatte absetzen können, würde er sich verborgen halten, so gut er konnte. Und erst wieder auf sich aufmerksam machen, wenn die Höllenhunde in der Nähe waren.
Der Drillson, ihr dritter Verlust, hatte nach dem Blattschuss evakuiert werden können. Ebenso der Ajax A, und danach hatte der Heli die Raketen eingewiesen. Dadurch hatten sie es nicht nur zur Brücke geschafft, sondern auch ihre Chancen erneut erhöht, diese Sache möglichst in einem Stück zu überleben.

Scharnhorst sah auf sein Display. Abgesehen von den vier Icons, die ihm nun fehlten, hatte eigentlich jeder Panzer leichte bis schwere Schäden einstecken müssen. Lediglich die LSR-Lafette stand da wie neu, und das, obwohl der feindliche Sprinter auch sie mit Feuer eingedeckt hatte. Welche Kräfte hatte er also einsatzbereit? Der Pegasus und der Minion der Erkundungslanze der 2. Kompanie standen noch relativ gut da, wenngleich Panzerung abgeschabt und Waffen beschädigt oder ganz vernichtet worden waren. Von den Erkundern der 1. standen der Bandit A noch gut, der Condor, aber nicht der Saracen MSR. Multiple Schürzentreffern. Die Crew war bereits dabei, das Ding notdürftig zu flicken, um den Panzer wieder mobil zu kriegen. Das waren die leichten Maschinen. Das machte es nicht leichter, das zu tun, was er jetzt tun musste. „Able Able Able von Baker Baker Able.“
„Able Able Able hört.“
„Vorrücken und Kontakt mit dem Gegner wieder aufnehmen. Minenfeld umfahren, auf die Flanken achten. Vorsicht geht vor Aufklärung. Kriegen Sie das hin, Able Able Able? Gehen Sie nur sicher, dass diese Bastarde nicht meinen, plötzlich umkehren zu müssen, um uns noch einen Besuch abzustatten.“
„Verstanden, Baker Baker Able. Kriegen wir hin.“
„Gut. Falls Sie es zur Absturzstelle von Able Able Baker schaffen und die Lage es erlaubt, SAR.“
„Search and Rescue, habe verstanden.“
In der Ferne, etwa einen halben Kilometer entfernt, lag das Donner-Minenfeld. Als der Gegner abgezogen war, hatte er es wieder umgangen. Zumindest teilweise, weil es mindestens eine Detonation gegeben hatte. „Zählen und markieren Sie auch gegnerische Verluste. Charly Able, ein motorisierter Trupp soll hinterher fahren, um eventuelle Gefangene zu nehmen und nach der Crew von Able Able Baker zu sehen.“
„Charly Able hat verstanden.“
„Und senden Sie einen Trupp auf die Anhöhe hoch, von der zuletzt der Mörserbeschuss gekommen ist. Dabei Vorsicht. Wir wissen nicht, ob die Kröten mit stiften gegangen sind.“
„Habe verstanden.“ Die Schwebepanzer der 1. Kompanie, begleitet von zwei Truppschwebern, zogen nach Westen davon, Richtung der Landestelle, die etwa vier Klicks entfernt war. Deutlich zu nahe für ihre jetzige Situation. Zwei weitere Trupps machten sich zu Fuß auf den Weg zur etwa fünfhundert Meter entfernten Steigung.
„Baker Baker Able für Baker Able Able.“
„Baker Able Able hört.“
„Baker Able geht auf Position des kuritanischen VTOL. Absturzort finden, sichern und eventuell Hilfe leisten. Ich denke, das sind wir unseren Freunden nach der Hilfe schuldig. Dabei Ausschau halten nach Kröten, Umgehungsangriffen und anderen Schweinereien.“
„Baker Able Able hat verstanden.“ Kurz darauf lösten sich die beiden Blips der Scouts der 2. Kompanie vom Rest der Einheit.
„Baker Baker Able an alle restlichen Höllenhunde: Perimetersicherung, Sicherung und Reparatur der Brücke und Instandsetzung von allem, was wir hier vor Ort leisten können. Achtet dabei immer auf Infernobeschuss.“
Verschiedene Rogers trafen ein. Scharnhorst atmete tief ein. Die Dinge waren wieder in Bewegung, und mit etwas Glück war das der letzte Kampf mit Waffen. Blieb nur noch der andere Kampf. Der verbale mit Tanigaki, dessen schwere MechLanze gerade durch den Fluss gestapft kam.
„Tai-i Tanigaki hier. Scharnhorst, hören Sie mich?“
„Laut und deutlich, Tanigaki-sama.“
„Sama? Wie ungewöhnlich von ihnen, Söldner.“
Scharnhorst gestattete sich ein Grinsen, obwohl der Kuritaner es nicht sehen konnte. „Sie haben uns heute dreimal rausgehauen. Ich werde Sie den Rest meines Lebens Sama nennen, Tai-i.“
„Das ist natürlich eine gute Erklärung. Kommen wir also gleich zur nächsten. Was zur Hölle ist hier passiert?“

***

„Na, das nenne ich mal eine Überraschung“, sagte Private Brigham. Er stand vor einem Baumriesen, und zwischen dem und ihm stand noch etwas. Eine ziemlich leblose Elementare-Rüstung. Diese hatte zwei Treffer durch ein schweres Zeus-Gewehr erhalten. Einen auf Höhe des Brustbeins. Einen auf Höhe des Helms. „Charly Dog, hier Charly Dog, Trupp vier. Jensen, du und Nowgoroda habt doch gedacht, ihr habt eine Kröte im Visier?“
„Ja, dachten wir. Aber lieber einen Schuss zu viel abgeben als eine Kröte in Schussweite zu haben.“
„Hol dein Schützenbüchlein raus und schreibe hinter dem Eintrag was Neues. Nämlich Volltreffer. Hier steht ein Elementare-Panzer herum, zweimal von Panzerbrechern aus einem Zeus getroffen. Der Insasse sieht ziemlich tot aus.“
„Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht.“ Jensens Stimme war dabei so kalt und emotionslos, er hätte eine Sonne damit einfrieren können. Dennoch war da ein Unterton von grimmiger Befriedigung, die wie ein leichter kalter Schauder über Brighams Rücken ging. „Ich markiere die Position. Dog soll die Rüstung und den Leichnam unter allen Sicherheitsbestimmungen wegholen. Wäre nicht das erste Mal, das jemand eigene Leichen vermint, um eventuelle Retter zu erwischen.“
„Dog hat verstanden. Schicke Team.“
„Charly Alpha hier. Team bleibt vor Ort, bis Dog fertig ist, verstanden, Brigham?“
„Ja, Sir. Sichern Gelände. Können ja immer noch Kröten unterwegs sein. Wir ...“
„ABC-ALARM!“, gellte ein scharfer Ruf über Funk auf. Das taktische Display identifizierte es als Charly Dog, McRonnough. Brigham und seine Leute führten sofort das Procedere aus. Helm wegschlagen, ABC-Maske aus der Seitentasche, aufsetzen, festziehen. ABC-Handschuhe anziehen. Poncho überwerfen, Gesicht und Arme festziehen, Koppel ab und über dem Poncho neu anziehen, dann Helm wieder auf, Waffe wieder aufnehmen. Nun waren sie gegen atomaren Niederschlag, chemische Gifte und bakterielle Trägersubstanzen zumindest für eine gewisse Zeit geschützt, selbst wenn sie in eine Wolke aus Senfgas geraten würden.
„Hier Baker Baker Able. Bericht, Charly Dog!“
„Charly Dog hier!“, klang die ziemlich wütende Stimme von Valentina McRonnough erneut auf. „Haben die Stellung der Mörser gefunden. Die sind ziemlich überstürzt aufgebrochen und haben eine angebrochene Kiste mit Mörsermunition zurückgelassen. Hazard-Symbol, Sir, laut Aufschrift chemische Kampfstoffe!“
„NICHT ANRÜHREN!“, rief Bishop. „Gelände sichern und Abstand aufbauen! Ich schicke die ABC-Abteilung hoch!“
„Ich habe in zehntausend Jahren nicht vor, das Zeug anzurühren, Dog Able“, erwiderte McRonnough. Sie zischte einen derben Fluch, der einen gestandenen Raumbären die Ohren hätte spitzen lassen, weil er was lernen konnte. „Hinterhalte hin oder her, ABC-Waffen gehen eindeutig zu weit!“
„Tai-i Tanigaki hier. Lieutenant, bestätigen Sie ABC-Waffen. Nicht, dass diese Truppe nicht schon genug Sargnägel bekommen hätte.“
„Jawohl, Sir, bestätige ABC-Waffen“, zischte sie. „Aufgebrochene Kiste. Sie waren bereit zu feuern und sie waren, wie die Infernos beweisen, nahe genug, um uns an der Brücke zu treffen. Ich denke, wir sollten ComStar davon berichten.“
„Das habe ich soeben getan“, klang Scharnhorsts Stimme auf. „Und auch gleich mal gute Nachrichten erhalten. Die Chevaliers sind ins System gesprungen und werden in etwa vierzig Stunden Sulafat erreichen.“
Irgendjemand murmelte: „Endlich mal gute Nachrichten.“ Es dauerte etwas, bis Brigham merkte, dass er es selbst gewesen war. Dann kam der Pioniertrupp aber schon heran und er winkte die Männer und Frauen, die ebenso wie er ABC-Abwehrausrüstung trugen, zum toten Rüstungsträger.

***

Sho-i Tenji Kamagura erwachte, als lautes Klopfen auf Glas erklang. „Noch am Leben?“
Er schreckte hoch und bereute die Bewegung sofort. Ziemlich große Kopfschmerzen zuckten durch seinen Schädel. Er hob eine Hand und sah sie blutbesudelt. Dazu kam, dass er schlecht Atem bekam. Ein Griff zur Nase offenbarte ihm, dass sie stark geblutet haben musste. Der andere Arm wollte sich gar nicht bewegen. Erst langsam kam das Verstehen, die Erinnerung – und dann alles mit einem Schlag. Dieser Bastard von Kriegshammer-Pilot hatte ihn auf zweieinhalb Kilometern Distanz mit zwei PPK-Blasts getroffen und seinen Yellowjacket zum Absturz gebracht. Zum Glück hatte der Bastard nicht den Rotor erwischt, sonst hätte er nicht landen können, wäre nicht durchgeschüttelt worden und hätte sich nicht den Schäden angestoßen, den linken Arm gebrochen und auch nicht die Nase. Kamagura sah nach draußen. Der Mann, der geklopft hatte, trug den Splitterschutzanzug der Panzerfahrer. Auf seiner linken Brust stand ein Name in Romaji: McLoyd. Das Logo auf seiner Brust gehörte zu den Höllenhunden. Verbündete. Vermutlich. Er hob den Arm, der weniger verletzt war und deutete einen Daumen hoch an. Das nahm der Panzerfahrer zum Anlass, die Seitentür zu öffnen. Dazu benutzte er eine Brechstange, denn das Ding hatte sich kräftig verzogen. Dennoch dauerte es nicht lange, bis der Mann die Gurte aufschnitt, die Kamagura im Sitz hielten. McLoyd begann eine kurze, intensive Untersuchung, in der der Soldat der Odaga nur dreimal schmerzerfüllt aufschrie.
„Linker Unterarm auf Speiche und Elle gebrochen, rechter Arm Hand verstaucht. Linkes Bein gebrochen, rechtes Knie geprellt, beide Füße weisen mindestens schwere Quetschungen auf. Nasenbeinbruch, vermutlich mittelschwere Gehirnerschütterung. Normalerweise würde ich darauf warten, das eine Medo-Einheit mit SanTechs eintrifft, aber wir befinden uns im Gefecht. Erlaubnis, ihnen Schmerzen zuzufügen und mit meinem Pegasus zum Verbandsplatz der Höllenhunde zu bringen.“ Zwei weitere Soldaten der Söldner kamen herbei. Sie improvisierten aus zwei Halstüchern einen Tragering.
„Ich habe bis jetzt überlebt. Wäre doch verdammt schade, wenn ich auf die letzten Meter getötet werden würde, nur weil ich das Wrack meines VTOL nicht verlassen will, hm? Holen Sie mich hier raus, und mein Dank wird ihnen ewig nachschleichen, So-sho.“
„Na dann wollen wir doch mal.“ Unter der Anleitung des Sanitäters der Truppe holten sie Kamagura aus seinem Sitz. Dann transportierten zwei von ihnen der Verletzten mit dem Tragering zum Pegasus, wo McLoyd half, ihn durch eine der vorderen Luken in den Panzer zu bekommen. Das ging keinesfalls schmerzfrei ab, aber es war immer noch besser als sterben. Als sich die Luke über ihn schloss, setzte sich der Panzer in Bewegung und zog mit seinem Begleiter zurück zur zerstörten Brücke. Hätte Kamagura allerdings gewusst, dass sich Tai-i Tanigaki dort befand, hätte er vielleicht darum gebeten, mit seiner Dienstwaffe ein paar Minuten allein gelassen zu werden. Immerhin hatte er seinen Yellowjacket verloren. Aber, zugegeben, der Sprung und die beiden Schüsse, das war schon filmreif gewesen. Ewiger Krieger-Qualität.
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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07.03.2023 14:43 Forum: Kurzgeschichten


Hi, Maro.
Es kommt noch ein "Zwischentext", dann stehen eigentlich die Landung gewisser anderer Invasoren an sowie der Clash mit Höllenhunden und Chevaliers. Da sollte es dann sehr viel zu schreiben geben, für jedermann.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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06.03.2023 21:40 Forum: Söldner


Verdammt, da muss ich durcheinander gekommen sein. Ich habe sechs verschiedene Posts runtergedragndropt und dann die Szenen bei den Chevaliers zugeschrieben. Dabei bin ich dann wohl durcheinander gekommen.
Edit: Vergessen, Dir Danke zu sagen, RedCooper. Ich freue mich über jeden Kommi.

...dabei fällt mir auf: Hey, Cattaneo! Wir haben die Verluste der Höllenhunde immer abgestimmt, aber NIE die Verluste der Piraten!
Das war keine Nestwärme, das war Reibungshitze! xDDD
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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05.03.2023 21:42 Forum: Söldner


Zweiter on. Einer kommt noch, aber den schaffe ich heute nicht mehr.
Thema: Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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05.03.2023 20:41 Forum: Kurzgeschichten


ECM und ECCM wurde vom Gegner nun beinahe exzessiv eingesetzt, und die Datenleitung, die den Holotisch speiste, zeigte immer wieder Hochrechnungen statt realen Informationen an. Man konnte vieles extrapolieren, und die Computertastenquäler der Chevaliers waren dank Willem Kleinweich wahre Virtuosen, aber eine gute Simulation ersetzte nicht die richtigen Daten. Daher konnten auch nur die Einschläge von Inferno-Raketen eingezeichnet werden, nicht aber, von wo sie abgefeuert wurden.
„Mörser“, sagte McAllister. „Wären es Infernos aus MANPAD, würden wir die Abschüsse eingezeichnet sehen, denn in diesem Dschungel müssten die Schützen schon auf die Straße treten oder sehr nahe kommen.“
„Mörser in diesen Zeiten?“, zweifelte Jara. „Aber ich habe keine bessere Erklärung.“
„Die wollen unsere Infanterie und die Pioniere erwischen. Und sie hoffen darauf, irgendeine undichte Stelle bei einem der Panzer zu erwischen, damit das Infernogel hineingelangen kann.“ Jara machte eine abwertende Handbewegung. „Das ist aber nicht der Rede wert. Im Trivid bei Ewigen Krieger ist sowas immer supereffektiv. Aber in der Realität muss schon sehr viel von General Zufall zusammenkommen, damit genug Brandgel durch so eine Lücke kommt, um tödlich zu sein. Es müsste zum Beispiel die Munition erwischen.Brandgel hat ja auch das Ziel, das getroffene Objekt zu überhitzen, nichts anderes. Und da stehen Panzer besser da als Mechs.“
Copeland musterte die eingespielten Daten rund um die Brücke. „Sieht so aus, als würden sie zu kurz feuern. Das gibt die Chance auf Gegenfeuer.“
Matthew Brenstein nickte „Ja. Hoffentlich sieht Manfred mehr als wir.“
„Archers und Bow – ihr und die Infanterie sichert die Brücke. Achtet auf Schleichangriffe. Alle anderen – mir nach. Maximalgeschwindigkeit. Wir nehmen unsere Kameraden auf und ziehen uns in den Schutz der Ari zurück. Und ich will im Fahren Langstreckenbeschuss auf vermutete Feindstellungen!“
„Es scheint, er sieht wirklich mehr als wir“, sagte Jara. „Und er sieht noch Chancen für die Höllenhunde, diesen Kampf als Sieger zu beenden.“
„Zumindest mit so wenigen Verlusten wie möglich“, warf McAllister skeptisch ein.
Die Datenlage wurde besser, und es war deutlich zu sehen, wie die vorrücktenden Ketten-, und Radpanzer nicht nur auf die OmniMechs feuerten, die noch immer auf dem Waldweg näher kamen, sondern auch in den Wald hinein. Deckungsfeuer auf die Mörserstellung. Aber da keine Sekundärexplosionen erfolgten, bisher noch nicht von Erfolg gekrönt.

Die schweren Panzer der Höllenhunde, Scharnhorsts Manticore an der Spitze, näherten sich schnell der Brücke und gaben Unterstützungsfeuer. Dann setzten sie über, um den Schwebern unter die Arme zu greifen, zumindest ein Teil von ihnen. Die Artillerielanze blieb auf der „sicheren“ Seite. Soweit, so gut.
Dann detonierte eine Inferno-Granate direkt über dem Musketier, und es geschah, was eigentlich nur im Trivid passierte. Ein erklecklicher Teil des brennenden Napalm-Gels bedeckte den schon angeschlagenen Panzer, und Schreie über Funk bewiesen, das mindestens einer der Panzerfahrer das Gel abbekam. Das war noch auszuhalten, die Mannschaften waren darauf trainiert, auf diese Ausnahmesituationen zu reagieren und das Leben des Kameraden zu retten.
Als allerdings die KSR-Munition hochging und das CASE versagte, verschwand der Tag des Schwebepanzers aus dem Gefechtsfunk und der Computer führte die Maschine als Totalverlust. Der zweite schon. Warum hatte das CASE versagen können? Die Explosion der KSR-Munition hätte nach außen geleitet werden müssen. Copeland begriff, das Warum, bevor einer der Anderen etwas sagen konnte. Es war das Brandgel gewesen. Es hatte den CASE-Mechanismus behindert, sodass die Explosion hatte erfolgen können, bevor das CASE gegriffen hatte. Harry ballte die Hände zu Fäusten. Eine dieser Kleinigkeiten, die über Leben und Tod entscheiden mochten, hatte zugeschlagen, und er hatte nichts dagegen tun können. Sein zornrotes Gesicht ruckte zum Tech. „Sie versuchen, so viel wie möglich von den Angreifern zu identifizieren. Falls wir denen wiederbegegnen, sobald wir denen wiederbegegnen, will ich es wissen. Und dann werden die nicht erfreut sein, auf die Chevaliers zu treffen!“
„Ja, Sir“, sagte der AsTech im Tonfall absoluter Ernsthaftigkeit. Wenn die Sensoren über die Mörserstellung etwas hergaben, was sie und die Besatzung identifizierte, dann würde er es finden. Und dann würden die Chevaliers eines Tages die Frage stellen können: „War es das wert?“
Grimmig widmete sich Copycat wieder dem Holotisch.
„Vorwärts!“Wieder Scharnhorst, der seine schweren Panzer ein letztes Mal antrieb. Schon waren sie heran und unterstützten ihre schwächer gepanzerten Brüder durch ihre stärkeren Wandungen und die Aktivpanzerung. Die Aufteilung erfolgte dabei so, dass die Aktivpanzerung im Falle der Auslösung keine eigenen Leute gefährdete. So hatten es die Höllenhunde trainiert.

Die angreifenden OmniMechs schlugen sich ins Unterholz, feuerten aber weiter und kamen beständig näher. Der Drillson der Kampflanze der 1. Kompanie unter Tellor steckte da besonders von einem Gegner, der noch nicht identifiziert werden konnte, schweres Feuer ein. Noch bevor er stand und das Feuer zielgerichtet erwidern konnte, kassierte er zwei PPK-Doppeltreffer. So etwas klappte nur mit sehr guter Software, C3 vergleichbar. Der Manticore, der an der Spitze gefahren war, zog an die Seite des Drillsons und gab Deckungsfeuer, wohl auch in der Hoffnung, nicht nur einen Treffer bei den OmniMechs zu landen, sondern auch deren Feuer auf sich zu ziehen, bevor sie Tellor und seiner Crew den Rest gaben, geschweige denn dem Drillson-Panzer.
„Da tut sich was!“, sagte Sleijpnirsdottir. Tatsächlich wurde der Manticore markiert, als er sich über Funk meldete. „Baker Charly Dog, mach den Hausbesuch.“
Leutnant Helene Angströms Stimme klang auf. Die Leiterin der Artillerielanze der 2. Kompanie antwortete: „Verstanden, Baker, Baker Able.“
„Achtung, Odaga- Kommandozentrale. Hier spricht Second Lieutenant Angström von den Dantons Höllenhunden. Wir benötigen Feuerunterstützung.“
„Hier Odaga-Kommandozentrale. Sumimasen, aber das kann nur Tai-i Tanigaki entscheiden.“
„Dann stellen Sie mich zum Tai-i durch.“ Es vergingen ein paar Sekunden. „Bitte.“
„Sie können sprechen, Second Lieutenant.“
„Achtung, an Tai-i Tanigaki, wir benötigen dringend Unterstützung. Stehen im Gefecht mit mindestens einer Kompanie Mechs, darunter Sturmklasse-Maschinen, dazu Panzerfahrzeuge, ebenfalls Kompaniestärke. Infanterie und Artillerie in unbekannter Stärke.“
„Hier Tanigaki. Ich verstehe Sie nicht Recht. Wie ist die Lage. Wo sind Ihre Stellungen? Wo steht der Gegner genau. Machen Sie detailliert Meldung.“
„Verdammt, dafür…ne Zeit! Da vorne sterben…Leute. Wir brauchen alles ,,, Mech und jeden Panzer, und das sofort. Es ist ein ver… Hinter...“
„Der Empfang wird immer schlechter. Ich brauche genaue Angaben über die Feindstellung. Ich kann meine Leute doch nicht ins Dunkel schicken! Wo genau ist der Gegner. Welche Einheiten haben Sie identifiziert!“
„Hilfe …“
Jara mustete den Kontakt von Angströms Panzer, aber er zeigte keine Beschädigungen ein. Dafur aber schien jemand ein sehr starkes Störsignal hochgefahren zu haben, denn der Funk riss für mehrere Minuten ab.
„So eine Falle aufzubauen schafft man doch nicht mit ein paar Kommandos vor Ort und einer Kompanie Mechs, auch nicht, wenn man Kröten und eine Mörserstellung in der Hinterhand hat!“, schnappte Christine Sleijpnirsdottir. „Nicht nur, dass die Piraten den Kampfplatz ausgesucht haben, sie waren sicher auch erfolgreich darin, das gesamte Feld um die Brücke vorzubereiten! Es spricht für die Klasse der Höllenhunde, dass sie noch nicht zusammengeschossen wurden!“
„Das ist auch meine Meinung. Entweder ist das eine Falle, die für irgendwen aufgestellt wurde und die seit Monaten Vorbereitung erfahren hat“, sagte Copeland, „oder aber jemand versorgt die Bande mit besten topographischen Daten, und das auch noch kurzfristig.“ So oder so spielte mehr als ein Faktor gegen die Höllenhunde. Und dann war da noch die Frage, wann dieser Tanigaki half. Falls er überhaupt ausrücken ließ.

„Schaut mal da!“ Jara deutete auf das Symbol des Drillsons. Es wurde schwarz für außer Gefecht, aber ein Icon singnalisierte, dass die Crew evakuieren konnte, und zwar alle drei Besatzungsmitglieder. Etwas, was den Leuten an Bord des Musketier nicht vergönnt gewesen war.
Immerhin ein Lichtblick, der Hoffnung schuf.
Immerhin, die vorgepreschten schweren Panzer blieben den Angreifern ansonsten nichts schuldig und erzielten ihre Treffer. Dann sprang einer der Omnis, die Libelle, und wurde dabei vom Manticore und einzelnen Geschützen der anderen Panzer so schwer getroffen, dass der Sprung zum Absturz wurde und der Mech meterweit vom Weg abkam und ins Unterholz krachte. Aber diese kurze Atempause reichte nicht, um die Schweber einzusammeln und sich zur Brücke zurückzuziehen, geschweige denn überzusetzen. Es blieb nur, sich langsam zurück in Marsch zu setzen, um dem Feind keine Lücke in der Abwehr zu präsentieren.
„Langsamer, geordneter Rückzug“, kam es folgerichtig auch von Scharnhorst. Sobald sie es unter die Deckung der eigenen Artillerie schafften, war viel gewonnen.
Doch während die Kolonne die Rückwärtsbewegung auf der viel zu engen Piste durchführte, wurde
der Ajax A von Sergeant Yuuki getroffen und waidwund verletzt. Wenigstens zeigte das Icon an, dass alle Besatzungsmitglieder den zerschossenen Panzer hatten verlassen können. Das aber war bereits der vierte Verlust für die Höllenhunde, während der Gegner erst einen erlitten hatte. Zumindest hatte sich der Omni noch nicht zurück gemeldet. Copeland war vorsichtig optimistisch, dass es so bleiben würde.

Plötzlich erschien ein neuer Kontakt auf dem Gefechtsfeld. Es war ein Kampfhubschrauber, und dass seine Telemetriedaten und sein Transponder übermittelt wurden, bewiesen, dass es sich um einen potentiellen Verbündeten handeln musste. Seine Kennung: Oni yong. Dämon vier. Oni yong verharrte in einer relativen Position in etwa zwei Klicks Entfernung etwa einhundert Meter über den Dschungel und bewegte sich nicht. Der Funkverkehr war nicht hörbar, aber vom Rechner des Holotisch wurde eingezeichnet, dass reger Funkverkehr und schließlich auch Datenverkehr stattfanden.
Copeland war der Erste, bei dem der Groschen fiel. „Ein Einweiser!“ Wenn er auf die Piraten zielte, und das war zu hoffen, dann bedeutete das, dass die Odaga wenigstens jetzt auf der Seite der Höllenhunde eingriffen, und etwas Entlastung konnte die Truppe gut gebrauchen, vor allem, da die allgemeinen Gefechtsschäden zugenommen hatten, und weitere Verluste wie der Ajax A und der Drillson konnten da schnell zum Genickbruch der Einheit werden.
Zur Überraschung des Colonels rechnete der Holotisch jetzt einen gute erkennbaren FeindMech ein. Es war ein Kriegshammer, und er war so klar zu erkennen, dass der Rechner ihn als KHM-7S klassifizierte, die Variante mit ER-PPK und Blitz-KSR.
Nach etwa einer Minute wurden zudem zwei mit doppelter Schallgeschwindigkeit fliegende Marschflugkörper eingezeichnet, die knapp über den Wipfeln auf dem Weg zum Kampfplatz waren. Eine Einzeichnung identifizierte sie als Farukon, Raketen einer ihm unbekannten Produktion. Kurz zuckte der unschöne Gedanke durch ihn, dass sich Odaga vielleicht der Piraten UND der Höllenhunde entledigen wollte, wies ihn aber ab, sonst hätten sie nicht die Telemetriedaten der Marschflugkörper erhalten.
„An alle von Baker Able Able. Plan...“, kam es von Scharnhorst, aber er brach mitten im Wort ab. Das war Sekunden, bevor die Farukon das Gebiet erreicht hatten und ihren Überschallknall vor sich herschoben. Dann kippten sie kurz auf, um wieder nieder zu gehen. Sie explodierten nahe der Kolonne, aber nicht nahe genug, um sie zu gefährden. Zumindest war der Rechner dieser Meinung und schraffierte das Gelände, welches mit den Gefechtsköpfen getroffen sein sollte. Auf jeden Fall rechnete er den Kriegshammer raus, der hatte es garantiert hinter sich. Zugleich ebbte das Feindfeuer ab, was verständlich war. Eine so heftige Explosion in den eigenen Reihen musste die AngreiferMechs durchgeschüttelt haben. Und wo einmal eine Rakete einschlug, konnte auch eine neue Salve landen, deshalb waren die Überlebenden wohl dabei, die Positionen zu wechseln. Etwas, wobei Mechs in einem Dschungel den Panzern gegenüber klar im Vorteil waren.
Scharnhorst nutzte die Feuerpause eiskalt für sich aus. „PLAN ESCUDO! AUSFÜHRUNG SOFORT!“ Und das „sofort“ wurde befolgt. Die Panzer beschleunigten und begannen, zur Brücke zurückzukehren. Die Strecke, vorher unmöglich lang erscheinend, wurde nun für die Kampfpanzer und die Scouts der Höllenhunde problemlos überwindbar. Zumindest im Moment. Aber wenn Scharnhorst aufs falsche Pferd gesetzt hatte, dann würden die Angreifer den Moment des Rückzugs nutzen, um sich noch ein paar Opfer rauszupicken. Aber nichts geschah, zumindest vorerst nicht.
„Baker Charly von Baker Able Able!“
„Baker Charly Able hört.“
„Baker Charly, feuert Donner-LSR auf meine jetzige Position!“
„Baker Charly Able, habe verstanden. Laden Donner-LSR und legen ein Minenfeld auf den Weg hinter eigene Einheiten.“
Es vergingen nur ein paar Sekunden, da wurden die Salven mit Donner-LSR eingezeichnet, die über die Panzerkolonne hinweg zogen, und sich kurz vor dem Einschlag aufteilten, um eine möglichst breite Fächerung zu erreichen. Das Minenfeld, das rund um die Dschungelpiste entstand, war etwa dreihundert Meter breit und an der dicksten Stelle fünfzig Meter stark. Es wurden etwa einhundertzwanzig Minen verteilt. Die guten, Anti-Mech-Minen. Das war auf jeden Fall genug, um die gegnerischen Mechs davon zu überzeugen, einen schön weiten Umweg zu machen, wollten sie nicht ins Minenfeld geraten und dann in Reichweite der Artillerielanze steckenbleiben.

„Da kommt was!“, rief Charles und deutete auf mehrere Kontakte. „Kröten?“ Kröten, das uralte Slangwort für die Elite-Infanterie der Clans, die ihren Namen bekommen hatten, weil die Rüstungen für mehrere Dutzend Meter sprungfähig waren und daher die gegnerischen Mechs regelrecht angehüpft hatten. Wie Frösche oder Kröten halt.
„Zu nahe zum Aufhalten!“, zischte jemand, und Copeland merkte, dass er das gesagt hatte.
„An der Brücke nach Plan Phalanx mauern!“ Der Befehl kam von Scharnhorst. Möglich, dass er die Elementare noch nicht gesehen hatte. Das ECM war immer noch aktiv. Wusste der Henker, warum ihre Daten an Bord der ROSEMARIE besser waren. „Und danach sehen wir zu, ob wir nicht noch einmal vorstoßen können, sobald wir sie abgeschlagen haben.“
„Wir sehen die Brücke,“ Die Meldung kam von McLoyd. Dann erfolgte in Fahrtrichtung eine Explosion. „Und sie ist vernichtet!“
„Definieren Sie vernichtet!“
„Gesprengt, würde ich sagen. Fliehende Kröten auf drei Uhr!“
Na klar, jetzt, wo es zu spät war, hatten die Gefechtscomputer der Panzer auch Daten zu den Kröten.
„Plan Phalanx bleibt bestehen. Minenfelder aktivieren. Mike?“
„Sir?“
„Schick jemand aus, der eine Furt findet. Der Fluss führt hier zu viel Wasser. Und sieh zu, dass er die Furt nicht in der Richtung sucht, in der die Kröten fliehen.“
„Ja, Sir.“
„Er versucht, unter der Deckung der Artillerie den nächsten Schlag abzuwehren“, erkannte Captain O'Bannon, der Chef der anderen Panzerkompanie, die sie auf Wayside V aufgerüstet hatten. „Und da ist er außer Reichweite der Mörser. Kluger Schachzug. Wenn er dann noch eine Furt findet, wird die Zerstörung der Brücke nicht zum Todesurteil.“
„Das wäre es eh nicht gewesen“, erwiderte Copycat. Höchstens für die Einheit per se, wenn sie genügend Kampfeinheiten an die Piraten verloren hätten.
Als wären die fliehenden Elementare, die die Brücke gesprengt hatten, nicht schon genug Unheil gewesen, tauchte der vermaledeite Sprinter, gedeckt von seinem ECM, wieder auf und nahm die Artillerielanze unter Beschuss. Die gut trainierten Mannschaften entdeckten den Mech trotz seiner Abwehrmaßnahmen noch beim ersten Abschuss und deckten ihn sofort mit Feuer ein. Die fragile zwanzig Tonnen schwere Maschine ließ sich jedoch nichts schuldig kommen und feuerte erneut. Dann war der erste Schuss heran, entpuppte sich erneut als Inferno-Beschuss. Die meisten Panzer hatten Glück, aber der Ontos bekam eine kräftige, wenngleich nicht tödliche Ladung ab. Nur mit dem Feuern würde er ab jetzt vorsichtig sein müssen, solange das Gel die Wärmetauscher belastete.
Die LSR-Lafette feuerte derweil eine volle Salve auf den aberwitzigen leichten Mech ab und wurde mit mehreren Treffern belohnt. Die Maschine, nun auch vom Partisan unter Beschuss, machte eine Kehrtwende, mitten rein in die Raketensalve und wurde schwer getroffen. Leider rissen die Treffer aber nur Waffen und Panzerung ab. Drei Glückstreffer an den Beinen reichten leider nicht aus, ihn von selbigen zu reißen. Gut getroffen, aber zumindest noch lauffähig verschwand der Sprinter wieder zwischen den Bäumen, während seine eigene größte Leistung das Brandgel der Infernos war, welches auf dem Ontos und zwischen den anderen beiden Panzern brannte. Zum Glück gab es keine Sekundärverluste bei Infanterie oder den Pionieren.
„Der kommt nicht wieder“, stellte Charles fest. „Jedenfalls heute nicht mehr.“
„Dein Wort in Kerenskys Gehör“, spottete jemand.
„Auf jeden Fall hat der Angriff nichts gebracht, außer dass der Pilot beinahe seine Maschine verloren hätte“, fügte Copeland an. Solche Leute hätte er in seiner Einheit nicht geduldet.

Ein weiteres bewegtes Ereignis wurde eingezeichnet. Der Kriegshammer erhob sich über die Bäume und bildete damit ein perfektes Ziel, zumindest für ein paar Sekunden. Die nutzte er bei einem zweiten Sprung, um beide PPK auf Oni yong abzufeuern. Bei etwas über zwei Kilometern Distanz klar über der Kernschussreichweite dieser Waffen, und dieser Meinung schien auch der Pilot zu sein.
Leider erwies sich die Meinung als falsch. Beide PPK-Blitze trafen, zum Glück nur den Bug und die Flanke, aber es war genug, um eine Menge von der Schnauze der Maschine wegzureißen und den Motor lahm zu legen. Nur mit der Selbstrotation des Hauptrotors stürzte der VTOL mehr als das er flog dem Boden entgegen. Immerhin bedeutete das, der Pilot lebte und war handlungsfähig. Das bedeutete allerdings auch, dass es erst mal keinen zweiten Schlag mit Mittelstreckenraketen geben würde. Verdammt! Schade! Genauso schade und verdammt wie die Erkenntnis, dass der Kreuzritter nicht getroffen worden war, zumindest nicht schwer genug. Die Maschine verschwand wieder zwischen den Bäumen, und der Rechner konnte seine Position nur noch vermuten.
Dazu kam, dass die verbliebenen Mechs wieder auf lange Distanz das Feuer eröffneten. Aber solange sie schossen, wussten Scharnhorst und seine Leute wenigstens, wohin sie zielen mussten.
„Vergiss die Mörser nicht, Manfred“, murmelte Copeland mehr zu sich selbst. „Diese fiesen kleinen Dinger können ganz fix die Stellung ändern.“
„Wer malt jetzt was an die Wand?“, fragte Jara, aber es klang zumindest etwas amüsiert.

Das weitere Gefecht war mehr ein Abtasten als die Suche nach der Entscheidung. Die schweren Panzer der Höllenhunde und die angreifenden Mechs schickten einander mehr Grüße als tatsächliche Kämpfe, denn die gegnerischen Maschinen versuchten sich naturgemäß in Stellungswechseln, was als Nebeneffekt zielsicheres Feuer auf die Panzer erschwerte. Dies war nun ein Abnutzungskampf, zumindest bis der Gegner seine Mörser wieder einsetzen konnte, oder aber eine weitere Schweinerei einbrachte. Da waren immer noch zehn Mechs am Landeplatz ausgeladen worden. Jedoch, rückten sie auf der Straße vor, würden sie bald zu sehen sein. Durch den Wald, egal wie brachial sie durchmarschierten, waren sie verlangsamt. Und die schweren Brocken schafften hier eh nicht mehr als zwanzig Kilometer der Stunde, bei der Dichte des Dschungels. Nicht, dass sie sich nicht trotzdem heranpirschten.
Dazu kam, dass der Angreifer beständig Boden gut machte, also näher kam. Suchten sie die Entscheidung, bevor sie vom Lander Verstärkung erhielten? Oder waren diese Maschinen mittlerweile schon nachgerückt und verstärkten den Angreifer? Zeit genug hatte es dafür gegeben.
„Lagebericht. Melden Sie eigene und Gegnerpositionen.“ Ein neuer Kontakt wurde eingezeichnet. Der Sprecher war außerhalb des Holofeldes. Aber er bediente sich der richtigen Frequenz.
„Wer spricht da?“, kam es von Scharnhorst. Und ehrlich gesagt interessierte das Copeland auch.
„Marinefunkstation Funayurei**. Und Sie geben mir jetzt entweder schleunigst eine vernünftige Antwort, Nanbanjin***. Oder Sie können sehen, wie sie allein klarkommen.“
Interessiert beugten sich die Offiziere ein Stück vor. Der barsche Funker bot zweifellos Hilfe an. Wie würde diese aussehen?
„Öffne Kanal für telemetrische Daten.“Scharnhorsts Stimme klang ruhig, aber auch erwartungsvoll.
Derweil erstarb das gegnerische Feuer. Allerdings waren die letzten Schüsse von Positionen gefallen, die zwischen dem Donner-Minenfeld und der zerstörten Brücke gewesen waren. Der Gegner hatte es zielsicher umgangen.
Dann kam die versprochene Unterstützung ein. Ein heftiger Artillerieschlag, fast so mächtig wie der Angriff mit den Marschflugkörpern. Plötzlich wurde ein gegnerischer Schweber eingezeichnet und ein Teil des Gefechtsfeld aufgedeckt. Der Schweber war zerstört. Augenscheinlich ein Träger mit Electronic Counter Measures, der für die partielle Blindheit der Sensoren mit verantwortlich war. Jetzt erfassten die Sensoren wesentlich mehr Mechs, auch Schweberunterstützung. Es war einerseits erschreckend, andererseits gut zu wissen, dass die Höllenhunde gegen diese Truppe bisher durchgehalten hatte.
Eine zweite Salve schlug ein, und Symbole, gerade erst eingezeichnet, wurden als vernichtet markiert. Sie lag etwas kurz, aber immerhin, sie fegte einen Scout von den Beinen und riss Panzerplatten von den größeren Mechs. Aber reichte das schon, um die Piraten davon zu überzeugen, dass es besser war, Fersengeld zu geben – dankenswerterweise durch das Donner-Minenfeld?
Dann begann die gegnerische Truppe tatsächlich die Absetzbewegung, allerdings nicht durch das Donner-Minenfeld. Eine wurde zwar ausgelöst, als der Kreuzritter zu nahe kam, aber die Maschine verlor augenscheinlich nur Panzerung, aber nicht die Fähigkeit, sich zurückzuziehen.
Und dann, als die Feinde bereits nur noch als Hochrechnung einschraffiert wurden, war klar, warum sie Fersengeld gegeben hatten. Neue Kontakte betraten das Holofeld. Die Transponder schalteten sofort auf. Es war Tai-i Tanigaki mit einer schweren Lanze. Das wendete das Kriegsglück vollends. Copycat gestattete sich ein erleichtertes Aufatmen. Das erlaubte Scharnhorst, seine Verluste zu sortieren und sich neu aufzustellen. Aber die Gefahr war dadurch noch nicht gebannt, geschweige denn der Auftrag ausgeführt, den die Höllenhunde hatten. Und er stand hier, in der sich langsam vergrößernden Schwerkraft der ROSEMARIE und war doch zu weit entfernt, etwas zu tun, so oder so. Doch die Fronten waren geklärt und die Verbündeten abgesteckt. Das war wiederum gut.
Copeland griff zum nächsten Telefon und verband sich mit der Brücke. „Normale Marschfahrt, keine Extra Beschleunigung“, wies er den Kapitän an.
„Verstanden, Copycat.“
Die Zeit würde zeigen, ob es die richtige Entscheidung gewesen war. Immerhin, er hatte noch sechs Stunden Zeit, die Entscheidung zurückzunehmen.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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05.03.2023 15:55 Forum: Söldner


Erst mal sechs Seiten. Ich schreibe derweil noch weiter.
Thema: Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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05.03.2023 15:41 Forum: Kurzgeschichten


17. Juni 3067, Nadirsprungpunkt von Sulafat
Dantons Chevaliers
Landungsschiff ROSEMARIE

Die Raumzeit verformte sich, dehnte sich aus, entspannte sich, und irgendwo während dieses Vorgangs spie sie zwei merkwürdige Objekte aus. In diesem Bereich des Universums bekannt unter dem Namen Sprungschiffe. Es waren spindelförmige Objekte mit einer verdickten Mitte. Beide waren umkränzt von sogenannten Landungsschiffen. Das eine hatte drei kugelförmige Auswüchse, das andere zwei und ein längliches Objekt vom Aussehen eines klobigen Flugzeugs. Erschienen waren diese Dinger am sogenannten Nadirsprungpunkt der Sonne einer Welt namens Sulafat. Jener Welt, auf der die Dantons Höllenhunde just in dem Augenblick um ihre Leben kämpften.
Wer da angekommen war, mit genug Landungsschiffen, um ein gemischtes Regiment und dessen Ausrüstung zu befördern? Die Dantons Chevaliers unter dem Kommando von Colonel Harrison Copeland. Offiziell, um ihre verlorenen Schäfchen einzusammeln, inoffiziell, weil man befürchtete, dass es jemand auf ihre Kameraden abgesehen hatte und man sie raushauen wollte. Ja, dafür hatte der Graf, Germaine Danton, den Alten, Harry Copeland, mit dem gesamten Regiment ausgesandt.

„SIR!“, kam es von der Funkstation der ROSEMARIE. Lieutenant Weber wandte sich um und deutete auf ihr Terminal. „Wir empfangen Gefechtsfunk und Telemetriedaten auf der Taktik-Frequenz der Chevaliers!“
Harry warf seiner S2-Offizierin und Einheitserbin, Jara Fokker, die vor ihm in der Schwerelosigkeit hing, einen vielsagenden Blick zu. Waren sie zu spät gekommen?
„Wir sollten erst mal die Daten verifizieren“, versuchte sie Copeland zu beschwichtigen, obwohl sie selbst von übelsten Vorahnungen geplagt war.
„Chef?“, kam es vom Kapitänssitz. Kapitän der ROSEMARIE war Harun Ibn Muhammad, solange Mustafa al Hara ibn Bey mit seiner Frau auf Babypause war und das gemeinsame Haus auf Wayside V hütete.
Copeland nahm sich eine Viertelsekunde Zeit, bevor er sagte: „Harun, wir koppeln ab wie geplant. Sofort Kurs auf Sulafat. Funk, kündigen Sie uns bei den beiden Hauptverwaltern, Haus Shimatze und Haus Odaga an. Senden Sie unser Permit mit, das Herzog Mikado für uns erwirkt hat.“
„Erhöhte Beschleunigung?“, fragte Harun.
Mit anderthalb oder gar zwei Gravos zu reisen würde die Zeit auf der Strecke um fünfundzwanzig Prozent oder gar fünfzig Prozent verkürzen. Aber es blieb immer noch eine Strecke von zweihundert Millionen Kilometern zu bewältigen, für die sie im Normalflug inklusive An-, und Abbremsphase zweieinhalb Tage brauchen würden. So oder so wäre das für dieses Gefecht zu spät und würde die Soldaten für mindestens einen Tag schwer belasten. Manchmal war es das wert, manchmal nicht. „Errechnen Sie die Optionen für anderthalbfache und doppelte Beschleunigung, Harun und sagen Sie mir jeweils vor dem Scheitelpunkt Bescheid. Wir müssen uns erst einmal ansehen, was auf Sulafat überhaupt los ist.“ Das bedeutete, er hatte etwa zehn Stunden Zeit, bevor er entscheiden musste, ob sie auf anderthalbfache oder gar doppelte Reisegeschwindingkeit gehen würden. Die Berechnungen waren unterschiedlich, nur die Beschleunigungsphase eine andere. Die Triebwerke würden nur länger brennen und früher in die Abbremsphase gehen.
„Kommando-Offiziere in den Holo-Raum“, befahl Copeland. „Harun, Sie machen den Rest.“
„Aye, Sir. Eileen, Befehl an die Flotte, die Dockklammern zu lösen. Gruß an die STARTRADER und die ORBITER mit Dank für den Flug. Kurs und Parabel stehen fest. Alle Einheiten sollen alternative Beschleunigungen und Abbremsungen für verkürzte Flugphase ausrechnen und bereit halten. Führungsoffiziere in die Besprechungsräume. Funk, Vernetzung der Besprechungsräume herstellen.“
„Aye, Skipper.“
Der heftige Schlag, mit dem die ROSEMARIE sich vom Dockkragen der ORBITER löste, hallte durch das Union. Sie war frei und bereit, sich Richtung Sulafat zu katapultieren. Aber bis die große Kugel merklich beschleunigt hatte, würden Copeland und seine Soldaten noch mit der Schwerelosigkeit zu tun haben und nur allmählich zu ihrem Gewicht zurückkehren. Deshalb musste sich Harry auch nur kurz mit dem Fuß abstoßen, um Richtung Eingangssschott zu schweben. Jara Fokker folgte ihm dichtauf. Es würden zehn bange Stunden folgen, in denen sie mit etwa sieben Minuten Verspätung erfahren würden, was den Höllenhunden geschah, aber sie waren dennoch über zwei Tage normale Reisezeit entfernt.

***

Gespannt starrten die Offiziere, die an Bord der ROSEMARIE waren, also hauptsächlich die Mechkrieger, auf den Holotisch, der anhand der Gefechtstelemetrie und einiger Ortungsbilder, die von anderen Stationen zur Verfügung gestellt wurden, jenes Gebiet zeigte, in dem der einsame Lander der Piraten stehen sollte, zu dem Scharnhorst und seine Untergebenen gerade unterwegs waren. Ein Laufband am untersten Rand des Holos informierte die Offiziere der Chevaliers über die bereits erfolgten Verluste. Ein Sprengstoffanschlag auf dem Raumhafen, der die stattliche Luftflotte der Höllenhunde, bestehend aus sechs Luft/Raum-Jägern, vorerst aus dem Spiel genommen hatte. Bis man Näheres wusste, wurden alle sechs Maschinen samt Piloten als Totalverlust geführt. Es war besser, sich später angenehm überraschen zu lassen anstatt wilden Träumen nachzuhängen.
Der Landeplatz war markiert. Einer der Shimatze-Satelliten, der gerade so über den Horizont lugte, markierte die höheren, durch die Landung verursachten Temperaturen mitten im Urwald, bevor er seinen Weg fortsetzte und diesen Teil des Planeten aus den Augen verlor. Bald aber würden weitere Daten dazu kommen. Jene aus den Sensoren der Panzerfahrzeuge. Zwar war die Einheit nicht mit C3-Master und Slaves ausgestattet, dem berühmten Command, Control und Contact-System, aber das, was die Techs der Chevaliers da auf die Beine gestellt und was Willem Kleinweich an fiesen kleinen Programmen geschrieben hatte, kam dem relativ nahe und reichte als Einspeisung für ein relativ genaues Hologramm.

„Baker Baker Able an alle Einheiten. Able Baker fährt voraus und sichert die Brücke. Able Able rückt bei Etablierung nach und schließt sich Baker Able an. Baker Able Charly und Able Able Baker bleiben zurück, bis die Einheit eintrifft und sich festsetzt, danach aufschließen zur Vorhut und Unterstützung. Baker Able und Able Able setzen vor bis Feindkontakt. Baker Able Able, nach Einschätzung der Lage den Kampf suchen oder absetzen.“
Das war die Stimme von Scharnhorst. Copeland wies den zuständigen Tech an, den von Luckner mit dem Callsign BBA zu markieren.
„Baker Able Able, habe verstanden, Baker Baker Able.“
„Mike“, murmelte jemand.
Copycat nickte. Eindeutig der Chef der Scouts vom Fegefeuer, der 2. Kompanie. Diesmal markierte der Tech den Hermes I auch ohne Hinweis vom Alten.
„Noch was, Baker Able Able. Ab Feindkontakt gilt der Befehl Reverse, verstanden?“
„Baker Able Able hat verstanden.“
„Was ist Befehl Reverse?“, fragte Jara. „In unseren Codebüchern taucht der jedenfalls nicht auf.“
„Manfred ist ein alter, geschundener Hund, der schon an mehr Bäume auf mehr Planeten gepinkelt hat, als andere bereits tote Soldaten überhaupt an Lebensjahren hatten“, merkte Charles Decaroux an, der Kommandeur der Spezialtruppen ihrer Infanterie. „Er wird eine kleine, fiese Schweinerei vorbereitet haben, basierend auf allen ihm vorliegenden Daten. Ich ahne auch schon, was er damit bezweckt. Das Problem sind die Daten, die er nicht zur Verfügung hat.“
„Mal den Teufel nicht an die Wand“, murmelte Copeland. Wenn Charles etwas sagte, dann hatte es Hand und Fuß. Nicht umsonst war er ein Gründungsmitglied der Chevaliers und ein alter Freund vom Grafen aus einer Zeit lange vor der Söldnereinheit. Gemeinsam hatten sie aus den Resten von Team Stampede die Chevaliers geformt und zum schlagkräftigen Regiment gemacht, das es jetzt war.
„Ausführung, Baker Able, Able Able.“
„Verstanden.“
Die drei Schwebepanzer der Scoutkampflanze setzten sich im Holotank deutlich sichtbar ab und rasten auf der Dschungelpiste dahin. Die Brücke war etwa fünf Klicks entfernt und der einzige sichere Übergang für alle nichtschwebenden Panzereinheiten der Höllenhunde. Der Fluss war nicht besonders tief, alle Panzer würden ihn durchqueren können, selbst wenn er wegen des Taifuns ungewöhnlich viel Wasser führen sollte. Aber über dem Gewässer gab es einen Warnhinweis auf Debris und Trümmer ebenso wie Hochwasser. Das machte einen Übergang ohne Brücke unnötig riskant. Die Brücke zu nehmen und zu halten hatte einen hohen taktischen Wert für Geschwindigkeit.
Natürlich würden die Pioniere sofort beginnen, das Konstrukt auf Sprengstoff zu untersuchen, so naiv war Scharnhorst gewiss nicht. Immerhin waren sie bereits mehrfach attackiert worden und hatten daraus gelernt, das der Feind Vorabeinheiten im Gebiet hatte. Zudem war der Anmarschweg der schnellste, und damit kannte der Feind ihn auch. Genug Informationen für eine Menge Argwohn.

„Baker Able Able für Baker Baker Able. Erreichen Brücke, gehe rüber.“
„BANDIT! NEUN UHR!“ Das war Narawala im Musceteer.
„Übergang fortsetzen, Feuer frei.“ Mike sagte das mit sehr ruhiger, gelassener Stimme. „Ist nur ein Scout. Identifikation.“
„Sprinter. Gibt Fersengeld. Hat mir etwas Panzerung vom Bug geschabt.“ Wieder Narawala, Baker Able Baker. „Habe eindeutige Identifikation von Handhalterungen. Empfehle Sicherung gegen Kröten.“
„Charly Dog, Dog Able, absetzen und Hilfestellung leisten, Brücke sichern. Vermutlich Kröten im Einsatzgebiet, Scharfschützen also Stopper laden.“
„Er holt die Pioniere früh ran“, sagte Estelle McAllister. „Die Scharfschützen auch. Die Anschläge müssen ihm an den Nieren gefressen haben.“
Die Offiziere wechselten kurze Blicke. Bis hier sah niemand einen Fehler in Scharnhorsts Vorgehen. Aber es waren schon ganz andere Leute ohne eigenes Verschulden grandios gescheitert.
„Baker Bakler Able, Charly Dog und Dog Able haben verstanden.“ Die Fahrzeuge der beiden Züge begannen, ihre Positionen in der Kolonne zu verlassen und voraus zu fahren.
„Able Able, Einsatz sofort. Gebt außerdem Charly Dog und Dog Able Deckung.“
„Able Able Charly, habe verstanden. Setzen uns ab.“
Copeland runzelte die Stirn. „Er gibt einen Teil der Rückendeckung für mehr Feuerkraft vorne auf. Das ist nicht problematisch. Noch nicht. Immerhin haben sie Feindbeschuss bei der Brücke.“ Kurz war der Colonel einen Blick auf die Uhr an der Wand, aber noch immer waren alle Informationen, die sie bekamen, aufgrund der Begrenzung durch die Lichtgeschwindigkeit sieben Minuten alt.
„Baker Able Able, Bericht.“
„Sprinter hat sich abgesetzt. Brücke ist beidseitig gesichert.“
„Able Able trifft etwas früher ein. Sobald Charly Dog die Sicherung von Baker Able übernommen hat, weiter vorgehen nach Plan.“
„Baker Able Able hat verstanden.“
Es war zwar noch etwas früh, um aufatmen zu können, aber die Brücke, der entscheidende Posten für einen Kampf auf der anderen Flussseite war nun in der Hand der Höllenhunde. Und die waren nicht nur kampferfahren und zäh, sondern auch reichlich stur. Dennoch, noch zu früh, um Erleichterung zu verspüren, mahnte Copycat sich. Jaras Blick sagte in etwa das Gleiche, mit dem sie das Holo musterte.
Das Holo hatte inzwischen gelernt und markierte Fahrzeuge mit Sprechfunk durch eine Aufhellung Gerade eben leuchtete der von Luckner mit dem Codesign Baker Baker Able auf. Scharnhorst. „Kröten?“
„Keine in der Ortung, keine in der Sicht. Der Sprinter hat die Ortung mit ECM gestört, Feuer erfolgte auf Sichtkontakt. ECM.“
„Sie stören absichtlich den Funk an einem Ort, wo wir eigentlich noch keine Gegner erwarten dürften, vor allem keine Mechs“, sagte First Lieutenant Kotare. Copeland musste ihm Recht geben. Der Mech war etwas zu früh aufgetaucht, um vom Lander ausgeschleust, und bis zur Brücke gelangt zu sein, UND sich dann auch noch verstecken zu können. Zudem machten die leeren Krötengriffe Copelands Magen zu schaffen. Scharnhorst allerdings auch.
„Charly Dog übernimmt Sicherung. Zischen Sie ab, Able Able und Baker Able.“
„Verstanden, Charly Dog. Baker Able Charly und Able Able Baker bleiben zurück, bis Baker und Able eintreffen. Suchen Feindkontakt.“
Mit diesen Worten brachen fünf Schweber der Höllenhunde auf, um das Landungsgebiet aufzusuchen. „Gefechtserkundung. Scharnhorst will seine Gefechtsdaten mit Gewalt erlangen“, sagte McAllister. „Solange der Gegner noch auslädt, schadet ein Blick nicht.“
„Ihm bleibt nichts anderes übrig. Entweder schaut er jetzt nach, was da runter gekommen ist und gerät mit den Scouts in einen Hinterhalt, oder er zieht die ganze Einheit vor, und gerät mit allen in einen Hinterhalt. Wobei für einen Hinterhalt“, Captain Hildebrandt deutete auf den Dschungel zu beiden Seiten der halb überwucherten Piste, „nicht wirklich viel Platz ist.“
„Was uns nicht besonders stören würde, oder?“, wandte Major Brenstein ein.
„Zugegeben.“

„Dog Able, hier Dog Able. Keine Manipulationen an der Brücke, keine Hinweise auf Verminung.“ Eindeutig Lieutenant Bishop. „Erlaubnis, Eier zu legen?“
„Es sind vermutlich Kröten in der Gegend. Legen Sie Eier aus, aber achten Sie auf getarnte Schleicher, Dog Able.“ Scharnhorsts Antwort war der Situation angemessen vorsichtig, fand Copeland. Wenn ein Stern, wenn nur ein Strahl taktische Panzeranzuginfanterie auf Clan-Niveau es bis auf Schussweite oder Nahkampfreichweite zu den Höllenhunden schaffte, konnte das Dutzenden Infanteristen und Pionieren das Leben kosten.
„Hier Dog Able, habe verstanden. Charly Dog, spielt bitte Schutzengel für meine Jungs und Mädels.“
„Als wenn das extra betont werden muss.“
Im Holo wurde eines der Scharfschützenteams markiert. Es hatte mit Antikrötenmunition geschossen. „Fehlalarm“, sagte eine Stimme, die noch eisiger klang als die von McLoyd. „Dachte, getarnten Krötenpanzer gesehen zu haben, aber Ziel bewegt sich trotz verifiziertem Treffer nicht. Sam, trotzdem einen noch in Kopfhöhe.“
Ein weiterer Schuss wurde vom schweren Zeus-Gewehr markiert. „Wieder keine Bewegung. Muss ein moosiger kleiner Baum sein.“ Copeland konnte sich nicht helfen, der Spotter schien eingeschnappt zu sein, weil er eben keine Kröte entdeckt hatte. Guter Mann.
„Weitermachen.“ Wieder Scharnhorst. „Noch etwa drei Minuten bis das Hauptkontingent die Brücke erreicht“, sagte Jara. „Fünf Minuten darauf sind die Schweber der Scouts beim gelandeten Kontakt.“ Und all das war bereits sieben Minuten alt. Copeland hätte sich gerne die Haare gerauft. Oder einen oder beide Arme dafür gegeben, zwei Tage früher eingetroffen zu sein.

Im Holo war zu sehen, dass sich die Scouts unerbittlich dem gelandeten Piraten näherten. Nach dem ersten Gruß an der Brücke durch den ClansMech würde es nun wieder bleihaltiger werden. Noch etwa ein Klick über die Dschungestraße, die anderswo Feldweg geheißen hätte.
„Able Able, hier Baker Able. Befehl Reverse gilt, ich wiederhole, Befehl Reverse gilt.“ Wieder McLoyd.
Brian Kempter von der Scoutlanze der 1. Kompanie antwortete. „Able Able hat nicht verstanden. Wiederholen.“
Es gab keine Wiederholung des Befehls. „Ist einen Versuch wert“, sagte Copeland.
„Hm?“, machte Brenstein.
„Befehl Reverse. Alle Befehle sind gegenteilig auszuführen. Wenn es etwas dauert, bis der Feind das kapiert, haben unsere Leute einen Vorteil. Falls die Piraten den Funk abhören.“ Woran er ehrlich gesagt nicht dran zweifelte, trotz Zerhackern auf allen Chevaliers-Empfängern. Es wäre fahrlässig gewesen, dies nicht anzunehmen, nicht nach dem Ärger, den diese Einheit bereits angerichtet hatte.

Die Schweber waren bis auf einen halben Klick ans Landungsgebiet herangekommen. Wieder leuchtete McLoyds Hermes I auf. „Einsatzgebiet erreicht. Baker Able Able an alle Ables: In Linie bleiben und anschleichen, hinter Bäumen und natürlichen Deckungen bleiben und ungezieltes Störfeuer abgeben. Keine Gefahr durch ECM oder ECCM, ich wiederhole, keine Gefahr durch ECM oder ECCM.“
Die beiden Scoutlanzen verlangsamten ihre Fahrt etwas, um die Front breiter zu machen und sich ihre eigenen Wege jenseits des Dschungelpfads zu suchen, dann fuhren sie mit für dieses Gebiet recht hoher Fahrt weiter. Solange keine Schürze riss, würden die wendigen Maschinen das gut mitmachen. Dreihundert Meter. Zweihundert. Einhundert. Dann kamen sie auf das Gelände, auf dem ihre Feinde niedergegangen waren, eine saisonale Ernteanlage mit provisorischem Raumhafen. Bester Grund für ihre Piratenfreunde. Bedeutete aber auch nur, wie gut das Vorabteam arbeitete. Zeitgleich mit dem Ausbrechen der Schweber aus dem Dschungel bekam der Holotisch eine neue Flut an Sensordaten. Zeitgleich begannen die Schweber mit dem Störfeuer. Sofort eröffnete der Hermes I das Feuer aus dem mittelschweren Langstreckenlaser und setzte beide KSR 6er-Lafetten auf eine Clansmaschine hinterher, die gerade in diesem Moment die Rampe des Landungsschiffs herab kam. Auch die anderen Höllenhunde eröffneten das Feuer, kaum dass sie an verschiedenen Stellen aus dem Urwald gebrochen waren und setzten Treffer an.
„Das ist nicht gut, das ist NICHT gut!“, sagte Jara hart und laut, als der Computer die verschiedenen bereits entladenen Einheiten identifizierte und markierte. Schon zehn Mechs, teilweise ClanTech. „Haut da ab!“
„FRONTALANGRIFF!“, blaffte McLoyd.
Das fand Copelands Segen. Den Moment nutzen, Schaden anrichten, Verwirrung stiften und dann unter dem Schutz des Durcheinanders wieder zurück. Das war besser, als wehrlose Zielscheibe zu spielen und brachte die Schnelligkeit der Schweber gut zum Tragen. Ein Teil der Daten destabilisierte sich. Hildebrandt raunte: „ECM? Jetzt erst?“
„Das ist eine Falle. Eine kostspielige Falle, ja“, murmelte Jara, leiser, fast tonlos.

Es vergingen bange Sekunden, bis die Panzer der Höllenhunde einen gewissen Abstand zum Lander gewonnen hatten. Dann tauchten alle sieben Einheiten wieder auf dem Holotisch auf, und der Funk setzte auch wieder ein.
McLoyd war mit Unterbrechungen gut zu verstehen. „Reverse aufgehoben. Krrrk ...Flanken achten! Schäden krrrzkzr melden! Wer Kontakt zum krrrrrrrzzzzzz ...schickt sofort alle Daten rüber, verstanden?“ Die anderen Kommandanten bestätigten.
Mit diesen Worten machten sich die Schweber auf den Rückzug, aber Copeland hätte keine Steinerkrone drauf gewettet, dass die Verdopplung der MechStärke der Piraten die einzige Überraschung bleiben würde.

Während die Scouts sich zurückzogen, wurde Feindfeuer von Norden kommend eingezeichnet. Zehn LSR stürzten sich auf den Saracen von Corporal Yindy. „ACHTU...!“ Zu spät, zu wenig. Der Scoutpanzer wurde getroffen, kam vom Kurs ab, drehte sich mehrfach um die eigene Z-Achse, wurde aber nicht umgeworfen. Relativ führerlos verschwand er zwischen den Bäumen, und als eine weitere LSR-Salve, gefolgt von Lasertreffern und einem PPK-Impuls folgten, verschwand Yindys Maschine aus dem Funknetz. Das konnte Totalvernichtung bedeuten. Oder nur den Verlust der Funkanlage. Auf jeden Fall war die dreiköpfige Mannschaft mitten in einem Gebiet gestrandet, das definitiv nicht von den Höllenhunden beansprucht wurde. Falls das Team überlebte, falls der Panzer nicht mehr fuhr, würden Yindy und ihr Team durch das anspruchsvolle Training wissen, was zu tun war. Den Panzer verlassen und sich so gut verkriechen, dass nicht mal Thermalsensoren sie finden konnten. Eine kleine Booby-Trap im Panzer für neugierige Infanterie zurücklassen gehörte eigentlich auch zum guten Ton.
„WEITER! ZUR BRÜCKE!“ Der einzige richtige Befehl, denn der Beschuss, der den Saracen getroffen hatte, suchte sich mit Sicherheit bereits neue Ziele. Mit einem Angreifer in Kompaniestärke im Nacken und hartem Beschuss in der Flanke war das die richtige Entscheidung.

Der Musceteer schoss seine AK/5 in den Wald. Dabei traf er irgendwas, denn eine kleinere Explosion wurde eingezeichnet. Allerdings lag das Gebiet unter starkem ECM, sodass die normale Ortung nicht erkennen konnte, worauf er schoss. Es gab auch keine verbale Benachrichtigung, aber einen solchen Hinterhalt legte man mindestens mit mittelschweren Mechs oder schweren Panzern.
Zwei Mechs traten tatsächlich hinter die fliehenden Schweber auf die Waldpiste und schickten ihnen Grüße hinterher, aber wenigstens diesmal war McLoyd das Glück hold, und es gab keine weiteren Treffer. Die Offiziere nahmen das mit Aufatmen zur Kenntnis.
„Baker Baker Able, hier Baker Baker Able. Scoutlanzen schließen auf und integrieren sich im Sperrriegel an der Brücke. Wir lassen sie kommen und an uns abprallen.“ Scharnhorst. Er hatte klar erkannt, was nun erforderlich war. Copeland ertappte sich dabei, wie er zustimmend nickte. Das, was der Feind bisher präsentierte, war nicht zu viel, damit würden die schweren Brocken der Höllenhunde fertig werden. Warum fühlte sich sein Optimismus dann so falsch an?
„Baker Able Able hat verstanden.“ Damit ging der erste Siegpunkt klar an die Piraten und ihren Hinterhalt. Natürlich hätte sich Scharnhorst jetzt absetzen, die Einheit in Sicherheit bringen können. Aber leider musste er etwas. Nämlich sich mit diesen Hasardeuren anlegen. Noch war das Kräfteverhältnis nicht so unausgeglichen, dass ein Rückzug gerechtfertigt war. Nicht nach dem Verlust lediglich eines Scoutschwebers. Dennoch war Copeland drauf und dran, genau diesen Befehl zu geben. Aber er würde erst in sieben Minuten eintreffen, und dann war die Gefechtssituation vermutlich schon eine ganz andere.
Eine Leuchtrakete, die am Flussufer, etwas abseits der Brücke, vom Holotisch eingezeichnet wurde, schien seine schlimmsten Gedanken zu bestätigen. Es war ein Wunder, dass die Telemetriedaten das mitübermittelten, aber Copeland ahnte, dass dies der Auftakt zum zweiten Akt war.
Thema: Chevaliers
Ace Kaiser

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04.03.2023 18:03 Forum: Söldner


Du hattest doch einen Wunsch geäußert. Du bekommst ihn erfüllt. ^^b
Thema: Kritik: Danton Chevaliers Season V
Ace Kaiser

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04.03.2023 18:03 Forum: Kurzgeschichten


Hier stirbt nichts, jedenfalls von mir aus nicht. Ich habe immer gesagt, ich bin der Letzte, so oder so.
Heißt natürlich, ich muss was schreiben. Und, man sehe und staune, spätestens morgen kommt der nächste federführende Text von mir.
Thema: A Cavaliers Legend
Ace Kaiser

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26.02.2023 20:06 Forum: Kurzgeschichten


Während der halbe Planet vor Nervosität explodierte und diverse angemeldete und nicht angemeldete Söldner und Piraten entweder in den Stadtarchiven recherchierten oder vor Ort an jenen Stellen suchten, wo sie das Depot vermuteten - verschweigen wir nicht die dritte Gruppe, die darauf wartete, dass die Cavaliers ausrückten, um ihnen zu folgen – wartete Zorn.
Nun, das ist nicht ganz richtig. Es war nicht so, als würde Major Kenderson Däumchen drehen. Während der drei Tage ließ er die versprochenen Burke-Panzer entgegennehmen und kampfbereit machen. Und er ließ die ganze Einheit üben. Auf Lanzenebene, auf Kompanieebene und als komplette Einheit, Panzer, Mechs, Infanterie. Die Kaserne bot dafür einen Simulatorraum. Nicht die schicken, überaus realistischen Simulatoren, die sogar Kanzelbewegungen und die Hitze der Wärmetauscher simulieren konnten. Davon hatte es in der Kaserne nur acht, für Lanze gegen Lanze-Gefechte. Aber sie hatte einen War-Room mit mehreren Dutzend Computern, in denen die MechKrieger ihre Modelle steuern konnten und die Panzerkommandeure zumindest ihre Vehikel, während die Infanterie von ihren Kommandeuren mit eingezeichnet werden konnte. Das alles ergab ein nicht realistisches Bild, aber es war eine ziemlich gute Annäherung.
Zur gleichen Zeit belagerten Presse und diverse Spione die Kaserne, um festzustellen, ob Major Kenderson vielleicht ein Vorabkommando rausjagte, welches das Einsatzgebiet überwachen würde, um notfalls Alarm zu schlagen, falls jemand dem Depot zu nahe kam.
Tatsächlich hatte Zorn das mehrfach getan. Besagte Späher waren aber nach einem halben Tag immer in die Hauptstadt zurückgekehrt, und viele Leute hatten dabei eine Menge Zeit und Geld verschwendet.
Am Ende des dritten Tages nutzte Zorn den großzügigen Besprechungsraum, um so viele Cavaliers und Verbündete wie möglich zusammenzurufen. Bis auf zwei Mechs auf Bereitschaft und einen Halbzug Infanterie auf Wachaufgabe fanden sich dann auch alle wieder.

Nach einem kurzen Referat über die neue Lanze Burke-Panzer durch den zum Captain beförderten Akeem Muller und die Einsatzfähigkeit der neuen Kompanie übernahm Ilona Pappas das Wort als Ausbildungsleiterin.
„Meine Damen und Herren, wir wissen alle, dass unsere MechTruppe nicht einsatzbereit ist, wie sie es sein könnte.“
Zustimmendes Raunen, aber auch ein paar Gegenworte kamen auf.
„Lassen Sie mich das verfeinern. Natürlich sind unsere Freunde der Wolfs Dragoner sehr gut aufeinander eingespielt, und natürlich ist dies auch die Erkundungslanze der Allaner Miliz. Deshalb haben wir beide Truppen auch zusammengelegt. Das bedeutet, Sie und Ihre Leute, Mr. Winningham, und ihre, Miss Han, sind der Anker, um die wir uns gruppieren. Der Rest ist, sorry, entweder noch angeschlagen, oder nicht ansatzweise richtig aufeinander eingespielt. Zwar haben Miss Farnsworth und Miss N'Gombe bereits mit dem Major zusammen gedient und Seite an Seite mit ihm gekämpft. Aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, solange Miss Ventis, Mr. Duvalle und meine Wenigkeit noch als verletzt eingestuft sind.“
„Und das werden Sie auch bleiben, Ilona, bis Sie gesund geschrieben sind“, sagte Zorn dazwischen.
„Das weiß ich. Aber das heißt nicht, dass ich es mögen muss.“
„Oder ich etwa“, meldete sich Duvalle zu Wort, was zustimmendes Gelächter aufkommen ließ, vor allem bei den Infanteristen, die auf St. Joseph sein Eingreifen am Depot miterlebt hatten, wo er sich in sehr große persönliche Gefahr gebracht hatte, ohne es zu müssen. Man war überein gekommen, dass Clark Duvalle ein verdammt zäher Bursche und zudem jetzt auf ihrer Seite war.
Nedra Ventis enthielt sich eines Kommentars. Aber sie legte die Hand auf die Schulter der MechAnwärterin Watts, um sie davon abzuhalten, sich ebenfalls zu Wort zu melden.

„Auf jeden Fall bin ich fit genug, um den Kreuzritter ins Einsatzgebiet zu lenken. Einen Mech mehr vor Ort zu haben, wird vielleicht entscheidend für uns sein. Das Gleiche gilt für den Feuerfalken von Miss Ventis und den Tomahawk von Mr. Duvalle. Wir bringen sie erst einmal mit, wobei Corporal Wardsteiger den Feuerfalken auch einsetzen wird, so wir müssen.“ Sie atmete sichtbar ein. „Herrschaften. Vergessen Sie eines nicht, Sie alle, auch unsere Freunde von Allans World und den Dragonern: Den Cavaliers geht es nicht ums Depot. Wenn wir es finden, wenn wir es erobern, gut. Wir werden eine gerechte Verwendung dafür und die dortige Ausrüstung finden, falls sich überhaupt etwas anfindet. Wenn nicht, auch gut. Uns geht es darum, den ehemaligen Vicomte Medici zu fassen, zu stoppen und auszuschalten. Nichts anderes.“ Sie ballte die Hände zu Fäusten. „Einige von ihnen wissen, dass ich als Ilona Medici von Janard Medici in sein Haus adoptiert wurde und dass ich anfangs gegen die Cavaliers gekämpft habe. Dies geschah, weil ich getäuscht wurde. Sie können sich vorstellen, dass ich darauf nicht sehr stolz bin. Und ich bin auch nicht stolz darauf, dass ich gepeitscht wurde, und mich das weit genug motivierte, um ein zweites Mal gegen die Cavaliers zu kämpfen. Aber ich versichere ihnen eines, und das vom tiefsten Grund meines Herzens. Dass ich Janard entkommen bin, wird er bereuen, ganz fürchterlich bereuen. Ich wurde ausgenutzt, belogen, beinahe von meinen sogenannten Verbündeten ermordet und dann auch noch zum Sterben zurückgelassen.“
Irgendetwas brach mit lautem Knacken, und es dauerte einen Moment, bis Ilona Pappas registrierte, dass es der Kugelschreiber war, den sie in der Hand gehalten hatte. Sie legte die Reste beiseite und sah ins Rund. „Major Kenderson hat mir sein Vertrauen ausgesprochen. Und ich bin dafür beinahe so dankbar wie für die Chance, Rache nehmen zu können. Seien Sie versichert, nur wenige Dinge in der Inneren Sphäre sind so konsequent und intolerant wie die Rache einer betrogenen Frau.“
Zustimmendes Raunen klang auf. Irgendjemand applaudierte, ein paar Hände fielen ein, aber es war eher eine zurückhaltende Geste der Zustimmung. Allerdings entlockte sie Pappas zumindest ein knappes Lächeln.

„Was uns zur Aufstellung bringt. Zur provisorischen Aufstellung. Sie alle haben den offiziellen Aushang gesehen und wissen, wie er lautet. Zum Beispiel, dass Anwärter Jackson seine Wespe führen darf und nicht durch einen Ersatzpiloten ersetzt wird, sollte es zu Kampfhandlungen kommen, Miss Watts aber nicht. Wir haben das lange und ausgiebig diskutiert. Kadett Jackson ist trainierter und erfahrener Soldat, der genug Vorwissen mitbringt und sehr gute Werte in den Simulatoren mitbringt. Kadett Watts ist, das möchte ich betonen, nicht schlechter als Jackson, aber ihr fehlt der militärische Drill. Solange wir es nicht müssen, werden wir sie nicht einsetzen.
Zuguterletzt noch an alle, die Lieutenant Bloodbourne, unsere offizielle Verbindungsoffizierin auf der Liste vermissen: Wir haben bis zuletzt gehofft, dass ich gefechtstauglich geschrieben werden würde, aber ich habe leider zwei weitere Wochen Zwangsurlaub erhalten. Immerhin aber habe ich die Erlaubnis, den Mech ins Einsatzgebiet zu lenken, der mir zugeteilt wurde. Es ist wichtig, dass ich weiter auf der Maschine trainiere, wann immer ich kann. Am Depot selbst aber wird Lieutenant Bloodbourne die Maschine übernehmen. Sie hat unter anderem auf einem Kreuzritter trainiert. Ja, wer es genau wissen will, wir haben uns im Stab über diese Frage die Hörner verhakt, diskutiert, gestritten, und dann hat der Major ein Machtwort gesprochen. Daraufhin kamen wir zu diesem Kompromiss. Weitere Fragen dazu?“

Ilona Pappas sah ins Rund, nicht nur zu den MechKriegern herüber, oder den Offizieren der angeschlossenen Einheiten, auch zu einzelnen Soldaten, die sie in den letzten Wochen kennengelernt hatte. „Gut, wenn es denn keine Fragen gibt, möchte ich kurz die Aufstellung der MechTruppe wiedergeben, obwohl sie hier jeder kenne dürfte.
Die erste Kompanie ist eine unterzählige Einheit mit neun Maschinen, wie wir alle wissen. Ihre Mitglieder haben bisher nicht zusammen gekämpft, und drei Tage Training waren auch nicht besonders viel. Vor allem, wenn ausgerechnet der Kommandeur, der den Marodeur führt, öfter mal nicht teilnehmen kann.“
Zorn Kenderson hob entschuldigend die Schultern. „Die Last des Daseins als Einheitsführer.“
„Das war eine Feststellung, kein Tadel. Ihre taktischen Fähigkeiten und auch ihr Kampfwert stehen außer Zweifel. Nur sollen halt alle anderen auch davon profitieren.
Wie gesagt ist Kompanie eins unterzählig und in eine Viererlanze und eine Fünferlanze aufgeteilt. Jemand hat vorgeschlagen, Adept Leary alleine eine Lanze bilden zu lassen, aber aus Gründen der Menschenrechte für arme Angreifer und Piraten wurde das abgelehnt.“
Leises, beinahe entspanntes Gelächter erfüllte den Raum.
„Daher haben wir die Scoutlanze und die Kommandolanze. Lieutenant Farnsworth führt sie auf dem Feuerfalken an, bis Sergeant Ventis wieder kampfbereit ist. Mr. Wardsteiger steuert, wir haben uns auf einen Rang als Corporal geeinigt, den Feuerfalke von Sergeant Ventis bis zu ihrer Gesundschreibung. Zu dem Zeitpunkt werden wir vermutlich Piloten brauchen. Im Idealfall, weil wir zu dann mehr Mechs haben. Ms. Farnsworth fungiert bis dato als Flügel-, und Lanzenführerin im Hermes eins aus dem Depot. Dazu kommen Sergeant Krivic, auch hier ist der Rang auf eine Einigung zurückzuführen, und Kadett Jackson. Sie steuert den Heuschreck aus dem Depot, Jackson hat die vom St. Josepher Schlachtfeld geborgene Wespe unter seinem Kommando. Fragen? Keine? Dann weiter im Text.“
Pappas ordnete einen Stoß Papiere, und es war zu sehen, dass sie das nicht aus Ordnungsgründen tat, sondern um der Menge Zeit zu geben, die leisen Diskussionen untereinander zu beenden.

„Die Kommandolanze ebenso wie die Kompanie als auch die komplette Einheit steht unter dem Kommando von Major Kenderson, der, wie schon erwähnt, auf dem auf St. Joseph erbeuteten Marodeur bleiben wird. Als Flügelmann würde normalerweise Mr. Duvalle, der einen militärischen Rang abgelehnt hat, auf dem Tomahawk dienen. Wir hoffen, dass seine Gesundschreibung bald erfolgen wird. Sein Blutverlust ist lange ausgeglichen, die Wunden waren hauptsächlich Fleischwunden, und seine Rekonvaleszenz verläuft zufriedenstellend. Kadett Watts wird daher dem Tomahawk ins Einsatzgebiet bringen, vor allem auch, weil ihr das zusätzliche Erfahrung auf der Maschine einbringt. Bis dato ist sie Flügelfrau vom Alten.“ Erschrocken sah Pappas von ihren Papieren auf, als ihr bewusst wurde, was sie gesagt hatte, aber außer Schmunzeln bei Zorn und teilweise Gelächter in der Menge passierte kein Donnerwetter.
Sie fasste sich und sprach weiter. „Den zweiten Flügel der Lanze mit drei Maschinen wird Adept Leary anführen. Auch er lehnt einen militärische Rang ab, und mit Blick auf die Ausgewogenheit der Wolfs Dragoner hat er sich erneut für den Kampfschütze als Mech entschieden. Meine Wenigkeit mit dem Kreuzritter, beziehungsweise im Fall des Falles Lieutenant Bloodbourne werden mit dem Kreuzritter folgen, Sergeant N'Gombe ist mit dem zweiten Hermes aus dem Depot die dritte Pilotin. Soweit unsere Flickschusterei. Immerhin haben wir neben den Kadetten Jackson und Watts durchweg erfahrene Piloten mit tausenden Stunden realer Zeit auf ihren Mechs. Der Rest wird sich einspielen.“

Sie ordnete ihren Stapel erneut. „Kommen wir zum bereits funktionierenden Teil der Truppe. Kompanie zwei, kommandiert von Captain Winningham.
Hier erfreuen wir uns über drei voll bestückte Lanzen, deren Piloten in der Scoutlanze nicht nur die eigenen Maschinen mitgebracht haben, sondern auch vier der acht Mechs in Kampf-, und Kommandolanze. Ich will auch gar nicht langweilen, sondern komme gleiczh zur Sache. Second Lieutenant Han führt die Lanze an, die uns von der Allaner Miliz zur Verfügung gestellt wurde. Sie führt einen Heuschreck. Ihr altbewährter Flügelmann von zwei Jahren ist Corporal William Shanks, ebenfalls Heuschreck. Und wir reden hier über gut gewartete, bestens bestückte Heuschrecks, beide noch mit der ersten Cockpitverglasung.“
Anerkennendes Raunen ging durch den Saal. Das erzählte bei den beiden leichten, sprungunfähigen ScoutMechs einiges über die Fähigkeiten der beiden Piloten und all ihrer Vorgänger auf den Mechs. Gerade die kleinem Zwanzigtonner waren anfällig für tödliche Cockpittreffer. Und wenn die vorigen Piloten in über zweihundert Jahren Glück gehabt hatten, sprach nichts dagegen, dass das Glück auf die neuesten Piloten abfärbte.
„Private First Class Jones, anstehend zur Beförderung, führt mit ihrem Stadtkoloss den zweiten Flügel. Private First Class Chau ist ihr Flügelmann auf einer Hornisse. Ja, ich weiß, die Hornisse ist der einzige sprungfähige Mech und wir sollten die Wespe und den Stadtkoloss austauschen und so weiter. Aber Miss Jones hat auf sprungfähigen 20Tonnern keine Erfahrung, und sie mitsamt Mech zu tauschen würde bedeuten, eine eingespielte Einheit auseinander zu brechen, und das tun wir nicht ohne wirklich große Not. Alle einverstanden? Danke.“

Sie sah zu den Dragonern herüber. „Zum Rest der Kompanie, speziell der Kommando-Lanze. Der Kommandeur, Captain Winningham, hat seinen Mech, einen Vollstrecker, glücklicherweise mitgebracht. Corporal Johannis, sein Flügelmann, seinen Dunkelfalke ebenso. Sergeant Lindström, Führer des zweiten Flügels, wurde dem Schütze aus dem Depot zugeteilt. Corporal Kerber, seine Flügelfrau, hat den Kampftitan aus dem Depot bekommen. Ich denke, wir haben hier eine gute Mischung aus Kampfkraft und Beweglichkeit gefunden.
Die Kampf-Lanze untersteht Second Lieutenant Alloy. Auch er hat seinen Kampfschütze mitgebracht. Im Übrigen macht er die beste Performance in seiner Gewichtsklasse, und eventuelle Gegner sollen sich bei seiner Handhabung der Laserwaffen warm anziehen. Sergeant Stone, die ebenfalls ihren Kreuzritter mitgebracht hat, ist seine Flügelfrau.
Führerin des zweiten Flügels ist Corporal Jones. Sie hat den Victor bekommen, in dem ich abgeschossen wurde. Ich hatte die Wahl, in die reparierte Maschine zurückzukehren, gerade weil mir sprungfähige Mechs gut liegen, aber der Kreuzritter ist für mich wegen meiner längeren Dienstzeit auf dem Muster die bessere Wahl. Schließlich und endlich haben wir noch ihren Flügelmann, Private First Class Stone. Er steuert den Greif aus dem Depot. Auch hier haben wir so gut wie wir es vermochten die Mechs passend zueinander aufgestellt. Ich denke, wir hatten nicht nur kaum eine andere Wahl, wir haben da auch ganz gut gearbeitet.“
Leises, zustimmendes Gemurmel erfüllte den Saal.
„Damit sind unsere beiden erfahrensten Teileinheiten, namentlich Erkundungs-Lanze, Kommando-Lanze und Kampf-Lanze der Kompanie zwei der Anker, um den herum wir uns aufstellen. Unsere Panzer, mittlerweile dreizehn Maschinen, aufgeteilt in drei Lanzen, gruppieren sich um die Mechs herum. Vor allem deshalb, weil dreizehn schwere Mordmaschinen zwischen unseren Mechs für jeden Gegner eine sehr unliebsame Überraschung sein werden, solange sie mit den Ketten folgen können.“
Dies brachte ihr einigen Protest der Panzerfahrer ein, aber es war nun mal eine universelle Wahrheit, dass ein Mech an Orte hingelangen konnte, die für Kettengebundene Kampfmaschinen unerreichbar waren. Einer der Gründe, warum im Sternenbund Mechs als universelle Multiwaffe entwickelt worden waren, die sogar im Weltall oder nach einem ABC-Angriff noch aktionsfähig sein sollten. Zwar pflegten Piloten zu sagen: „Welche Könige des Schlachtfelds sollen das sein? Mechs? Panzer? Ich sehe von hier oben nur Bodenziele!“, aber eine Etage tiefer waren die agilen, schnellen und schwer bewaffneten Mechs eben doch die Könige des Schlachtfelds, und das nicht nur wegen der Multigeländefähigkeiten.

„Damit endet das Resumée auch schon, denn Marschaufstellung, Position einzelner Vehikel und Manöver zur Gefechtsaufstellung haben wir bereits festgelegt. Kommen wir zum eigentlichen Ziel der Mission: Den Sternenbund-Depot, von dem wir wissen, dass es auf dieser Welt existiert, weil wir die Karte haben, die seine Position anzeigt. Wobei, es wäre schön, wenn wir nicht nur die Ersten am Depot wären, sondern es auch übernehmen könnten, weil dies bedeutet, zusätzliche Mechs in Betrieb nehmen zu können. Aber es ist nicht unser eigentliches Ziel, sondern nur ein Bonus. Wir wissen, das Depot ist da. Wir sind uns sicher, dass es bisher nicht entdeckt worden ist. Und der Major sagt, es ist das nächste Depot auf Medicis Wunschliste, und deshalb muss er herkommen. Er hat wahrscheinlich auch schon eine eigene Einheit vor Ort, wahrscheinlich eine der Mech-Lanzen, wir wissen es nicht. Aber er wird kommen. Und ihn zu stellen und aufzuhalten, das ist unsere eigentliche Mission.Das heißt, wenn wir uns entscheiden müssen, ob wir das Depot nehmen, oder Medici aufhalten, werden wir uns für letzteres entscheiden.“ Bei diesen Worten lag tiefer Ernst und Entschlossenheit in ihrer Stimme. „Ich – ich erinnere mich, wie ich herausfand, in was für eine Piratenbande ich da geraten war, die ich selbst aufgebaut und trainiert habe. Ich erinnere mich, wie mir die Wahrheit offenbart wurde, wer die Cavaliers waren und wie ich mich einmal geweigert habe, in einen Mech zu steigen. Das zweite Mal konnte ich mich nicht mehr weigern, weil mein Stiefvater mich zu Tode gepeitscht hätte. Nicht, weil er mich bestrafen wollte, sondern weil er vorgeführt hat, was passiert, wenn man seine Befehle nicht ausführt. Ich hatte also die Option zwischen sofort oder später sterben. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Doch das Wunder geschah. Ich lebe noch, ich bin frei von ihm, und oh Wunder, ich habe einen Mech, um auf ihn schießen zu können.“ Sie sah mit wütend funkelnden Augen ins Rund. „Und das werde ich verdammt noch mal auch tun. Nicht, weil er meinen Rücken in eine blutige Masse verwandelt hat, sondern weil Janard Medici skrupellos, brutal, eiskalt und und absolut ohne jeden Funken Menschlichkeit ist. Er muss aufgehalten werden! Er muss! Wir können diesen Westentaschen-Amaris nicht weiter rumlaufen lassen in der Inneren Sphäre. Oder ihn gar in die Peripherie entkommen lassen. Ich will klar mit ihnen allen sein. Sollte ihm der Streich gelingen, eines, nur eines der Depots zu plündern, wird noch sehr viel mehr Blut fließen als bei der Vernichtung der Cavaliers oder dem Angriff auf ComStars HPG. Wenn er die Mittel hat zu tun, was er will, wird er sie einsetzen. Für ihn sind alle Menschen nur Wesen Dritter Klasse, ganz so als würde er sich für ein überhöhtes, genetisch perfektes Exemplar unserer Gattung halten, ganz nahe an Gott selbst. Je eher wir ihn aus dem Spiel nehmen, desto besser für die gesamte Innere Sphäre. Aber es gibt eine weitere Bedeutung für das Depot, die ihnen Major Kenderson selbst erklären wird.“

Zorn erhob sich und trat auf das Podest. Es war schon ein seltsames Gefühl, vor so vielen Leuten zu reden, und das, ohne dass er sich mit den Füßen irgendwo festhaken musste. Viele seiner Besprechungen hatten in Schwerelosigkeit stattgefunden. Und selten in so großer Runde.
„Ich möchte hinzufügen, dass wir nichtsdestotrotz das Depot brauchen, und deshalb nach Möglichkeit als erste dort eintreffen sollten. Denn der einzige Grund, aus dem Janard Medici auf diese Welt kommen will, ist nun mal das Sternenbund-Depot. Wenn wir darüber verfügen, hat er mehr als genug Gründe, uns anzugreifen. Leider ist dies dann auch der Grund für alle anderen Einheiten da draußen, uns anzugreifen. Wir haben es dann also nicht nur mit all dem zu tun, das Medici in den letzten drei Wochen hat zusammenraffen können, sondern auch noch mit irgendwelchen willfährigen Helfern in unbekannter Zahl, und darüber hinaus mit all jenen, die sich zutrauen, uns aus unserer Position zu werfen und das Depot selbst zu übernehmen.
St. Joseph war ein Glücksfall für uns. Nur wir, die Miliz und Medici waren auf dem Planeten. Hier auf Allans World kommen aber eine Menge, ich betone: EINE MENGE Glücksritter dazu. Und viele von denen sind schon für eine Handvoll Steiner-Kronen bereit, jemandem die Kehle aufzuschneiden. Bei unserem Lockvogel geht es um wesentlich mehr, für die meisten unserer potentiellen Angreifer um ein zukünftiges Leben in Luxus und Sorglosigkeit. Erwarten Sie also das Schlimmste von diesen Menschen. Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt. Sollten wir das Depot als Erste erreichen, sollten wir es erobern, sollten wir es halten können, bis es aufgeteilt werden kann, werden wir äußerst großzügige, und zudem vollkommen legale Boni auszahlen. Machen Sie sich keine Sorgen, der Bonus wird für jedermann im fünfstelligen C-Noten-Bereich liegen. Und alle werden ihn erhalten, vom Kompaniechef bis runter zum gemeinen Infanteristen bis zum Hilfskoch. Wer mit mir auf St. Joseph war, kann bestätigen, dass wir es dort so gehalten haben. Nebenbei, ich bin dankbar, dass ihr immer noch bei mir seid, Leute, anstatt ein Leben in Luxus und Sorglosigkeit zu führen.“
„Das können wir immer noch, wenn Medici erledigt ist!“, rief jemand von weiter hinten. Gelächter und zustimmende Rufe klangen auf.
„Das freut mich zu hören“, erwiderte Zorn. Demonstrativ sah er auf seine Armbanduhr. „Herrschaften, wir haben so viel erreicht, wie wir in der Kürze der Zeit erreichen konnten. Mehr zu verlangen wäre Hybris. Den Rest müssen wir uns auf dem Marsch aneignen. Lassen Sie uns unsere Zaungäste, Diebe und Piraten noch etwas nervöser machen. Falls am eigentlichen Depot nichts geschieht, befehle ich Nachtruhe bis Null Sechshundert Ortszeit. Null Siebenhundert rücken wir aus. Unser Ziel: Das Risha-Tal im Artif-Gebirge. Sobald wir uns dorthin bewegen und feststeht, dass es keine unserer Finten ist, wird der Run losgehen. Und ich hoffe, wir schaffen es bis zum Depot, ohne das uns dort schon jemand einen Kampf aufzwingt. Cavaliers, in das Dienstende wegtreten.“
Mit diesen Worten salutierte er seinen Leuten. Die versammelten Soldaten und Unterstützungskräfte erhoben sich und salutierten zurück. Dann begannen sie, den Saal zu verlassen. Morgen würde ein unruhiger Tag für sie werden, egal ob Medici eintraf oder nicht, um mitzuspielen. Das hatte dieser eiskalte Bastard gekonnt eingefädelt, das musste Zorn ihm lassen.

Jemand hielt ihm eine Flasche vor die Nase. Es war der Klassiker: Antigua Single Malt, immerhin sechs Jahre alt. Er folgte dem Arm, der die Flasche hielt und sah Kirran Leary in die Augen. Neben ihm standen Pappas und Winningham. „Zum Dienstende ein Glas für jeden in deinem Büro?“
Zorn dachte kurz nach. Ein Glas würde noch keine Kampfuntüchtigkeit bedeuten, und immerhin waren sie einerseits nicht die reguläre Armee, und andererseits hatte er für niemanden ein Alkoholverbot ausgesprochen. „Ein Glas, okay. Und ein paar Absprachen unter uns vier.“
„Einverstanden.“ Die Vier machten sich auf den Weg in Zorns Büro. In Zorns auf illegale Abhörvorrichtungen gechecktes Büro. Heute würden sie das teure Importgetränk trinken wie das Blut des Vicomte. Morgen vielleicht würde schon sein echtes Blut fließen. Ein verlockender Gedanke, fand der Major.
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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19.02.2023 14:51 Forum: Kurzgeschichten


Sachen gibt es... Wie sind die damit durchgekommen? o_O
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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18.02.2023 20:33 Forum: Kurzgeschichten


Hi, Zuigaku.

Man lernt eine Menge Leute durchs Schreiben kennen. Da gibt es genügend, die z.B. bei Kritik sofort beleidigt sind. Ich habe da schon Sachen erlebt...

Senkrecht startender Leopard? o_O Daran kann ich mich in den Classic-Romanen nicht erinnern. Wohl aber, dass ein Autor mal einen Leo derart "umgebaut" hat, damit er statt einer Lanze eine ganze Kompanie tragen konnte. Einfach, weil der Autor das wollte. Der hat die Mechbays erst doppelt und dann dreifach besetzt. ^^°°° UND er durfte vier Romane schreiben. Trotz solcher Eigenmächtigkeiten.

Die Daten für Fälle auslegen ist vollkommen normal. Und wie gesagt, der Artilleriefluff kommt später dazu.

Natürlich tut es das.

Ich schaue mal, ob ich am WE was geschrieben kriege. Hab's ja Marodeur eigentlich versprochen. Nur halt nicht wann. xD
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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17.02.2023 13:55 Forum: Kurzgeschichten


Hallo, Zuigaku.
Schön, dass Du Dich wieder meldest und nicht verschrecken lässt. Solche Diskussionen beleben für alle das ganze Hobby.

Aber zu Deinem Post:
Das gute alte Duell Realität gegen BattleTech... Was denkst Du denn, warum es für verschiedene Jahre verschiedene Regeln gibt, warum mit den Clans auch das Kampffeld überarbeitet wurde?
Das geht sogar so weit, dass im letzten Classic-Buch, als der NAIW-Kader auf New Avalon in seine Alma Mater zurückkehrt, die Mechs komplett von Artillerie vernichtet werden, so quasi einen Meter vor der Fußmatte. Auch BattleTech unterliegt einer Evolution, aber ich lege den Mantel des Schweigens über BattleTech Clix...

Ein Kadett ist ein Offiziersanwärter, und damit kein Mannschaftsdienstgrad. Gerade ein Kadett auf einer Militärakademie wie Nagelring, deren Absolventen als Offiziere in die Einheiten übernommen werden. (Der Jahrgangsbeste sogar als Major, und das ist eigentlich der größte Witz bei BattleTech. Aber, hat lustige Leserunden verursacht, also bin ich da nicht gram.)

Letztendlich ist ein BattleMech zwar stärker als z.B. eine Kompanie 20JH-Panzer, und die beste Methode, einen zu stoppen, ist ein anderer BattleMech, aber dadurch, dass es halt sehr viele BattleMechs gibt, und damit auch sehr viele Piloten, rückt der BattleMech damit auf die Position eines einzelnen Soldaten. Wie gesagt, bei mir führt mindestens ein Corporal einen Mech, sobald er sich bewährt hat, mit Beförderungsrang Sergeant, was dann fast auch schon wieder Wingleader bedeutet. Andere halten das vollkommen anders, und in manchen Einheiten gibt es gar keine militärischen Ränge.

Aus einem Sourcebook weiß ich von einer Söldnereinheit, die ihre MechKrieger jeden Morgen für den Tag bezahlt. Keiner muss annehmen, aber wer den Sold akzeptiert, ist verpflichtet, den Tag zu kämpfen. Wie so eine Einheit funktionieren kann, weiß ich nicht, aber laut Sourcebook ist die recht erfolgreich, weil die kämpfenden Teile hoch motiviert sind.
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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16.02.2023 21:52 Forum: Kurzgeschichten


Hi, Zuigaku.
Ich will mal näher drauf eingehen.


"Soldgründe" - nun das überzeugt mich nicht wirklich!
Ace: Meinst Du mich? Aber egal, wie groß die Innere Sphäre tatsächlich ist, egal wie viele Menschen in ihr leben so etwas um zweitausend Milliarden ohne Peripherie, und egal, wie viele konventionelle Kompanien eine Mechlanze aufwiegt - insgesamt gibt es eben sehr, sehr viele Mechs auf den Schlachtfeldern - und dann wieder doch nicht. MechKompanien oder auch nur Lanzen sind reich gesät. Und dann nicht so zahlreich, wie 2 Billionen Menschen vermuten lassen würden. Tatsächlich ist es im Kriegsdingen sehr viel ruhiger in der Inneren Sphäre, weil die Konzentration auf BattleMechs auch bedeutet, dass das Kampfgeschehen auf sie konzentriert ist. Ein Bataillon Mechs kann eben unmöglich einen ganzen Planeten erobern und auch halten - außer es ist nur eine symbolische Handlung, und davon gibt es in der Tat genug. Sieh es mal von diesem Standpunkt aus.


Aber letztlich ist Battletech eine Fiktion, wenn auch eine sehr gut und tief ausgestaltete. Da ist grundsätzlich vieles möglich (wenn logisch begründet). Einige Dinge (wie z.B. die beschränkte Waffenreichweite) sind dem Tabletop-Spielsystem geschuldet. Und wo ist, als weiteres Beispiel, in BT die Artillerie, die Königin des Schlachtfeldes? - Eigentlich ein Totalausfall!
Ace: Zu Artillerie gibt es was in den Sourcebooks. Sie gehört zum Kanon, spielt aber nicht die gleiche Rolle wie auf aktuellen Schlachtfeldern, trotz der größeren Reichweite, trotz Arrow IV und Laserleitsignale. Ganz einfach, weil Mechs in der Peripherie einer Atomexplosion überleben sollen, das macht einfache Granante so ... Unausgereift. Deshalb schmirgen sich MechPiloten nach und nach durch die Panzerung oder zielen aufs Cockpit...



Aber ich sehe das etwas anders. Geld/Sold ist nicht alles. Ich war lange genug Soldat um
mir einzubilden, dies etwas beurteilen zu können. Zum Glück sind wir Herr unserer eigenen Geschichten und ich werde bei mir garantiert keinen Gefreiten in ein Mechcockpit setzen, weil es für mich von der Logik her einfach keinen Sinn macht!
Ace: Bei mir kommt auch kein Gefreiter ins Cockpit. Außer, er ist Trainée oder sehr sehr kurz vor dem Abschluss. Jeder Anwärter, der sich bewährt, wird mindestens Corporal. Aufstiegschance zum Sergeant. Sergeant Major oder Lieutenant ist dann der Mindestrang für eine eigene Lanze, Captain für eine Kompanie, und so weiter, wie ich es oben schrieb.
Hat auch damit zu tun, dass die Zeiten, in denen ein Mech mehrere Lanzen Panzer aufwog, lange vorbei sind, seit die auch Laser, PPK und Gauß tragen... Da kann nicht jeder MechPilot ein Lieutenant sein. So wichtig sind sie (nicht mehr).


Um es anders zu Formulieren: Als Systemadministrator (bin ich tatsächlich) würde ich nie für Mindestlohn arbeiten, wenn meine Skills gebraucht werden. Natürlich gibt es sicherlich Konstellationen da würde man/ich es machen (und in meinem Leben hatte ich schon solche Situationen), aber normalerweise wohl kaum.
Ace: Es ist ja auch kein Mindestlohn. MechKrieger sind eine Elite, und wer es in ihren Reihen zu etwas bringt, sieht das auch am Sold. Obgleich, da wir ja das Söldnerphänomen in der Inneren Sphäre haben: Der durchschnittliche Söldnerkommandeur wird sich keine Mammonkrieger in die Truppe holen; vielmehr solche, die sich integrieren und die Einheit als organische Familie sehen. Aber es gibt Ausnahmen, sicher.



Aber (hier wieder zurück zu BT) wenn man "Einer unter 1000" ist und dieser Skill gesucht ist, dann sicher nicht. Kadett - ja, Gefreiter - nein!
Ace: Manche Autoren halten das so. Bei den regulären Armeen möchte ich wetten, dass, wer als Mannschaftsdienstgrad einen Mech erhält, diesen nicht lange behält und in die Unteroffiziersränge aufsteigt.


Jedenfalls ist deine Sicht durch die Quellen und Romane durchaus hinterlegt, ich für meinen Teil will das in meinen Stories etwas, für mein Verständnis von Militär, vernünftiger/passender machen!
Ace: Meinst Du, das mache ich nicht auch? ^^
Thema: Kritik zu: "A Cavaliers Legend"
Ace Kaiser

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15.02.2023 22:01 Forum: Kurzgeschichten


Zuigaku: Das hat Sold-Gründe.

Tatsächlich ist es so, dass einer von eintausend das Talent aufweist, um überhaupt MechPilot zu werden. Von diesen ist einer von tausend in der Lage, ein guter MechPilot zu werden. Und alle Piloten fangen relativ klein an. Einige als Kadetten auf z.B. Nagelring oder NAIW, andere als Rekruten in den Einheiten. Und da gibt es nun einmal einen Anfängerrang.
Dazu kommt, dass z.B. ein Lieutenant eine Lanze leitet, oder ein Sergeant. Ein Hauptmann eine Kompanie, ein Major ein Bataillon, usw.
Sicher, ein Mech ist eine eigene Panzerkompanie und man sollte ihn wie ein Flugzeug behandeln und jeder Pilot sollte Offizier sein - nicht. Das Konzept wurde bei BattleTech auch für Kampfpiloten gekippt, wenn man nicht gerade von einer Akademie kommt - was der Garant für ein Offizierspatent ist.
Ja, es ist eine Geldfrage und halt Sold-Gründe.
Thema: A Cavaliers Legend
Ace Kaiser

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12.02.2023 21:03 Forum: Kurzgeschichten


5.
31. Mai 3043
Kaserne der Cavaliers
Allansville, Planetare Hauptstadt
Hauptkontinent Pangea
Allans World

„Überraschung“, sagte Jeannie Crawford und nahm die Hände von Zorns Augen.
„Die Überraschung ist ihnen gelungen, MeisterTech“, gestand Zorn. „Ich nehme an, das war mal der Kreuzritter, den ich abgeschossen habe, als er das ComStar-HPG angegriffen hat? Oder vielmehr die Miliz?“, fragte Zorn, auf den menschenähnlichen Giganten deutend, der vor ihnen in einem Mechgerüst hing, und nur noch einige wenige offene Wartungsklappen aufwies, sowie ein wenig fehlende Panzerplatten, etwa dreißig Prozent.
„Ja. Dank der Ersatzteile aus dem Depot konnten wir hier und da etwas improvisieren und ihn fast wieder zusammenbauen. Wir mussten hier und da etwas improvisieren, und da läuft noch die Abstimmung. Aber der Computer läuft, die Maschine bewegt sich, die Waffen funktionieren. Ich bin also stolz darauf, ihnen in zwei, drei Tagen eine funktionsfähige Ersatzmaschine anbieten zu können.“
„Was zwei zusätzliche Wochen bringen können. Haben Sie noch mehr solcher Überraschungen auf Lager, Jeannie?“
„Nun, wir arbeiten noch an der Valkyrie, die dem Alten aufs Cockpit gesprungen ist. Die haben Sie sauber gedrittelt mit der Axt, Sir. Vier bis sechs Wochen normale Schichtarbeit, und ich kann sie wieder in Kampfbereitschaft überführen. Nicht, dass das uns heute etwas hilft. Außerdem habe ich gewissen Hoffnungen, den Skorpion wieder zu reaktivieren. Falls uns die richtigen Ersatzteile über den Weg laufen, denn die Vierbeinigen sind tricky und lassen sich nicht so ohne weiteres auf die normalen zweibeinigen Mechs und deren Ersatzteile umstellen, zumindest was die Aktivatoren angeht. Das Gleiche würde ich gerne für den Atlas melden, aber das Ding taugt wirklich nur noch als Ersatzteillieferant. Was aber den Centurion angeht: Sollten Sie einen Attentäter oder einen Donnerkeil auftreiben, könnte ich was zaubern. Allerdings, Vorhaltezeit auch rund sechs Wochen.“
„Das klingt hervorragend. Gerade für unsere Situation.“
„Was ist mit neuen Mechs?“, fragte die MeisterTech. „Es müssen ja keine Brandneuen sein, aber das Geld, um auf dem Markt was zu kaufen, ist da.“
„Ich sehe ihren Einwand, Jeannie, aber ich bin froh, dass ich auf jeden kampfbereiten Mech einen Soldaten setzen kann. Oder im Fall von Duvalle und Ventis, dass Ellie und Thomas die Maschinen zumindest ins Einsatzgebiet bringen können, bis die beiden wieder fit sind. Wir haben das Problem, zu viele Maschinen für zu wenige Piloten zu haben. Auch, nachdem wir Winningham vier Maschinen gegeben haben. Und reden wir nicht über Bloodbourne und Henriks und Steinfeld, die uns als Piloten zur Verfügung gestellt wurden.“
„Vor allem ist damit Captain Winningham derjenige, der über die größte eingespielte Einheit verfügt“, sagte Crawford.
„Und genau deshalb habe ich die Scoutlanze von Lieutenant Han, die uns auch zur Verfügung gestellt wurde, ihm unterstellt. Damit haben wir wenigstens eine vollständige Kompanie.
Was haben Han und ihre Leute mitgebracht?“, fragte Zorn. „Die beiden Heuschrecks, die wir gesehen haben, nehme ich an.“
„Ja, und dazu noch eine Hornisse und ein Stadtkoloss. Gar nicht mal so alte Maschinen. Sehr überraschend hier in der Peripherie. Allerdings, Techs hat Kyrensky keine mitgeschickt. Gut, dass ich über einen großen Mitarbeiterpool verfüge. Ich habe auch schon mit Corporal William Shanks gesprochen, Sallys Stellvertreter. Also dem von Lieutenant Han. Die anderen beiden sind PFC und Flügelmänner. Henrich Chau und Legal Jones.“ Jeannie grinste. „Legal ist eine Frau, etwa Mitte zwanzig. Chau pilotiert “
„Legal ist ein ganz merkwürdiger Name“, sagte der Major.
„Es geht eben nichts über den Stolz einer Mutter. Und außerdem sollten Sie so etwas nicht gerade sagen, Zorn Kenderson.“
Zorn hob beide Hände. „Tadel verstanden, Jeannie.“

„Stimmt es eigentlich?“, fragte die MeisterTech unvermittelt.
„Stimmt was eigentlich?“, erwiderte Zorn.
„Mal abgesehen von den anderen beiden Reservepiloten, Jelena Krivic und Hasso Wardsteiger. Stimmt es, dass ...“
„Ich habe sie beide für Ventis' Scoutlanze eingeteilt. Und bevor Sie fragen, ja, solange Sergeant Ventis noch dienstuntauglich ist und Jackson ihren Feuerfalken im Moment nur bewegen darf, braucht es einen Anführer für die Scoutlanze.“
„Und Sie haben einen aufgetrieben, Zorn?“
„Sagen wir, es hat sich ergeben, dass ...“
„ZORN!“
Der Major fuhr beim Klang der Stimme herum. Es war gerade rechtzeitig, damit er die Arme hochreißen konnte, um das wilde Bündel schwarzer Krauslocken aufzufangen.
„ZORN! Ich bin so froh, dich wiederzusehen!“
Einige Infanteristen im MechHangar, die ob des ungewöhnlichen Vorgangs ihre Waffen hochgerissen hatten, senkten die Mündungen wieder zögerlich, da der Chef keine Anstalten machte, diesem Angriff zu entkommen.
„Ich bin auch froh, dich wiederzusehen, Mala. Und wenn du hier bist, dann ...“
„Natürlich, Major Kenderson. Dann ist Nikki nicht weit entfernt.“ Eine große, schlanke Frau mit langen glatten schwarzen Haaren und milchkaffeefarbener Haut kam in den Hangar und salutierte vor Zorn. „Nicole Farnsworth und Mala N'Gombe melden sich zum Dienst.“
„Rühren, Lieutenant. Steh bequem, und tu nicht so, als wäre ich dein Akademielehrer.“
„Du bist nicht allein, Zorn“, erwiderte Farnsworth mit Blick auf Jeannie.
„Mala stört das nicht besonders“, sagte dieser, auf die junge Frau deutend, die ihn umklammert hielt wie eine Ertrinkende.
Nicole lachte auf. „Das musst du verstehen. Seit deine Nachricht gekommen ist, redet sie von nichts anderem mehr, als dich wiederzusehen. Die Kleine hat halt einen Narren an dir gefressen.“
„Ich bin KEINE KLEINE! Hmpf!“, machte Mala frustriert. „Außerdem, wenn Zorn militärischen Drill bei einer einfachen Begrüßung erwartet, hätte er schon längst was gesagt.“
Sie ließ den Major ein Stück weit los, um sich ein bisschen von ihm zu entfernen. „Das hättest du doch, oder, Zorn?“
„Sagen wir, nach deinem Angriffssprung, und gemessen an der Tatsache, dass du beide Beine um meine Hüften geschwungen hast und ich dich also nur mit wesentlicher Mühe von mir runter bekomme, habe ich mich diesmal gefügt, Mala“, sagte Zorn nicht ohne Ironie.
Die junge Frau mit den großen braunen Augen und den für MechKrieger so typisch ausrasierten Schläfen, der dunklen Haut und der prächtigen Mähne an Krauslocken drückte sich wieder an ihn. „Nun lass mich doch wenigstens ein paar Sekunden meinen Zorn an mich drücken“, murrte sie. „Wir haben uns drei Jahre nicht gesehen.“
„Dreieinhalb“, wandte Farnsworth ein.
„Ähemm“, machte jemand neben ihnen. „Miss, wenn es ihnen nichts ausmacht, könnten Sie vielleicht vom Major runterklettern. Außer, Sie haben vor, ihn zu ehelichen, oder etwas in der Art.“
„Wer ist das, Zorn?“
„Das ist unsere MeisterTech. Jeannie Crawford. Sei nett zu ihr, hörst du?“
„Oooookay.“ Sie drückte Zorn einen dicken Kuss auf die linke Wange auf und begann, ihre eigenen Beine wieder zu benutzen. „MeisterTech Crawford. Es freut mich, Sie kennenzulernen. Und nein, ich beabsichtige nicht, den Major zu ehelichen. Sonst könnte meine Freundin Einwände erheben.“
„Äh, ja?“, machte Jeannie.
„Um das zu erklären, ich kenne N'Gombe und Farnsworth aus meiner Akademiezeit. Wir haben auch ein aktives Jahr nach der Akademie bei der hiesigen Miliz zusammen absolviert. Seither sind wir Freunde. Als ich bei all meinen Bekannten, die Soldaten oder Söldner sind, nachgefragt habe, wer verfügbar ist und kommen könnte, stellte sich heraus, dass die beiden ohnehin gerade in der Region unterwegs waren. Ich habe sie dann kurzerhand zu uns umgeleitet. War zum Glück eine Davion-Armee-Einheit, sodass ich die Fürbitte vom Prinzen einholen konnte. Wird uns sicher noch was kosten, aber jetzt sind sie erst mal hier.“ Er sah zu Farnsworth herüber. „Nikki, ich habe eine nicht existierende Scoutlanze, deren Chefin mindestens noch eine Woche Cockpitverbot hat. Das übernimmst du. Mala, du kommst in meine Lanze.“
Nur widerwillig zog N'Gombe ihre Arme von Zorns Nacken fort. „Was für Muster hast du uns denn anzubieten? Ich meine, ein Mech ist besser als kein Mech, aber es gibt Unterschiede.“
„Ihr kommt beide auf Hermes.“
„Du speist uns mit Dreißigtonnern ab, Zorn?“ Nun trat auch Farnsworth heran. So nahe, als wollte sie den Major küssen. Was sie dann auch tat. „Es tut richtig gut, dich wiederzusehen. Das hätte ich nach all der Zeit nicht gedacht, Schatzi.“ Sie sah an Zorn herab. „Und ich bin nicht die Einzige mit dieser Meinung.“
Kenderson räusperte sich verlegen. Immerhin war er kein Kadett mehr, sondern der kommandierende Offizier einer eigenen Einheit. „Bitte mach das nicht in der Öffentlichkeit, Nikki.“
Die kaffeebraune Frau verzog die vollen Lippen zu einem Schmunzeln. „Aber privat ist in Ordnung?“
Zorn räusperte sich erneut. „Ihr zwei kriegt Hermes, aber es sind die beiden aus dem Depot, die wir behalten haben. Ich kann leider nur zwei Lanzen aufstellen, die Scoutlanze mit vier Maschinen, und fünf in meiner Kommandolanze. Seid froh, dass es Sternenbundmaschinen sind.“
„Danke für die Information, aber lenkst du gerade ab, Zorn Kenderson?“, neckte sie ihn.
„Wie dem auch immer sei, alte Flamme und so, du kannst Zorn nicht einfach so küssen!“, beschwerte sich Mala.
„Aber du darfst ihn anspringen, mit den Beinen umklammern und abknutschen?“, konterte Nicole.
„Ich bin ja auch nicht Bi, und Zorn ist nicht mein Ex. Wenn ich das mache, ist das reine, unverfälschte, unsexuelle Liebe und Begeisterung. Wenn du das machst, denke ich, du willst mir untreu werden. Es war schwer genug, dich von ihm zurückzuerobern.“
Crawford sagte: „Es wird immer interessanter. Ich sollte mir Popcorn holen.“
Zorn warf ihr einen Blick zu, den wohl schon Caesar seinem Adoptivsohn Brutus zugeworfen hatte, und der zu schreien schien: „Du auch, mein Sohn Brutus?“
„Zurückzuerobern? Als ich mit Zorn zusammenkam, waren wir nicht zusammen, Spätzchen.“
„Aber so gut wie“, beharrte Mala.
„Auch nicht so gut wie“, korrigierte Farnsworth. „Mit ihrer Erlaubnis, Sir, würden N'Gombe und ich die beiden Hermes aufsuchen und die Bordcomputer auf unsere Hirnwellen eichen sowie Passwörter vergeben. Ich habe gehört, wir rücken morgen früh aus, da sollte das erledigt sein.“
„Ich geben ihnen recht, Sergeant Farnsworth.“ Er sah Mala an. „Corporal N'Gombe.“
„Hey, das ist unfair. Wieso ist sie Sergeant, und ich nur Corporal?“
„Weil du keine Lanze führst“, sagte Zorn salopp. „Jeannie, wenn Sie das übernehmen könnten ...“
„Natürlich, Zorn. Ladies, hier entlang bitte. Ich bringe Sie beiden zu ihren brandneuen Mechs aus Sternenbundtagen.“
„Wie brandneu?“, fragte Mala.
„So brandneu, es hat noch nie jemand darin geschwitzt. Die Liegen haben sogar noch die Folie drauf.“
Die beiden Frauen wechselten aufgeregte Blicke. Dann fielen beide Zorn um den Hals und drückten ihm einen Kuss auf. „Danke, Zorn. Du weißt, wie du Frauen glücklich machen musst!“, ereiferte sich Mala. Dann ergriff sie Farnsworth bei der Rechten und zog sie vom Major fort. „Wir folgen ihnen, MeisterTech Crawford.“
„Also dann, hier entlang. Sergeant, Corporal.“
Als die drei ein paar Dutzend Meter entfernt waren, rieb sich Zorn unbewusst beide Wangen. Es war eine ganz schön lange Zeit her, dass er so unverholene Begeisterung für seine Person erfahren hatte, zumindest diese körperliche. Bis vorhin hatte er noch mit sich gehadert, ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, die beiden zu sich zu holen. Aber hey, zumindest konnte man ihnen keine mangelnde Motivation vorwerfen.
„Äh, Zorn, du ...“
„Ja, ich weiß, Kirran. Vorgesetzter und Distanz und so. Ich werde die beiden ermahnen, so etwas vor den Augen Anderer zu unterlassen.“
Der ComGuard hob eine Augenbraue und trat zu Zorn. „Ich wollte sagen, du hast da eine hübsche Exfreundin. Und ob ihr miteinander auskommt, trotz der alte Flamme-Geschichte.“
„Ich bin sehr froh, dass Nikki und Mala kommen konnten und jetzt hier sind. Und ja, die beiden sind sehr eigen. Ich werde einen Preis dafür bezahlen, dass sie den Cavaliers helfen. Dieser Preis wird ab und an merkwürdig ausfallen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Aber wir leben in interessanten Zeiten.“
„Du lebst definitiv in interessanten Zeiten“, sagte der Mann mit der Stirnglatze. „Und ich gebe zu, ich bin neidisch auf dich.“
Der Major sah Leary verdutzt an, dann begann er zu lachen, und der ComGuard fiel ein.
„Ausrücken Null Siebenhundert morgen früh?“, fragte Leary nach dem letzten Lacher.
„Null siebenhundert. Es wird Zeit, dass wir ins Einsatzgebiet kommen.“ Und es war definitiv Zeit dafür, die Falle für den Vicomte aufzuklappen und scharf zu stellen. Der Haken – er, Zorn, war der Köder.

***

Als Jules Kressmann die Augen aufschlug, sagte ihm ein todsicheres Gefühl, dass dies nicht der Himmel war, sondern ein schmuckloses Krankenzimmer im Hospital der Miliz. „Noch am Leben“, ächzte er, und irgendwie konnte der Pilot nicht entscheiden, ob er sich beschweren wollte, oder froh war. Ihm tat einfach viel zu viel weh.
„Das kann ich bestätigen“, klang eine ihm sehr bekannte Stimme an sein Ohr.
Jules wollte aufspringen, salutieren, aber eine kräftige Hand drückte ihn zurück aufs Kissen. „Sie sind außer Dienst, Kressmann. Kein Grund, vor ihrem Oberst zu salutieren“, sagte Juri Kalakov. „Ich bin auch nur ganz kurz hier, weil die Ärzte gesagt haben, Sie würden in naher Zukunft aufwachen.“
„Verstanden, Herr Oberst.“ Was konnte den Chef der Larsha-Miliz an sein Krankenbett führen? Was war wichtig genug, um Kalakov ausgerechnet in sein Krankenrevier zu treiben?
Siedendheiß fiel es ihm ein. „Ich habe den Ferret verloren!“ Erneut wollte er sich aufbäumen, aber wieder hielt ihn die Hand zurück. „Ja, das haben Sie, Kressmann. Das schöne Gerät hat nur noch Schrottwert.“
„Scheiße“, murmelte Kressmann. Er sah den Oberst an. „Ich bitte um eine harte und gerechte Strafe.“
„Strafe? Wofür? Dass Sie ihren Job gemacht haben? Ich bitte Sie, wir sind hier nicht in der Liga Freier Welten, und Sie sind nicht die Gray Death Legion“, schmunzelte der höchste Offizier des Planeten. „Im Gegenteil, ich bin hier, um ihnen zu sagen, dass ihr Flügelmann für seine Tapferkeit und seine herausragende Leistung bei ihrer Rettung einen Bronce Star erhalten wird.“
„Uff“, machte Kressmann. Im Anbetracht dessen, was passiert war, dass er sich selbst bereits mehrfach tot gesehen hatte, und was Harry auf die Beine gestellt hatte, um ihn rauszuhauen, war das mehr als berechtigt. „Die hat er sich verdient, Herr Oberst.“
„Und ich bin hier, um ihnen das zu geben.“ Kalakov reichte ihm ein Dokument. „Ihr Einsatz bei der Aufklärung der Red Longjacks und der Daten, die Sie besorgt haben, hat ihnen die restlichen Punkte eingebracht. Ich gratuliere. BÜRGER Kressmann.“
Erstaunt sah er auf den Umschlag in seinen Händen. Ihn aufzumachen war schwierig, weil plötzlich seine Hände zitterten, als hätten sie ein Eigenleben. Dann aber hatte er das Dokument in der Hand. Mit bebenden Lippen las er es. Die Bürgerrechte. Für ihn. Eigentlich hatte er damit erst nach acht Jahren Dienst gerechnet, und er war erst fünf Jahre in der Miliz. Sie jetzt schon zu erhalten, dafür, dass ihm der Ferret unterm Hintern weggeschossen wurde, brachte ihn in große Verlegenheit. „D-das habe ich nicht verdient, Herr Oberst. Ich kann das nicht annehmen. Ich habe nichts geleistet, was das rechtfertigt.“
„Sie müssen es annehmen, Kressmann. Es ist nicht nur so, als hätten Sie einfach alle notwendigen Punkte erreicht. Wir haben ihr Gefechts-ROM auch per ComStar nach Sian geschickt. Von dort kam als Antwort, dass Sie aufgrund ihrer Tapferkeit die restlichen Punkte für die Verleihung der Bürgerrechte erhalten sollen. Sie wollen doch nicht unserer Kanzlerin Romano Liao widersprechen?“
Entsetzen fuhr durch den Leib des Verletzten, und das nicht nur, weil es Dutzende Gerüchte gab, Romanas hitziges Temperament betreffend. „NEIN! Nein, Herr Oberst, natürlich nicht! Wenn die Kanzlerin sagt, dass ich die Bürgerrechte verdiene, dann wird das stimmen! Die Kanzlerin ist -“
„Unfehlbar in ihrer Weisheit. Richtig. Also, damit steht es fest. Bürger Kressmann.“
Sorgfältig packte Jules das Ernennungsdokument wieder ein. „Bürger Kressmann“, wiederholte er.
„Ich muss mich leider wieder auf den Weg machen. Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber Major Duong wird Sie auf den neuesten Stand bringen.“
Bei diesen Worten trat eine hochgewachsene blonde Frau in sein Gesichtsfeld. Verdammt, die hiesige Chefin der Maskirovka.
„Also dann, Bürger Kressmann, ich verabschiede mich.“ Kalakov trat hinaus.

Duong Ahn Chau wartete einen Augenblick, bevor sie sich auf den Stuhl neben das Krankenbett setzte. „Bevor Sie fragen, Chan lebt, es geht ihm gut, und im Moment unterstützt er den Rest der Lanze dabei, den Red Longjacks auf der Spur zu bleiben.“ Sie schien einen Moment lang nachzudenken. „Nachdem Sie und Chan den Overlord besucht haben, muss der Kommandeur seine Meinung geändert haben, oder jemand hat ihm gesagt, dass die von ihm gesuchte militärische Einheit, die 5. Reservekavallerie, gar nicht Zuhause ist. Die Zeit für eine Plünderung der Anlage wollte Colonel Raymond Alonso wohl nicht aufbringen, also hat er alle seine Mechs wieder eingeladen und ist weitergeflogen. Etwa eintausend Kilometer entfernt ist der Overlord wieder runter gekommen, mitten im Yuawen-Mittelgebirge. Wir nehmen an, dass er seine Einheit jetzt zum eigentlichen Depot führen wird.“
„Das klingt nicht gut. Wer schon einmal bereit war, eine capellanische Militäreinheit zu überfallen, der hat auch keine Hemmungen bei einer Miliz“, sagte Kressmann.
„Das sehen wir alle genauso. Ganz davon abgesehen, dass das Depot mit all seinen Werten Eigentum der Bürger der Konföderation Capella ist, niemandes sonst. Es ist unsere Pflicht, das Depot und seinen Inhalt zu retten.“
„Uff“, machte Kressmann erneut. „Wann bin ich wieder einsatzbereit?“
„Langsam, langsam, Krieger“, sagte Duong amüsiert. „Sie haben eine Operation an der rechten Schulter hinter sich, um diverse Splitter zu entfernen und mehrere Knochen zu flicken, und dann hier etwa zehn Stunden gelegen. Insgesamt sechzehn Stunden. Bis Sie aufstehen dürfen, vergeht mindestens noch ein Tag, wenn nicht mehr. Bis Sie wieder Dienst schieben dürfen, oder gar in einen Ferret steigen, vergeht eine Woche minimal. Und sollte es erforderlich sein, dass Sie vorher eingesetzt werden müssen, verletzt oder nicht, dann werde ich Sie persönlich holen, Leutnant Kressmann. Und dann hoffe ich, dass Sie so ausgeruht sind, wie Sie nur sein können. Haben Sie das verstanden, Bürger?“
Kressmann seufzte resignierend. „Jawohl, Frau Major. Ich habe verstanden.“
„Guter Junge. Ich mache mich dann auch wieder auf den Weg. Im Moment ist alles ein wenig turbulent hier, und Sian verlangt alle acht Stunden einen Zwischenbericht. Außerdem machen wir alle Nachbarn rebellisch, um den Anflugsweg der Longjackets nachzuvollziehen und weitere Informationen zu sammeln. Zum Beispiel, ob Alonso wirklich noch Anführer der Einheit ist.
Ach, was auch noch interessant für Sie ist: Bisher haben wir lediglich acht Mechs und eine Kompanie Panzer ausgeschleust. Scheint so, als wäre der Rest des Overlords geleert worden, um die Beute aufzunehmen. Ich finde das sehr optimistisch.“
„Werde ich auf dem Laufenden gehalten?“, hakte Kressmann frech nach.
„Natürlich, Leutnant. Auch wenn Sie hier liegen, sind die Red Longjacks immer noch ihre Mission“, sagte sie mit einem aparten Lächeln.
Duong erhob sich. „Das nächste Mal schaue ich in sechzehn Stunden hier rein. Versuchen Sie zu schlafen. Sobald Sie aber aufgewacht sind, will ich, dass Sie ihren Bericht schreiben.“ Sie legte einen Packen Fotos auf den Nachttisch des Krankenbetts. „Volles Studium aller Aufnahmen. Falls ihnen was einfällt, was dort nicht zu sehen ist, kommt das in den Bericht, verstanden?“
„Verstanden, Frau Major.“
„Gut. Ich mag gehorsame Männer.“ Sie lächelte ihm noch einmal zu, dann verließ sie das Krankenzimmer.
Kressmann brach beinahe vor Erleichterung zusammen. Mit den Maskirovka-Leuten hatte er noch nie gekonnt. Vor allem als er sich seine Bürgerrechte noch erst hatte verdienen müssen, hatte er immer eine unterschwellige Angst vor dem Geheimdienst gehabt. Aber er musste zugeben, Major Duong war keine hässliche Erscheinung – für eine Siamesin.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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06.02.2023 21:48 Forum: Kurzgeschichten


Ich dachte, die Zahl der Guerillas sollte eher klein sein, wegen der effektiven Jagd der Kaiserlichen... Und so viele waren bei Ryjen auch nicht beteiligt. Kommen da etwa doch noch mehr? Die könnte man jetzt gut gebrauchen.
Thema: Kritik: Hinter den feindlichen Linien
Ace Kaiser

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04.02.2023 21:34 Forum: Kurzgeschichten


Hab's jetzt mit einem Tag Verspätung gelesen, Tyr. Atmosphärisch dicht erzählt. Macht Lust auf mehr.
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